Der für die Diagnose von Wirbelgleiten zuständige Facharzt ist der Orthopäde. Sein Spezialgebiet ist das menschliche Skelett. Dieser überweist den Patienten in eine Praxis für Krankengymnastik oder in die Sportphysiotherapie. Eine genaue Wirbelsäulenanalyse kann jedoch nur der Arzt vornehmen. Erforderliche Operationen führt der Facharzt für Neurochirurgie oder Unfallchirurgie aus. Diese kommen jedoch nur bei schwerer Instabilität infrage.

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Was ist Wirbelgleiten?

Wirbelgleiten betrifft die Wirbelkörper der Wirbelsäule und tritt meist an der Lendenwirbelsäule auf. Einzelne Wirbel sind extrem beweglich, bewegen sich gegeneinander und klemmen in schweren Fällen sogar das Rückenmark ein. Durch das Rutschen über einen langen Zeitraum hinweg entstehen Verwachsungen im hinteren Wirbelbereich. Dadurch verändert sich die Statik. Beim Einklemmen von Nervenden können beträchtliche Schmerzen entstehen.

Ursachen für Wirbelgleiten

Beim Wirbelgleiten ist die Bandscheibe zwischen zwei betroffenen Wirbeln extrem abgenutzt, so dass der natürliche Puffer fehlt und die Wirbel direkt aufeinander gleiten. 2-4 % der Betroffenen erleben das Gleiten beschwerdefrei, wissen oft gar nichts von ihrer Erkrankung. Am häufigsten tritt die Symptomatik am fünften Lendenwirbel auf. Ursachen sind degenerative Veränderungen, Unfälle und Fehlbildungen der Wirbelsäule. Degeneratives Wirbelgleiten infolge einer angeborenen Fehlbildung kann schon im Kindesalter zu Gleitbewegungen der Wirbelsäule führen. Häufiger sind jedoch altersbedingte Verschleisserscheinungen.

Symptome von Wirbelgleiten

Bei Bewegung und Belastung treten Rückenschmerzen auf. Je nach Schweregrad werden die Schmerzen auch von neurologischen Symptomen begleitet. Das ist der Fall, wenn Nervenwurzeln eingeengt werden. Die Lendenwirbelsäule fühlt sich instabil an, sporadischen Gefühlsstörungen und eine Kraftminderung in den Beinen sind ebenfalls typisch. Oft ist nur ein Bein betroffen und fühlt sich taub an. Wie bei einem Bandscheibenvorfall kann in schweren Fällen die Blasen- und Darmfunktion gestört sein. Meist führen erst chronisch wiederkehrende, ausstrahlende Rückenschmerzen den Erkrankten zum Orthopäden bzw. Wirbelgleiten-Spezialist.

Diagnostik durch Spezialisten für Wirbelgleiten

Der Wirbelgleiten-Spezialist nimmt eine gründliche Anamnese vor und fragt nach sportlicher Aktivität, familiären Belastungen und Vorerkrankungen. Er untersucht die Wirbelsäule und macht einen Funktionstest. Bei der Diagnose helfen die Wirbelsäulenvermessung sowie CT (Computertomographie) oder MRT (Magnetresonanztomographie). Röntgenaufnahmen der Lendenwirbelsäule geben ebenfalls Aufschluss.

Wie behandeln die Spezialisten Wirbelgleiten?

Zunächst wird die konservative Behandlung angestrebt. Operiert wird erst, wenn es zu neurologischen Ausfällen kommt. Therapieziel ist die Schmerzreduktion oder seine Beseitigung. Gegen die Schmerzen helfen Medikamente oder Physiotherapie. Sie soll die umgebende Muskulatur kräftigen, die die Wirbel stabil hält. Die Muskelkräftigung beugt auch Verschleiss bestens vor. Sofern nicht invasive Methoden wirkungslos sind, kann eine Operation nötig werden. Möglich ist zum Beispiel eine Wirbelsäulenversteifung im betroffenen Bereich. Auch Orthopädietechnik kann helfen.

Quellen

  • https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/erkrankungen-des-rheumatischen-formenkreises-und-des-bewegungsapparats/nacken-und-r%C3%BCckenschmerzen/nichttraumatische-spinalsubluxation
  • http://www.leitliniensekretariat.de/files/MyLayout/pdf/spondylolisthesis.pdf
  • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/033-051l_S2k_Spezifischer_Kreuzschmerz_2018-02.pdf