Als Teildisziplin der Sportorthopädie ist die Sporttraumatologie auf die Diagnose und Behandlung von Verletzungen und degenerativen Erkrankungen als Folge sportlicher Aktivitäten spezialisiert. Die Sporttraumatologie hilft dabei nicht nur Profi-, sondern ebenso Freizeitsportlern. Das Ziel der Sporttraumatologie besteht darin, den Patienten die Ausübung ihres Sports auch weiterhin auf hohem Niveau zu ermöglichen.

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Sporttraumatologie - Weitere Informationen

Sport ist in jedem Alter eine Bereicherung für das Leben. Er hält uns fit und gesund und verzögert bestenfalls die Erscheinungen des Alterungsprozesses. Leider kann Sport auch Risiken für Sportverletzungen darstellen. Dies müssen nicht immer gleich Prellungen oder Abschürfungen oder sogar Knochenbrüche sein. Oftmals entstehen im Körper Fehlbelastungen an Sehnen, Muskeln und Bändern, die über die Zeit zu immer stärkeren körperlichen Beschwerden und Schmerzen führen können. Wann jedoch sollten Sie in jedem Fall einen Facharzt für Sporttraumatologie aufsuchen?

Bei diesen Verletzungen und Beschwerden ist ein Sporttraumatologe hilfreich

Wie bereits eingangs gesagt, muss es nicht immer das Trauma infolge der in vielen Sportarten auftretenden hohen Energien sein, auch energieärmere Sportarten können zu dauerhaften Schäden vor allem an Gelenken, Bändern und Knochen führen.

Die häufigsten Fälle von Sportverletzungen sind tatsächlich Verletzungen im Gelenkbereich. Auch eine übermässige Gelenkabnutzung (Arthrose) wird oft durch hohe Belastungen und Fehlbelastungen beobachtet. Mit 70% am häufigsten ist die untere Extremität von Verletzungen betroffen. Doch auch der Schulter- und Armbereich verursacht immerhin bei noch jedem Fünften Schmerzen. Unfälle an Wirbelsäule oder Kopf sind glücklicherweise sehr viel seltener.

Dies sind die häufigsten Verletzungen in der Sporttraumatologie nach Köperregion geordnet:

Im Kniebereich:

  • Bänderrisse, mit dem Kreuzbandriss als Klassiker,
  • Meniskusschäden,
  • Sehnenverletzungen im Bereich des Kniegelenkes,
  • Herausspringen der Kniescheibe (Patellaluxation),
  • Arthrose der Kniegelenke

In der Schulter:

  • Verrenkung des Schultergelenkes,
  • Schulterinstabilitäten,
  • Ruptur der Rotatorenmanschette

Im Sprunggelenk:

  • Bänderriss,
  • Einriss oder Abriss der Achillessehne

Behandlung in der Sporttraumatologie – Was wird wie gemacht?

Obgleich viele Sportler zu wissen glauben, was ihnen fehlt, gibt es in der Sporttraumatologie keine Behandlung ohne vorherige Diagnostik. Das ist wichtig, um zum einen zwischen akut und chronisch unterscheiden zu können, andererseits, um dann auch die bestmögliche Therapie beginnen zu können.

Ein Selbstversuch von Patienten zuhause verhindert nicht selten einen frühzeitigen
Behandlungsbeginn und kann dann den Therapieerfolg verlangsamen oder sogar zur Folgeschäden führen. Daher gilt bei Sportverletzungen immer: Ab zum Spezialisten für Sporttraumatologie.

Nach einem ausführlichen Arzt-Patientengespräch folgt beim Fachmann eine intensive körperliche Untersuchung, bei der auch bildgebende Verfahren eingesetzt werden können. So gibt es beispielsweise

  • Ultraschall,
  • das Röntgen oder auch
  • das MRT,

die alle den Zustand der Knochen und Gelenke dokumentieren helfen.

Generell gilt für die Therapie in der Sportraumatologie, dass möglichst schonend und ohne weiteres Trauma behandelt werden soll. Die konservativen Massnahmen umfassen z. B. Taping, die Gelenkschonung, das Tragen spezieller Einlagen und Orthesen sowie schmerz- und entzündungshemmende Medikamente.

Genügen diese Massnahmen nicht, ist über eine chirurgische Intervention am Gelenk oder den Sehnen nachzudenken. Solche Eingriffe am Gelenk werden heutzutage in der Regel
als minimal-invasive Operation durchgeführt, d. h. über einen kleinen Einschnitt dringt der Spezialist für Sporttraumatologie mithilfe eines Endoskops bis in das zu „reparierende“ Gelenk vor. Mittels einer Kamera und speziellen Instrumenten kann der Sportarzt Gelenkschäden ohne grosse Schnitte operieren.

Bei chronischen Verletzungen, Überlastung oder Schmerzen findet darüber hinaus in vielen
spezialisierten Zentren für Sporttraumatologie die Stosswellentherapie Anwendung. Die
Ultraschallwellen dieser Methode verbessern nicht nur die Durchblutung sondern regen auch die Zellen an, sich zu teilen, was die Heilung verbessert. Auf diese Weise lassen sich viele Sporttraumata, wie z. B. Schmerzen in der Schulter, der berühmte und weitverbreitete Tennisellenbogen sowie Verspannungen ambulant beim Spezialisten für Sporttraumatologie behandeln.

Teils langwierige Ausheilung, aber meist gute Prognose

Dank der minimal-invasiven Operationstechniken bei Gelenkschäden ist die chirurgische Behandlung von Sportverletzungen heute durchaus schonend. Die Komplikationsraten liegen deutlich niedriger als bei der konventionellen Chirurgie und die Patienten haben deutlich verbesserte Heilungschancen.

Dennoch ist die Sporttraumatologie nur eine Seite der Medaille, ohne Rehabilitation geht es nicht im Sportbereich. Nur so ist garantiert, dass sich die Beweglichkeit von Gelenken bestmöglich und schnell regeneriert. Bewährt hat sich die Kombination aus schonender Belastung und Physiotherapie zur Stärkung der Muskeln und Sehnen im verletzten Bereich.

Je nach dem originalen Unfall und der verstrichenen Zeit bis zur adäquaten Behandlung dauert es in der Regel mehrere Wochen bis Monate bis zur vollständigen Rehabilitation. Danach steht einer erneuten sportlichen Aktivität aber in der Regel nichts mehr entgegen.

Zuletzt aktualisiert am 09.09.2019