Gesundheit

Jeanne Calment aus Südfrankreich wurde im Jahr 1875 geboren. Das ist wirklich schon eine Ewigkeit her. Aber erstaunlich ist vor allem das Alter der lebenslustigen Frau, die erst 1997 verstarb: Sie wurde demnach 122 Jahre alt und gilt bis heute nachweislich als der älteste Mensch der Welt. Somit durchlebte und überlebte sie eine wirklich lange Epoche: zum Beispiel die beiden Weltkriege, das Vichy-Regime, die 4. und 5. Französische Republik und den Algerienkrieg. Was aber hielt die Französin so jung? Etwa die Tatsache, dass sie mit 85 Jahren das Fechten erlernte oder noch mit 100 Jahren aufs Rad stieg? Mit 117 Jahren beschloss sie zumindest endlich das Rauchen aufzugeben, was ihr mit Sicherheit noch ein paar Jahre zusätzlich einbrachte. 

Das Geheimnis liegt in den Mitochondrien 

Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass der Mensch sehr viel älter werden kann. Einige Altersforscher machen es an den Mitochondrien aus – unseren kleinen Kraftwerke in den Zellen. Jede Zelle trägt ein solches Mitrochondrium in sich. Die kugel- oder röhrenförmigen „Fäden“ und „Körnchen“, so die altgriechische Bezeichnung („μίτος“ = mitos und „χονδρίον“ = chondrion), beherbergen schliesslich auch die DNA, auf der alle Erbinformationen gespeichert sind. Wie wir wissen, wird bei jeder Zellteilung die Information des Zellkerns weitergegeben – auch die sogenannten problematischen, sprich Mutationen, die später vielleicht für eine auftretende Krankheit verantwortlich sind. Um diesen Fehler zu korrigieren, bestünde die Aufgabe also darin, rechtzeitig zu erkennen, wo sich der falsche genetische Code befindet. Hört sich plausibel an und die Wissenschaft ist auf dem besten Weg, genau das in die Tat umzusetzen. Auf diese Weise liessen sich Krankheiten vermeiden, das Altern aufhalten und somit das Leben verlängern. Doch bis es soweit ist, können wir es Jeanne Calment gleichmachen: Sie setzte vor allem auf Lebensfreude, Optimismus und Entdeckergeist! 

"Solange man neugierig ist, kann einem das Alter nichts anhaben" (B. Lancaster)

Ein anderer Forschungsansatz betont wiederum, dass sich nur etwa ein Drittel des Alterungsprozesses auf genetische Faktoren beziehen. Wir sind also nicht unweigerlich auf unsere Gene festgelegt. Sprüche wie „meine Mutter hat das auch. Daran kann ich nichts ändern“ gehören mit den Erkenntnissen aus der Molekularbiologie (Epigenetik) der Vergangenheit an. Hierbei haben Forscher entdeckt, dass die DNA auf unterschiedliche Weise beeinflusst werden kann. Der Zellkern reagiert sehr flexibel auf äussere Faktoren und kann Gene je nach Situation einbeziehen bzw. ausschliessen. In den Alltag übersetzt heisst das, dass wir vieles allein über unseren Lebensstil beeinflussen können. Wir haben es selbst in der Hand (zumindest können wir 70% unserer gesundheitlichen Befindlichkeit selbst steuern). Somit ist ja doch etwas dran am Spruch „an apple a day keeps the doctor away“. Prävention und Vorsorge ist das Wichtigste – das betonen auch immer wieder unsere Leading Medicine Guide-Experten aus den unterschiedlichsten Fachrichtungen.Und es geht schliesslich nicht darum, möglichst lange zu leben, sondern vielmehr, ein glückliches und damit gesundes Altern hinzubekommen. Denn, was nützt einem ein hohes Alter, wenn die Gesundheit nicht mitspielt? An fünf Krankheiten gleichzeitig – so die aktuellen Zahlen der AOK – leidet der Durchschnittsbürger ab 65 Jahren. Die meisten haben sich mit ihren Wehwehchen abgefunden. Andere leiden so stark, dass sie sich nicht mehr an ein Leben ohne Schmerzen erinnern können. 

Entscheidend ist also immer auch die gesundheitliche Verfassung, die für mehr Lebensfreude sorgt

Gesundheit trägt nachweislich zur Lebensqualität bei, die uns wiederum ein paar Jahre zusätzlich schenken kann. Mit Neugierde beispielsweise tragen wir bereits selbst einen grossen Teil dazu bei, bestätigt uns die Neurologie:  Glückshormone werden freigesetzt – unter anderem die uns bekannten Botenstoffe Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Endorphine, Phenethylamin und Oxytocin. Die Glückshormone wirken sich gleich positiv auf den gesamten Körper, aber vor allem auf Knochen, Muskeln und das Herz aus. Das hält jung, fit und gesund.
Glückshormone lassen sich neben Offenheit und Neugierde ganz einfach durch Bewegung an der frischen Luft, Muskeltraining, die richtige Ernährung, Sonnenlicht und durch eine insgesamt positive Lebenseinstellung aktivieren. 

"Jeder möchte lange leben, aber keiner will alt werden." (J. Swift) 

Dass wir immer älter werden, liegt auch daran, dass unsere Arbeitsbedingungen immer besser werden. Der immer höhere Bildungsstand, Hygiene-Verbesserungen, steigender Wohlstand, eine gesündere Lebensweise und medizinischer Fortschritt sorgen für zusätzliche Lebensjahre. Heute, davon gehen viele Mediziner inzwischen aus, können wir problemlos 100 Jahre alt werden 
Dazu trägt der heutige Stand der Medizin ebenfalls bei. Viele medizinische Experten im Leading Medicine Guide haben sich auf sogenannte Zivilisationskrankheiten und insbesondere auf altersbedingte Erkrankungen – wie Demenz, Schlaganfall, Inkontinenz, Diabetes, Osteoporose oder Arthrose - spezialisiert. Wer sich im Vorfeld gut informiert und rechtzeitig an den richtigen Arzt wendet, kann Gefahren eher erkennen und höhere Risiken abwenden. Aufklärung, Beobachtung und das richtige Handeln sind das A&O für ein – vielleicht nicht ewiges - aber ein möglichst selbstständiges Leben. Besuchen Sie uns auf Leading Medicine Guide - dem Facharztportal für exzellente Medizin. Bildquelle: Jeanne Calment wikipedia.de; DNA Strang (typographyimages) pixabay.com; Fitnessuhr (fancycrave1) pixabay.com; (c) oneinchpunch fotolia.com;