Intelligenzminderung

09.03.2017
Dr. Gitta Jacob
Autor des Fachartikels

Bei einer Intelligenzminderung handelt es sich um die stehengebliebene oder unvollständige Entwicklung von kognitiven, sprachlichen, motorischen und sozialen Fähigkeiten. Sie geht mit einem reduzierten Intelligenzquotienten einher und lässt sich in verschiedene Schweregrade untergliedern.

ICD-Codes für diese Krankheit: F70, F71, F72, F73, F74, F78, F79

Artikelübersicht

Was ist eine Intelligenzminderung?

Als Intelligenzminderung wird eine stehengebliebene oder unvollständige Entwicklung der geistigen Fähigkeiten bezeichnet. Dabei sind insbesondere Fertigkeiten beeinträchtigt, die zum Intelligenzniveau beitragen, wie Kognition, Sprache, motorische und soziale Fähigkeiten. Als Synonym wird auch von geistiger Behinderung gesprochen. Man schätzt, dass es in Deutschland ca. 400.000 Menschen mit verminderter Intelligenz gibt.

Welche Formen werden unterschieden?

Es werden verschiedene Schweregrade unterschieden:

  • Bei leichter Intelligenzminderung liegt ein IQ von ca. 50 bis 69 vor. Die Betroffenen können dabei meist mit leichten Einschränkungen sprechen, alltägliche Verrichtungen relativ selbstständig erledigen und einfachen praktischen Tätigkeiten nachgehen. Hier liegen relativ selten erkennbare körperliche Ursachen für die Minderung der Intelligenz vor.
  • Bei mittelgradiger (IQ ca. 35 bis 49) oder schwerer (IQ ca. 20 bis 34) Intelligenzminderung ist die Sprache deutlich schlechter entwickelt, ebenso wie die Selbstständigkeit im Alltag und motorische Fähigkeiten. Einige Betroffene brauchen deshalb lebenslang Beaufsichtigung.
  • Bei schwerster Intelligenzminderung (IQ kleiner als 20) sind die Betroffenen maximal eingeschränkt. Sie erlangen dabei kaum sprachliche Fähigkeiten oder Handlungskompetenzen.

Je schwerer eine Intelligenzminderung ist, desto häufiger treten begleitende körperliche Symptome wie Störungen der Sinnesfunktionen, epileptische Anfälle u.ä. auf. Ausserdem findet sich für schwerere Formen häufig eine organische Ursache (z.B. Chromosomenfehler, frühkindliche Mangelerscheinungen) als für leichtere Formen.

Wie sieht die Behandlung der Intelligenzminderung aus?

Es gibt keine Therapie gegen Minderung der Intelligenz an sich. Jede Behandlung ist darauf ausgerichtet, die Kompetenzen des Betroffenen in seinem individuellen Rahmen zu erhöhen, um ihm ein möglichst erfülltes Leben zu ermöglichen. Dazu sind v.a. Übungs- und heilpädagogische Programme unter Einbezug der Bezugspersonen sinnvoll.

Verhaltenstherapeutische und pädagogische Massnahmen sind auch angezeigt gegen die häufigen zusätzlichen Verhaltensauffälligkeiten wie Selbstverletzungen oder die Zerstörung von Gegenständen. Bei extremer Hyperaktivität oder Aggressivität gegen sich oder andere Personen werden zudem teilweise auch Psychopharmaka eingesetzt.

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