Die Wirbelsäule ist eines der komplexesten, und gleichzeitig auch empfindlichsten, Gebilde des menschlichen Körpers. Hier spielen zahlreiche Muskeln, Sehnen und Knochen zusammen, um unsere aufrechte Haltung zu ermöglichen. Langes Sitzen und zu wenig Bewegung setzen dem Halteapparat aber zu, sodass Rückenschmerzen schon seit Jahren zu den häufigsten Gründen für Arztbesuche und Krankschreibungen zählen. Der gefürchtete Bandscheibenvorfall ist jedoch nur in einem Bruchteil der Fälle für die Schmerzen verantwortlich. Ein Besuch beim Rückenspezialisten ist daher oft unerlässlich, um die Ursache des Leidens zu identifizieren und eine angemessene Therapie einzuleiten.

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Welche Erkrankungen behandelt ein Rückenspezialist?

Erkrankungen und Schmerzen an der Wirbelsäule treten oft mit zunehmenden Alter auf, wenn die Gelenke und beweglichen Strukturen immer stärkere Verschleisserscheinungen zeigen. Doch auch in jungen Jahren können Unfälle, eine bewegungsarme Lebensweise oder angeborene Fehlstellungen zu Rückenschmerzen führen. Da im Rückenmark viele wichtige Nerven liegen, sind Beschwerden in diesem Bereich oft besonders unerträglich. Bei Verletzungen an der Wirbelsäule ist grösste Vorsicht angeraten, damit die empfindlichen Strukturen nicht dauerhafte Schäden erleiden.

Dies sind die häufigsten Erkrankungen, die einen Besuch beim Rückenspezialisten notwendig machen:

  • unspezifische Rückenschmerzen
  • Bandscheibenvorfall
  • Spinalkanalstenose
  • Wirbelblockade
  • Muskuläre Dysbalancen
  • Knorpelschaden
  • Morbus Bechterew
  • Morbus Scheuermann
  • Skoliose
  • Spondylisthesis
  • Arthrose
  • Guillain Barré Syndrom
  • Hexenschuss
  • Osteoporose
  • Frozen Shoulder
  • Impingement-Syndrom
  • Wirbelsäulentumor

Welche Fachärzte sind Rückenspezialisten?

Wenn es um Schmerzen oder Beschwerden am Rücken geht, ist in der Regel ein orthopädischer Facharzt der erste Ansprechpartner. Gibt es Hinweise, dass die Nerven des Rückenmarks betroffen sind, kann es auch sinnvoll sein, einen Neurologen aufzusuchen. Rückenspezialisten sind in der Regel Mitglied in Fachgesellschaften, beispielsweise der Deutschen Wirbelsäulengesellschaft. In vielen Städten gibt es auch spezielle Wirbelsäulen- oder Rückenzentren, in denen Orthopäden, Neurologen und Neurochirurgen Hand in Hand mit Physiotherapeuten arbeiten, um ihren Patienten Diagnose, Therapie und Rehabilitation an einem Ort zu bieten. Oft reicht bei Rückenbeschwerden die Teilnahme an einer Rückenschule, das ist eine spezialisierte Krankengymnastik, aus. Reicht eine Stärkung der Muskulatur nicht aus, kommt eine Operation in Frage.

Vor allem bei unspezifischen Rückenschmerzen, für die Ärzte keine Ursache finden, ist der Einsatz alternativer Heilmethoden möglich. Osteopathen, Chiropraktiker oder Heiltechniken der traditionell chinesischen Medizin lindern unter Umständen die Beschwerden.

Der Rücken – ein kompliziertes Meisterwerk

Die wichtigste Struktur des Rückens ist die Wirbelsäule. Sie wird in fünf verschiedene Bereiche eingeteilt:

  • Halswirbelsäule mit sieben Wirbeln
  • Brustwirbelsäule mit zwölf Wirbeln
  • Lendenwirbelsäule mit fünf Wirbeln
  • Kreuzbein
  • Steissbein

Zwischen den Wirbeln liegen die sogenannten Bandscheiben, die als Stossdämpfer fungieren und Stauchungen abfedern. Die mit Flüssigkeit gefüllten Gelposter sind auf regelmässige Erholung angewiesen, damit sie sich immer neu füllen können. Ist diese aufgrund von Übergewicht, Überbelastung oder Fehlstellungen zu gering, kann es zum gefürchteten Bandscheibenvorfall kommen. Gehalten wird die Wirbelsäule von einem komplexen Muskelkorsett, das durch einseitige Belastung oder fehlendes Training oft ungleichmässig ausgebildet ist und dann zu Schmerzen führt.

Quellen

https://www.netdoktor.de/symptome/rueckenschmerzen/
https://ruecken-hilfe.de/ruecken-spezialist
https://klinikum-darmstadt.de/medizin/kompetenzzentren/wirbelsaeulenzentrum/