Experteninterviews

Wenn man einmal bewusst darauf achtet, fällt es einem auf: In Fussgängerzonen bleiben manche Menschen oft minutenlang vor einem Schaufenster stehen. Der Grund ist oft nicht das tolle Angebot, von dem sie in den Bann gezogen werden, sondern könnte ein von Schmerz geplagtes Bein sein. Die sogenannte „Schaufensterkrankheit“ ist ein häufiges Phänomen, das jedoch in seinen Auswirkungen unterschätzt wird.

Lichtenberg

Das sagt auch Dr. Michael Lichtenberg, der sich mit seinem Team auf die Behandlung von schweren peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten spezialisiert hat. Als international angesehener Spezialist für Gefässkrankheiten und als Chefarzt der Klinik für Angiologie am Klinikum Hochsauerland erklärt uns Dr. Lichtenberg im Interview, was das Gefährliche an der Schaufensterkrankheit ist und wie man sie behandeln kann.

Spezialisierung auf die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK)

Die Schaufensterkrankheit ist ein Zeichen dafür, dass eine Durchblutungsstörung in den Beinen vorliegt. Kommt es zu einem Arterienverschluss in der Beinschlagader, kann das bei Nichtbehandlung sogar die Amputation des Beines oder Fusses zur Folge haben. Zu Dr. Lichtenberg nach Arnsberg kommen hauptsächlich Patienten mit komplexem Befund, oft mit einem Endbefund. Aber was steht hinter der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit? Die Ursache für den Verschluss ist die Arteriosklerose, die Verkalkung der Arterien – häufig als Folgeerkrankung von Diabetes oder durch Risikofaktoren wie Übergewicht, Rauchen oder mangelnde Bewegung verursacht. 

Schmerzen im Bein

Wie lässt sich diese Verschlusskrankheit behandeln? 

Dr. Lichtenberg praktiziert neben den konventionellen Methoden auch zwei sehr innovative Verfahren, um die Verkalkungen in den Arterien aufzulösen. „Wir haben zwei Verfahren, die sehr modern und innovativ sind. Nur zwei Kliniken deutschlandweit können diese Operationsverfahren bisher anbieten – wir sind eine davon.“, erklärt Dr. Lichtenberg.

Arteriosklerose

Beim ersten Verfahren zur Behandlung der PAVK wird eine Vene zur Schlagader umfunktioniert – die geschädigte Arterie wird durch ein gesundes Gefäss, eine Vene ersetzt. Dabei wird mittels Kathetertechnik der Blutfluss oberhalb des Verschlusses von der Arterie in die Vene umgeleitet. Dieses Verfahren ist zwar sehr aufwendig und teuer, kann aber eine Beinamputation erfolgreich verhindern. Das zweite Verfahren funktioniert im Prinzip wie die Lithotripsie in der Urologie, wo Gallen-, Harn- und Nierensteine zertrümmert werden. Bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit wird hier der Kalk in den Gefässen zertrümmert, herausgefräst und abgesaugt – der Verschluss wird aufgelöst, die Gefässe werden wieder weicher. 

Erfahrung – der Schlüssel zur erfolgreichen Operation 

„Wir verwenden diese beiden innovativen Verfahren schon seit einiger Zeit und haben damit die besten Erfahrungen gemacht. Entscheidend ist neben modernster Technik natürlich auch das Know-how und die Expertise des operierenden Arztes“, erklärt Dr. Lichtenberg. In seiner Klinik finden jährlich ca. 2000 Untersuchungen statt, 500 bis 600 davon führt Dr. Lichtenberg selbst durch – das sind täglich 4 bis 5 operative Eingriffe. Neben dieser Expertise zeichnet sich die Klinik von Dr. Lichtenberg aber auch durch ihre intensive Forschung und Studienarbeit aus.

Schmerzfrei laufen

Neue Perspektiven für gefährdete Patienten als Studienteilnehmer

Im eigenen Studienzentrum der Klinik können Patienten im Endstadium eines schweren Arterienverschlusses in den Genuss neu entwickelter Verfahren kommen. Das ist eine weitere Chance für Patienten, die sonst keine Perspektive mehr haben in der Behandlung der PAVK.

Mit diesen Informationen von Dr. Lichtenberg wird wahrscheinlich so mancher die Menschen, die minutenlang vor einem Schaufenster stehen bleiben, weil die Beine nicht mehr mitmachen, ganz anders betrachten. „Schaufensterkrankheit“ klingt so harmlos, sie ist aber alles andere als das. Immerhin ist es gut zu wissen, dass es heute Möglichkeiten gibt, selbst Patienten mit einem schweren peripheren arteriellen Verschluss in den Beinen zu helfen. Dr. Lichtenberg verfügt mit seinem Team über die Möglichkeiten, solche Patienten so zu behandeln, dass sie einer Bein- oder Fussamputation langfristig aus dem Weg gehen können.

Erfahren Sie auf Leading Medicine Guide mehr und nehmen Sie noch heute Kontakt zu Dr. Michael Fass auf. Er berät Sie gerne


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