Schlafstörungen - Medizinische Experten

06.04.2017
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
Leading Medicine Guide Redaktion

Schlafstörungen sind sehr häufig. Bis zu 25 Prozent der Deutschen leiden an Ein- und Durchschlafstörungen, ca. 5 Prozent sind von einer schweren Schlafstörung betroffen, darunter viele Frauen und ältere Menschen. Patienten mit psychischen oder körperlichen Erkrankungen leiden ebenfalls häufig unter Schlafstörungen.

ICD-Codes für diese Krankheit: F51, G47

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Folgen von Schlafstörungen

Schlafstörungen können mit schwerem Leiden einhergehen und zu Folgeproblemen wie Leistungseinbussen und Unfällen führen. Denn der Schlaf gehört zu den lebensnotwendigen Bedürfnissen des Menschen. Allerdings sind die vielfältigen Aufgaben des Schlafs bislang nur teilweise bekannt; neben der Entspannung ist er wahrscheinlich für Lern- und Gedächtnisleistungen, für das Immunsystem und für den Stoffwechsel wichtig.

Welche Formen von Schlafstörungen gibt es?

Grundsätzlich kann man unterscheiden zwischen Schlafstörungen durch

  • körperliche Ursachen
  • ohne körperliche Ursache

Schlafstörungen ohne körperliche Ursache

Wenn Menschen über längere Zeit ohne organische Gründe regelmässig so schlecht ein- oder durchschlafen, dass ihr Befinden und ihre Leistungsfähigkeit dadurch deutlich verschlechtert sind, spricht man von einer primären Insomnie.

Primäre Insomnien können meist gut mit einer Verhaltenstherapie behandelt werden, durch Betroffene schlafstörende Faktoren (z.B. Koffein- und Alkoholgenuss, schweres Essen am Abend, Tagesschlaf) reduzieren. Dabei lernen Patienten auch, den Kreislauf des Grübelns über den schlechten Schlaf zu unterbrechen und Entspannungsverfahren zu erlernen. Medikamente sollten nur im Zusammenspiel mit Psychotherapie eingesetzt werden.

Eine primäre Hypersomnie bezeichnet ein erhöhtes Schlafbedürfnis ohne organische Begründung über einen längeren Zeitraum. Betroffene sind dabei tagsüber trotz eines langen Nachtschlafs ständig müde oder schlafen immer wieder ein. Wie die Insomnie wird sie vor allem psychotherapeutisch (bessere „Schlafhygiene“) und nur im Einzelfall mit stimulierenden Medikamenten behandelt.

Das Auftreten von gelegentlichen Alpträumen ist im Kindesalter relativ normal. Bei Erwachsenen stehen sie häufig in Zusammenhang mit schwer belastenden Lebensereignissen oder psychischen Erkrankungen. Bei gehäuftem Eintreten können Alpträume psychotherapeutisch, ggfs. auch medikamentös beeinflusst werden.

Während das Erleben von Alpträumen sehr belastend sein kann, wirkt der Pavor nocturnus („nächtliche Angst“) für Aussenstehende zwar sehr belastend, der Betroffene kann sich jedoch nicht daran erinnern. Beim Pavor nocturnus setzen sich die Betroffenen im Bett auf oder springen voller Panik auf, ohne sich beruhigen zu lassen. Er tritt häufig in Kombination mit Schlafwandeln (Somnambulismus) auf.

Schlafstörungen mit körperlichen Ursachen

Einem schlechten Schlaf können auch viele verschiedene organische Ursachen, vor allem körperliche Erkrankungen oder die Einnahme von Schlaf störenden Medikamenten oder Suchtmitteln zugrunde liegen. Den Schlaf stören können z.B. Herz- oder Lungenkrankheiten, hormonelle Störungen, Demenzen, Polyneuropathien und viele andere.

Zu den Schlaf störenden Medikamenten und Substanzen zählen z.B. Beta-Blocker, Asthmamedikamente, Hormonpräparate, manche Antibiotika und auch Koffein, Nikotin und Alkohol. Auch sehr viele psychische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, gehen oft mit schlechtem Schlaf einher.

Beim sog. Schlaf-Apnoe-Syndrom (SAS), das zu Herzproblemen führen kann, treten während des Schlafes Atempausen von 10 bis 60 Sekunden auf, die Betroffenen schnarchen dabei laut und unregelmässig. Risikofaktoren für ein SAS sind Nasenpolypen, Übergewicht und Alkoholgenuss. Therapeutisch empfehlen sich deshalb Massnahmen wie Gewichtsreduktion, Alkohol- und Nikotinabstinenz. In schweren Fällen kommt ein spezielles Beatmungsverfahren (CPAP-Beatmung) zur Anwendung.

Bei der Narkolepsie treten Müdigkeit und Einschlafattacken auf, zusätzlich anfallartiges Muskelerschlaffen, lebendige Sinneswahrnehmungen beim Einschlafen sowie eine Art kurzzeitige Lähmung nach dem Aufwachen. Das Restless Legs-Syndrom („ruhelose Beine“) äussert sich in nächtlichen diffusen Missempfindungen, Schmerzen und einem starken Bewegungsdrang in den Beinen. Es dauert häufig sehr lange, bis es als ernstzunehmende Störung erkannt wird und kann oft gut medikamentös behandelt werden.

Welche Diagnostik ist bei Schlafstörungen sinnvoll?

Bei Schlafstörungen müssen zunächst die Art der Schlafstörung und die begleitenden Umstände genau erfasst werden. Betroffene sollten relevante Ereignisse dokumentieren:

  • Schlafzeiten
  • Schlafdauer
  • Tagesmüdigkeit
  • nächtliches Grübeln
  • Tagesschlaf
  • im Bett verbrachte Zeit
  • Abendgestaltung
  • Lärm und Licht im Schlafzimmer etc.

Auch die Erfassung von evtl. gegeben Schlafverschiebungen z.B. durch Schichtarbeit, ist von Bedeutung. Hinzu kommen auch Drogen- und Medikamentenkonsum sowie die gesamte psychische Befindlichkeit und der internistische Befund.

Um ein detailliertes Bild zu erhalten, ist häufig ein Schlaftagebuch, in dem der Patient seine Schlafzeiten festhält, empfehlenswert. Wenn die Störung nicht durch ungeeignete Schlafgewohnheiten oder durch eine andere psychische Erkrankung oder Medikamenteneinnahme verursacht ist, sollte eine Untersuchung im sog. Schlaflabor durchgeführt werden, um andere Ursachen der Schlafstörung herauszufinden.

Wie sollten Schlafstörungen behandelt werden?

Die wichtigste Behandlung von Schlafstörungen ohne körperliche Ursache ist eine kognitive Verhaltenstherapie, die gut als kurzes Gruppenprogramm durchgeführt werden kann. Darin erhalten die Betroffenen Informationen über normalen Schlaf und günstige Schlafgewohnheiten („Schlafhygiene“) und erlernen Entspannungsverfahren. Zur Schlafhygiene gehören beispielsweise regelmässige nächtliche Ruhezeiten von max. 8 Stunden, der Verzicht auf Tagesschlaf und Einschlafen vor dem Fernseher, der Verzicht auf Koffein, Alkohol und schwere Mahlzeiten nach 16 Uhr und regelmässiger Sport tagsüber.

Die Patienten sollen nur bei starker Müdigkeit ins Bett gehen, dürfen nachts nicht auf die Uhr schauen und sollen, wenn sie nachts länger wach liegen, nicht grübelnd im Bett bleiben, sondern stattdessen aufstehen und etwas lesen o.ä. Nur in Ausnahmefällen sollten zusätzlich Medikamente gegeben werden, wobei zunächst pflanzliche Präparate wie Baldrian oder Hopfentee eingesetzt werden sollten. In wenigen Fällen ist der Einsatz von anderen Psychopharmaka sinnvoll. Bei Schlafstörungen mit körperlichen Ursachen gibt es spezifische medikamentöse und andere Therapieverfahren, die von Spezialisten verordnet und eingesetzt werden.

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  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
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