Mehr als 200.000 Menschen pro Jahr erleiden in Deutschland einen Schlaganfall (Apoplex). Die Sterberate im ersten Jahr liegt bei 37 %, was den Schlaganfall zur dritthäufigsten Todesursache in Deutschland macht. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter.

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Was ist ein Schlaganfall?

Infolge von Durchblutungsstörungen im Gehirn kommt es zu neurologischen Ausfällen (Hirninfarkt). Dauernd diese mindestens einen Tag lang an, sind bereits bleibende Schäden an den Nervenzellen von Gehirn und Zentralnervensystem vorhanden. Gehen die Ausfallerscheinungen nach gewisser Zeit wieder zurück, handelt es sich um eine transitorisch ischämische Attacke (TIA). Die Folgen eines Schlaganfalls können Betroffene zu dauerhaften Pflegefällen machen.

Typische Symptome eines Schlaganfalls

Der Schlaganfall oder Hirnschlag wird durch Durchblutungsstörungen oder eine Blutung im Gehirn ausgelöst und zeigt sich mit plötzlicher Gangunsicherheit, Lähmungen sowie Sprach- und Sehstörungen und ist als Notfall zu behandeln. Idealerweise wird er in eine neurologische Klinik mit entsprechender Ausstattung (Stroke Unit) gebracht.

Welcher Arzt hilft bei Schlaganfall?

Bei den ersten Symptomen eines Hirnschlags muss unbedingt der Notarzt verständigt werden, denn bei der Behandlung zählt jede Minute. Für die Grundversorgung ist jedoch der Hausarzt zuständig, denn er kennt den Patienten am besten. Spezialuntersuchungen führen Fachärzten oder Klinikabteilungen durch und bündeln die Ergebnisse zusammen beim Hausarzt. Radiologen etwa untersuchen mithilfe von bildgebenden Verfahren die Gefässe. Abhängig von den Ergebnissen betreuen nun auch Neurologen und Gefässchirurgen den Patienten. Wurde der Schlaganfall durch ein Blutgerinnsel im Herzen ausgelöst, ist der Kardiologe der richtige Ansprechpartner.

Was geschieht bei der Diagnose?

In einem ausführlichen Vorgespräch (Anamnese) werden Beschwerden besprochen sowie Vorerkrankungen und allgemeine Aspekte zum Gesundheitszustand des Patienten geklärt. Es ist die Grundlage für weitere Tests. Im zweiten Schritt erfolgt eine neurologische Untersuchung, um die Ausfälle des Zentralnervensystems genauer zu beleuchten. Im Anschluss daran erfolgen technikgestützte Untersuchungsverfahren wie Ultraschall, EEG, CT und MRT. Ferner werden Bewegungsabläufe, Reflexe, Muskelkraft und vegetative Funktionen getestet. Schon Gangbild und Haltung können sehr aufschlussreich sein.

Schlaganfall-Reha: welche Therapien sind üblich?

Zu Beginn der Reha legt das medizinische Personal gemeinsam mit dem Patienten ein Reha-Ziel fest, an dem sich der Therapieplan ausgerichtet. Die Angebote von Reha-Kliniken mit Schwerpunkt Schlaganfall sind genau auf die Bedürfnisse dieser Patienten ausgerichtet. Das Behandlungsspektrum ist sehr vielfältig und setzt sich zusammen aus:

  • Physiotherapie,
  • Sport- und Bewegungstherapie,
  • Trainingstherapie,
  • Schmerztherapie,
  • Logopädie,
  • Entspannungstherapie,
  • Ernährungsberatung,
  • Physikalische Therapie (Bäder, Güsse und Massagen),
  • Ergotherapie und
  • Motivationsgesprächen.

Die engmaschige Betreuung durch qualifiziertes Personal entscheidet über den Genesungsverlauf. Viele Behandlungen können nach dem Reha-Aufenthalt ambulant fortgesetzt werden, so dass der Patient wohnortnah versorgt ist.