Der Fussknochen Talus (Sprungbein) ist einer der wichtigsten Knochen im Sprunggelenk und in die Sprunggelenkgabel eingebettet. Er besteht aus Körper, Hals und Kopf. Der Talus bildet die Schnittstelle der Längsachsen von Fuss und Bein und ist besonders hohen Belastungen ausgesetzt. Der Knochen ist zum grössten Teil mit Knorpel überzogen, der an der Gelenkbildung beteiligt sind. Dass er mit vier weiteren Knochen und drei wichtigen Fussgelenken verbunden ist, hat enorme Bedeutung für die Biomechanik des Fusses. Auch seine schlechte Durchblutung und fehlende Sehnen, die ihn mit Muskeln verbinden könnten, machen den Talus zu einer anatomischen Besonderheit.

Alles zum Thema Talusfraktur - also dem Bruch des Sprunggelenks, der Diagnose, Symptome und Behandlung, erfahren Sie hier!

ICD-Codes für diese Krankheit: S92.1, S92.3

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Der Talus ist für die Fussstatik entscheidend

Durch seine zentrale Lage im Sprunggelenk übernimmt der Talus die Kraft des Körpergewichtes und überträgt sie auf den Fuss. Beim Gehen, Laufen und Springen wirken deutlich stärkere Kräfte auf den Fuss ein. Diese Belastung hält der Knochen nur aus, weil er im Vergleich zu anderen dichter und stabiler ist.

Anatomie Fussknochen
Das Sprungbein (Talus) im Verbund mit den Fussknochen. © bilderzwerg / Fotolia

So wird verständlich, dass Talusfrakturen (ICD-Code: S92.1) erhebliche Auswirkungen haben können. Nicht alle Bereiche des Talus sind gleich häufig von Knochenbrüchen betroffen. Die meisten Sprungbeinfrakturen treten am Hals des Knochens auf. Frakturen des Sprungbeinkörpers sind dagegen selten und entstehen meist durch äusserliche Gewalt, beispielsweise durch Unfälle oder Stürze aus grosser Höhe. Auch Brüche an den äusseren Anteilen des Sprungbeins kommen vor. Sie entstehen fast immer durch Umknicken.

Mit einem Bruch gehen häufig Begleitverletzungen einher, die, anders als offene Wunden, nicht immer auf den ersten Blick erkennbar sind. Dazu gehören Fussluxationen und -distorsionen (Verrenkung und Verstauchung des Sprunggelenks), ein gebrochener Unterschenkel und Brüche des Mittelfusses oder der Fusswurzel (Fussfrakturen).

Symptome und Diagnose einer Talusfraktur

Die rasch eintretende Schwellung ist ein typisches Anzeichen für einen Knochenbruch. An der Bruchstelle kommt es ausserdem zu Blutergüssen. Der Arzt prüft die Schwellung sowie Gelenkstabilität, Durchblutung, Sensibilität und Motorik. Die Talusfraktur ist mit heftigen Schmerzen verbunden. Der Arzt kann eine Vorwölbung am Fussrücken tasten. Schmerzfreies Gehen ist nicht mehr möglich. Manchmal geht der Bruch mit einer offenen Verletzung einher, sodass Infektionsgefahr besteht. Talusfrakturen führen potentiell zu erheblichen Komplikationen. Eine davon ist das Absterben von Knochenzellen infolge reduzierter Durchblutung. Auch benachbarte Knochen wie das Fersenbein können gebrochen sein. Bei Frakturen wird die Haut über dem Taluskörper so überdehnt, dass Hautzellen absterben können. Aufschluss über das genaue Krankheitsbild geben nur Röntgenaufnahmen oder die Computertomographie (CT).

Fussverletzung Schwellung und Bluterguss
© Leo / Fotolia

Behandlung und Prognose einer Talusfraktur

Einfache, glatte Brüche ohne Splitterungen können konservativ, ohne Operation behandelt werden. Egal, ob mit oder ohne OP, der Unterschenkel muss in jedem Fall ruhiggestellt und geschient werden. Nachdem die Schwellung zurückgegangen ist, können ein Gips und später ein Gehgips angebracht werden.

Die Erfahrung zeigt jedoch, dass die wenigsten Talusfrakturen ohne Operation problemlos ausheilen. Für die operative Ausrichtung des Knochens werden Schrauben und Drähte eingesetzt. Nach einigen Tagen ist eine Teilbelastung mit 15 kg Maximalgewicht gestattet. Je nach Fraktur ist die Vollbelastung nach 6-8 Wochen möglich. Gehstützen sind ein wichtiges Hilfsmittel, um diese reduzierte Belastung des Sprunggelenks sicherzustellen.

Zur Vorbeugung von Langzeitschäden sollte der Patient schon nach der ersten Woche mit Krankengymnastik beginnen. Diese gezielte Muskelkräftigung steigert die Beweglichkeit des Knöchels und fördert die Heilung. Sport ist frühestens nach drei Monaten, besser nach sechs Monaten erlaubt. Da das Sprungbein eine sehr empfindliche Körperstelle ist, müssen Patienten vorsichtig sein und sich genau an die Anweisungen des Arztes halten.

Schiene Fuss
© sunnychicka / Fotolia

Talusfraktur: Heilung und Rehabilitation

Die Prognose hängt vom Frakturtyp, dem Ausmass des Weichteilschadens und der Art des chirurgischen Eingriffs ab. Nach einer Talusoperation braucht der Patient viel Geduld, denn er darf seinen Fuss frühestens nach sechs Wochen voll belasten. Eine häufig auftretende Komplikation ist die posttraumatische Arthrose. Sie ist vor allem bei Frakturen mit Gelenkbeteiligung wahrscheinlich. Um Spätfolgen vorzubeugen, ist eine Massnahme zur Rehabilitation angezeigt. Wie diese aussieht, hängt vom Befund und der zuständigen Krankenkasse ab. Meist werden dreiwöchige Reha-Kuren in spezialisierten Einrichtungen verschrieben. Ob danach wieder schmerzfreies Gehen möglich ist, wird auch vom Mitwirken des Patienten und individuellen Voraussetzungen wie Alter, Sportlichkeit und Gewicht beeinflusst.