Das Reizdarmsyndrom zeigt sich durch Beschwerden im Bauch, die über einen längeren Zeitraum - über drei Monate - bestehen und häufig mit Stuhlveränderungen verbunden sind. Das Reizdarmsyndrom ist eine Diagnose, die nur dann gestellt wird, sofern sich keine typischen klinischen Veränderungen zeigen, die auf eine bestimmte Erkrankung schliessen lassen, mit der sich wiederum die Symptome erklären lassen würden.

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Einen Spezialisten für ein Reizdarmsyndrom finden

Da es sich beim Reizdarmsyndrom um eine Ausschlussdiagnose handelt, ist es für Patienten schwierig, einen bestimmten Facharzt für das Reizdarmsymptom zu finden. Nichtsdestotrotz besuchen Betroffene häufig verschiedenste Fachärzte, um andere Ursachen für ihre Beschwerden auszuschliessen. Während die Odyssee für den Patienten in der Regel beim Hausarzt beginnt, endet sie oft bei einem Psychiater bzw. Psychologen, da seelische Faktoren ganz offensichtlich eine grosse Rolle für die Aktivität der Erkrankung spielen.

Was sind die möglichen Ursachen für ein Reizdarmsyndrom?

Zwischen 20 und 30 Prozent der Bevölkerung sind vom Reizdarmsyndrom betroffen, wobei Frauen doppelt so oft unter dieser Erkrankung leiden wie Männer. Rund die Hälfte sämtlicher Patienten, die über Marken-Darm-Beschwerden klagt, erhält die Diagnose Reizdarmsyndrom. Bis heute sind die Ursachen für das Auftreten diese Erkrankung ungeklärt. Sicher ist jedoch, dass verschiedene Faktoren für die Entwicklung der Symptome bedeutsam sind. So spielen für den Ausbruch der Erkrankung vor allem psychische und körperliche Belastungsfaktoren eine grosse Rolle. Ein Reizdarmsyndrom kann seinen Beginn nach einer abgelaufenen Darminfektion nehmen und sich in stressigen Situationen verstärken. Als weitere Ursachen vermutet die Medizin genetische Faktoren sowie eine gestörte Darmflora.

Welche Symptome sind für ein Reizdarmsyndrom typisch?

Charakteristische Symptome für ein Reizdarmsyndrom sind brennende, stechende oder krampfartige Schmerzen im Bauchbereich, wobei die Stelle des Schmerzes immer wieder wechseln kann. Auch eine Veränderung der Stuhlkonsistenz ist bei einem Reizdarmsyndrom nicht unüblich. Während Männer, die unter einem Reizdarmsyndrom leiden, mehr zu Durchfällen tendieren, klagen Frauen häufiger unter Verstopfung. Weitere Symptome sind Blähungen und Völlegefühl. Zwischendurch kann es beschwerdefreie Perioden geben, die sich mit Episoden mit starken Beschwerden abwechseln. Zusätzlich beschreiben Betroffene ein Gefühl der unvollständigen Darmentleerung sowie starken Stuhldrang.

Wie erfolgt die Behandlung durch einen Reizdarm-Spezialisten?

Aufgrund mangelnder Erkenntnisse über die Ursache für diese Erkrankung, gibt es bisher auch keine kausale Therapie, also eine Behandlung, die an der Ursache ansetzen könnte. Sehr häufig ist das Reizdarmsyndrom jedoch mit Stress und psychischen Störungen verbunden. Aus diesem Grund ist es immer sinnvoll, den psychischen Hintergrund des Patienten einzubeziehen.

Für Betroffene ist es häufig eine grosse Erleichterung, wenn sie erfahren, dass die von ihnen beobachteten Symptome weitverbreitet und keineswegs bedrohlich sind. Durch Entspannungsübungen, Sport und Stressmanagement lässt sich das Befinden einiger Patienten deutlich bessern. Verstopfungen und Durchfälle lassen sich mit Medikamenten und einer Ernährungsumstellung gut behandeln. Gegen leichte Bauchschmerzen helfen milde Wärmeanwendungen - wie etwa die klassische Wärmflasche.

Quellen

  • https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-016l_S3_Reizdarmsyndrom_2011-abgelaufen.pdf
  • https://www.dgvs.de/wissen-kompakt/leitlinien/leitlinien-der-dgvs/reizdarmsyndrom/