Venenentzündung - Ursachen, Symptome und Therapie

04.10.2017
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Bei einer Venenentzündung, auch Phlebitis genannt, handelt es sich um die Entzündung eines venösen Blutgefässes. Dabei können sowohl oberflächliche, als auch tiefe Venen von einer Venenentzündung betroffen sein. Tritt die Entzündung in einer oberflächlichen Vene auf, sprechen Mediziner von einer Thrombophlebitis.

ICD-Codes für diese Krankheit: I80

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Was ist eine Venenentzündung?

Unter einer Venenentzündung versteht man die Entzündung eines venösen Blutgefässes. Mediziner sprechen bei einer Venenentzündung auch von einer Phlebitis. Venenentzündungen können sowohl in oberflächlichen als auch in tiefen Venen entstehen. Häufig kommt es in Verbindung mit einer Thrombose (Blutgerinnsel) zu Venenentzündungen. Treten Venenentzündung und Blutgerinnsel in einer oberflächlichen Vene auf, nennen Mediziner dies eine Thrombophlebitis.

Besonders häufig sind die Beinvenen von Venenerkrankungen betroffen, vor allem vorgeschädigte Venen sind anfällig für Entzündungen. Ist es in einer Vene bereits zu einer Thrombose gekommen oder sind Krampfadern vorhanden, erhöht sich das Risiko einer Phlebitis. Bislang kennt man die genauen Ursachen von Venenentzündungen noch nicht, es gibt jedoch einige Faktoren, die eine solche Erkrankung begünstigen. Faktoren wie Nikotinkonsum, falsche Ernährung, eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr und Infektionen mit Bakterien scheinen eine Rolle zu spielen. Verletzungen der Vene – zum Beispiel durch einen Katheter – können ebenfalls eine Venenentzündung zur Folge haben.

Ursachen einer Venenentzündung

Bei der Entstehung einer Venenentzündung spielen verschiedene Ursachen eine Rolle. Wer zu Krampfadern neigt, leidet in der Regel unter einem verlangsamten Blutfluss. Ein verlangsamter Blutfluss führt dazu, dass sich das Blut in der betroffenen Vene staut und sich die sogenannten Blutplättchen leichter zusammenfinden. Auf diese Weise entsteht ein Blutgerinnsel, das den Blutfluss noch weiter verlangsamt. Hierdurch kommt es zu Entzündungsreaktionen in der Vene.

Weitere Faktoren, die den Blutfluss einschränken können, sind:

  • Bewegungsmangel,
  • zu langes Sitzen oder Stehen,
  • zu enge Kleidung,
  • längere Bettlägerigkeit,
  • hormonelle Verhütungsmittel (insbesondere bei Raucherinnen) und
  • Verletzungen des Blutgefässes durch einen Venenkatheter.

Venenkatheter werden zumeist am Arm oder der Hand angebracht, um über diesen Medikamente und Infusionen in den Körper zu leiten. Auf diesem Weg können jedoch auch Bakterien eindringen und eine Phlebitis verursachen. Die Verletzung durch den Einstich selbst kann ebenfalls eine Entzündung hervorrufen. Das Gleiche gilt für die Blutentnahme oder das Spritzen von Medikamenten.

Symptome einer Venenentzündung

Betrifft die Venenentzündung eine der oberflächlichen Venen, äussert sich die Erkrankung zumeist durch Symptome wie:

  • gerötete Haut
  • die betroffene Region ist stark erwärmt
  • Betroffene klagen über Schmerzen, wenn Druck auf die entzündete Vene ausgeübt wird
  • der Venenstrang ist hart und gerötet
  • einige Betroffene bekommen Fieber

Handelt es sich um eine Venenentzündung in einer der tiefen Beinvenen, liegt zumeist eine akute Thrombose vor. Von aussen sind solche Venenentzündungen weniger leicht zu erkennen, der Arzt kann diese jedoch mithilfe einer Ultraschalluntersuchung feststellen.

Die Dauer einer Venenentzündung liegt in der Regel bei einigen Tagen. In schweren Fällen kann die Entzündung auch mehrere Wochen anhalten. Ein leichterer Fall liegt zumeist dann vor, wenn die betroffene Vene nicht vorgeschädigt ist. Venenoperationen, Thrombosen und Krampfadern können solche Schäden verursachen. Tritt die Entzündung im Zusammenhang mit einer Thrombose, Krampfadern oder im Anschluss an eine Venenoperation auf, nimmt die Erkrankung oftmals einen schwereren Verlauf.

So erkennt der Arzt Venenentzündungen

Bevor eine Venenentzündung diagnostiziert werden kann, führt der Arzt eine gründliche Untersuchung durch. Hierbei erfragt er die Krankengeschichte des Patienten. Wichtige Eckpunkte dieser Befragung sind beispielsweise Fragen nach bereits bekannten Venenerkrankungen wie Krampfadern.

Oberflächliche Venenentzündungen lassen sich häufig schon bei einer Untersuchung mit blossem Auge erkennen. Die betroffene Vene ist dick, ertastbar und verursacht bei Druck Schmerzen. Eine Dopplersonografie – bei dieser Ultraschalluntersuchung wird der Blutfluss sichtbar – bringt Klarheit. Liegt die Entzündung in einem tiefen Blutgefäss, sind weitere Untersuchungen notwendig.

Blutuntersuchungen, Magnetresonanztomografie und Computertomografie stehen dem Arzt zur Diagnose einer Venenentzündung zur Verfügung.

Therapie bei einer Venenentzündung

Eine Venenentzündung behandeln zu lassen, ist wichtig, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Phlebitis-Therapie hängt von Art und Ausprägung der Venenentzündung ab. Handelt es sich um eine oberflächliche Phlebitis, bringen das Kühlen und Hochlagern des betroffenen Beines Linderung. Ein Kompressionsverband kann die Heilung unterstützen. Bei starken Schmerzen wird der Arzt ausserdem schmerzlindernde Medikamente in Form von Salben oder Tabletten empfehlen.

Bei einer Venenentzündung in Verbindung mit einem Blutgerinnsel (Thrombophlebitis) entfernt der Arzt in vielen Fällen das Blutgerinnsel, indem er in die Vene sticht. Zum Einsatz kommen können auch Medikamente, die die Blutgerinnung hemmen. Bei einer Infektion mit Bakterien, werden Antibiotika im Rahmen der Phlebitis Therapie eingesetzt. Liegen Krampfadern vor, werden diese ebenfalls behandelt. Im Falle einer Entzündung einer tieferen Beinvene, wird der Betroffene stationär ins Krankenhaus aufgenommen. Hier muss der Patient beobachtet werden, denn man möchte Folgeerkrankungen wie eine Lungenembolie vermeiden.

Lässt man eine Venenentzündung frühzeitig behandeln und kommt es nicht zu Folgeerkrankungen oder Komplikationen, sind die Aussichten günstig. Insbesondere oberflächliche Venenentzündungen bilden sich zumeist schnell zurück. Venenentzündungen in tieferliegenden Gefässen müssen ärztlich beobachtet werden.

Venenentzündungen vorbeugen

Venenentzündungen können auch durch spezielle Vorbeugemassnahmen nicht immer vermieden werden, es gibt jedoch einiges, was Sie für die Gesundheit Ihrer Venen tun können. Das Risiko, an einer Venenentzündung zu erkranken, senken Sie durch:

  • frühzeitige Behandlung von Krampfadern
  • Rauchen kann Venenentzündungen begünstigen, deshalb das Rauchen besser aufgeben (dies gilt insbesondere für Frauen, die hormonell verhüten)
  • langes Sitzen und Stehen vermeiden, ist das nicht möglich, regelmässig Gymnastik für Beine und Füsse betreiben
  • zu enge Kleidung vermeiden, insbesondere an den Beinen darf die Kleidung nicht einschnüren
  • Flüssigkeitsmangel kann dazu führen, dass das Blut eindickt und Blutgerinnsel leichter entstehen können, deshalb ist es wichtig, ausreichend zu trinken
  • Achten Sie darauf, dass Venenkatheter nicht zu lange im Gefäss verbleiben, Veränderungen an bereits operierten Venen unbedingt dem Arzt mitteilen

Grundsätzlich gilt, dass körperliche Aktivität die beste Vorbeugung gegen Venenentzündungen ist. Durch Bewegung wird der Blutkreislauf in Schwung gebracht und zahlreiche Venenprobleme können gar nicht erst entstehen. Bei bereits bestehenden Venenerkrankungen wie Krampfadern ist zudem eine frühzeitige Behandlung wichtig.

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  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
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