Experteninterviews

Am Inselspital Bern erhält die Chirurgie neuerdings tatkräftige Unterstützung. Nicht etwa von zusätzlichem Personal oder einer finanziellen Spritze, sondern in Form von computerassistierender Chirurgie.Neuste Robotertechnologie im Fachbereich der HNO ermöglicht es beispielsweise, dass taube Patienten wieder hören können. Das klappt zwar nicht immer, dennoch werden inzwischen neu entwickelte Hörprothesen - zum Beispiel das so genannte Cochlea-Implantat - erfolgreich im Ohr eingesetzt.Ein älterer Patient, der durch eine Krankheit fast taub wurde, freut sich seit Kurzem über seine wiedergewonnene Hörfähigkeit. Das sind Erfolsstorys, die man gerne hört! Doch wie genau funktioniert das jetzt mit dem Roboter, in den viel Hoffnung gesetzt wird? 
Der Weg zum Ohrinneren, etwa zur Hörschnecke (Cochlea), ist recht schmal. Um die Elektrode am Eingang der Hörmuschel (blau in der Abbildung) erfolgreich einsetzen zu können, benötigt man nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern eine entsprechende Technologie, die sich den Weg dorthin ebnet. Zwar wurden in den 1980er Jahren bereits erste Implantate ins Ohr gesetzt, allerdings über Umwege (etwa über den Schädelknochen). Und das war immer mit einem hohen Risiko verbunden. Mithilfe des Roboters wird ein etwa 1,8 mm breiter Kanal, vorbei am Geschmacks- und Gesichtsnerv, bis zum Eingang der Hörschnecke gebohrt. Am Ende dieses Tunnels wird das Implantat, das die errechneten elektronischen Signale auf die Cochlea überträgt, schliesslich eingesetzt.
 Professor Dr. Caversaccio ist Klinikdirektor und Chefarzt und hat sich auf diese komplexe Eingriffe spezialisiert. Er behandelt zwar auch andere komplizierte HNO-Erkrankungen, wie Kopf- und Halstumore oder chronische Mittelohrentzündungen, durfte aber bereits mehr als 500 Cochlea-Implantate einsetzen.Sein Ziel ist es, verrät der HNO-Experte aus Bern, irgendwann mithilfe dieser Technologie ambulante Eingriffe vornehmen zu können. Smit könnte der Patient morgens behandelt und abends schon wieder hörend die Klinik verlassen! 
Erfahren Sie mehr über den robotergestützen Einsatz im Videoclip des Inselspitals Bern.
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