Mittelhandbruch - Informationen und Spezialisten

14.09.2021
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Bei einem Mittelhandbruch sind einer oder mehrere der fünf Mittelhandknochen gebrochen. Ursächlich ist meist ein Anpralltrauma oder ein Faustschlag. Die Behandlung einer Fraktur der Mittelhand kann sowohl konservativ als auch operativ erfolgen. Hier finden Sie weitere Informationen sowie ausgewählte Spezialisten für die Behandlung eines Mittelhandbruchs.

ICD-Codes für diese Krankheit: S62.2, S62.3

Empfohlene Spezialisten für einen Mittelhandbruch

Artikelübersicht

Definition: Was ist ein Mittelhandbruch?

Als Mittelhandbruch bezeichnen Mediziner die Fraktur eines oder mehrerer Mittelhandknochen. Die fünf Mittelhandknochen, lateinisch Metakarpalia, stellen die Verbindung zwischen dem Handwurzelknochen auf der einen Seite und den Fingerknochen auf der anderen Seite her. Je nach Lage der Bruchlinie am Knochen lassen sich folgende Frakturen unterscheiden:

  • Kopffrakturen
  • subkapitale Frakturen
  • Schaftfrakturen
  • Basisfrakturen

Eine Unterscheidung erfolgt auch nach einem Bruch des ersten Mittelhandknochens (Daumen) und der anderen Mittelhandknochen.

Als häufige Ursachen für einen Mittelhandbruch kommen ein Anpralltrauma und ein Faustschlag in Betracht. Betroffen sind meist Männer in jüngeren Jahren.

Welche Symptome treten häufig bei einem Mittelhandbruch auf?

Ein Mittelhandbruch ist durch starke Schmerzen gekennzeichnet. Neben der Schwellung der Hand ist oftmals ein Hämatom (Bluterguss) zu beobachten. Die Beweglichkeit der Hand ist stark eingeschränkt. Handelt es sich um einen offenen Mittelhandbruch, ragen Bruchstücke des oder der betroffenen Knochen durch die Haut.

Beim Bruch des Daumenhandgelenks sind Schmerzen beim Bewegen des Unterarms charakteristisch. Auch kann eine offensichtliche Fehlstellung symptomatisch sein.

Ursachen & Risikofaktoren: Wie entsteht ein Mittelhandbruch?

Als Ursachen für einen Bruch eines oder mehrerer Mittelhandknochen kommen zumeist Traumata in Frage, die durch direkte Gewalteinwirkung entstehen. Diese können durch einen Anprall, beispielsweise bei einem Unfall, verursacht sein. Häufig tritt ein Mittelhandbruch in Folge eines Faustschlages auf. Ein Mittelhandbruch tritt häufig bei jungen Männern auf. Besonders gefährdet sich auch Handwerker. Das Risiko eines Mittelhandbruches ist dort besonders gross, wo Gewalt auf die Hand einwirken kann.

Eine besondere Stellung bei den Mittelhandknochen obliegt dem ersten Mittelhandknochen, der zum Daumen führt. Er ist häufiger von einer Fraktur betroffen als die anderen Knochen der Mittelhand. Ärzte unterscheiden hier drei Formen der Fraktur:

  • Bennett-Fraktur
  • Rolando-Fraktur
  • Winterstein-Fraktur

Bei der Bennett-Fraktur verläuft die Bruchlinie an der Basis des Knochens bis zum Sattelgelenk. Typisch für eine Rolando-Fraktur ist ein Bruchspalt in Form eines Y oder T. Bei einer Winterstein-Fraktur handelt es sich um eine Querfraktur. Sie erfolgt an der Basis des Knochens und reicht nicht bis in den Gelenkspalt.

Untersuchung & Diagnose

Die Untersuchung auf das Vorliegen eines Mittelhandbruches führt als zuständiger Facharzt ein Arzt für Orthopädie durch. Bei der Untersuchung werden in der Anamnese insbesondere der Unfallhergang und die Schmerzen sowie die Beweglichkeit der Hand ergründet. Der Arzt untersucht die Hand das Vorliegen der Symptome. Zur Sicherung der Diagnose sind Röntgenaufnahmen erforderlich. Bei einer Verletzung des Gelenks ist ggfs. ein CT oder ein MRT hilfreich.

Welche Therapien gibt es für die Behandlung eines Mittelhandbruches?

Bei der Behandlung eines Mittelhandbruches unterscheiden Mediziner zwei grundsätzliche Methoden:

  • Konservative Behandlung
  • Operative Behandlung

Als Sofortmassnahme gilt: Sofort die Hand schonen, stabilisieren und kühlen. Das Kühlen erfolgt beim Gelenk über Eiswürfel und Coolpacks, die Sie in ein Tuch wickeln. Den Arm und die Hand sollten Sie hoch lagern, um eine zu starke Durchblutung des betroffenen Fingers und dem Anschwellen der Hand vorzubeugen. Ringe, Armbänder und anderen Schmuck an der Hand sollten Sie ablegen. Durch das Anschwellen der Finger und der Hand könnte durch den Schmuck die Blutzirkulation gestört werden.

Die konservative Behandlung bei einem Mittelhandbruch

Die konservative Behandlung ist die moderateste der beiden Alternativen. Ärzte wenden Sie an, wenn die Fraktur stabil ist und es sich um unverschobene Knochenfragmente handelt. Bei der konservativen Behandlung legt der behandelnde Arzt für die Dauer von vier bis sechs Wochen eine Schiene aus Kunststoff oder Gips an. Der Bruch wird unter lokaler Betäubung gerichtet. Ist der 2. bis 5. Mittelhandfinger gebrochen, kann der Daumen ungeschient bleiben. Nach Abnahme der Schiene ist das Tragen eines Kompressionshandschuhs üblich. Zugleich kann die Physiotherapie beginnen.

Die operative Behandlung bei einem Mittelhandbruch

Die operative Behandlungsmethode kommt immer dann in Betracht, wenn sich die Knochenfragmente verschoben haben oder sich durch die Fraktur eine Stufe gebildet hat. Durch die Operation werden die Gelenkflächen korrekt eingerichtet. Wird ein solcher Mittelhandbruch nicht operiert, besteht das Risiko von Fehlstellungen. Dies wiederum kann dazu führen, dass einzelne oder mehrere Bewegungen der Hand nicht mehr möglich sind. Folgende Mittelhandbrüche werden in der Regel operativ behandelt:

  • Brüche mit Verdrehungen
  • Verschobene Brüche
  • Brüche mit Verkürzung des Mittelhandknochens
  • Gelenknahe Brüche
  • Nicht stabile Brüche
  • Offene Brüche
  • Brüche an der Basis nahe des Daumengrundgelenks

Grundsätzlich verheilen operativ behandelte Mittelhandbrüche gut. In Einzelfällen können Fehlstellungen oder Einschränkungen in der Bewegung zurückbleiben.

In der Regel wird die Operation unter Vollnarkose oder bei einer Betäubung des Armes durchgeführt. Zunächst richtet der Operateur die Knochenbruchstücke in die richtige Position. Die Stabilisierung erfolgt durch Schrauben, Platte oder durch Drähte.

Verlauf und Prognose

Der Verlauf und die Prognose bei einem Mittelhandbruch sind zumeist gut. Nach etwa drei Wochen bildet sich ein sogenanntes Kallus, ein neues Knochengewebe. In den meisten Fällen können Patienten nach etwa fünf Wochen mit der Bewegung unter Belastungen beginnen.

Bei der operativen Behandlungsmethode kann es zu allgemeinen Operationsrisiken kommen. Daneben können Infektionen, zum Beispiel beim Drahteintritt, vorkommen. Werden Platten eingesetzt, können diese in seltenen Fällen zum Verkleben von Beuge- und Strecksehne führen.

Komplikationen können auftreten, wenn der Mittelhandbruch durch eine Verletzung der benachbart verlaufenden Sehnen, Nerven und Gefässe begleitet wird.

Nur in seltenen Fällen heilt ein Mittelhandbruch nicht aus. Das bedeutet, dass die Bruchenden der Knochen nicht zusammenwachsen. Es bildet sich ein sogenanntes falsches Gelenk. Hier kann eine (weitere) Operation erforderlich werden.

Quellen

https://www.netdoktor.de/krankheiten/fraktur/mittelhandbruch/
https://www.apotheken.de/krankheiten/4491-mittelhandbruch
https://www.helios-gesundheit.de/kliniken/weisseritztal/unser-angebot/unsere-fachbereiche/handchirurgie/mittelhandbruch/
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