Herzaneurysma - Symptome, Behandlung & Arztsuche

Leading Medicine Guide Redaktion
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Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine krankhafte Ausweitung eines Blutgefässes. Das Aneurysma ist örtlich begrenzt und spindel- oder sackförmig. Es entsteht durch angeborene oder erworbene Schwächen beziehungsweise Veränderungen in der Gefässwand.

Bei einem Herzaneurysma besteht eine Ausbuchtung der Herzwand. Bei Verdacht auf ein Aneurysma sollten Sie schnell einen Aneurysma-Spezialisten aufsuchen.

ICD-Codes für diese Krankheit: I25.3

Aneurysma-Spezialisten

Artikelübersicht

Definition: Was ist ein Aneurysma?

Der Begriff „Aneurysma“ leitet sich aus dem altgriechischen Wort „aneúrysma“ ab, das wörtlich übersetzt „Erweiterung“ bedeutet. Alle Blutgefässe können von einem Aneurysma betroffen sein.

In den meisten Fällen bildet sich eine solche Gefässerweiterung aber entlang der Arterien. Arterien sind Blutgefässe, die das mit Sauerstoff angereicherte Blut vom Herzen zu Organen, Muskeln und Geweben transportieren. Ein Aneurysma wird deshalb auch als Arterienerweiterung oder arterielle Aussackung bezeichnet.

An den Venen, also den Blutgefässen, die das sauerstoffarme Blut zum Herzen hinführen, tritt ein Aneurysma nur selten auf.

Wo treten Aneurysmen auf?

Am häufigsten tritt ein Aneurysma an der Hauptschlagader auf, die auch Aorta genannt wird. Diese Form des Aneurysmas wird auch als Aortenaneurysma bezeichnet.

Ein Aneurysma an der unteren Hauptschlagader im Bauchraum, an der Bauchaorta, ist als Bauchaortenaneurysma bekannt. Dieses ist mit einem Anteil von über 90 Prozent das häufigste Aneurysma.

Aortenaneurysma

Ein Aortenaneurysma an der oberen Hauptschlagader, die im Brustkorb verläuft und demnach Brustaorta genannt wird, bezeichnet man als thorakales Aneurysma. Eine solche Gefässerweiterung an der oberen Hauptschlagader im Brustkorb kommt wesentlich seltener vor. So macht sie nur etwa 3 Prozent aller Aortenaneurysmen aus.

Neben der oberen und unteren Hauptschlagader können in seltenen Fällen auch andere Gefässe von einer krankhaften Gefässerweiterung betroffen sein:

  • Hirngefässe (intrakranielles bzw. zerebrales Aneurysma)
  • herznahe Gefässe
  • Arterien der Arme, Beine und der inneren Organe

Ein Herzaneurysma oder Herzwandaneurysma kann in der linken Herzkammer nach einem Herzinfarkt entstehen.

Formen von Aneurysmen

Je nach Art der Gefässerweiterung unterscheiden wir drei verschiedene Formen von Aneurysma:

  • "echtes" Aneurysma (Aneurysma verum)
  • gespaltenes Aneurysma (Aneurysma dissecans)
  • "falsches" Aneurysma (Aneurysma spurium bzw. falsum)

Das Aneurysma verum ist das Aneurysma im eigentlichen Sinne. Alle drei Schichten der Blutgefässwand sind durchgängig erhalten. Sie stülpen sich sackartig nach aussen und bilden eine sackförmige Gefässerweiterung.

Beim Aneurysma dissecans ist eine Schicht der Blutgefässwand gerissen. Daraufhin läuft Blut zwischen die verschiedenen Gefässwandschichten und bildet dort einen erweiterten Hohlraum.

Das Aneurysma spurium bzw. falsum wird auch als falsches Aneurysma bezeichnet. Es ist keine arterielle Aussackung im eigentlichen Sinn. Es entsteht, wenn sich nach einer Gefässwandverletzung ein Bluterguss (Hämatom) um das Blutgefäss herum bildet. Dieser wird nach einiger Zeit von einer Bindegewebskapsel überzogen.

Ursachen und Risikofaktoren für ein Aneurysma

Aneurysmen entstehen in der Regel an Stellen, an denen die Gefässwand geschwächt ist. Diese Schwächen können sowohl angeboren als auch erworben sein.

Angeborene Risikofaktoren:

  • Bindegewebsstörungen (z.B. Marfan-Syndrom oder Ehlers-Danlos-Syndrom)
  • Fehlbildungen der Blutgefässe

Erworbene Schwächen und Veränderungen der Gefässwand können durch Gefässverletzungen entstehen, die zum Beispiel durch eine Herzkatheteruntersuchung verursacht wurden.

Einige Risikofaktoren begünstigen die Bildung eines Aneurysmas. Hierzu gehören insbesondere

Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle bei der Bildung von Aneurysmen. So konnte beobachtet werden, dass Aneurysmen innerhalb einer Familie gehäuft auftreten. Wurde bei einem Verwandten ersten Grades ein Aneurysma entdeckt, ist das Risiko, selbst ein Aneurysma zu bekommen, etwas erhöht.

Darüber hinaus haben Männer ein höheres Risiko als Frauen sowie ältere Menschen ein höheres Risiko als Jüngere.

Symptome eines Aneurysmas

Ein Aneurysma verursacht oftmals lange Zeit keinerlei Symptome. Beschwerden treten oft erst auf, wenn der Durchmesser der Gefässerweiterung so gross ist, dass Druck auf die umliegenden Strukturen entsteht. Welche Symptome ein Aneurysma dann genau hervorruft, hängt von seiner Lage ab.

So treten bei einem Bauchaortenaneurysma beispielsweise meist Beschwerden wie

  • Bauchschmerzen im Unterbauch,
  • Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen können und
  • ein erhöhter Harndrang

auf.

Bauchschmerzen
Bauchschmerzen im Unterbauch können ein Anzeichen für ein Bauchaortenaneurysma sein

Reisst ein Bauchaortenaneurysma kann es im schlimmsten Fall zu einer lebensgefährlichen inneren Blutung kommen. Diese äussert sich durch plötzliche, sehr starke, stechende und anhaltende Schmerzen in den Flanken.

Ein thorakales Aortenaneurysma, sprich ein Aneurysma an der Hauptschlagader im Brustbereich, zeigt sich durch Symptome wie

  • Brustschmerzen
  • Husten
  • Heiserkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Atemnot
  • krankhafte Atemgeräusche
  • Durchblutungsstörungen in den Armen oder im Gehirn 
Reisst ein thorakales Aortenaneurysma, treten meist starke Brustschmerzen auf, die den Symptomen eines Herzinfarktes ähneln.

Bei Blutungen aus einem Aneurysma der Gehirnarterien, sprich einem intrakraniellen bzw. zerebralen Aneurysma, können Symptome wie

  • plötzliche, starke Kopfschmerzen,
  • Gesichtsschmerzen,
  • Übelkeit und
  • Bewusstlosigkeit

auftreten.

Herzwandaneurysmen und Aneurysmen der herznahen Aorta können

  • Herzrhythmusstörungen,
  • Blutungen in den Herzbeutel und
  • eine lebensbedrohliche Herzschwäche
auslösen.

Diagnose eines Aneurysmas

Ein Aneurysma wird in der Regel im Rahmen einer körperlichen Untersuchung, bei der der behandelnde Arzt die Bauch- oder Beckenarterien abtastet, sowie mithilfe weiterer bildgebender Untersuchungen diagnostiziert. Zu den bildgebenden Untersuchungen, die sich zur Diagnose eines Aneurysmas eignen, gehören:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Computertomographie (CT)
  • Magnetresonanztomographie (MRT)
  • Angiographie.

Behandlung eines Aneurysmas

Ob ein Aneurysma behandelt werden muss und wie die Therapie genau aussieht, hängt unter anderem von der Lage und Grösse der Gefässerweiterung sowie der Zunahme des Querdurchmessers des Aneurysmas ab. Grundsätzlich stehen dabei sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung.

Die konservative Behandlung kommt hauptsächlich bei kleineren Aneurysmen, die keine Beschwerden verursachen, zum Einsatz. Sie zielt auf die Therapie und Vermeidung der zugrundeliegenden Ursachen und Risikofaktoren ab. Zu diesen Risikofaktoren gehören:

  • Bluthochdruck
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Nikotinkonsum
  • ungesunde Ernährung
  • mangelnde Bewegung
Dadurch soll verhindert werden, dass das Aneurysma sich vergrössert oder einreisst.

Je grösser ein Aneurysma ist, umso grösser ist das Risiko, dass es reisst. In diesen Fällen empfehlen Ärzte in der Regel eine Operation zur Entfernung des Aneurysmas. Hierbei stehen verschiedene Operationsmethoden zur Auswahl, darunter der Einsatz einer sogenannten Gefässprothese oder eines Stents in dem betroffenen Blutgefäss. Bei einem Aneurysma der Hirnarterien kommen mit dem sogenannten Clipping oder Coiling grundsätzlich zwei Operationsverfahren in Frage.

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