Sie gilt als die eigentliche Königsdisziplin: Die Innere Medizin ist das Teilgebiet des grossen Komplexes der Medizin, das sich mit der Diagnostik und der Behandlung der Krankheiten sämtlicher innerer Organe auseinandersetzt – und zwar ohne Operationen. Die Innere Medizin befasst sich also mit Aufbau, Funktion und Erkrankungen aller Organsysteme. Damit darf sie als universelles Bindeglied zwischen sämtlichen medizinischen Disziplinen gelten.

Somit ist auch klar: Das Aufgabenfeld der Inneren Medizin ist gigantisch. Als eigentliches Kerngebiet der Medizin bietet sie Fachärzten für Innere Medizin – also den Internisten – eine Vielzahl von Möglichkeiten der Spezialisierung. Dazu zählen die Gefässsysteme, also die Angiologie, Themen wie Stoffwechsel und Hormone (Endokrinologie und Diabetologie) und sämtliche Verdauungsorgane – also die komplette Gastroenterologie und die Hepatologie.

Aber das ist längst noch nicht alles, worauf sich Fachärzte für Innere Medizin spezialisieren können. In der Diagnostik und der nichtoperativen Behandlung gibt es weitere Bereiche der inneren Organe. So fallen alle Herz- und Kreislauf-Erkrankungen in dieses Feld, also die Kardiologie. Weitere Bereiche sind die Niere mit den ableitenden Harnwegen (Nephrologie), die Atmungsorgane (Pneumologie), das Knochengerüst sowie das Bindegewebe.

Doch damit ist es immer noch nicht genug. Denn Internisten können auch noch zusätzliche Qualifikationen erlangen – und so zu Experten für Suchtmedizin oder Tropenmedizin werden. Auch das Thema Infektiologie, also die Lehre der Infektionen und der Infektionskrankheiten, bietet eine Möglichkeit zur Spezialisierung.

Übersicht

Innere Medizin - Weitere Informationen

Allgemeine Informationen zum Bereich innere Organe

Der Verdauungstrakt ist für die Aufnahme, die Verkleinerung, den Weitertransport und die Resorption der Nahrung zuständig. Er setzt sich aus der Mundhöhle, dem Rachen, der Speiseröhre, dem Magen und dem Darm sowie den anhängenden Organen Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse zusammen.

Medizinische Spezialisten für innere Organe

Erkrankungen der inneren Organe werden von Spezialisten für innere Medizin behandelt. Häufige Krankheitsbilder des Verdauungstraktes bzw. Magen-Darm-Traktes sind entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Divertikulitis, Tumorerkrankungen wie Magenkrebs, Darmkrebs oder Leberkrebs, Magenerkrankungen wie das Magengeschwür, Lebererkrankungen wie Hepatitis oder Leberzirrhose sowie Enddarmerkrankungen wie Hämorrhoiden.

Teilbereiche der inneren Medizin

Mit der Prävention, Diagnose und Therapie von Erkrankungen und Funktionsstörungen der Verdauungsorgane Magen, Darm und Leber beschäftigt sich das medizinische Fachgebiet der Gastroenterologie, das einen Teilbereich der inneren Medizin darstellt.

Zu den wichtigsten Vorsorge- und Untersuchungsmethoden, die von Gastroenterologen eingesetzt werden, gehören endoskopische Diagnoseverfahren wie die Magenspiegelung (Gastroskopie) oder Darmspiegelung (Koloskopie) sowie Ultraschalluntersuchungen (Sonographie) von Magen, Darm, Leber und Nieren.

Konservative und operative Behandlungsmethoden

Die Behandlung von ernährungsabhängigen Krankheiten und Erkrankungen der Verdauungsorgane kann entweder konservativ, beispielsweise im Rahmen der Ernährungsmedizin, oder operativ im Rahmen der Viszeralchirurgie oder Adipositaschirurgie erfolgen.

Teilbereiche der Gastroenterologie

Innerhalb der Gastroenterologie gibt es mit der Proktologie, die sich schwerpunktmässig mit der Prävention, Diagnose und Behandlung von Enddarmerkrankungen – sprich Erkrankungen des Mastdarms und des Afters – befasst, und der Hepatologie, die auf Erkrankungen der Leber und Gallenwege spezialisiert ist, noch verschiedene Teilbereiche. Experten für Proktologie behandeln beispielsweise schwerpunktmässig Erkrankungen wie Hämorrhoiden, Stuhlinkontinenz oder die Analfissur, während Hepatologie-Experten sich mit der Diagnose und Behandlung von Erkrankungen wie der Leberzirrhose, der Fettleber, Gallensteinen, Hepatitis oder bösartigen Krebserkrankungen an Leber und Galle beschäftigen.

Die Behandlung von ernährungsabhängigen Krankheiten und Erkrankungen der Verdauungsorgane kann entweder konservativ, beispielsweise im Rahmen der Ernährungsmedizin, oder operativ im Rahmen der Viszeralchirurgie oder Adipositaschirurgie erfolgen. So sind Experten für Ernährungsmedizin Spezialisten für ernährungstherapeutische Massnahmen zur Prävention und Behandlung von Übergewicht und ernährungsabhängigen Erkrankungen wie beispielsweise Nahrungsmittelallergien oder Verdauungsstörungen. Das Leistungsspektrum der Ernährungsmedizin umfasst dabei insbesondere die Ernährungsumstellungstherapie, die Gewichtreduktionstherapie und die Erstellung individueller Ernährungskonzepte bei Adipositas, ernährungsabhängigen Krankheiten und Krebserkrankungen

Viszeralchirurgie-Experten sind für die operative Behandlung von Erkrankungen der Bauchorgane zuständig. Ein Viszeralchirurg, auch Bauchchirurg oder Facharzt für Viszeralchirurgie genannt, ist somit ein Spezialist für operative Eingriffe an den Organen des Bauchraums. Das Leistungsspektrum der Viszeralchirurgie umfasst also primär Operationen an Magen, Darm, Leber, Milz und Gallenblase. Darüber hinaus gehört aber auch die operative Behandlung der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre, der Schilddrüse und der Nebenschilddrüse zur Viszeralchirurgie.

Adipositaschirurgie-Experten beschäftigen sich mit der operativen Behandlung von krankhaftem Übergewicht, das sich konservativ nicht mehr behandeln lässt. Ziel der Adipositaschirurgie, auch bariatrische Chirurgie genannt, ist es, stark fettleibige Menschen bei der Gewichtsabnahme zu unterstützen. Häufige Eingriffe der Adipositaschirurgie sind die Magenband-Implantation, der Einsatz eines Magenschrittmachers, die Magenverkleinerung und die Magenbypass-Operation.

Die Diagnose und Behandlung von Erkrankungen der Nieren wie der Niereninsuffizienz, Nierenkrebs oder Nierensteinen ist die Aufgabe von Nephrologie-Experten. Aber auch Störungen des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie Störungen des Säure-Basen-Gleichgewichts gehören zu den Behandlungsschwerpunkten von Nephrologen. Ziel der Nephrologie ist im Wesentlichen die Stabilisierung der Nierenfunktion.