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PCOS (Polyzystisches Ovarialsyndrom)

Das Polyzystische Ovarialsyndrom ist eine Erkrankung der Eierstöcke mit Auswirkungen auf das Hormonsystem. Diese hormonellen Veränderungen können für betroffene Frauen psychisch extrem belastend sein; nicht nur aufgrund der kosmetischen Beschwerden, sondern auch, da es einem Kinderwunsch im Wege steht. Erfahren Sie hier mehr über PCOS, die Symptome und Behandlung - finden Sie ausserdem ausgewählte Spezialisten für PCOS!
ICD-Codes für diese Krankheit: E28.2

Empfohlene Spezialisten

Was ist das PCOS?

Das PCOS bezeichnet eine Bildung von Ovarialzysten, das heisst wassergefüllten Bläschen (Zysten) an den Eierstöcken (Ovarien). Es kommt zu einer Störung des hormonellen Gleichgewichts, in deren Zusammenhang männliche Geschlechtshormone im Übermass produziert werden und zu den typischen Symptomen führen. Bei den männlichen Geschlechtshormonen handelt es sich um Testosteron und Androgen.

Die Erkrankung kommt bei Frauen im gebärfähigen Alter vor. Weltweit wird die Häufigkeit in dieser Personengruppe mit fünf bis zwölf Prozent angegeben. Meist beginnen die Veränderungen an den Eierstöcken bereits während der Pubertät; Symptome treten jedoch oftmals erst im Alter von 20 bis 30 Jahren auf.

Ovarialzysten, die sich während der Pubertät entwickeln und anschliessend wieder zurückbilden, führen zu einem sogenannten temporären multizystischen Ovarialsyndrom.

Das körpereigene Hormonsystem ist einem komplizierten Regelkreis unterworfen. Kleine Veränderungen führen zu massiven Störungen im hormonellen Gleichgewicht, die den gesamten Stoffwechsel durcheinanderbringen.

Ursachen für PCOS

Die genaue Ursache für die Entstehung von Ovarialzysten ist bisher nicht sicher geklärt. Da eine familiäre Häufung des Krankheitsbildes zu beobachten ist, vermuten Experten eine genetische Komponente. Als Risikofaktoren, die das Auftreten des PCOS begünstigen, gelten:

  • fettreiche Ernährung
  • zuckerreiche Ernährung
  • Übergewicht
  • Bewegungsmangel
  • diabetische Stoffwechsellage

Ein grosser Teil der betroffenen Frauen leidet an Adipositas. Das PCOS fördert die Insulinausschüttung und somit die Entwicklung einer Insulinresistenz. Eine solche wiederum verstärkt die Ausschüttung männlicher Geschlechtshormone und somit die PCOS-bedingten Symptome zusätzlich.

Symptome bei PCOS

Folgende Symptome können infolge eines PCOS auftreten:

  • Zyklusstörungen
  • Unfruchtbarkeit
  • zunehmende, vermehrt "männertypische" Körperbehaarung (Hirsutismus)
  • zunehmend "männliche" Körperstatur (Virilismus)
  • vermehrter Haarausfall am Kopf
  • Hautunreinheiten (Akne)

Bei Frauen mit PCOS ist der Zyklus beeinträchtigt: Es kann zu unregelmässigen oder ausbleibenden Monatsblutungen kommen oder es liegt ein anovulatorischer Zyklus, das heisst ein Zyklus ohne Eisprung, vor. In letzterem Fall ist die Frau unfruchtbar.

Der Überschuss an männlichen Hormonen führt zu einer zunehmenden "Vermännlichung": Beim Hirsutismus entwickelt die Frau einen männertypischen Behaarungstyp, der beispielsweise mit Bartwuchs, Brusthaaren, einer markanten Oberschenkel- und Rückenbehaarung sowie einer erweiterten Schambehaarung bis zum Bauchnabel und zu den Oberschenkeln einhergeht.

Der Virilismus umfasst unter anderem eine tiefere Stimme, eine zunehmende Glatzenbildung und ein Wachstum der Klitoris, in einigen Fällen auch eine Rückbildung des Brustgewebes.

Diagnostik: Wann ist eine Untersuchung auf PCOS empfehlenswert?

Trifft eines der oben genannten Symptome auf Sie zu, zögern Sie nicht, sich ärztlichen Rat einzuholen; insbesondere, wenn in Ihrer Familie Fälle von PCOS bekannt sind. Nur durch geeignete Therapiemassnahmen ist es möglich, die Hormonstörung in den Griff zu bekommen. Andernfalls drohen verschiedene Folgeerkrankungen und Komplikationen:

Eine medikamentöse Behandlung ist nicht nur für die körperliche, sondern auch die psychische Gesundheit betroffener Frauen wichtig: Denn insbesondere unter den optisch sichtbaren Veränderungen leiden die Patientinnen oft massiv.

Untersuchungsmethoden

Das PCOS fällt ins Fachgebiet der Allgemeinen Frauenheilkunde (Gynäkologie). Suchen Sie daher idealerweise einen Frauenarzt oder eine Frauenärztin auf.

Während Ihres Untersuchungstermins erhebt der Arzt zunächst einen ausführlichen Vorbericht, die Anamnese. Dazu gehört es, dass er verschiedene Fragen zu Ihren Symptomen und deren Entwicklung stellt. Auch wird er Sie nach eventuellen Fällen von PCOS in Ihrem Verwandtenkreis fragen.

Symptome wie ein zunehmend männlicher Behaarungstyp, die schon bei der routinemässigen Allgemeinuntersuchung auffallen, sind mitunter bereits eindeutig. Meistens führt der Gynäkologe jedoch einige weitere, spezielle Untersuchungen durch, allen voran einen Ultraschall Ihrer Eierstöcke. Dabei sind Zysten in der Regel eindeutig erkennbar und das PCOS ist sicher diagnostiziert.

Im Zweifelsfall kommt ein Blutcheck hinzu, der unter anderem Ihre Blutzucker- und Blutfettwerte sowie die Konzentration an Sexualhormonen beinhaltet. Ein Testosteron- sowie ein Androgenüberschuss sind ein eindeutiges Anzeichen dafür, dass bei Ihnen ein PCOS vorliegt.

Therapie bei PCOS

Das PCOS ist grundsätzlich nicht heilbar, aber behandelbar: Durch Medikamente und eine Optimierung der Ernährungs- und Lebensweise lassen sich die Symptome deutlich lindern.

Die Einnahme der Antibabypille ("Pille") wirkt sich stabilisierend auf Ihren Zyklus aus: Sie hemmt nicht nur den Eisprung, sondern dank ihrer antiandrogenen Wirkung auch die Produktion der männlichen Sexualhormone.

Falls bei Ihnen ein Kinderwunsch besteht, verschreibt der Gynäkologe Ihnen stattdessen Medikamente zur Stimulation Ihrer Eierstöcke. Dadurch erfolgt bei Ihnen der zuvor ausgebliebene Eisprung. Achten Sie darauf, die Medikamente genau nach Einweisung einzunehmen: Eine Überdosierung führt mitunter zu Wassereinlagerungen oder einer Mehrlingsschwangerschaft.

Abhängig von Ihrer individuellen Symptomatik erhalten Sie weitere Medikamente, beispielsweise ein Antidiabetikum, um den insulinbedingten Teufelskreis zu durchbrechen.

Zusätzlich zur medikamentösen Therapie ist im Falle einer Adipositas eine Reduktionsdiät dringend anzuraten. Allgemein tragen eine ausgewogene Ernährung sowie regelmässige Bewegung effektiv dazu bei, Ihren Zyklus zu stabilisieren.

In einigen Fällen ist eine Operation sinnvoll. Diese erfolgt laparoskopisch, das heisst über eine Bauchspiegelung. Während des Eingriffs zerstört der Operateur die Zysten durch lokale Hitzeeinwirkung.

Prognose

Mit Hilfe einer gut eingestellten Medikation und einer gesunden Lebensweise ist es betroffenen Frauen möglich, ein normales Leben zu führen und sogar schwanger zu werden.

Das Risiko von Fehlgeburten und anderweitigen Schwangerschaftskomplikationen ist bei PCOS-Patientinnen allerdings höher als bei gesunden Frauen. Regelmässige Kontrolluntersuchungen durch den Gynäkologen sind bei einem vorliegenden PCOS besonders wichtig, um beispielsweise Schwangerschaftsdiabetes und Mehrlingsschwangerschaften rechtzeitig zu erkennen und entsprechend handeln zu können.

Quellen

 

  • https://www.frauenaerzte-im-netz.de/erkrankungen/hormonstoerungen/
  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/40393/Polyzystisches-Ovarialsyndrom-und-Insulinresistenz

 

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