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Der 25. Juni 2018 ist Welttag der Weißfleckenkrankheit

Gesundheit

Bei der Weissfleckenkrankheit (lateinisch „Vitiligo“, „Flechte“, „Hautkrankheit“) bilden sich an verschiedenen Hautregionen helle Flecken. Es fehlt bei diesen Hautpartien das Pigment Melanin. Dieses Pigment aber gibt der Haut den jeweiligen Farbton. Melanin lagert sich in den mittleren Hautschichten ab, das von Melanozyten-Zellen gebildet wir und dient auch als Schutzschicht gegen Ultraviolettstrahlung. Am 25. Juni ist Welttag der Weissfleckenkrankheit, der Betroffenen Mut machen und Interessierte aufklären soll.

Ca. 0,5 bis 2 % der Gesamtbevölkerung sind von der Weissfleckenkrankheit betroffen.

Es sind vor allem Menschen dunkleren Hauttyps, die betroffen sind. In Indien sind vermutlich mehr als 8 % der Bevölkerung an Vitiligo erkrankt. Prinzipiell kann aber jeder eine Weissfleckenerkrankung entwickeln. Die Pigmentierungsveränderung tritt entweder direkt nach der Geburt auf oder aber auch im Erwachsenenalter. In Ausnahmefällen bildet sich um betroffene Hautareale eine Kruste, oder die Haut rund um die weissen Stellen erscheint besonders dunkel. In der Regel sind nur einzelne Hautregionen betroffen und nicht der ganze Körper. Die Weissfleckenkrankheit hat nichts mit Albinismus zu tun, da hierbei das Pigment Melanin im gesamten Organismus fehlt.

Autoimmunreaktion oder Autoaggressions-Hypothese?

Wissenschaftler vermuten, dass die Pigmentstörung eine Immunreaktion gegen körpereigene Zellen ist, die Melanin produzieren. Hierdurch werden die Zellen so geschädigt, dass sie Farbstoffe nicht mehr produzieren können und somit die farblosen Hautregionen bilden. Eine Farbveränderung beim Haarwuchs muss dabei nicht zwingend betroffen sein, obwohl Melanin auch Haaren (und Augen) den jeweiligen Farbton verleiht.Auch wird eine Autoaggressions-Hypothese diskutiert. Hierbei ist der Zellstoffwechsel der Pigmentzelle gestört. Enzyme und Zellgifte zerstören die Melanozyten, sodass die Farbveränderungen auftreten.Bei emotional gestressten Personen, die eine Veranlagung für Vitiligo haben, ist die Wahrscheinlichkeit für den Ausbruch der Erkrankung höher. Auch Sonnenbrände und Hautverletzungen begünstigen den Prozess.Die Weissfleckenkrankheit ist manchmal verknüpft mit anderen Krankheiten aus der Gruppe der Autoimmunerkrankungen. Dies sind bestimmte Schilddrüsenerkrankungen, kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata), Diabetes mellitus Typ 1 (Zuckerkrankheit) oder Magenschleimhautveränderungen.

Ist die Weissfleckenkrankheit vererbbar?

Eine vererbte Anlage wird vermutet, da die Krankheit bei Familien mit betroffenen Familienmitgliedern häufiger vorkommt. Dabei wird die Krankheit von Eltern nicht direkt auf Kinder übertragen – sie geben lediglich die Veranlagung weiter. Ob die Krankheit dann tatsächlich ausbricht oder nicht, ist ungewiss.

Auswirkungen auf die Psyche

Psychosoziale Belastungen können bei Ausbruch der Weissfleckenkrankheit unterschiedlich hoch sein. Schliesslich ist das veränderte Hautbild für andere Menschen sichtbar. Das „Anderssein“ hemmt, und der eine oder andere neigt dazu, sich verstecken zu wollen. Das Selbstwertgefühl kann sinken, und es kann passieren, dass Betroffene sich aus dem Leben zurückziehen. Hilfreich ist hier der Rat eines Psychiaters.

Ist die Weissfleckenkrankheit heilbar?

Es sollten zusätzliche Vorsichtmassnahmen ergriffen werden, um möglichen Hautproblemen vorzubeugen. Denn die weissen Stellen am Körper sind besonders sonnenempfindlich, da das schützende Melanin fehlt. Wenn die Hautpartien nicht ausreichend mit einem Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor eingecremt oder durch Kleidung geschützt werden, kann die Entwicklung von Hautkrebs begünstigt werden.

Was kann ich als Betroffener tun?

Verschiedene Therapiemethoden können helfen, die Symptome der Weissfleckenkrankheit einzudämmen und die Melanin-Produktion anzukurbeln. Kosmetikprodukte, die Beta-Karotin enthalten, können die Pigmentbildung fördern. Auch die Einnahme von Beta-Karotin Kapseln kann hilfreich sein. Pflanzenextrakte wie aus schwarzer Maulbeere und die Therapie mit ultraviolettem Licht können eine weitere Ausbreitung der Herde eindämmen. Der behandelnde Arzt bestrahlt dabei punktuell die betroffenen Stellen mit schmalbandigem UV-Licht (strahlt mit der definierten Wellenlänge von 311 Nanometern). Bei Erfolg führt die Bestrahlung zur Repigmentierung der weissen Hautstellen. Die Krankenkasse übernimmt keine Kosten für eine punktuelle Bestrahlung, sondern nur für die Ganzkörperbestrahlung. Nachteil ist, dass bei diesem Verfahren auch alle gesunden Hautpartien bestrahlt werden. Dadurch werden diese, genauso wie die weissen Flecken, erst einmal dunkler.Eine Verpflanzung körpereigener Hautpartien wird von Ärzten als Hilfe durchaus in Betracht gezogen. Bei einer Operation wird versucht, Vitiligoherde mit funktionierenden Melanozyten zu verbinden, damit diese wieder eine normale Hautfarbe erhalten. Verpflanzte Hautstückchen können bei diesem Verfahren eine sehr viel dunklere Farbe annehmen als die gesunde umgebende Haut. Hier kommt es auf die Entnahmetechnik und die Erfahrung des jeweiligen Spezialisten an. Für die Behandlung grosser Hautareale sollte eine Operation allerdings nicht in Betracht gezogen werden.Grundsätzlich gehört die Behandlung der Weissfleckenkrankheit in erfahrene Hände eines Dermatologen. Von einer Eigenbehandlung ist dringend abzuraten. Es gibt prominente Vertreter, die eine Weissfleckenkrankheit entwickelt haben. Bei dem verstorbenen Popstar Michael Jackson wurde sie 1986 diagnostiziert. Ein Topmodel und Kandidatin der amerikanischen Sendung „Amerikas Next Topmodel“, Winnie Harlow, hat die Weissfleckenkrankheit. Sie hat die weissen Flecken, die sich in ihrem Fall deutlich durch das Gesicht ziehen, zu ihrem Markenzeichen gemacht. Sie nennt sich jetzt Chantelle Brown-Young und hat den Begriff „Vitiligo-Model“ ins Leben gerufen. Dies zeigt, dass ein selbstbewusster Umgang mit der Krankheit in jedem Fall besser ist als sich im Zweifelsfall zu verstecken. Betroffene sollten sich gut informieren und sich von einem Dermatologen beraten lassen. Mehr Informationen erhalten Sie in unserem Leading Medicine Guide hier.

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