ICD-Codes für diese Krankheit: E22.0

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Ursachen von Akromegalie

In den meisten Fällen liegt der Akromegalie ein gutartiger Tumor (Adenom) der Hirnanhangsdrüse zugrunde. Nur selten führt ein bösartiger Hypophysentumor zur Akromegalie. Dieser Tumor produziert das Hormon Somatropin, welches für das Wachstum verantwortlich ist.

Symptome von Akromegalie

Die Symptome der Akromegalie sind abhängig vom Erkrankungsalter. Tritt die Erkrankung vor der Pubertät, also vor Abschluss des Längenwachstums, auf, dann kommt es zum sogenannten Gigantismus oder hypophysären Riesenwuchs. Dabei bleiben die normalen Körperproportionen weitgehend erhalten. Tritt die Erkrankung allerdings nach der Pubertät auf, wenn das Wachstum schon abgeschlossen ist (nach Verschluss der Epiphysenfugen), ist ein Wachstum nur noch an den knöchernen Akren, Weichteilen wie dem Kehlkopf und inneren Organen möglich.

Male acromegaly patient (1904)

Es kommt zu einer Organvergrösserung, Viszeromegalie genannt. Die Haut gewinnt an Dicke, der Haarwuchs wird angeregt. Eine unkontrollierte Vermehrung von Gelenkknorpel führt zu Gelenkerkrankungen. Die Körperproportionen wirken durch diese Art von Wachstum vergröbert. Durch das vermehrte Wachstumshormon kann es zu einer Zuckerkrankheit oder zumindest zu einer gestörten Glukosetoleranz kommen, was weitere Symptomen mit sich bringt.

Bei Frauen kommt es in einigen Fällen zu einem Ausbleiben der Regelblutung, bei gleichzeitig scheinbar unmotivierter eigener Milchproduktion (Galaktorrhö-Amenorrhö-Syndrom). Bei Männern ist Erektionsschwäche eine häufige Folge.

Etwa ein Drittel der Patienten leidet an einem erhöhten Blutdruck, zwei Drittel klagen über Taubheitsgefühle oder Kribbeln in den Händen, ausgelöst durch ein Karpaltunnelsyndrom, das in der Regel nach Behandlung der Akromegalie verschwindet.

Patienten klagen häufig über Kopfschmerzen und allgemeine Abgeschlagenheit sowie Knochenschmerzen. Mehr als 90 % der Patienten haben ein Schlaf-Apnoe-Syndrom mit Schnarchen, nächtlichen Atemstillständen und kaum erholsamem Nachtschlaf. Den Betroffenen fällt die langsame Umgestaltung ihrer Physiognomie selten selbst auf. Aufschlussreich kann aber der Vergleich mit alten Fotografien sein. Ein anderer Hinweis ist eine Zunahme der Hut- oder Schuhgrössen im Erwachsenenalter.

Kieferorthopädische Konsultationen wegen einer zunehmenden Fehlstellung des Gebisses sind nicht selten. Ernsthafte Komplikationen liegen vor, wenn es durch das Wachstum des Hypophysentumors zu Gesichtsfeldausfällen oder anderen Hirnnervenausfällen kommt.

Diagnose von Akromegalie

Die Akromegalie ist eine schwer zu diagnostizierende Erkrankung. Sie verläuft schleichend und ihre Symptome werden meist zunächst fehlgedeutet. Wichtig für die Diagnose ist neben dem typischen klinischen Bild der Erkrankung mit in der Regel grob vergrösserten Händen und Füssen und die Bestimmung des IGF-1 (insulin-like growth factor-1) im Blut.

Behandlung von Akromegalie

Die Therapie der Wahl besteht in der chirurgischen Entfernung des Tumors der Hirnanhangsdrüse. Sollte das hormonproduzierende Gewebe nicht vollständig entfernt werden können, ist eine medikamentöse Anschlussbehandlung erforderlich. Hier stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Es besteht auch die Möglichkeit einer medikamentösen Behandlung vor der Operation, um grössere Tumoren zu verkleinern. Ebenso kann eine Strahlentherapie erfolgen.