Carotisstenose - Verengte Halsschlagader

24.07.2020
Prof. Dr. med. Alexander Zimmermann
Medizinischer Fachautor

Als Carotisstenose wird eine Verengung (Stenose) der Halsschlagader (Carotis) bezeichnet. Es müssen keine Symptome auftreten, kommt es allerdings zu neurologischen Ausfällen, wie z.B. Sehstörungen, können diese Vorboten für einen Schlaganfall sein. Die Diagnose erfolgt mittels Ultraschall-Untersuchung. Die Therapie kann oftmals bei symptomlosen Engstellen medikamentös erfolgen, liegen allerdings Symptome vor, ist eine Operation durch Spezialisten der Gefässchirurgie zwingend erforderlich. Die chirurgischen Optionen bestehen in der Stent-Implantation (Stent = Gefässstütze) und der offen-chirurgischen Ausschälung der Verengung.

ICD-Codes für diese Krankheit: I65.2

Empfohlene Spezialisten

Kurzübersicht:

  • Was ist eine Carotisstenose? Eine Engstelle in der Halsschlagader, die das Gehirn mit Blut versorgt. Dadurch kann es zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns oder zu einem Schlaganfall kommen.
  • Ursachen & Risikofaktoren: In der Regel ist Arteriosklerose die Ursache für die Verengung. Risikofaktoren sind hoher Blutdruck, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, diverse Vorerkrankungen sowie ein höheres Lebensalter.
  • Symptome: Meistens treten lange keine Beschwerden auf. Erste Warnsignale sind Seh- und Sprachstörungen, Lähmungen der Gliedmassen, Doppelbilder, starke Kopfschmerzen oder Schwindelanfälle.
  • Diagnose: Auf Verdacht kann der Arzt die Halsschlagader per Ultraschall untersuchen. Auch eine MRT oder eine Angiographie bieten Aufschluss.
  • Behandlung: Medikamente, eine offene Operation oder eine Stent-Implantation sind die typischen Optionen. Welche infrage kommt, hängt vom Stadium der Erkrankung ab.

Artikelübersicht

Kommt es zu Engstellen (Stenosen) in der Halsschlagader (Arteria carotis oder kurz Carotis) und/oder ihrer abgehenden Gefässe (Arteria carotis interna, Arteria carotis externa), die das Gehirn mit sauerstoffreichem Blut versorgen, spricht der Mediziner von einer Carotisstenose. Als Folge davon kommt kann es zu einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff kommen.

Ursachen einer Carotisstenose

Häufigste Ursache für die Verengung ist die Arteriosklerose („Arterienverkalkung“), bei der Bindegewebe, Thromben (Blutgerinnsel), Blutfette und/oder Kalk an den Gefässwänden abgelagert werden.

Die Entstehung einer Carotisstenose kann durch

  • zu hohen Blutdruck,
  • erhöhte Blutfettwerte,
  • Rauchen und
  • erhöhtes Lebensalter
  • sowie einige andere Erkrankungen (z.B. Gefässentzündungen)

begünstigt werden.

 

 

Symptome und Komplikationen einer Carotisstenose

Durch die Verengung der Halsschlagader kann es zu einer Embolie (Verstopfung eines Blutgefässes) oder zu einer Mangeldurchlutung kommen, die eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff verursachen. Eine Carotisstenose kann lange Zeit unbemerkt bleiben, es kann aber auch zu neurologischen Ausfällen kommen, wie beispielsweise zu Seh- und Sprachstörungen oder Lähmungen in den Beinen und Armen. Gelegentlich können auch Doppelbilder, starke Kopfschmerzen oder Schwindelanfälle auftreten.

Diese Symptome gelten als Warnsignale für einen bevorstehenden Schlaganfall, bei dem das Gehirn dauerhaft geschädigt wird. Die Ursache der Symptome muss daher unbedingt medizinisch abgeklärt werden! 

Neben dem Schlaganfall können transitorische ischämische Attacken (TIA, vorübergehende neurologische Ausfälle) und Amaurosis fugax (vorübergehende Sehstörung) als weitere Komplikationen einer Verengung der Halsschlagader auftreten.

Diagnose einer Carotisstenose

Die Symptome können bereits einen ersten Hinweis auf eine Carotisstenose liefern. Die Verdachtsdiagnose einer Carotisstenose kann durch die Untersuchung der Halsschlagader mittels Ultraschall (farbkodierte Duplexsonographie) bestätigt werden. Durch die Ultraschalluntersuchung lassen sich die Engstellen in den Gefässen beurteilen. Sie ist für den Patienten völlig schmerzlos und ungefährlich.

Durch die Magnetresonanztomographie und die computertomographische Angiographie (CT-Angiographie) lassen sich weitere Informationen über die Engstellen (Stenosen) in den Gefässen erzielen, was ggf. für die Planung der Therapie erforderlich ist.

Behandlung einer Carotisstenose

Für die Therapie einer Carotisstenose bieten sich drei Optionen an:

  • Eine medikamentöse Therapie einer Carotisstenose kommt immer dann infrage, wenn zwar eine Verengung vorliegt, aber noch keine Symptome aufgetreten sind. Mit einer medikamentösen Behandlung sollen Risikofaktoren (z.B. Bluthochdruck) sowie das Risiko für Komplikationen (z.B. Schlaganfall) reduziert werden.
  • Über die offene Operation bei einer Carotisstenose werden die Engstellen chirurgisch entfernt. Als Beispiel sei die etablierte Carotis-Thrombendarteriektomie aufgeführt, die von Spezialisten der Gefässchirurgie durchgeführt wird. Im Rahmen dieser Operation wird die Halsschlagader geöffnet und die Engstellen ausgeschält.
  • Die Stent-Implantation bei einer Carotisstenose erfolgt endovaskulär, d.h., im Rahmen einer minimalinvasiven Operation durch Spezialisten für Gefässchirurgie wird die Verengung in den Gefässen mithilfe eines Ballonkatheters gedehnt und anschliessend ein Stent (Gefässstütze) eingesetzt, der die Verengung offen halten soll.

 

 

Welche Fachärzte und Spezialkliniken behandeln eine Carotisstenose?

Spezialisten für Carotisstenose sind in der Regel Gefässchirurgen (Fachärzte für Gefässerkrankungen) oder Neurologen (Fachärzte für Erkrankungen des Gehirns und der Nerven). Weitere Untersuchungen werden von Fachärzten der Radiologie oder Nuklearmedizin durchgeführt. Etwaige Operationen führen Spezialisten für Gefässchirurgie durch. Auf die Behandlung von Carotisstenosen spezialisierte Einrichtungen sind Kliniken für Gefässchirurgie bzw. Gefässmedizin, Neurologie und Angiologie.

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