Arterienstenose | Spezialisten und Informationen

19.09.2020
Dr. rer. nat. Marcus Mau
Autor des Fachartikels

Häufig treten infolge von Nitkotinmissbrauch, eines langjährigen Diabetes (Zuckerkrankheit) oder ernährungsbedingt Veränderungen im Inneren der Blutgefässe auf. Solche Ablagerungen an und Veränderungen der Wände engen die Blutgefässe mit der Zeit immer weiter ein – es kommt zur Arteriosklerose und zur sogenannten Arterienstenose („Arterienverengung“).

Die Folge: Durchblutungsstörungen, z. B. im Gehirn oder in den Nieren, sowie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

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Kurzübersicht:

  • Was ist Arterienstenose? Die Verengung eines Blutgefässes aufgrund von Ablagerungen an den Gefässwänden, die zum völligen Verschluss des Gefässes führen kann.
  • Ursachen: Arteriosklerose ist die zugrunde liegende Erkrankung. Risikofaktoren dafür sind u. a. Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes und ungesunde Ernährung.
  • Symptome: Bei grösseren Gefässen entwickelt sich eine Arterienstenose symptomlos über längere Zeit. Beschwerden sind Bluthochdruck, Herzklopfen, Kopfschmerzen und ggf. Ausfallerscheinungen.
  • Diagnose: Mittels Stethoskop kann der Arzt ggf. bereits Verwirbelungen im Blutfluss hören. Duplex-Sonographie, CT oder MRT-Angiographie können Verengungen gut darstellen.
  • Behandlung: Eine medikamentöse Therapie kann nur bei leichten Fällen Abhilfe schaffen. Häufiger wird eine OP vorgezogen, dabei kommt entweder ein Stent zum Einsatz oder es wird ein Bypass gelegt.
  • Vorbeugung: Eine gesunde Lebensweise und Stressvermeidung hilft dabei, Arteriosklerose und damit einer Arterienstenose vorzubeugen.

Artikelübersicht

Häufig treten infolge von Nitkotinmissbrauch, eines langjährigen Diabetes (Zuckerkrankheit) oder ernährungsbedingt Veränderungen im Inneren der Blutgefässe auf. Solche Ablagerungen an und Veränderungen der Wände engen die Blutgefässe mit der Zeit immer weiter ein – es kommt zur Arteriosklerose und zur sogenannten Arterienstenose („Arterienverengung“).

Die Folge: Durchblutungsstörungen, z. B. im Gehirn oder in den Nieren, sowie ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Was ist eine Arterienstenose?

Stenosen beschreiben im Allgemeinen die Verengung eines Blutgefässes, bei der Arterienstenose handelt es sich somit um die Verengung einer Arterie. Dabei gilt, dass gerade bei grossen Gefässen eine langsam fortschreitende Verengung lange Zeit symptomlos bleiben kann. Dahingegen sind kleinere Arterien, wie sie beispielsweise im Gehirn oder auch in den Nieren vorkommen, sehr viel schneller von Stenosen betroffen.

Thrombose - Blutgerinnsel in einer Vene

Arterienstenose © pankajstock123 #63446706 | AdobeStock

Was verursacht Arterienstenosen?

Die Hauptursache für Stenosen ist die Arteriosklerose, umgangssprachlich auch als Arterienverkalkung bezeichnet. Einlagerungen von Cholesterin, Fettsäuren und Kalk führen zur Verhärtung und Dickenzunahme der betroffenen Blutgefässe. Die Arterie wird zunehmend verengt und nimmt an Elastizität ab.

Risikofaktoren für arteriosklerotische Gefässveränderungen sind nach heutigem Wissensstand vor allem

  • das Rauchen,
  • Bluthochdruck (Hypertonie),
  • Übergewicht,
  • erhöhte Blutfettwerte,
  • ein hoher Cholesterinspiegel,
  • Diabetes,
  • Stress und
  • ungesunde Ernährung.

Darüber hinaus scheinen ebenso genetische Einflüsse eine Rolle zu spielen.

Was sind wichtige Symptome?

Wie bereits eingangs erwähnt, können insbesondere grössere Gefässe mit breiterem Querschnitt trotz sich entwickelnder Arterienstenose lange Zeit symptomlos bleiben, wie z. B. bei der Aortenstenose.

Im Falle der oft sehr feinen Arterien und Kapillaren in den Nieren und im Gehirn kann es hingegen vergleichsweise schnell zum vollständigen Verschluss des Gefässes kommen – in der Niere sprechen Ärzte dann vom Niereninfarkt, im Gehirn ist es der Schlaganfall.

Die Symptome hängen daher in erster Linie davon ab, welche Arterie von einer Verengung betroffen ist.

Arterienstenosen in den Nieren fallen vor allem indirekt über einen behandlungsresistenten Bluthochdruck auf. Im Blut steigen zudem die Werte harnpflichtiger Substanzen an. Hinzu kommen Herzklopfen und Kopfschmerzen. Im Gehirn werden darüber hinaus je nach Schweregrad der Arterienstenose verschiedene Ausfallserscheinungen sichtbar, so beispielsweise Lähmungen, Sprach-, Seh- oder Gefühlsstörungen. In schweren Fällen kann die Arterienstenose im Gehirn sogar zum Koma bis hin zum Tod führen.

Diagnostik: Woran erkennen Ärzte die Arterienstenose?

Die einfachste Methode ist die Auskultation (das Abhören mit einem Stethoskop) der Nieren, bei der die durch Verwirbelungen in den betroffenen Arterien entstehenden Strömungsgeräusche hörbar werden.

Um Arterienstenosen sicher nachzuweisen oder ausschliessen zu können, wenden Ärzte verschiedene bildgebende Verfahren an.

Desweiteren wird der Doppler-Ultraschall (Duplex-Sonographie) eingesetzt, um die Strömungsverhältnisse beispielsweise in den Nierengefässen darzustellen. Bei Nieren und Gehirn gibt es zudem die Möglichkeit, über eine CT- (Computertomographie) oder eine MRT-Angiographie (Magnetresonanz-Tomographie) kleinste Arterien sichtbar zu machen, um Verengungen (Stenosen) genau lokalisieren zu können. Dies ist wichtig, um auf Basis der Bildgebung die weitere Behandlung zu planen.

Wie werden Arterienstenosen behandelt?

Im Bereich der Nierenarterien kann bei einer Arterienstenose eine medikamentöse Behandlung insbesondere des Bluthochdruckes versucht werden. In der Regel wird jedoch je nach dem Verschlussgrad des betroffenen Blutgefässes eine invasive Therapie – eine Operation – folgen.

Mediziner unterscheiden dabei zwei verschiedene operative Ansätze:

  • Zum einen die perkutane transluminale Angioplastie, bei der während des Eingriffes ein Stent in das verengte Gefäss eingesetzt wird. Ein Stent ist ein dünnes Drahtgeflecht, das in der Arterie die Engstelle stabilisiert und sie offen hält. Ist das Gefäss um mehr als 60% eingeengt, favorisieren Ärzte in der Regel die Stent-OP.

  • Zum anderen ist es aber auch möglich, das verengte Gefäss zu umgehen. In der Medizinersprache meint dies eine sogenannte Bypass-Operation. Diese wird jedoch mehr und mehr zugunsten des Stents zurückgestellt und nur noch selten durchgeführt.

Bei Arterienstenosen im Gehirn erfolgt die Anlage eines Stents in analoger Weise.

Die Anlage eines Stents ist mittlerweile sicher und erfolgreich durchführbar. In der Regel beseitigt der Eingriff bei 95% der Patienten die Engstelle z. B. in der Nierenarterie. Bei jedem 2. Patienten sinkt zudem der Bluthochdruck, nachdem die Arterienstenose beseitigt wurde.

Arterienverengung und Stent

Arterienverengung und Behandlung mittels Stent © crevis #89836026 | AdobeStock

Lassen sich Arterienstenosen vorbeugen?

Ist die Arterienstenose genetisch bedingt, d. h. ererbt, so lässt sich dagegen nichts vorbeugend unternehmen.

Das Risiko für eine Arteriosklerose, die meistens die Ursache für Arterienstenose ist, lässt sich jedoch durch eine gesunde Lebensweise sowie durch Stressvermeidung effektiv senken.

Welche Fachärzte versorgen Arterienstenosen?

Die Arterienstenose gehört zu den Gefässerkrankungen, für welche insbesondere Fachärzte für Gefäss- und Herzmedizin – Angiologen und Kardiologen – zuständig sind. Geeignete Zentren und Ärzte in Ihrer Nähe finden Sie unter dem folgenden Link.

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  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
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  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)
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