Der menschliche Fuss ist mit einem festen Bindegewebe ausgestattet. Dadurch kommt es bei Verletzungen, wie einem gebrochenen Fuss, in diesem Bereich oft auch zu Weichteil- und Nervenschäden. Das ist einer der Gründe dafür, warum eine Fussfraktur so schmerzhaft ist. Lesen Sie hier nach, wie eine solche Fraktur entsteht, wie sie diagnostiziert wird und wie die optimale Therapie aussieht. Erfahren Sie ausserdem, wann Sie ihren Fuss nach einem Bruch wieder belasten dürfen.
ICD-Codes für diese Krankheit: S92

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Diese Bereiche des Fusses können von einer Fraktur betroffen sein

Der menschliche Fuss besteht aus einer Vielzahl an verschiedenen Knochen. Wenn der Fuss gebrochen (Fussfraktur, ICD-Code:S92) ist, können also verschiedene Bereiche betroffen sein. Etwa drei Viertel der Brüche im Fussbereich sind Vorfussfrakturen, insbesondere bei Sportlern. Die häufigste Verletzung bei Sportlern allgemein ist allerdings der Bruch des Fersenbeins.

Ausserdem von einer Fraktur betroffen sein können der Rück- und Mittelfuss. Beim Mittelfuss unterscheiden Mediziner zusätzlich die sogenannte Jones-Fraktur. Dabei handelt es sich um einen plötzlichen Bruch zwischen dem Übergang von Diaphyse (Knochenschaft) zu Metaphyse (Bereich zwischen Schaft und Gelenkende) im fünften Mittelfussknochen. Dies geschieht häufig, wenn man auf Zehenspitzen geht und der Fuss sich dabei eindreht und umknickt.

Anatomie Fussknochen
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Möglich ist es ausserdem, sich den Aussenknöchel oder das Kahnbein zu brechen. Das Kahnbein des Fusses ist ein sehr kleiner Knochen. Er ist zwischen dem Sprungbein und den Keilbeinen der ersten beiden Zehen lokalisiert. Aufgrund seiner Grösse bricht er jedoch nur selten – etwa bei einer gezielten Gewalteinwirkung.

Nicht zuletzt ist es möglich, dass die Zehen brechen, was vor allem bei ungewohnten Bewegungen passiert. Doch welche Ursachen führen in der Regel zu Fussfrakturen?

Wie kommt es zu einer Fussfraktur?

Zu Fussfrakturen kommt es häufig infolge von Verkehrsunfällen oder durch Sportunfälle.

Neben solchen komplexen Verletzungen gibt es aber noch die Ermüdungsfrakturen. Sie sind eine Folge von wiederholtem Stress, das heisst andauernden und stärkeren Belastungen auf die Knochen im Fuss. Dazu kommt es unter anderem bei Soldaten (Marschfraktur). Aber auch intensive Sportarten bergen das Risiko einer sogenannten Stressfraktur, beispielsweise:

  • Aerobic
  • Laufen
  • Ballett
  • Tanzen

Akute Brüche des Fusses erfolgen oft durch Sprünge aus der Höhe oder Stürze. Diese führen zu einer Stauchung, die wiederum einen Bruch des Fersenbeins auslöst.

Eine Aussenknöchelfraktur entsteht eher beim Umknicken des Fusses. Fällt hingegen ein schwerer Gegenstand auf den Fuss, führt dies meist zu einer Mittelfussfraktur.

Weitere Ursachen für Fussbrüche sind Quetschungen und unsichere Bewegungen bei älteren Menschen, die mit Verletzungen einhergehen. Die grössten Gefahrenquellen sind neben unebenen Fussböden auch Treppenstufen und Gehwegkanten.

Diese Symptome treten bei einer Fraktur des Fusses auf

Die Symptome einer Fussfraktur sind relativ eindeutig:

  • bei akuter Fraktur: plötzlich einsetzende Schmerzen
  • bei Stressfraktur: chronische, zunehmende Schmerzen
  • Schwellungen
  • Auftreten mit dem Fuss nicht möglich
  • eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
  • oft Hämatome (als dunkle Verfärbung erkennbar)

Schmerzen im Fuss
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Wie wird ein gebrochener Fuss diagnostiziert?

Eine frühe Diagnose und eine rechtzeitige Behandlung sind bei einer Fussfraktur sehr wichtig. Sie stellen sicher, dass der Fuss schmerzfrei ausheilt. Ansonsten besteht die Gefahr einer Pseudoarthrose oder einer posttraumatischen Arthrose.

Anhand der wichtigsten Symptome einer Fraktur entsteht die erste Verdachtsdiagnose. Um diese zu bestätigen, wird der Arzt eine Röntgen-Untersuchung durchführen. Vermutet der Arzt, dass zusätzlich Verletzungen des Gelenkes vorhanden sind, hilft ein CT (Computertomographie) weiter.

Zudem ermöglicht die Magnetresonanztomographie (MRT) eine zuverlässige bildgebende Diagnose, wenn das Röntgenbild nicht aussagekräftig ist. Dies ist beispielsweise beim Ermüdungsbruch regelmässig der Fall. Bei diesem sind meistens keine Bruchstellen auf dem Röntgenbild zu erkennen. Daher muss der behandelnde Mediziner auf weitere bildgebende Verfahren zurückgreifen.

Die geeignete Therapie einer Fussfraktur

Die Therapie der Fraktur richtet sich nach mehreren Faktoren:

  • Art des Knochenbruchs
  • Schädigung des Gewebes und
  • allgemeiner Gesundheitszustand des Patienten

Wenn Sie unter einer Fussfraktur leiden, bevorzugen Sie wahrscheinlich eine konservative Behandlung ohne Operation. Dies ist auch möglich, solange die natürliche Anatomie des Fusses intakt ist. Der Bruch darf nicht verschoben sein. Ist der Bruch lediglich gering verschobenen, ist eine konservative Therapie meistens ebenfalls möglich.

Doch wie sieht eine konservative Therapie bei einem Fussbruch überhaupt aus?

Zunächst ist es wichtig, dass Sie den Fuss ruhigstellen und entlasten. Dies gelingt Ihnen mithilfe von Gipsverbänden oder einer klassischen Schiene. Neuere Hilfsmittel sind Tapes oder Stützverbände (Soft Cast). Diese Massnahmen werden für etwa vier bis sechs Wochen ununterbrochen angewendet.

Gegen die Schwellungen helfen kühlende Schmerzsalben und Kühlpads. Vermeiden Sie jedoch direkte Kälte. Legen Sie stets ein Tuch zwischen die Kältequelle und den Fuss, um Nervenschädigungen zu vermeiden.

Bei einem operativen Eingriff richtet der Chirurg den Knochen und fixiert ihn mit Stellschrauben oder Spickdrähten. Wie eine Operation des Sprunggelenks ablaufen kann, zeigt das Video:

 

Wie lange dauert die Heilung?

Die genaue Dauer und der Verlauf hängen von der Bruchart ab. Weiterhin ist es für die Prognose entscheidend, ob zusätzlich zum Knochen auch Weichteile beschädigt sind. Bei guten Bedingungen, einer schnellen Diagnose und einer früh einsetzenden Therapie sollte ein einfacher Bruch des Fusses nach etwa acht Wochen komplett ausgeheilt sein.

Der Heilverlauf eines Mittelfussbruchs ist für gewöhnlich mit einer guten Prognose verbunden. Hier sollte die Heilung in der Regel komplikationslos ablaufen. Dies gilt allerdings nur, wenn der Bruch frühzeitig diagnostiziert und der Fuss konsequent entlastet wird.

Die Komplikationsrate bei Frakturen im Rückfuss ist jedoch relativ hoch. Je nach Komplexität der Verletzungen kommt es häufig zu einer Langzeitmorbidität, bei welcher der Fuss für eine längere Zeit nicht belastet werden darf.

Sie sehen: Von einer Fraktur können viele verschiedene Bereiche des Fusses betroffen sein. Die Verletzung entsteht vor allem beim Sport und durch Unfälle. Damit Sie Ihren Fuss schnell wieder belasten dürfen, suchen Sie unverzüglich einen Arzt auf. Dieser wird mithilfe von bildgebenden Verfahren eine sichere Diagnose stellen. Die anschliessende Therapie erfolgt konservativ mit stützenden Hilfsmitteln oder operativ mit fixierenden Schrauben oder Drähten.