Kopftumor - Medizinische Experten

03.03.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Kopftumoren sind ein Oberbegriff für zahlreiche Tumorerkrankungen, die im Bereich Gehirn, Kopf allgemein sowie Hals vorkommen. Eine Vielzahl davon sind bösartiger Natur und gelten entsprechend als Krebserkrankungen. Hier erfahren Sie mehr zu Symptomen, Diagnostik, Behandlung und finden ausgewählte, erfahrene Spezialisten für Kopftumore.

Empfohlene Spezialisten

Artikelübersicht

Definition Kopftumor

Die Medizin verwendet die zusammenfassende Bezeichnung Kopf-Hals-Tumoren für unterschiedliche Krebsvarianten, die an diesen Körperstellen bekannt sind. Hierzu zählen vor allem im Gesichtsbereich:

Darüber kommt eine Tumorerkrankung des Kopfes an den Augen, als Tumore der Haut (Hautkrebs) und im Gehirn vor. Dazu gehören auch die sie umgebenden Strukturen, darunter:

  • die Hirnhaut,
  • die Schädelbasis,
  • die Schädelknochen,
  • die Felsenbeine (Teil des Schläfenbeins).

Ein Kopftumor ist gleichermassen als gutartiger Tumor und als bösartiger Tumor möglich. Beide Varianten sind potenziell mit Beschwerden verbunden. Ob es sich dabei um Krebs handelt lässt sich nicht allein durch Ansehen und häufig auch nicht durch eine einfache Röntgen- oder Ultraschalluntersuchung feststellen.

Eine medizinische Abklärung wird entsprechend durch einen erfahrenen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde oder einen Spezialisten der Onkologie oder Kopf- und Gehirn-Neurochirurgie vorgenommen. Zudem gibt es zertifizierte Zentren für Kopf- und Hals- Tumore mit fachübergreifend zusammenarbeitenden Spezialisten.

Symptome bei Tumoren im Kopfbereich

Die charakteristischen Merkmale bei einem Tumor im Kopf oder dem Gesichts- und Halsbereich sind vielfältig und abhängig von der Region, in der sie vorkommen. Im Bereich von Kehlkopf und Rachen sind Schluckbeschwerden, ein Fremdkörpergefühl oder auch Heiserkeit und ein Kratzen im Hals typisch. Symptome der Mundhöhle zeigen sich häufig in Form von schlecht heilenden kleinen Wunden, einem untypischen Mundgeruch oder auch Schmerzen während des Sprechens.

Bei einem Tumor im Gehirn (intrakranieller Tumor) hängen die Symptome wesentlich von Grösse und genauer Position des Hirntumors ab. Bekannt sind unter anderen Kopfschmerzen, verstärkte Müdigkeit und ein allgemeiner Leistungsabfall. Auch Epilepsie, Lähmungserscheinungen und Sprachstörungen sind möglich.

Die genannten Symptome sind keinesfalls eindeutige Hinweise auf eine Krebserkrankung. Sie sind auch bei einer Vielzahl an harmlosen Erkrankungen vorhanden. Kommen sie jedoch länger als zehn bis vierzehn Tage vor, ist es sinnvoll, dass Sie einen Facharzt aufsuchen. Wie bei allen bösartigen Erkrankungen ist eine frühestmögliche Diagnose die beste Option für eine erfolgreiche Behandlung.

Mögliche Ursachen und Risikofaktoren

Eindeutige Krankheitsursachen lassen sich nicht benennen. Es gibt jedoch verschiedene Risikofaktoren, die eine Erkrankung begünstigen. Vor allem bei Kehlkopfkrebs gilt das Rauchen, vor allem langfristig und in grösserem Ausmass, als zentrales Risiko. In Kombination mit dem häufigen Genuss von hochprozentigem Alkohol steigt die Gefahr, an Krebs im Mundhöhlen- und Rachenbereich zu erkranken. Auch umweltbedingte Schadstoffe, beispielsweise Asbest, sind ein Risiko.

Bei einem primären Tumor im Gehirn kennt die Medizin bislang keine spezifischen auslösenden Faktoren. Aufgrund des Fehlens eines Auslösers ist meist von einem sogenannten sporadischen Hirntumor die Rede. Sekundäre Hirntumoren hingegen, somit die Bildung von Metastasen, kommen vor nachdem bereits eine Krebserkrankung im Körper vorhanden ist. Diese erhöht das Risiko für ein Streuen des Tumors. Das betrifft jedoch nicht immer das Gehirn, sondern ist auch in jedem anderen Körperbereich denkbar.

Untersuchungsmethoden und Diagnosestellung

Die diagnostischen Methoden haben zum Ziel einen gutartigen oder bösartigen Befund zu ermöglichen. Hierzu stehen unterschiedliche Untersuchungsoptionen zur Verfügung. Je nach Lage des verdächtigen Gebietes entnimmt Ihr Arzt dort kleine Gewebeproben und lässt sie in einem Labor untersuchen. Darüber hinaus werden in der Abteilung für Neuroradiologie bildgebende Verfahren, beispielsweise MRT (Magnetresonanztomografie) oder CT (Computertomografie) eingesetzt, um die Ausbreitung Ihres Kopftumors und auch dessen exakte Position festzustellen.

Beim Verdacht auf einen Hirntumor kommen zusätzlich neurologische Untersuchungen zum Einsatz. Diese werden meist von einem Facharzt für Neurologie vorgenommen. Ihr Arzt prüft Ihre Muskelkraft, die Reflexe und ebenso die Koordinationsfähigkeit. Auch eine Untersuchung des Gesichtsfelds und Ihres Augenhintergrunds kommt vor. Gelegentlich ist auch eine Nervenwasseruntersuchung erforderlich, bei der veränderte Zellen nachweisbar sind.

Therapeutische Möglichkeiten

Auf Basis Ihrer individuellen Diagnose erstellt Ihr Arzt einen Behandlungsplan. Ziel der operativen Behandlung ist die chirurgische Entfernung des Tumors. Je nach Art des Kopftumors gibt es spezielle Operationsmethoden dafür, zum Beispiel

Das entsprechende Operationsverfahren basiert auf Ihrem Krankheitsbild. Meist sind im Anschluss an die Operation eine Chemotherapie sowie eine Bestrahlung erforderlich.

Die Hirntumoren mit ihren vielfältigen Ausprägungen operiert Ihr Arzt aus dem Bereich der Neurochirurgie, da dasZentrale Nervensystem (ZNS) dabei betroffen ist.

In der Neuroonkologie behandelt Ihr Arzt den bösartigen Kopftumor häufig auch mit immuntherapeutischen Wirkstoffen (Immuntherapie). Diese reaktivieren Ihr Immunsystem und stärken es für den Kampf gegen den Tumor. Die Immunzellen werden dabei durch verschiedene Wirkstoffe befähigt, die vorhandenen Krebszellen zu erkennen und gegen sie anzugehen.

Krankheitsverlauf und Prognose

Der Verlauf eines Kopftumors ist nicht definierbar. Hier kommt es in erster Linie auf die genaue Art der Erkrankung an sowie auf das Stadium, in dem die Behandlung beginnt. Die jeweiligen therapeutischen Methoden wirken umso besser, je früher die Massnahmen gegen den Tumor begonnen haben. Im Fall einer Krebserkrankung ist die Krebsform massgeblich für den Behandlungserfolg.

Für eine gute Prognose sind eine umsichtige Nachsorge und auch rehabilitative Behandlung hilfreich. Es gilt mögliche Rezidive frühzeitig zu erkennen und behandeln. Sie selbst sind zu einer aktiven Mitwirkung aufgefordert durch einen gesunden Lebensstil einerseits und darüber hinaus das Einhalten Ihrer Nachsorgetermine.

Fazit

Kopftumoren sind ein komplexes Krankheitsgeschehen mit gutartiger und auch bösartiger Ausprägung. Sie umfassen den gesamten Bereich von Gehirn, Kopf und Hals sowie den zugehörigen Strukturen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind umso besser, je frühzeitiger der Tumor erkannt wird. Fachärzte für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Neurologie und Neurochirurgie ermöglichen hier die bestmögliche Expertise für Ihre Behandlung.

  • Krebsgesellschaft: https://www.krebsgesellschaft.de/onko-internetportal/basis-informationen-krebs/krebsarten/andere-krebsarten/kopf-hals-tumoren/definition-und-haeufigkeit.html
  • S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Larynxkarzinoms: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/017-076OLl_S3_Larynxkarzinom_2019-11.pdf
  • S3-Leitlinie Mundhöhlenkarzinom: https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-100OLl_S3_Mundh%C3%B6hlenkarzinom_122012-122015-abgelaufen.pdf
  • Deutsche Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V.: https://www.hno.org/
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