Scheidenpilz ist immer noch mit vielen Tabus belegt. Nicht nur jungen Frauen ist das Thema äusserst peinlich. Viele haben Schuldgefühle, fühlen sich unsauber und ansteckend. Oft ertragen sie tagelang das unangenehme Jucken und Brennen im Genitalbereich, weil sie sich schämen, mit jemandem darüber zu sprechen. Dabei gibt es dafür gar keinen Grund! So unangenehm die Symptome sind, umso beruhigender, dass sich die Infektion in der Regel mit einem Anti-Pilz-Mittel schnell und nachhaltig behandeln lässt.

ICD-Codes für diese Krankheit: B37.3

Artikelübersicht

Was ist Scheidenpilz?

Beim Scheidenpilz – auch Vaginalpilz oder Vaginal-Mykose genannt – handelt es sich um eine Pilzerkrankung im Genitalbereich der Frau, bei der es zu einer Entzündung der Scheidenschleimhaut und der Vulva kommt. Schätzungen zufolge leiden mehr als 75 Prozent der Frauen mindestens einmal im Leben an einer Scheidenpilz-Infektion. Der Scheidenpilz ist damit eine der häufigsten Infektionen im Genitalbereich der Frau.

Die Ursachen von Scheidenpilz

Einem Scheidenpilz liegen als Ursache in der Regel sogenannte Hefepilze zugrunde. Diese gedeihen am besten in einem feuchten Umfeld bei einer Temperatur um die 37 Grad Celsius und fühlen sich daher in der Scheide der Frau besonders wohl. Der häufigste ursächliche Erreger für eine Scheidenpilz-Infektion ist dabei der Hefepilz Candida albicans, der in 80 bis 90 Prozent der Fälle für die Vaginal-Mykose verantwortlich ist. Weitere 5 bis 10 Prozent der Scheidenpilzfälle werden durch eine Infektion mit dem Hefepilz Candida galbrata ausgelöst.

Entstehung einer Scheidenpilz-Infektion

Da Pilze und andere Mikroorganismen, wie etwa Milchsäure-Bakterien, zur normalen Scheidenflora gehören und dort in einem natürlichen Gleichgewicht leben, sind die Scheidenpilz-Erreger oft von vornherein in der Scheide vorhanden. Dort besiedeln sie Haut und Schleimhaut, verursachen aber zunächst keine Entzündung, da das umgebende saure Scheidenmillieu mit einem ph-Wert von unter 4,5 ihr Wachstum unterdrückt. Erst wenn die gesunde Scheidenflora aus dem Gleichgewicht gerät, kann es zu einer Vermehrung des Erregers und damit zu einer Scheidenpilz-Infektion kommen.

Begünstigende Faktoren für einen Scheidenpilz

Begünstigende Faktoren für eine Vermehrung der Pilze und damit für eine Scheidenpilz Infektion sind unter anderem

  • Ein geschwächtes Immunsystem: Infekte oder Erkrankungen schwächen das Immunsystem und begünstigen so die Vermehrung der Hefepilze.
  • Stress und psychische Belastungen: Lange anhaltender Stress hemmt die Immunabwehr. Die Zahl der Immunzellen im Blut sinkt und die natürlichen Killerzellen sind weniger aktiv. Deshalb sind viele Frauen in andauernden stressigen Zeiten und in Zeiten psychischer Belastung eher anfällig für eine Scheidenpilz-Infektion.
  • Hormonschwankungen als Ursache von Scheidenpilz: Hormonelle Veränderungen treten vor allem während der Pubertät, einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren auf. Auch hormonelle Veränderungen durch die Einnahme der Antibabypille können Ursache von Scheidenpilz sein.
  • Stoffwechselstörungen als Ursache eines Scheidenpilzes: Störungen des Stoffwechsels begünstigen ebenfalls die Entstehung von Scheidenpilzen. Bei einer Erkrankung an Diabetes mellitus können sich die Hefepilze aus dem erhöhten Blutzuckerspiegel ernähren und verstärkt vermehren.
  • Medikamente als Ursache von Scheidenpilz:
    • Antibiotika, etwa zur Behandlung von Blasenentzündungen: Das Antibiotikum tötet auch Mikroorganismen wie die Milchsäurebakterien in der Scheidenflora. Dadurch wird das Scheidenmilieu alkalisch und die Pilze können sich ungehindert vermehren.
    • Kortison: Kortison-Präparate schwächen das Immunsystem.
  • Übertriebene Intimhygiene: Intimsprays und Scheiden-Spülungen beinhalten oft alkalische Seife und verändern damit die natürliche Scheidenflora zugunsten der Pilze.
  • Eng anliegende Kleidung und synthetische Unterwäsche: Scheidenpilze benötigen einen warmen und feuchten Lebensraum. Durch luftundurchlässige Kleidung kann es zu einem Wärmestau kommen und den Pilzen wird ein optimaler Nährboden bereitet.
  • Hefepilze ernähren sich unter anderem von Zucker. Eine zuckerhaltige Nahrung kann das Wachstum der Pilze verstärken.

Die Symptome eines Scheidenpilzes

Eine Infektion mit Scheidenpilz beschert den betroffenen Frauen eine Reihe unangenehmer Beschwerden. Treten die typischen Symptome einer Scheidenpilz-Infektion wie Juckreiz, Ausfluss und Rötungen erst einmal auf, lassen sie sich kaum ignorieren.

Die typischen Symptome von Scheidenpilz gliedern sich in drei sogenannte Leitsymptome:

  • Starker Juckreiz und schmerzhaftes Brennen im Scheidenbereich
    Betroffen sind meist sowohl der äussere Genitalbereich der Schamlippen (Vulva) als auch der Scheideneingang. Für die betroffenen Frauen sind der Juckreiz und das Brennen meist die unangenehmsten Symptome.
  • Vermehrter Ausfluss
    Bei jeder Frau setzt mit der Pubertät der sogenannte Weissfluss ein. Dieser milchig-weisse Ausfluss dient dazu, die Scheidenschleimhäute feucht zu halten und Bakterien auszuschwemmen. Verändert sich der Ausfluss in seiner Beschaffenheit hin zu der Konsistenz von bröckeliger, geronnener Milch und stark in seiner Farbe von Weiss ins Gelbliche, ist dies ein wichtiges Symptom für eine Scheidenpilz-Infektion. Der Ausfluss bleibt nahezu geruchlos. Riecht der Ausfluss streng fischig, deutet dies eher auf eine bakterielle Infektion hin als auf Scheidenpilz.
  • Rötungen und Schwellungen
    Die vom Pilzbefall betroffene Haut rötet sich und schwillt an. Die Rötungen und Schwellungen sind eine natürliche Abwehrreaktion des befallenen Gewebes auf den Erreger.

Die Symptome können in unterschiedlicher Stärke auftreten – oder die erkrankten Frauen leiden nur unter einem oder zwei der Symptome. So kann eine von Scheidenpilz Betroffene einen extrem lästigen Juckreiz empfinden, im Genitalbereich ist aber weder eine Rötung noch eine Schwellung zu sehen. Bei manchen Frauen treten die Symptome auch nur so leicht auf, dass sie die Infektion gar nicht wahrnehmen. Die Schwere der Infektion erreicht meist drei Tage nach dem Ausbruch das Maximum.

Bei einigen Frauen – insbesondere bei länger anhaltenden Infektionen oder sich häufenden Scheidenpilz-Infektionen – können zu Juckreiz, Ausfluss und Rötungen noch Symptome wie Brennen beim Urinieren und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr hinzukommen.

Symptomlose Scheidenpilz-Infektion

Nicht immer zeigen sich eindeutige Scheidenpilz-Symptome mit typischen Beschwerden. Die betroffene Frau erfährt dann meist nur durch Zufall – etwa bei der routinemässigen Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt, der einen Abstrich aus der Scheide entnimmt und unter dem Mikroskop Pilzsporen sieht – dass sie einen Scheidenpilz hat.

Eine solche symptomlose Scheidenpilzinfektion bedarf in der Regel keiner Behandlung. Lediglich in der Schwangerschaft sollte der Scheidenpilz behandelt werden, da Scheidenpilz in der Schwangerschaft bestimmte Risiken mit sich bringen kann.

Können Sie selbst etwas gegen die Symptome tun?

Frauen, die schon mal von Scheidenpilz betroffen waren, erkennen die typischen Symptome meist schnell und können frühzeitig mit der Selbstbehandlung mit einem modernen Antipilzmittel beginnen. Solche Präparate sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Sie beseitigen die Infektion und lindern schnell die unangenehmen Symptome wie Juckreiz, Ausfluss und Rötungen.

Halten Juckreiz, Ausfluss und Rötungen dennoch nach einer Behandlung mit einem Antipilz-Medikament an, sollten die betroffenen Frauen einen Gynäkologen aufsuchen, um mögliche Ursachen abzuklären. Auch Frauen, die das erste Mal an Scheidenpilz erkranken oder in der Schwangerschaft erkranken, sollten vor einer Selbstbehandlung die Diagnose durch ihren Frauenarzt abklären.

Diagnose eines Scheidenpilzes

Frauen und Mädchen, die die typischen Symptome für einen Scheidenpilz aufweisen, sollten sich von einem Gynäkologen untersuchen lassen. Dieser führt zur Diagnose in der Regel ein Anamnesegespräch und eine frauenärztliche Untersuchung des Genitalbereichs durch und entnimmt für eine mikroskopische Untersuchung einen Abstrich von der Scheidenschleimhaut. Meist ist der Scheidenpilz dabei bereits anhand der charakteristischen Schleimhautveränderungen im Bereich der Scheide und Vulva erkennbar.

Um die Diagnose zu sichern und zu klären, welcher Erreger die Pilzinfektion verursacht hat, entnimmt der Arzt zusätzlich einen Abstrich von der betroffenen Scheidenschleimhaut und untersucht diesen unter dem Mikroskop bzw. schickt ihn ins Labor. Unter dem Mikroskop ist der Pilzbefall, der die Scheidenpilz-Infektion ausgelöst hat, häufig durch sein typisches Aussehen mit Pilzfäden oder Sprosszellen zu erkennen. Im Labor erfolgt dann die Anzucht der Erreger, um zu bestimmen, welche Pilzart verantwortlich ist.

Wann sollten Sie einen Frauenarzt aufsuchen?

Frauen, die bereits einmal an einer Infektion mit Vaginalpilz gelitten haben, können die Symptome meist gut von anderen Beschwerden unterscheiden und selbst eine Diagnose stellen. Dann ist es möglich, den Scheidenpilz auch ohne einen Besuch beim Gynäkologen mit einem modernen Antipilz-Medikament selbst zu behandeln.

Aber was, wenn man sich nicht sicher ist, ob man einen Frauenarzt aufsuchen sollte, ob man eine ärztliche Diagnose braucht? Bei Verdacht auf Scheidenpilz sollten Frauen auf jeden Fall einen Gynäkologen aufsuchen, wenn:

  • sie unsicher sind, ob es sich bei dem Juckreiz und dem Ausfluss tatsächlich um eine Scheidenpilz-Infektion handelt,
  • sie zum ersten Mal an den Symptomen erkrankt sind,
  • sie erkrankt und noch unter 18 Jahren sind,
  • sie schwanger sind,
  • die Symptome ungewöhnlich stark sind,
  • die Symptome trotz einer Behandlung mit einem Antipilz-Medikament nicht weggehen,
  • der Scheidenpilz öfter als viermal im Jahr auftritt.

Was passiert beim Gynäkologen? Wie wird die Diagnose gestellt?

Um eine sichere Diagnose zu stellen, beginnt der Frauenarzt mit einem Anamnesegespräch. Er befragt die Patientin zunächst ausführlich zu den Beschwerden und Begleiterscheinungen. Danach führt der Gynäkologe eine frauenärztliche Untersuchung des Genitalbereichs durch und entnimmt für eine mikroskopische Untersuchung einen Abstrich von der Scheidenschleimhaut. Meist ist der Vaginalpilz dabei bereits anhand der charakteristischen Schleimhautveränderungen im Bereich der Scheide und Vulva erkennbar.

Bei einer näheren Untersuchung unter dem Mikroskop erkennt der Frauenarzt den Pilzbefall, der die Scheidenpilz-Infektion ausgelöst hat, häufig durch sein typisches Aussehen mit Pilzfäden oder Sprosszellen. Im Labor erfolgt dann die Anzucht einer Pilzkultur, um zu bestimmen welche Pilzart für den Vaginalpilz verantwortlich ist.

Therapie einer Scheidenpilz-Infektion mit Antipilzmitteln

Die Behandlung der Vaginalmykose der erfolgt in der Regel durch spezielle Anti-Pilz-Medikamente, sogenannte Anti-Mykotika, die das Wachstum des Vaginalpilzes hemmen und ihn abtöten. Diese Medikamente enthalten als Wirkstoffe unter anderem Imidazole (z.B. Clotrimazol, Miconazol, Flucanzol, Fenticonazol ), Nystatin oder Providon-Jod und werden meist in Form von

  • Scheidenzäpfchen oder Vaginal-Tabletten in die Scheide eingebracht
  • als Creme bzw. Salbe lokal auf die betroffenen Stellen aufgetragen
  • mittels Applikator in die Scheide eingeführt

Die Behandlung mit Zäpfchen, Vaginal-Tabletten, Salben und Cremes dauert je nach Dosierung und Schwere der Scheidenpilz-Infektion ein bis sechs Tage. Reicht dies nicht aus, um den Pilz abzutöten oder kehrt er nach abgeschlossener Therapie immer wieder, können die Anti-Pilz-Medikamente auch zusätzlich in Tablettenform eingenommen werden.

Gibt es Hausmittel gegen Scheidenpilz?

Es kursieren viele Gerüchte über Scheidenpilz-Hausmittel, die jedoch mit grosser Vorsicht zu geniessen sind. Viele der vorgeschlagenen Mittel schaden eher, als dass sie zu einer Heilung führen. Viele Frauen schwören auf alternative Medizin und natürliche Heilmittel, weil sie sich davon eine sanftere und schonendere Behandlung versprechen. Aus diesem Grund greifen Sie bei der Behandlung von Scheidenpilz oftmals auf Hausmittel zurück, die auf überlieferte Ratschläge von Freundinnen oder Gerüchte im Internet zurückgehen. Zu den Scheidenpilz-Hausmitteln, die vermeintlich Linderung und Heilung versprechen, gehören beispielsweise Joghurt-Tampons, Sitzbäder mit Kräuterzusätzen und Scheidenspülungen mit Essigwasser oder verdünntem Teebaumöl. Doch was ist tatsächlich dran an diesen Scheidenpilz-Hausmitteln und wie wirksam sind sie wirklich? Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Gerüchte, die zum Thema Scheidenpilz-Hausmittel kursieren, kurz vor und informieren Sie darüber, wie nützlich oder aber schädlich diese Hausmittel in Wirklichkeit sind.

Hilft Joghurt bei Scheidenpilz?

Ein häufig propagiertes, alternatives Hausmittel gegen Scheidenpilz ist Joghurt, der über ein Scheidenschwämmchen oder einen Tampon in die Scheide eingebracht wird. Die im Joghurt enthaltenen Milchsäure-Bakterien sollen das durch die Scheidenpilz-Infektion angeschlagene Scheidenmilieu stabilisieren und den Scheidenpilz verdrängen. Doch wie sinnvoll ist die Behandlung mit joghurt-getränkten Tampons oder Schwämmchen tatsächlich?

Bei diesem Scheidenpilz-Mythos ist es wie bei manchem Märchen – ein wahrer Kern steckt darin. Aber eins nach dem anderen: Zur natürlichen Abwehr der Vaginal-Schleimhaut gehören sogenannte Milchsäure-Bakterien dazu. Sie halten die Hefepilze in Schach. Wird dieses Gleichgewicht nun gestört, können sich die Hefepilze bis zur Infektion ausbreiten. Nun denkt man, Milchsäure-Bakterien sind ja auch in Joghurt enthalten und führe ich nun einen in Joghurt getauchten Tampon ein, ist alles wieder in Ordnung. So einfach geht‘s leider nicht, denn die wenigen Milchsäure-Bakterien haben keine Chance. Hier muss zuerst ein Anti-Pilz-Mittel genommen werden. Es gibt gut verträgliche und hochwirksame Anti-Pilz-Mittel, die Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke bekommen, so sind Sie die Beschwerden schon nach wenigen Tagen los.

Zudem enthält Joghurt neben Milchsäure-Bakterien auch viele Bakterienkulturen, die im natürlichen Scheidenmilieu nichts zu suchen haben, sowie chemische Zusätze, Konservierungsstoffe und gegebenenfalls Zucker. Daher kann das Einführen von in Joghurt getauchten Tampons auch Reizungen der Scheidenschleimhaut und Entzündungen verursachen und die Scheidenpilz-Infektion sogar verschlimmern. Doch der Joghurt-Scheidenpilz-Mythos ist – im Vergleich zu den folgenden Hausmitteln – noch sehr harmlos.

Wie sinnvoll sind Scheidenspülungen mit Essig oder Teebaumöl?

Es kursieren zahlreiche Gerüchte, dass Scheidenspülungen mit Essigwasser oder verdünntem Teebaumöl bei einem Scheidenpilz helfen und die verantwortlichen Pilzerreger ausspülen würden. Durch Essigspülungen soll der pH-Wert der Scheide gesenkt werden und so das saure Milieu der Scheide wiederhergestellt werden. Teebaumöl, das entweder stark mit Wasser verdünnt als Scheidenspülung oder aber als Zusatz in einem Sitzbad angewendet werden kann, soll desinfizierend und keimabtötend wirken. Was ist dran an diesen essig- oder teebaumölhaltigen Scheidenspülungen?

Tatsächlich ist die Wirksamkeit dieser Scheidenpilz-Hausmittel nicht belegt. Vielmehr können sie sogar gesundheitsgefährdend sein, denn sowohl Essig als auch Teebaumöl ist viel zu scharf für die sensible Vaginal-Schleimhaut und reizt diese noch mehr, was zur Verschlimmerung der Scheidenpilz-Symptome führen kann! Zudem sitzen die für die Scheidenpilz-Infektion verantwortlichen Pilze nicht locker auf der Vaginal-Schleimhaut und können somit auch nicht einfach mit einer Scheidenspülung ausgespült werden. Vielmehr können Scheidenspülungen die empfindliche Scheidenflora sogar schädigen und zusätzlich aus dem Gleichgewicht bringen. Scheidenspülungen sind somit ein Scheidenpilz-Hausmittel, von dem Sie besser die Finger lassen sollten.

Knoblauchzehen als Hausmittel bei Scheidenpilz?

Ein weiterer Mythos ist, dass das Einführen von Knoblauchzehen bei Scheidenpilz hilft. Knoblauchzehen wird, ähnlich wie Teebaumöl, eine desinfizierende und keimabtötende Wirkung nachgesagt. Deshalb wird oftmals empfohlen, Knoblauchzehen – gegebenenfalls zusammen mit einem Joghurt-Tampon – in die Scheide einzuführen. Von der Anwendung dieses Scheidenpilz-Hausmittels sollten Sie jedoch besser absehen, denn scharfer Knoblauch ist viel zu aggressiv für die empfindliche Scheidenflora. Er kann die Schleimhaut der Scheide austrocknen und somit die Scheidenpilz-Infektion eher verschlimmern als verbessern.

Helfen Sitzbäder mit Kräuterzusätzen?

Sitzbäder mit Kräuterzusätzen wie zum Beispiel Kamille, Salbei, Scharfgabe, Ringelblüte, Eichenrindenextrakt, Zinnkraut oder anderen Kräutern sind ein weiteres beliebtes Hausmittel bei Scheidenpilz. Das Gerücht dahinter besagt, dass Kräuterbäder den Scheidenpilz quasi wegspülen können. Tatsächlich ist es aber ehr so, dass Sitzbäder mit Kräuterzusätzen zwar eine entspannende Wirkung haben und manchmal kurzfristig eine Linderung der Symptome herbeiführen können, einen echten therapeutischen Nutzen haben sie aber nicht, da sie die Scheidenpilz-Infektion weder heilen noch ihre Ursachen beheben können. Bei der Verwendung von ätherischen Ölen in Kräuterbädern sollte man sogar vorsichtig sein, da diese die Vaginal-Schleimhaut unter Umständen sogar reizen können.

Kann man mit Homöopathie einen Scheidenpilz heilen?

Obwohl die Wirksamkeit homöopathischer Medikamente in wissenschaftlichen Tests bisher nicht nachgewiesen werden konnte, setzen viele Menschen auf die Homöopathie. Auch zur Behandlung von Scheidenpilz gibt es eine Reihe von homöopathischen Mitteln. Zur alleinigen Behandlung einer Scheidenpilz-Infektion sind diese aber nicht geeignet. Sie sollten höchstens als ergänzende Behandlungsmethode angesehen werden.

Fazit: Wie sind Scheidenpilz-Hausmittel zu bewerten?

Auch wenn alternative Heilmethoden und natürliche Heilmittel derzeit im Trend liegen und zahlreiche Scheidenpilz-Hausmittel angeblich Linderung und Heilung verschaffen können, sollten Sie beim Thema Scheidenpilz besser auf die Schulmedizin vertrauen. Die meisten Hausmittel gegen Scheidenpilz haben keinen Nutzen oder sie verschlimmern die Scheidenpilz-Infektion sogar. Deshalb ist es besser, einen Scheidenpilz nach neuesten und gesicherten Erkenntnissen und mit speziellen Antipilz-Medikamenten zu behandeln. Zur Behandlung von Scheidenpilz kommen in der Regel Präparate mit dem Wirkstoff Clotrimazol zum Einsatz. Der Wirkstoff Clotrimazol ist dabei in unterschiedlichen Darreichungsformen erhältlich, beispielsweise in Form von Cremes oder Vaginaltabletten, die eine schnelle und wirksame Behandlung von Scheidenpilz versprechen.

Prognose und Heilungsaussichten bei fachgerechter Behandlung

In der Regel nimmt ein konsequent behandelter Scheidenpilz einen schnellen und unkomplizierten Verlauf. Im Falle einer chronischen Scheidenpilzerkrankung – in der Fachsprache chronisch-rezidivierende Vaginalmykose genannt – wird meist eine erneute, längerfristige Antimykotika-Therapie notwendig.

Wie Sie Scheidenpilz vorbeugen können

Verschiedene Verhaltensweisen und Vorsichtsmassnahmen können dazu beitragen, einer erstmaligen oder erneuten vaginalen Pilzinfektion vorzubeugen. Hierzu gehören insbesondere

  • regelmässiges und richtiges Waschen des Intimbereichs
  • vorbeugende Massnahmen während der Periode
  • Tragen der richtigen Kleidung
  • Vorbeugung mit Milchsäurebakterien
  • Verwendung von Kondomen

Die richtige Intim- und Toilettenhygiene

Frauen sollten zur Vorbeugung einer Scheidenpilz-Infektion folgende übermässige Intimhygiene-Massnahmen vermeiden:

  • aggressive oder parfümierte Seifen
  • Intimsprays
  • Scheiden-Spülungen
  • häufige Schaumbäder

Sie schädigen das natürliche Gleichgewicht der Scheidenflora und begünstigen somit eine Vermehrung der Scheidenpilz-Erreger. Stattdessen sollten Frauen ihren äusseren Genitalbereich in regelmässigen Abständen ausschliesslich mit diesen Produkten waschen:

  • klares Wasser
  • pH-neutrale Seife
  • Intimwaschlotion mit Milchsäure

Bei der Toilettenhygiene sollte zudem stets darauf geachtet werden, von vorne nach hinten, keinesfalls umgekehrt, zu wischen.

Vorbeugende Massnahmen während der Periode

Trägt eine Frau während ihrer Periode luftdichte oder kunststoffbeschichtete Slipeinlagen oder Binden, kann dies zu einem Wärme- und Feuchtigkeitsstau führen und so eine Vermehrung der Scheidenpilz-Erreger begünstigen. Das Tragen solcher Slipeinlagen sollte daher vermieden werden. Zudem ist es angeraten, während der letzten Tage der Periode kleine oder sehr kleine Tampons zu verwenden, da auch Tampons bei empfindlichen Frauen eine Scheidenpilz-Infektion begünstigen können.

Die richtige Kleidung

Es ist zudem ratsam, keine eng anliegende, synthetische Kleidung und Unterwäsche zu tragen. Stattdessen bietet sich leichte Unterwäsche aus Baumwolle an, die man am besten täglich wechseln sollte. Nach dem Baden sollten die nassen Badesachen nicht am Körper trocknen, sondern sofort ausgezogen werden.

Leidet eine Frau bereits an einem Scheidenpilz, sollte sie Handtücher und Wäsche täglich wechseln und diese nicht gemeinsam mit ihrem Partner benutzen, da sonst Ansteckungen möglich sind. Zum Abtöten der Erreger in Kleidung, Wäsche und Handtüchern bieten sich spezielle Waschmittel aus der Apotheke an.

Milchsäurebakterien gegen Scheidenpilz-Infektionen

Auch mit Hilfe von Mitteln, die Milchsäure-Bakterien enthalten, kann eine Frau einem Scheidenpilz vorbeugen. Diese sind unter anderem in Form von Zäpfchen in der Apotheke erhältlich und tragen dazu bei, dass das natürliche Gleichgewicht des Bakterienhaushalts im Intimbereich erhalten bleibt. Die Milchsäure-Bakterien besiedeln nämlich die Schleimhaut der Scheide und senken den pH-Wert der Scheidenschleimhaut.