Wenn es um Erkrankungen, Verletzungen oder Fehlbildungen in Brustraum geht, wird der Thoraxchirurg aktiv. Zum Thorax zählen hier das Brustfell – Pleura genannt –, die Bronchien, die Lunge und die Luftröhre. Auch das Mittelfell, wie der Raum zwischen Brustbein und Brustwirbelsäule genannt wird, fällt in den Bereich der Thoraxchirurgie.

Ob Lungenentzündung, Entzündungen des Brustfells oder Ansammlungen von Eiter im Brustkorb, was wiederum etwa die Folge eines Lungenabszesses sein kann, oder wenn Luft in die Pleurahöhle gelangt und also ein Pneumothorax vorliegt – das alles sind Einsatzgebiete der Thoraxchirurgie. Dieser Spezialist kümmert sich ebenfalls um angeborene Fehlbildungen im Brustkorb wie die Trichterbrust, um Tumore im Brustraum und – gemeinsam mit dem Onkologen – um Lungenkrebs und Lungenmetastasen.

Natürlich zählen wie bei allen Bereichen der Chirurgie auch jene Therapien dazu, die ohne Operation auskommen. Beim Thorax sind das zum Beispiel Strahlentherapien oder Chemotherapien zur Behandlung von Lungenkrebs oder der Einsatz von Antibiotika.

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Thoraxchirurgie - Weitere Informationen

Spezialisten für Thoraxchirurgie - Qualifikationen und Leistungsspektrum von Thoraxchirurgen

Der Brustraum (kurz: Thorax) enthält die lebenswichtigen Organe Herz und Lungen. Infolge von Unfällen, Krebserkrankungen oder bei Verengung der Bronchien kann eine Operation am Thorax (Thoraxchirurgie) notwendig werden.

Was versteht man unter Thoraxchirurgie?

Die Thoraxchirurgie umfasst gemäss Definition der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie „neben der Diagnostik auch die Behandlung von Erkrankungen, Fehlbildungen und Verletzungen der Brustwand, des Zwerchfells, der Lunge und den angrenzenden Herzabschnitten“.

Welche Erkrankungen operieren Spezialisten für Thoraxchirurgie?

Thoraxchirurgen befassen sich in erster Linie mit der operativen Behandlung von Lungenerkrankungen (z.B. Lungenkrebs, Lungenmetastasen, Lungenemphysem) im Rahmen der Lungenchirurgie, von Rippenfellerkrankungen (z.B. Peritonealkarzinose), Erkrankungen der Bronchien, Erkrankungen des Brustkorbs (z.B. Trichterbrust, Brustwandtumor), Erkrankungen des Mediastinums (z.B. Thymuskarzinom) sowie Erkrankungen der Luftröhre (z.B. Luftröhrenkrebs). Soweit dies möglich ist, werden Spezialisten für Thoraxchirurgie minimal-invasive Operationen vorziehen, um das Risiko einer Infektion zu reduzieren. Gleichzeitig steigt aber auch die Chance für eine komplikationslose Heilung nach der Thoraxoperation.

Zwei besonders häufig vorkommende Indikationen in der Thoraxchirurgie sind der Pneumothorax sowie Wasseransammlungen im Brustraum. Dringt Luft von aussen in den Brustkorb ein, fällt die Lunge in sich zusammen und die Atmung ist erschwert. Mediziner sprechen dann von einem Pneumothorax. In einem solchen Fall muss der Thoraxchirurg sowohl die Ursache für den Pneumothorax finden, als auch die zugrundeliegende Verletzung verschliessen. Er wird darüber hinaus die Luft aus dem Brustkorb abziehen und den Thorax dann derart reparaieren, dass keine neue Luft mehr eindringt. Ganz ähnlich verhält es sich, wenn sich Flüssigkeit im Brustkorb ansammelt, meist als Folge von Infektionen oder Tumoren. Hier wird der Spezialist für Thoraxchirurgie die Flüssigkeit absaugen (drainieren) und verhindern, dass sich Krankheitserreger um die Lunge herum festsetzen oder Tumorzellen gestreut werden.

Welche Diagnoseverfahren setzen Spezialisten für Thoraxchirurgie ein?

Bevor die Thoraxchirurgie-Spezialisten jedoch den Brustraum eröffnen können, müssen sie sich zuvor ein Bild vom Inneren ihres Patienten machen. Dazu nutzen sie verschiedene bildgebende Verfahren, wie z. B. das Röntgen, den Ultraschall oder auch radiologische Aufnahmen. Um Infektionen ausschliessen zu können, empfiehlt es sich vor Operationen eine Bronchoskopie oder sogar eine Pleurapunktion durchzuführen. Erst wenn all diese Untersuchungen gelaufen sind, und der Patient einen operationsfährigen Eindruck macht, wird der Thoraxchirurg tätig.

Wie sieht das Leistungsspektrum von Thoraxchirurgen aus?

Thoraxchirurgen sind, wie der Name schon sagt, in der Hauptsache Operateure. Deshalb gehören zu ihrem Aufgabenspektrum ganz besonders die Thorakotomie sowie die Thorakoskopie. Unter Thorakotomie verstehen Ärzte die chirurgische Eröffnung des Thorax durch einen Schnitt zwischen den Rippen. Je nach Schnittort und Schnittgrösse werden verschiedene Varianten der Thorakotomie unterschieden. Bei der Thorakoskopie handelt es sich um eine chirurgische Methode, um in die Brusthöhle zu sehen und das Brustfell (die sogenannte Pleura) zu beurteilen. Ferner können über diese Methode der Thoraxchirurgie Instrumente oder Medikamente in den Brustraum eingebracht werden.

Welche Qualifikationen haben Spezialisten für Thoraxchirurgie?

Angehende Fachärzte für Thoraxchirurgie müssen sich in aller Regel einem Weiterbildungsplan unterordnen. Dieser umfasst zum einen eine 2-jährige Grundausbildung in chirurgischer Methodik, zum anderen eine 4-jährige Spezialisierungsphase Thoraxchirurgie.