Phlebologe Dr. Florian J. Netzer: „Keine Schnitte, keine Narben!“

12.01.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
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lmg_dr_netzer.pngWer im Umkreis von München einen erstklassigen Venen-Spezialisten sucht, landet mit hoher Wahrscheinlichkeit bei ihm: Dr. med. Florian J. Netzer hat als Phlebologe in der bayerischen Landeshauptstadt weit mehr als 20.000 Patienten erfolgreich behandelt. In der Chirurgie München (genauer: Privates Institut für Chirurgie München) wendet der Mediziner ausnahmslos „schnittlose“ Behandlungen von Krampfadern an – mittels modernster Verfahren wie Radiowelle, Laser und Dampf. Dampf? Genau! Dem Leading Medicine Guide beantwortete Dr. Netzer ein paar wichtige Fragen, die viele Menschen beschäftigen. Wie also sieht die zeitgemässe Behandlung von Venenleiden wie Krampfadern tatsächlich aus? Und was hat es mit dem Dampf auf sich?

Leading Medicine Guide: Herr Doktor Netzer, ist die Entfernung von Krampfadern oder Besenreisern medizinisch überhaupt notwendig – oder dient die Behandlung eher kosmetischen Zwecken?

Dr. med. Florian J. Netzer: Das Vorhandensein von Krampfadern zeigt immer an, dass eine venöse Durchblutungsstörung vorliegt. So liegt die Quelle von Unterschenkelkrampfadern meist im Bereich der Leistenmündung grosser Venen. Die sichtbaren Varizen – also die Krampfadern – sind dann Ausdruck dieser durchaus gesundheitlich relevanten Störung. Einige wenige Besenreiser können auch ohne krankhafte Durchblutungsstörung auftreten. Grössere Besenreiser-Nester jedoch sind oft schon mit einem pathologischen venösen Rückstrom verbunden, also einem gestörten Rücktransport des Blutes zum Herzen. Besenreiser unterhalb der Knöchelebene sind sogar ein Beweis dafür.

Leading Medicine Guide: Sie legen immer grossen Wert auf eine ausführliche Diagnose. Ist die bei der Behandlung von Krampfadern tatsächlich so wichtig?

Krampfadern Varizen

Dr. med. Florian J. Netzer: Eine langfristig wirksame Therapie der Krampfadern bedeutet, dass man deren Ursachen ausschalten muss. Die Quellen des venösen Rückstroms aber können vielfältig sein: Das kann an der Leiste oder an der Kniekehle sein, am Becken oder am Damm. Viele dieser Quellen sind sehr schwer zu identifizieren. Es erfordert eine sehr grosse Erfahrung, sie zu finden und letztlich dann auch zu behandeln. Werden hingegen nur die „üblichen Verdächtigen“ und die sichtbaren Krampfadern behandelt, kommt es meist zu einem schnellen Rückfall.

Leading Medicine Guide: Welche Diagnoseverfahren kommen bei Ihnen zum Einsatz?

Dr. med. Florian J. Netzer: Die wichtigste Untersuchung ist die Ultraschalluntersuchung der Beine: Hier muss sprichwörtlich Zentimeter für Zentimeter nach den Quellen des Problems abgesucht werden – von vorne, seitlich aussen und innen und von hinten. Die Untersuchung dauert dabei bis zu zwei Stunden.

Leading Medicine Guide: Zwei Stunden? Wirklich?

Dr. med. Florian J. Netzer: Ja, denn um diese Untersuchung so effizient wie möglich vorzunehmen, suchen wir zuvor bereits nach Hinweisen, wo die Störungen liegen könnten. Dazu gehören das Patientengespräch – also die Anamnese –, dann erstellen wir Wärmebildaufnahmen, wodurch wir die unter der Haut liegenden kranken Venen sichtbar machen. Dazu kommt die manuelle und optische Beurteilung der Beine am stehenden Patienten. Ergänzt wird dies noch durch Messungen der Sauerstoffversorgung der Füsse, eine schmerzlose Messung des venösen und arteriellen Ein- und Ausstroms in den Beinen sowie eine diagnostische Fotoserie.

Fachartikel Besenreiser

Leading Medicine Guide: Sie nutzen also verschiedene Verfahren zur Behandlung von Krampfadern. Warum haben Sie sich nicht für eine Methode entschieden, die Sie für besonders wirksam halten?

Dr. med. Florian J. Netzer: Nun, ich behandle nicht nur die wenigen oberflächlichen „Stammvenen“, die oft für die Erkrankung verantwortlich sind – und die ich deshalb salopp als die „üblichen Verdächtigen“ bezeichnete. Operateure, die sich darauf beschränken, kommen tatsächlich sehr gut mit einem einzelnen Verfahren, also z.B. Laser oder Radiofrequenz aus!

Leading Medicine Guide: ... aber ... ?

Dr. med. Florian J. Netzer: Da ich aber alle Quellen der venösen Erkrankung in einer einzigen Sitzung therapiere, brauche ich dazu verschiedene Verfahren: So passt etwa die Radiofrequenzsonde in keine der Quellen an Damm oder Becken. Hier kommt eine sehr dünne Lasersonde zum Einsatz, die allerdings ebensowenig in gewundene, oberflächlich sichtbare Krampfadern passt wie die erwähnte Radiofrequenzsonde. Für diese gewundenen Venen setze ich haarfeine flexible Kunststoffkatheter ein, durch die wir sterilen Dampf in die Gefässe leiten. Zur zeitgleichen Behandlung der Besenreiser wiederum setze ich einen speziellen Hautlaser ein. Alles in allem brauchen wir für einen durchschnittlichen Fall drei oder vier Verfahren, um wirklich alles perfekt behandeln zu können.

Leading Medicine Guide: Keine andere medizinische Einrichtung in Europa hat mehr erfolgreiche Katheterbehandlungen von Venen durchgeführt als Ihre Praxis. Was genau passiert denn, wenn Sie Radiofrequenzwellenmethode oder Radiallaser nutzen?

Dr. med. Florian J. Netzer: Wie gesagt: Ich verwende ergänzend auch noch den Heissdampf. Allen drei Verfahren gemeinsam ist, dass die Venenwände durch thermische Energie abgetragen werden. Wir ziehen also keine Venen aus, betreiben also kein Venenstripping, sondern behandeln sie von innen heraus. So schrumpfen sdie Varizen und der Körper baut sie selbst schonend ab. Das können Sie sich dann so vorstellen, wie Ihr Körper das mit jedem Bluterguss tut.

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Leading Medicine Guide: Sie schneiden also überhaupt nicht, ist das richtig?

Dr. med. Florian J. Netzer: Nein – und die Vorteile sind ja auch augenscheinlich. Zunächst kommt es ohne Schnitte zu keinen Narben, es besteht auch keine Ausfallzeit. Regelhaft nehmen die Behandelten ihren Alltag, inklusive Sport, nach einem oder zwei Tagen wieder auf. Der langfristige Vorteil, der mir als Facharzt aber viel wichtiger ist, liegt  darin, dass wir bei diesem Vorgehen keine begleitenden Strukturen verletzen können – etwa Lymphgefässe! Deren Verletzung, wie sie z.B. beim „Häkeln“ von sichtbaren Varizen vorkommt, kann langfristig nämlich fatale Folgen haben.

Herr Doktor Netzer, vielen Dank für das informative Gespräch!

Stichwort Venenstripping: Als Venenstripping bezeichnet man die herkömmliche operative Entfernung von Krampfadern. Es ist die am weitesten verbreitete Vorgehensweise. Dabei wird der erkrankte Teil der Vene in der Leiste oder in der Kniekehle des Patienten chirurgisch abgetrennt und danach mit Hilfe eines Drahtes herausgezogen. Der Eingriff wird in fast allen Fällen ambulant durchgeführt. Das Verfahren ist seit über hundert Jahren bewährt, geht aber mit deutlichen postoperativen Einschränkungen und langer Kompressionszeit einher. Durch das Ziehen der Venenstämme können Begleitstrukturen in Mitleidenschaft gezogen werden. Kein Wunder also, dass Dr. Netzer darauf verzichtet!

Möchten Sie mehr über Dr. Netzer erfahren? Besuchen Sie seine Profilseite auf Leading Medicine Guide! Hier können Sie auch gleich unverbindlich Kontakt zu ihm aufnehmen.

Bildnachweis: © T.Agrici #144966506 | Institut für Chirurgie München (www.venenfrei.com)| fotolia.de

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