Tennisarm | Spezialisten und Informationen

15.10.2020
Prof. Dr. med. Thomas Schneider
Medizinischer Fachautor
Der Tennisarm, auch Tennisellenbogen oder laterale Epicondylitis humeri genannt, ist ein Sammelbegriff für Erkrankungen, die durch Belastungen des Armes mit einer repetierenden Aktivierung der Handgelenksextensoren entstehen.
ICD-Codes für diese Krankheit: M77.1

Empfohlene Tennisarm-Spezialisten

Kurzübersicht:

  • Was ist ein Tennisarm bzw. Tennisellenbogen? Ein Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen am Arm und Ellenbogen, die auf die gleiche Form der Belastung zurückgehen, etwa durch Tennisspielen.
  • Ursachen: Durch wiederholte Verletzungen bzw. Überlastungen bildet sich eine Entzündung an einem Unterarmmuskelansatz.
  • Symptome: Schmerzen treten vor allem beim Schliessen der Faust auf und Betroffene können nicht fest zugreifen.
  • Diagnose: Ein Röntgen- bzw. MRT-Bild hilft, bei der eindeutigen Diagnose und kann andere Verletzungen oder Erkrankungen auszuschliessen.
  • Behandlung: Im frühen Stadium wird konservativ behandelt (Ruhe, lokale Injektionen, Kompressionen und physikalische Therapien). Führt dies nicht zum Erfolg, kann eine OP Abhilfe verschaffen.
  • Prognose: Die konservative Behandlung ist in über 90 % der Fälle erfolgreich. Nach einer OP sind regelmässige Kontrollen und Krankengymnastik nötig.

Artikelübersicht

Definition und Ursachen des Tennisarms

Beim Tennisarm entsteht durch wiederholte Verletzungen oder Überlastungen eine Entzündungsreaktion am Ansatz des Musculus extensor carpi radialis brevis (Unterarmmuskel) am Epicondylus lateralis humeri (äusserer Obergelenkknorren des Oberarms). Es treten Schmerzen im Bereich der Ellenbogenaussenseite auf, die bis in den Ober- und Unterarm ziehen können.

Häufigkeit des Tennisarms

Die Erkrankung stellt eine der häufigsten Beschwerden beim Tennis dar. Es leiden mehr Männer als Frauen an der Erkrankung, der Altersgipfel liegt zwischen 35 und 55 Jahren.

Symptome des Tennisarms

Beim Tennisarm bestehen lokale Schmerzen bei Druck auf den Epicondylus lateralis humeri. Die Schmerzen lassen sich insbesondere beim Faustschluss auslösen. Es besteht eine Unfähigkeit, fest zuzugreifen. Des Weiteren zeigen sich Schmerzen bei Extension im Handgelenk gegen Widerstand bei gestrecktem Ellenbogen.

Diagnose des Tennisarms

Eine Röntgenuntersuchung bzw. MRT-Untersuchung ist auch zum Ausschluss anderer Erkrankungen zu empfehlen. Differentialdiagnostisch kann auch eine Synovitis des Ellenbogengelenkes, eine Blockierung des Radiusköpfchens, ein freier Gelenkkörper, eine Plica synovialis, ein Supinator-Syndrom oder ein Ulnaris-Syndrom vorliegen. Veränderungen der Halswirbelsäule mit Degenerationen des 5. und 6. Halswirbels sollten auch bedacht und ausgeschlossen werden.

Behandlung des Tennisarms

Die Behandlung des Tennisarmes teilt sich in eine konservative und operative Behandlung auf.

Zu Beginn der Erkrankung steht die konservative Therapie. Ziel ist dabei, die Entzündungsreaktion am Sehnenansatz des Musculus extensor carpi radialis brevis zu reduzieren. Dazu werden in Kombination miteinander folgende Verfahren empfohlen:

  • Ruhe
  • Dehnung der Extensoren
  • Ultraschall
  • Iontophorese und Elektrotherapie
  • Querfriktion des Sehnenansatzes
  • Kompression durch Bandagen (Epicondylitisbandagen)
  • Lokale Injektionen, z.B. mit Cortison
  • Allgemeine Massnahmen wie Modifikation des Tennisschlägers

Eine operative Therapie ist bei Beschwerdepersistenz nach Ausschöpfen der konservativen Methoden indiziert. Die häufigste OP-Methode stellt dabei die Technik nach Hohmann dar, in der eine Sehneneinkerbung der Sehne des Musculus extensor carpi radialis brevis mit einer Denervierung nach Wilhelm durchgeführt wird.

Nachsorge bei einem Tennisarm

Die Nachsorge nach einer operativen Versorgung beinhaltet regelmässige Wundkontrollen sowie eine krankengymnastische Beübung. Die Rehabilitationsphase nach einer operativen Behandlung umfasst bis zu einem halben Jahr.

Heilungsaussichten bei einem Tennisarm

Die konservative Behandlung zeigt Erfolgsquoten im 90-Prozent-Bereich und ist somit Therapie der Wahl. Demzufolge ist eine operative Versorgung nur in seltenen Fällen indiziert.

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