In Deutschland leiden ca. 5 % aller Erwachsenen an Tinnitus. Auch die Zahl der erkrankten Jugendlichen (Lärmbelästigung in Diskotheken, Musikhören per Kopfhörer) nimmt zu. Am häufigsten kommen Ohrgeräusche zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr vor. Spezialisten für Tinnitus sind in der Regel HNO-Ärzte.

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Was ist Tinnitus?

Mit Tinnitus wird die konstante, sich wiederholende Wahrnehmung von Geräuschen und Tönen bezeichnet. Man nennt sie auch Ohrensausen. Brummen, Sägen, Pfeifen oder Klingeln, Betroffene beschreiben ihre Ohrgeräusche ganz unterschiedlich. Auslöser kann das Gehirn oder das Ohr selbst sein. Ohrgeräusche kennt jeder von uns. Ab und zu hören wir ein kurzes Pfeifen, Zischen oder Rauschen, das nach kurzer Zeit wieder vergeht. Bei Tinnitus ist das anders. Die Betroffenen nehmen die Töne anhaltend wahr. Der Tinnitus wird nicht von der Umgebung, sondern vom Patienten selbst erzeugt, kann einseitig oder beidseitig auftreten. Aussenstehende können die Ohrgeräusche nicht hören. Tinnitus kann sich in jedem Alter entwickeln ist eine ernst zu nehmende Krankheitsfolge.

Welcher Arzt behandelt Tinnitus?

Der Facharzt für Menschen mit Ohrgeräuschen ist der Hals-Nasen-Ohrenarzt. Er kann feststellen, ob die Ursache eine Erkältung ist, Ohrenschmalz den Gehörgang verstopft oder ob es sich um einen Hörsturz (plötzlicher Hörverlust) handelt. Auch Probleme mit Halswirbelsäule oder Kiefergelenk können sich sie auf die Funktionsfähigkeit der Ohren auswirken.

Diagnose von Tinnitus

Zur Diagnose dienen Tinnitus-Messung und Hörtest. Dabei kann der Tinnitus-Spezialist sowohl Lautstärke als auch Frequenz des Tinnitus messen. Ferner steht gut ausgestatteten HNO-Ärzten die Magnetresonanztomographie zur Verfügung. Gegebenenfalls überweisen sie in eine Klinik mit entsprechender Fachabteilung. In einigen deutschen Städten gibt es auch Tinnitus-Therapiezentren.

Leben mit Tinnitus

Wie sehr sich Betroffene durch die Erkrankung eingeschränkt fühlen, hängt von ihrer persönlichen Konstitution ab. Je nach Ausprägung und Sensibilität der Erkrankten geht der Tinnitus mit Schlafstörungen, Depressionen und Angstzuständen einher. Oft sind die Ohrgeräusche so belastend, dass Betroffene ihren Alltag nur schwer bewältigen können und sogar arbeitsunfähig werden. Stress spielt eine entscheidende Rolle bei der Entstehung der unangenehmen Ohrgeräusche. Ein wirksames Stressmanagement ist notwendig, um Tinnitus langfristig zu beheben.

Behandlung von Ohrgeräuschen

Es gibt kein Medikament gegen Tinnitus. Zahlreiche Geräte sollen Betroffenen Erleichterung verschaffen, doch es existieren keine Langzeitstudien über deren Nutzen. Bei einem akuten Tinnitus ist die Spontanheilung möglich. Bei einem chronischen Tinnitus (länger als drei Monate) kommt sie so gut wie nie vor. In der Akutphase behandeln Tinnitus-Spezialisten kurzzeitig mit Cortison-Infusionen. Zu den neuen Behandlungsansätzen gehört auch die Musiktherapie. Den grössten Erfolg verzeichnet man mit Psychotherapie und kognitiver Verhaltenstherapie. Auch die Tinnitus Retraining Therapie (TRT), die sowohl ambulant als auch stationär angeboten wird, hilft und wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Risiken für Tinnitus

Die Ursachen für Tinnitus sind genauso vielfältig wie die Behandlungsmöglichkeiten. Zwar sind die Gründe zur Entstehung von Tinnitus längst nicht alle erforscht, aber es gibt Risikofaktoren, die Ohrgeräusche begünstigen. Wer konstant Lärm und Stress ausgesetzt ist, hat ein höheres Risiko für Tinnitus. Oft sind Menschen betroffen, die zum Perfektionismus neigen und sich auch für andere stark engagieren. Bei sehr schwerhörigen oder gehörlosen Menschen ist die Tinnitus-Rate besonders hoch.

Quellen

  • https://t-t-z.de/ohrgeraeusche-wie-stellt-der-arzt-die-diagnose/
  • https://www.audibene.de/tinnitus/
  • https://www.apotheken-umschau.de/Tinnitus
  • https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/tinnitus/tinnitus-behandlung-beim-hno-arzt.html