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Fußpilz

Der Fusspilz – in der Medizin auch Tinea pedis genannt – ist eine sehr häufig vorkommende, oftmals chronische Pilzinfektion der Füsse, die sich typischerweise durch Symptome wie Hautrötung, Nässe, Schuppung der Haut, Bläschenbildung, Juckreiz und Brennen äussert. In etwa 80 Prozent der Fälle tritt der Fusspilz in den Zehenzwischenräumen auf, aber auch die Fusssohlen und der Fussrücken können betroffen sein. Verursacht wird ein Fusspilz meist durch Dermatophyten; seltener können auch Hefepilze oder Schimmelpilze für die Infektion verantwortlich sein. Die Behandlung von Fusspilz erfolgt mit sogenannten Antimykotika, meist in Form von Salben, Cremes, Sprays oder Puder, die abtötend bzw. wachstumshemmend auf die ursächlichen Pilzerreger wirken.

ICD-Codes für diese Krankheit: B35.3

Definition: Was ist Fusspilz?

Bei einem Fusspilz ist die Haut im Fussbereich mit krankheitsauslösenden Pilzerregern infiziert. Der Fusspilz wird daher auch zu den sogenannten Dermatomykosen gezählt. Dabei handelt es sich um sogenannte lokale bzw. oberflächliche Pilzinfektionen (=Mykosen) der Haut (=Derma) und ihrer Anhangsgebilde, die durch verschiedene krankheitserregende Pilze hervorgerufen werden können.

Wodurch wird Fusspilz ausgelöst?

In den meisten Fällen sind Dermatophyten für einen Fusspilz verantwortlich. Diese auch als Fadenpilze bezeichneten Pilzerreger, zu deren wichtigsten Vertretern die Gattungen Trichophyton, Epidermophyton und Mikrosporum gehören, befallen speziell die Haut und ihre Anhangsgebilde, sprich die Nägel und Haare, und führen ausschliesslich zu oberflächlichen Mykosen. Durch Dermatophyten verursachte Pilzinfektionen werden auch als Dermatophytosen oder Tinea bezeichnet. In der Medizin wird für den Fusspilz daher meist der Begriff Tinea pedis verwendet. In seltenen Fällen kann ein Fusspilz aber auch durch Hefepilze, insbesondere Candida-Arten, und Schimmelpilze ausgelöst werden.

Wer ist von Fusspilz betroffen?

Im Englischen wird der Fusspilz auch als athlete’s foot, zu Deutsch Sportler-Fuss, bezeichnet. Diese Bezeichnung ist darauf zurückzuführen, dass vor allem Sportler häufig unter Fusspilz leiden. Diese nutzen nämlich besonders häufig Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen, öffentliche Schwimmbäder und Saunas und tragen oft schweissförderndes Schuhwerk. Da die krankheitsauslösenden Pilzerreger in einem feucht-warmen Milieu besonders gut gedeihen, ist das Risiko einer Ansteckung mit Fusspilz für Sportler besonders gross.

Doch nicht nur Sportler sind von Fusspilz betroffen. Auch ältere Menschen sowie Menschen mit

  • einem geschwächten Immunsystem,
  • Diabetes,
  • Durchblutungsstörungen,
  • Fussfehlstellungen oder
  • einer familiären Disposition für Fusspilz

gehören zu den Risikogruppen, die häufig an Fusspilz erkranken.

Wie äussert sich ein Fusspilz?

Ein Fusspilz kann grundsätzlich in den Zehenzwischenräumen und/oder an den Zehen, den Fusssohlen, am Fussrand sowie am Fussrücken auftreten. In etwa 80 Prozent der Fälle sind dabei die Zehenzwischenräume betroffen, während die Zehen selbst sowie die Fusssohlen und der Fussrand in ca. 28 Prozent der Fälle befallen sind. Am seltensten ist ein Fusspilz am Fussrücken zu finden (ca. 6 Prozent).

Typischerweise geht eine Pilzinfektion der Füsse dabei mit einer Reihe leicht erkennbarer Symptome einher. Im Anfangsstadium erscheint die infizierte Fusshaut zunächst nur weisslich und aufgequollen. Im weiteren Verlauf treten dann sichtbare Symptome wie Hautrötung, Nässe, Schuppung und Blasenbildung auf. Zudem äussert sich ein Fusspilz oft durch Juckreiz, Brennen und einen unangenehmen Geruch.

Welche verschiedenen Arten von Fusspilz gibt es?

Je nachdem, welcher Bereich des Fusses von der Pilzinfektion betroffen ist und wie das Befallsmuster der Haut aussieht, lassen sich drei verschiedene Arten bzw. Erscheinungsformen von Fusspilz unterscheiden: die interdigitale Form (Tinea pedis interdigitalis), die squamös-hyperkeratorische Form (Tinea pedis plantaris) und die vesikulös-dyshidrotische Form:

  1. Interdigitale Form: Diese Form von Fusspilz, bei der die Infektion zwischen den Zehenzwischenräumen zu finden ist, kommt am häufigsten vor. Sie wird auch als Tinea pedis interdigitalis, interdigitaler Fusspilz oder Interdigitalmykose bezeichnet. Die ersten Symptome treten meist zwischen dem vierten und fünften Zeh auf. Der interdigitale Fusspilz kann mitunter jahrelang unerkannt und unbehandelt bleiben und sich im weiteren Verlauf auf den übrigen Fuss ausdehnen.
  2. quamös-hyperkeratorische Form: Diese Form von Fusspilz wird auch als Tinea pedis plantaris oder Mokassin-Mykose bezeichnet, da sie zunächst an den Fusssohlen zu finden ist und im weiteren Verlauf langsam auf die Fusskanten und den Fussrücken übergreift. Die infizierte Fusshaut ist dabei zunächst schuppig und trocken und verhornt im weiteren Verlauf.
  3. Vesikulös-dyshidrotische Form: Für diese Form von Fusspilz sind kleine flüssigkeitsgefüllte Bläschen im Bereich des Fussgewölbes und der Fusskanten charakteristisch. Diese Bläschen platzen nicht spontan, sondern trocknen ein, was zu einem Spannungsgefühl der Fusshaut und zu Juckreiz führt.

Zur Häufigkeit von Fusspilz

Medizinischen Studien zu Folge gehört der Fusspilz in Deutschland und den westlichen Industrieländern nicht nur zu den häufigsten Hautpilzerkrankungen (Dermatomykosen), sondern zu den häufigsten Infektionskrankheiten überhaupt. Schätzungsweise ein Drittel der Bevölkerung leiden hierzulande an einer Pilzinfektion im Bereich der Füsse und bis zu 70 Prozent aller Deutschen sind mindestens einmal im Leben von einem Fusspilz betroffen. Der Fusspilz wird deshalb auch manchmal als Volkskrankheit bezeichnet. Bei Männern ist die Erkrankung dabei etwas weiter verbreitet als bei Frauen. Zudem steigt die Anzahl der Pilzinfektionen im Bereich des Fusses mit dem Alter, während Kinder in der Regel nur selten einen Fusspilz haben.

Die Ursachen für Fusspilz

An der Entstehung einer Pilzinfektion an den Füssen sind verschiedene Fusspilz-Ursachen beteiligt. Für die Entstehung einer Fusspilz-Infektion sind zum einen die verschiedenen Erreger der drei Hauptgruppen krankheitsauslösender Pilze (Dermatophyten, Hefepilze oder Schimmelpilze) selbst verantwortlich. Die Ansteckung mit diesen Erregern erfolgt dabei in der Regel entweder durch eine direkte oder eine indirekte Schmierinfektion.

Zum anderen müssen prädisponierende Faktoren, die eine Vermehrung der Pilzerreger im menschlichen Organismus und damit die Entstehung einer Fusspilz-Infektion begünstigen, gegeben sein. Zu diesen Faktoren gehört insbesondere ein geschwächtes Immunsystem, etwa durch andere Grunderkrankungen wie Diabetes, sowie ein feucht-warmes Klima, in dem die Pilze gut gedeihen.

Welche Erreger sind für Fusspilz verantwortlich?

Für einen Fusspilz können grundsätzlich entweder Dermatophyten, Hefepilze oder Schimmelpilze verantwortlich sein. Bei diesen Erregern handelt es sich um die drei Hauptgruppen von krankheitsauslösenden Pilzen, die im sogenannten DHS-System nach Rieth als Verursacher von Pilzinfektionen definiert sind. Die meisten Pilzinfektionen der Füsse werden jedoch durch Dermatophyten verursacht, während Hefepilze und Schimmelpilze nur in seltenen Fällen für einen Fusspilz verantwortlich sind.

  • Dermatophyten: Diese Pilze werden auch als Fadenpilze bezeichnet und befallen speziell die Haut und deren Anhangsgebilde, die Nägel und Haare. Pilzerkrankungen, die durch Dermatophyten verursacht werden, werden auch Dermatophytosen oder Tinea genannt. Zu den wichtigsten Vertretern der Gruppe der Dermatophyten gehören die Gattungen Trichophyton, Mikrosporum und Epidermophyton. Die häufigsten Verursacher von Fusspilz sind dabei die Pilzerreger Trichophyton rubrum und Trichophyton interdigitale, die sich bevorzugt an den Füssen und Fussnägeln ansiedeln.
  • Hefepilze: Diese Pilze vermehren sich durch Sprossung oder Spaltung und werden daher auch als Sprosspilze bezeichnet. Wichtige Vertreter der Gruppe der Hefepilze sind die Gattungen Candida, Cryptococcus und Pityrosporum. Einer Fusspilz-Infektion durch Hefepilze liegen meist Candida-Arten, insbesondere der Erreger Candida albicans, zugrunde. Ein durch Candida verursachter Fusspilz betrifft meist die Zehenzwischenräume und wird daher auch als Candidosis interdigitalis bezeichnet.
  • Schimmelpilze: Diese Pilze verursachen meist systemische Mykosen im Inneren des Körpers, kommen aber auch als Verursacher einer oberflächlichen Mykose wie Fusspilz in Frage. Ein Vertreter der Gruppe der Schimmelpilze, der für eine Fusspilz-Infektion verantwortlich sein kann, ist beispielsweise der Schimmelpilz Scopulariopsis brevicaulis.

Wie erfolgt die Übertragung der Erreger von Fusspilz?

Die Übertragung der für Fusspilz verantwortlichen Erreger erfolgt in der Regel von Mensch zu Mensch durch eine sogenannte Schmier- bzw. Kontaktinfektion. Hierbei sind mit der direkten und der indirekten Schmierinfektion grundsätzlich zwei verschiedene Übertragungswege möglich. Bei der direkten Schmierinfektion werden die Fusspilz-Erreger beim direkten Hautkontakt mit dem infizierten Fuss eines anderen Menschen, etwa bei Kontaktsportarten wie Judo, übertragen. Bei der indirekten Schmierinfektion erfolgt die Ansteckung dagegen indirekt durch den Hautkontakt mit kontaminierten Gegenständen (z.B. Schuhe oder Socken) oder Oberflächen (z.B. Fuss- oder Teppichböden).

Die indirekte Schmierinfektion stellt dabei den weitaus häufigeren Übertragungsweg dar. So kommt es in den meisten Fällen durch herumliegende von infizierten Menschen abgesonderte Hautschüppchen, die Pilzpartikel enthalten, zu einer indirekten Übertragung der Fusspilz-Erreger. Infizierte Menschen verlieren diese Hautschüppchen insbesondere beim Barfusslaufen und verteilen sie dann unsichtbar auf dem Fussboden, von wo aus sie auf die Fusshaut gesunder, ebenfalls barfusslaufender Menschen gelangen und dort einen Fusspilz verursachen können.

Das Risiko einer Ansteckung mit Fusspilz ist daher vor allem dort besonders gross, wo viele Menschen barfuss laufen. Hierzu gehören unter anderem öffentliche Nasseinrichtungen wie Gemeinschaftsduschen, Schwimm- und Freibäder oder Sauna-Anlagen sowie Sporthallen, Hotelzimmer, Ferienanlagen und Campingplätze. Insbesondere das Barfusslaufen in öffentlichen Nasseinrichtungen birgt dabei ein hohes Ansteckungsrisiko, da die Fusspilz-Erreger in einem feucht-warmen Milieu besonders gut gedeihen.

Welche Risikofaktoren begünstigen Fusspilz?

Die Übertragung der Fusspilz-Erreger durch eine direkte oder indirekte Schmierinfektion alleine verursacht noch keinen Fusspilz. Ob es nach der Ansteckung tatsächlich zu einem Ausbruch der Erkrankung kommt, hängt davon ab, ob Risikofaktoren vorliegen, die die Vermehrung der ursächlichen Erreger und damit die Entstehung einer Fusspilz-Infektion begünstigen. Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören dabei neben einer familiären Disposition ein geschwächtes Immunsystem, ein feucht-warmes Klima sowie vorhandene Eintrittspforten in der Haut.

Geschwächtes Immunsystem:

Normalerweise wird die körpereigene Immunabwehr ohne Probleme mit den Fusspilz-Erregern fertig und verhindert deren Vermehrung und den Ausbruch einer Fusspilz-Infektion. Erst wenn das Immunsystem durch bestehende Grunderkrankungen oder andere Faktoren geschwächt ist und die Ausbreitung der Pilze nicht ausreichend bekämpfen kann, kommt es zu einem Fusspilz.

Zur Risikogruppe der Menschen, die besonders anfällig für Fusspilz sind, gehören daher unter anderem

  • ältere Menschen,
  • Diabetiker,
  • HIV-Infizierte und
  • Raucher.

Darüber hinaus sind auch Menschen, die eine Operation, Transplantation oder Chemotherapie hinter sich haben, übergewichtig sind, an Durchblutungsstörungen in den Füssen und Beinen leiden oder Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken, besonders anfällig für Fusspilz.

Feucht-warmes Klima:

In einem feucht-warmen Klima gedeihen die ursächlichen Fusspilz-Erreger besonders gut. Aus diesem Grund sind vor allem aktive Sportler, insbesondere Schwimmer, Läufer, Tennisspieler und Fussballer, häufig von Fusspilz betroffen. Diese kommen in Gemeinschaftsduschen, Umkleidekabinen und Schwimmbädern zum einen besonders häufig mit den Fusspilz-Erregern in Kontakt. Zum anderen begünstigt das feucht-warme Milieu, das in Turnschuhen aufgrund der vermehrten Schweissbildung der Füsse herrscht, eine Ausbreitung der Fusspilz-Erreger.

Weitere Gründe für das Vorliegen eines feucht-warmen Klimas im Bereich der Füsse sind

  • zu enge oder zu wenig luftdurchlässige Schuhe oder Strümpfe, die die Durchblutung und Belüftung der Füsse behindern,
  • eine erhöhte Schweissbildung bei Schweissfüssen,
  • Fehlstellungen des Fusses und
  • eine mangelhafte Fusshygiene bzw. ein schlechtes Abtrocknen der Füsse nach dem Duschen.

Eintrittspforten in der Haut:

Um eine Fusspilz-Infektion hervorrufen zu können, muss der ursächliche Erreger zunächst die natürliche Schutzschicht der Haut überwinden. Insbesondere kleinere Hautrisse und Verletzungen an den Füssen oder Nägeln dienen den Fusspilz-Erregern dabei als Eintrittspforten in die Haut und begünstigen die Entstehung einer Fusspilz-Infektion. Diese Hautverletzungen können unter anderem durch zu enge Schuhe und Fussfehlstellungen wie Hammerzehen oder Senk-, Spreiz- und Plattfüsse, die die Entstehung von Druck- und Wundstellen an den Füssen begünstigen, verursacht werden. Darüber hinaus kann die Fusshaut auch durch zu häufiges Reinigen mit aggressiven Seifen, Duschgels oder Sprays geschädigt werden.

Welche Symptome verursacht ein Fusspilz?

Zu den typischen Symptomen einer Fusspilz-Infektion, die häufig an beiden Füssen gleichzeitig auftritt, gehören

  • eine weissliche, aufgequollene oder nässende Fusshaut,
  • eine Rötung und Schuppung der infizierten Hautstellen und
  • die Bildung von Blasen oder Pusteln sowie kleinen Hautrissen.

Ausserdem kann es zu Juckreiz, Brennen, Schmerzen und einem unangenehmen Geruch an den betroffenen Hautstellen kommen. Diese Fusspilz-Symptome treten nicht immer gleichzeitig auf und variieren in ihrem Stärkegrad.

In etwa 80 Prozent der Fälle tritt der Fusspilz in den Zehenzwischenräumen auf; aber auch die Zehen selbst (ca. 28 Prozent), die Fusssohlen und der Fussrand (ca. 28 Prozent) sowie seltener der Fussrücken (ca. 6 Prozent) können von Fusspilz betroffen sein. Je nachdem, wie und wo sich die Symptome einer Pilzinfektion des Fusses manifestieren, können drei verschiedene Erscheinungsformen von Fusspilz unterschieden werden, und zwar

  1. die interdigitale Form,
  2. die squamös-hyperkeratorische Form und
  3. die vesikuläs-dyshidrotische Form.

Interdigitale Form von Fusspilz:

Die interdigitale Form – auch Tinea pedis interdigitalis, interdigitaler Fusspilz oder Pilzinfektion in den Zehenzwischenräumen genannt – ist die häufigste Form von Fusspilz. Die ersten Symptome dieser Form von Fusspilz zeigen sich meist zwischen dem vierten und fünften Zeh. Im Anfangsstadium äussert sich die Infektion dabei meist durch eine feuchte und aufgeweichte Haut (Mazeration) sowie einen unangenehmen Juckreiz zwischen den Zehen.

Im weiteren Verlauf können die betroffenen Hautstellen unter anderem schuppig werden und sich abpellen, so dass darunter eine gerötete Hautschicht sichtbar wird. Ausserdem bilden sich oft kleine Bläschen bzw. Pusteln sowie tiefe, schmerzhafte Hautrisse, die das Eindringen weiterer Erreger, beispielsweise Bakterien, begünstigen. Zudem wird der Fusspilz oft von einem unangenehmen Geruch begleitet.

Der interdigitale Fusspilz kann mitunter jahrelang unerkannt und unbehandelt bleiben. Wird der Fusspilz nicht behandelt, kann er sich von den Zehenzwischenräumen aus auf den übrigen Fuss ausbreiten. Aus diesem Grund sollten auch schwächere Symptome, wie sie im Anfangsstadium der Erkrankung auftreten, nicht ignoriert, sondern zeitnah behandelt werden.

Squamös-hyperkeratorische Form von Fusspilz:

Bei der squamös-hyperkeratorischen Form von Fusspilz beginnt die Pilzinfektion nicht zwischen den Zehen, sondern an den Fusssohlen. Sie wird deshalb auch Tinea pedis plantaris oder Mokassin-Mykose genannt. Von den Fusssohlen aus greift sie im weiteren Verlauf langsam auf die Fusskanten und den Fussrücken über. Zu den typischen Symptomen dieser Form von Fusspilz gehören im Anfangsstadium eine verstärkte Trockenheit und Schuppung der Haut an den Fusssohlen.

Im weiteren Verlauf kommt es zu einer übermässigen Verhornung (Hyperkeratose) der schuppigen (squamös) Haut mit der Bildung dicker Hornhautschichten und zur Entstehung von schmerzhaften Hautrissen. Diese auch als Rhagaden bezeichneten Hautrisse entwickeln sich vor allem an den besonders belasteten Fersen. Von den Betroffenen wird die squamös-hyperkeratorische Form von Fusspilz oft nicht als Fusspilz erkannt, sondern als trockene Haut fehlinterpretiert.

Vesikulös-dyshidrotische Form von Fusspilz:

Die vesikulös-dyshidrotische Form von Fusspilz hat ihren Ausgangspunkt in der Regel im Bereich des Fussgewölbes und der Fusskanten. Hier bilden sich als Hauptsymptom kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen, die aufgrund der dicken Hornschicht an den Fusssohlen nicht spontan platzen, sondern eintrocknen. In der Folge leiden die Betroffenen häufig unter einem Spannungsgefühl und Juckreiz der Fusshaut.

Mögliche Komplikationen bei Fusspilz

Ein Fusspilz muss in jedem Fall behandelt werden, da er von alleine nicht wieder abheilt. Bleibt er über einen längeren Zeitraum unerkannt und unbehandelt oder wird er nicht konsequent genug über den empfohlenen Zeitraum hinweg behandelt, besteht die Gefahr, dass sich die Pilzinfektion weiter bzw. erneut ausbreitet oder ernste Komplikationen nach sich zieht. So kann ein Fusspilz der Zehenzwischenräume beispielsweise auf den gesamten Fuss oder auf die Fussnägel übergreifen und dort zu einer Nagelpilz-Infektion führen.

Aber auch das Risiko, dass sich der Fusspilz auf andere Hautpartien und Körperstellen ausbreitet, ist grundsätzlich gegeben. Gefährdet sind dabei vor allem Körperregionen, in denen ein feucht-warmes Milieu herrscht, etwa die Leisten oder die Achseln. Zu einer Infektion anderer Körperregionen kann es etwa dadurch kommen, dass sich ein Betroffener mit den blossen Händen an den juckenden Füssen kratzt oder nur ein einziges Handtuch für das Abtrocknen der Füsse und anderer Körperstellen benutzt.

Eine weitere mögliche Komplikation bei Fusspilz ist die zusätzliche Entstehung einer bakteriellen Infektion, etwa einer Wundrose (Erysipel). Durch die Besiedelung mit Pilzen ist nämlich die natürliche Abwehr der Haut geschädigt, so dass Bakterien und auch Viren leichter in die Haut eindringen und dort zu ernsthaften Entzündungen führen können.

Wie wird Fusspilz diagnostiziert?

Die Diagnose einer Fusspilz-Infektion erfolgt durch eine klinische Inspektion der befallenen Fussbereiche und ein Anamnese-Gespräch, gefolgt von einer mikroskopischen Untersuchung, bei der der Fusspilz-Erreger im sogenannten Nativpräparat nachgewiesen wird. Im nächsten Schritt kann zur Fusspilz-Diagnose im Labor eine Pilzkultur angelegt werden, um den genauen Fusspilz-Erreger zu bestimmen.

Klinische Inspektion und Anamnese:

Die Verdachtsdiagnose Fusspilz lässt sich in der Regel ganz einfach durch eine klinische Inspektion der Füsse und ein Anamnese-Gespräch stellen. Hierfür führt der behandelnde Arzt – in der Regel ein Hautarzt – zunächst eine körperliche Untersuchung des Patienten durch, bei der er die betroffenen Hautstellen an den Füssen durch blosses Anschauen genau begutachtet. Anhand der charakteristischen Symptome und Hautveränderungen kann der Arzt dabei meist schon erkennen, ob es sich um einen Fusspilz handelt. Eine Reihe leicht erkennbarer Symptome, darunter etwa eine Rötung, Schuppung und Bläschenbildung der Fusshaut weisen nämlich meist schon auf einen Fusspilz hin.

Weitere Hinweise darauf, ob es sich bei den Hautveränderungen um Fusspilz handelt, erhält der Arzt in einem Anamnese-Gespräch. In diesem Gespräch fragt der Arzt den Patienten beispielsweise, ob dieser unter weiteren Beschwerden wie etwa Jucken, Brennen oder Schmerzen an den Füssen leidet. Ausserdem versucht der Arzt mögliche Risikofaktoren und Ursachen für die Fusspilz-Infektion zu identifizieren, indem er den Patienten unter anderem fragt, ob er zur Schweissbildung an den Füssen neigt, häufig öffentliche Duschen und Schwimmbäder nutzt oder oft luftundurchlässige oder zu enge Schuhe trägt.

Nachweis des Fusspilz-Erregers im Nativpräparat:

Um eindeutig feststellen zu können, ob es sich bei der Hautinfektion um einen Fusspilz handelt, reichen die klinische Inspektion und die Anamnese nicht aus. Hierfür ist der mikroskopische Nachweis des Fusspilz-Erregers im sogenannten Nativpräparat notwendig. Bei dem Nativpräparat handelt es sich im Falle von Fusspilz um eine Haut- oder Schuppenprobe der infizierten Fusshaut, die der Arzt mit einem Spatel abschabt.

Dieses Probematerial trägt der Arzt anschliessend auf einen Objektträger auf und untersucht es mit 25- bis 400-facher Vergrösserung unter dem Mikroskop. Lässt sich bei dieser mikroskopischen Untersuchung nachweisen, dass sich Pilzelemente im Nativpräparat befinden, ist die Diagnose Fusspilz sichergestellt. Die Bestimmung, um welche Art von Fusspilz-Erreger es sich genau handelt, ist unter dem Mikroskop allerdings meist nicht möglich. Deshalb wird im nächsten Schritt oft eine sogenannte Pilzkultur angelegt, um den genauen Fusspilz-Erreger zu identifizieren.

Bestimmung des Fusspilz-Erregers mit einer Pilzkultur:

Für die weitere und gezielte Behandlung von Fusspilz mit dem passenden Medikament ist es oft wichtig zu wissen, welche Art von Erreger genau für die Infektion verantwortlich ist, sprich, ob es sich bei dem ursächlichen Fusspilz-Erreger um Dermatophyten, Hefepilze oder Schimmelpilze handelt. Aus diesem Grund kann im Rahmen der Fusspilz-Diagnostik das Anlegen einer Pilzkultur zur genauen Erregerbestimmung notwendig werden.

Hierbei wird der Erreger mithilfe einer Haut- oder Schuppenprobe der infizierten Fusshaut im Labor auf einem geeigneten Nährboden bei einer Temperatur von 28 Grad Celcius bzw. Raumtemperatur angezüchtet. Aus den gewachsenen Pilzkolonien lässt sich anschliessend auf die spezifische Pilzart schliessen. Bis das genaue Ergebnis dieser Untersuchung vorliegt, kann es, je nach Pilzart wenige Tage (etwa bei den Hefepilzen Candida) oder auch 3 bis 4 Wochen (bei Dermatophyten) dauern.

Differenzialdiagnose bei Fusspilz

Auch andere Erkrankungen können mit Symptomen wie einer feuchten, aufgeweichten Fusshaut, einer trockenen Fusshaut oder einer Schuppenbildung einhergehen, die denen einer Fusspilz-Infektion ähneln. Da diese Erkrankungen einer anderen Behandlung bedürfen, ist es daher wichtig, im Rahmen der Fusspilz-Diagnostik andere in Frage kommende Erkrankungen auszuschliessen. Zu diesen Erkrankungen gehören beispielsweise die Schuppenflechte (Psoriasis), ein Ekzem oder eine bakterielle Infektion der Fusshaut.

Wie wird Fusspilz behandelt?

Ein Fusspilz sollte in jedem Fall medizinisch behandelt werden, auch wenn er nur leicht ausgeprägt ist und geringe Beschwerden verursacht. Ohne eine entsprechende Behandlung heilt ein Fusspilz nämlich nicht ab. Vielmehr breitet er sich unbehandelt auf den ganzen Fuss oder auch andere Körperbereiche aus und verläuft chronisch. Ausserdem besteht ein hohes Risiko, dass sich andere Menschen anstecken, wenn eine Fusspilz-Infektion nicht behandelt wird.

Zur Fusspilz-Behandlung werden in der Regel sogenannte Antimykotika eingesetzt. Dabei handelt es sich um Antipilzmedikamente, die abhängig vom Ausmass der Fusspilz-Infektion, entweder lediglich äusserlich in Form von Cremes, Salben oder Sprays auf die betroffenen Hautregionen aufgetragen werden (topische Behandlung), oder innerlich in Form von Tabletten verabreicht werden (systemische Behandlung).

Je nach Wirkungsweise der Antimykotika lassen sich dabei grundsätzlich zwei verschiedene Arten von Antipilzmitteln unterscheiden: die fungistatischen Antimykotika, die das Wachstum der Pilzerreger hemmen, und die fungiziden Antimykotika, die die Pilzerreger gezielt abtöten. Von der Wirkungsweise der Antipilzmittel hängt auch ab, wie lange sie angewendet werden müssen:

  • Fungistatische Antimykotika: Diese Antipilzmittel enthalten Wirkstoffe wie beispielsweise Clotrimazol, die primär die Vermehrung der Fusspilz-Erreger hemmen und so verhindern, dass sich die Fusspilz-Infektion weiter ausbreitet. Fungistatische Antimykotika müssen etwa drei bis vier Wochen lang zwei- bis dreimal täglich angewendet werden. So lange braucht die Haut ungefähr, um sich vollständig zu erneuern und die vom Fusspilz befallenen Hautzellen nach und nach abzustossen.
  • Fungizide Antimykotika: Diese Antipilzmittel enthalten Wirkstoffe wie beispielsweise Terbinafin, die die Fusspilz-Erreger direkt abtöten. Fungizide Antimykotika müssen wesentlich kürzer angewendet werden, als fungistatische Antimykotika. Unter Umständen, etwa bei einer sehr leichten Fusspilz-Infektion, reicht sogar die einmalige Behandlung mit einem pilztötenden Antimykotikum wie Terbinafin.

Topische vs. systemische Behandlung von Fusspilz

Bei der Behandlung von Fusspilz kann je nach Anwendungsart der Antipilzmittel zwischen einer topischen Therapie mit äusserlich angewandten Antimykotika und einer systemischen Therapie mit innerlich angewandten Antimykotika unterschieden werden. Welche dieser Therapievarianten zum Einsatz kommt, hängt vom Ausmass der Fusspilz-Infektion ab. So genügt es bei einem leichten Fusspilz, der sich noch im Anfangsstadium befindet, meist, die betroffenen Hautregionen im Rahmen einer topischen Therapie äusserlich zu behandeln. Ein fortgeschrittener Fusspilz oder ein Fusspilz, der trotz topischer Therapie nicht verschwindet, muss dagegen systemisch mit Tabletten behandelt werden.

  • Topische Behandlung von Fusspilz: Bei der topischen Therapie werden die Antipilzmittel äusserlich in Form von gut verträglichen Cremes, Salben, Sprays, Lösungen, Tinkturen, Gels, Puder oder Pasten auf die von Fusspilz betroffenen Hautregionen aufgetragen. Diese äusserlich angewandten Antimykotika sind oftmals rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und können leicht in Eigenregie, sprich in Selbstmedikation, zur Behandlung von Fusspilz eingesetzt werden. In der Regel müssen sie für drei bis vier Wochen zwei- bis dreimal täglich auf die betroffene Fusshaut aufgetragen werden. Dabei dringen sie tief in die Hautschichten ein, um auch die tiefer sitzenden Fusspilz-Sporen zu erreichen.
  • Systemische Behandlung von Fusspilz: Bei der systemischen Therapie werden die Antipilzmittel oral in Form von Tabletten verabreicht und so über den Blutkreislauf im gesamten Organismus verteilt. Diese innerlich angewandten Antimykotika kommen in der Regel nur bei schweren, fortgeschrittenen Fällen von Fusspilz zum Einsatz, etwa wenn der Fusspilz schon grossflächig die Fusssohlen, die Fersen, den Fussrücken und die Nägel befallen hat. Ausserdem wird eine systemische Therapie auch notwendig, wenn die topische Therapie nicht den gewünschten Erfolg gezeigt hat und die Beschwerden weiter anhalten.

Wie lange muss die Fusspilz-Behandlung durchgeführt werden?

Eine regelmässige und ordnungsgemässe Anwendung bzw. Einnahme der Antimykotika ist notwendig, um den Fusspilz effektiv zu behandeln. Deshalb ist es wichtig, sich genau an die Vorgaben des Arztes, der das Antimykotikum verordnet hat, bzw. an die Vorschriften in der Gebrauchsanweisung zu halten. Insbesondere die vorgeschriebene Anwendungsdauer sollte eingehalten werden. So sollten die Antimykotika auf keinen Fall frühzeitig abgesetzt werden, sobald die typischen Fusspilz-Symptome verschwunden sind.

Denn auch wenn keine Beschwerden wie Hautrötungen, Hautschuppen, Bläschenbildung oder Jucken mehr in Erscheinung treten, sind die für den Fusspilz verantwortlichen Erreger nicht zwangsläufig vollständig verschwunden oder abgetötet. Stattdessen sind in den einzelnen Hautschichten trotz des Abklingens der Symptome häufig noch Fusspilz-Erreger vorhanden, die sich nach dem Absetzen der Antimykotika erneut vermehren und damit zu einem erneuten Aufflammen der Fusspilz-Infektion führen können.

Um eine restlose Beseitigung der Fusspilz-Erreger zu gewährleisten und einen Rückfall zu verhindern, sollte die Fusspilz-Therapie daher niemals eigenständig zu früh abgebrochen werden, sondern gemäss den Vorgaben des Arztes bzw. der Gebrauchsanweisung fortgeführt werden. Diese Vorgaben besagen in der Regel, dass die Fusspilz-Behandlung über einen Zeitraum von mindestens 3 bis 4 Wochen durchgeführt werden sollte, auch wenn die Symptome vor Ablauf dieser Zeitspanne schon verschwunden sind.

Welche Wirkstoffe gegen Fusspilz gibt es?

Antimykotika gegen Fusspilz gibt es mit vielen verschiedenen Wirkstoffen. Je nach Wirkungsspektrum der Antimykotika wird dabei zwischen Schmalspektrum- und Breitspektrum Antimykotika unterschieden. Schmalspektrum-Antimykotika sind nur bei einer geringen Zahl von Fusspilz-Erregern wirksam; vor ihrer Anwendung muss daher die genaue Pilzart bekannt sein. Breitspektrum-Antimykotika bekämpfen dagegen mehrere Pilzarten gleichzeitig und können daher gegen eine Vielzahl unterschiedlicher Fusspilz-Erreger eingesetzt werden. Zu den zur Verfügung stehenden Schmalspektrum-Antimykotika gehören unter anderem das gegen Hefepilze wirkende Antimykotikum Nystatin und das gegen Dermatophyten wirkende Antimykotikum Tolnafat. Sowohl Nystatin als auch Tolnafat werden äusserlich angewandt.

Gängige Breitspektrum-Antimykotika sind insbesondere die sogenannten Azole. Zu ihnen gehören beispielsweise die Wirkstoffe Bifonazol, Clotrimazol, Miconazol, Itraconazol und Fluconazol. Diese Antimykotika wirken fungistatisch, d.h. sie hemmen das Wachstum und die Vermehrung der Fusspilz-Erreger, und werden meist äusserlich in Form von Cremes, Lösungen oder Sprays (Bifonazol, Clotrimazol und Miconazol), aber auch innerlich in Form von Tabletten (Itraconazol und Fluconazol) eingesetzt. Ein ebenfalls häufig eingesetztes Breitspektrum-Antimykotikum ist Terbinafin, das sowohl äusserlich (topisch) als auch innerlich (systemisch) angewandt werden kann und anders als die Azole fungizid wirkt, d.h. die Fusspilz-Erreger abtötet.

Bei Fusspilz ist Creme ideal für die Behandlung trockener Haut

In Apotheken stehen frei verkäufliche Medikamente gegen Fusspilz als Creme, Gel, Lösung, Spray oder Puder zur Verfügung. Antimykotika, die für eine örtliche Therapie geeignet sind, enthalten in den meisten Fällen wirksame Bestandteile aus der Stoffgruppe der Azole. Es handelt sich dabei um Arzneistoffe, die fungistatisch wirken, also die Ausbreitung des Pilzes stoppen. Azole hemmen die Biosynthese von Ergosterin, das ein wichtiger Baustein der Zellmembran von Pilzen ist. Als Folge des Eingriffs stellt der Erreger sein Wachstum ein und stirbt schliesslich ab. Die Wahl der passenden Darreichungsform für eine erfolgreiche topische Behandlung hängt von der Hautbeschaffenheit ab. Patienten, die stark unter Fussschweiss leiden, greifen eher zu Puder oder Gel. Bei trockener Haut zeigt die Behandlung von Fusspilz mit Creme einem pflegenden Effekt und bringt dadurch zusätzliche Entlastung.

Heilungserfolg verspricht bei Fusspilz eine Creme mit Breitbandwirkung

In etwa einem Drittel der Fälle ist eine Mischinfektion für den Krankheitsverlauf einer Fussmykose verantwortlich – es beteiligen sich unterschiedliche Pilzerreger an der Entwicklung der typischen Beschwerden.

  • Pilze aus der Familie der Dermatophyten treten gemeinsam mit Hefe und/oder Schimmelpilzen auf.
  • Bakterien verursachen bei fortschreitendem Krankheitsverlauf eine Superinfektion, die zu Entzündungsreaktionen und schlechtem Geruch führt.

Die gemeinsame Aktivität aller Erreger macht sich mit bekannten Symptomen wie Rötungen, Bläschen, Juckreiz bis hin zu schmerzhaftem Brennen bemerkbar. Das komplexe Beschwerdebild therapiert bei Fusspilz eine Creme mit Breitbandwirkung am einfachsten. Antimykotische und antibakterielle Eigenschaften sorgen dafür, dass alle relevanten Erregergruppen gleichzeitig und gleichermassen erfolgreich bekämpft werden. Ausserdem eignen sich solche Medikamente gut für die Selbstmedikation. Rechtzeitige Behandlung und eine vielseitige Wirkung sind Voraussetzungen dafür, dass die Infektion eingedämmt wird, bevor sie auf die Fussnägel übergreifen und das Wohlbefinden des Patienten nachhaltig beeinträchtigen kann.

Vielseitig wirksam bei Fusspilz ist Creme mit dem Wirkstoff Bifonazol

Zur Gruppe der Azole gehört der Wirkstoff Bifonazol. Der Wirkstoff zeichnet sich dadurch aus, dass er zwar wie alle Azole primär fungistatisch wirkt, jedoch auch eine fungizide Wirkung entwickeln kann. Die Bekämpfung von Fusspilz mit Creme, die Bifonazol als arzneilich wirksamen Bestandteil enthält, hat den Vorteil der zuverlässigen Breitbandwirkung. Aufgrund dieser Wirkung eignen sich Cremes mit dem Wirkstoff, die Sie rezeptfrei in der Apotheke erhalten, besonders gut für eine Selbstmedikation. Eine exakte Bestimmung der Erreger, die an einer Fusspilzinfektion im Einzelfall beteiligt sind, ist im Apothekenalltag nicht möglich. Umso wichtiger ist die Wahl eines Medikaments, dessen vielseitige Eigenschaften im Einsatz gegen alle relevanten Symptomverursacher erfolgreich sind. Der Arzneistoff Bifonazol

  • nutzt gleichzeitig zwei Angriffspunkte im Stoffwechsel des Pilzes, um den Zellwandaufbau zu hemmen
  • wirkt antimykotisch gegen alle relevanten Pilzfamilien, die am Krankheitsgeschehen beteiligt sind
  • bekämpft die bakterielle Infektion, die sich mit fortschreitendem Krankheitsverlauf breitmacht
  • lindert entzündliche Hautreaktionen, die als Folge der Abwehr gegen eindringende Erreger entstehen
  • gilt sowohl bei Fuss- als auch bei Nagelpilz als zuverlässig wirksam gegen die Infektion.

Die örtliche Therapie von Fusspilz mit Creme, die Bifonazol enthält, dauert etwa drei Wochen. Unterbrechen Sie die Behandlung nicht frühzeitig, auch wenn sich die Symptome bereits nach wenigen Tagen zurückziehen. Bei der Bekämpfung von Fusspilz ist absolute Therapietreue entscheidend für den Heilungserfolg. Halten Sie die empfohlene Behandlungshäufigkeit und -dauer ein, damit der Pilz vollständig bekämpft wird.

Unterstützende Massnahmen bei der Behandlung von Fusspilz

Für eine erfolgreiche Fusspilz-Behandlung ist es sehr wichtig, die betroffenen Hautstellen am Fuss, insbesondere die Zehen und die Zehenzwischenräume sauber und trocken zu halten. Deshalb sollten Betroffene darauf achten, die Füsse nach dem Waschen stets gründlich abzutrocknen und keine zu engen Schuhe zu tragen. Ausserdem kann es auch hilfreich sein, Stoffstreifen zwischen die Zehen zu legen.

Weitere unterstützende Massnahmen bei der Fusspilz-Behandlung bestehen darin, Socken und Strümpfe täglich zu wechseln und bei mindestens 95 Grad zu waschen, um die Fusspilz-Erreger zu beseitigen. Und auch Badematten und Handtücher sollten möglichst heiss in der Maschine gewaschen werden. Getragene Schuhe sollten mit einem pilzwirksamen Mittel desinfiziert werden, um einer erneuten Fusspilz-Infektion vorzubeugen.

Gibt es wirksame Hausmittel gegen Fusspilz?

Wie bei fast allen Krankheiten werden auch bei einem Befall mit Fusspilz Hausmittel empfohlen. Vor allem im Internet kursieren jede Menge Tipps und Rezepte, wie den Hautparasiten beizukommen ist. Der Wunsch, diese auszuprobieren, ist verständlich. Sie kosten nicht viel, sind entweder schon im Haushalt vorhanden oder leicht zu beschaffen – und sie ersparen den Gang zum Arzt oder Apotheker. Aber lässt sich der Fusspilz durch Hausmittel tatsächlich besiegen?

Das Wirkprinzip der Fusspilz-Hausmittel

Die bei Fusspilz empfohlenen Hausmittel sind sehr verschieden. Gemeinsam ist ihnen jedoch ihre – vermeintlich – pilzabtötende Wirkung. Alle Substanzen, deren Anwendung auf der infizierten Haut empfohlen wird, sollen antimykotisch, das heisst gegen Pilze, wirken. Die Erreger der Pilzinfektion müssen also vernichtet werden, um den Fusspilz zu stoppen.

Häufig empfohlene Fusspilz-Hausmittel

Die Liste der angeblich gegen Fusspilz wirksamen Hausmittel ist lang. Während einige direkt aufgetragen werden, muss aus anderen erst ein Sud hergestellt werden. Hier einige der am häufigsten empfohlenen Mittel:

  • Schwarzer Tee: Für ein Fussbad sollen fünf bis sechs Teebeutel mit einem Liter nicht mehr ganz kochendem Wasser übergossen werden. Nach etwa 15 Minuten ist der Teeaufguss bereit. Das Fussbad soll zwischen 20 und 30 Minuten dauern, wobei die Teebeutel die gesamte Zeit über im Wasser verbleiben.
  • Kräuteraufgüsse: Anstelle von schwarzem Tee können für das Fussbad wahlweise auch Kräuter wie zum Beispiel Salbei verwendet werden. Auch dem Eichenkraut und dem Zinnkraut wird nachgesagt, dass sie als Fusspilz-Hausmittel Wirkung zeigen.
  • Feuchte Wickel: Anstatt die Kräuter als Fussbad zu verwenden, besteht auch die Möglichkeit, feuchte Wickel zu machen. Hierfür wird ein Baumwolltuch in einen Sud aus Salbei oder auch Kamille getaucht, ausgewrungen und dann um den Fuss gewickelt. Dort soll er einige Zeit verbleiben, damit der Sud wirken kann.
  • Apfelessig: Deutlich weniger sanft als Fussbäder ist die Essig-Methode. Die Empfehlung lautet, mehrmals täglich etwas Apfelessig auf die infizierte Haut aufzutupfen. Alternativ kann der Essig auch mit Wasser verdünnt und unter Zugabe von etwas Zitrone und Salz als Fussbad angewendet werden.
  • Honig: Ebenfalls gern bei Fusspilz als Hausmittel empfohlen: Honig, vor allem Manuka-Honig aus Neuseeland. Mit ihm sollen die Füsse bestrichen werden, damit der Pilz verschwindet.
  • Knoblauch: Diese im wahrsten Sinne des Wortes etwas anrüchige Methode sieht vor, dass die befallenen Hautpartien abends vor dem Schlafengehen kräftig mit Knoblauch eingerieben werden. Um die Wirkung zu verstärken, sollen ausserdem pro Tag ein bis zwei rohe Knoblauchzehen verspeist werden.
  • Ätherische Öle: Einige ätherische Öle kommen ebenfalls bei Fusspilz als Hausmittel zur Sprache. In erster Linie ist dies das Teebaumöl, das mehrmals täglich auf die infizierten Stellen aufgetupft werden soll. Aber auch dem Johanniskrautöl wird eine pilzabtötende Wirkung nachgesagt.
  • Backpulver: Wem Tee zu nass, Öl zu fettig, Honig zu klebrig und Knoblauch deutlich zu geruchsintensiv ist, dem bleibt immer noch das Backpulver. Mehrmals täglich einfach pur auf die Füsse gestreut, soll es wahre Wunder wirken. Zusätzlich sollten auch die Innenseiten der Socken und Schuhe mit Backpulver präpariert werden, um die Füsse allzeit trocken zu halten.

Wie steht es um die Wirksamkeit dieser Fusspilz-Hausmittel?

In einem Wort: schlecht. Auch wenn viele Quellen glaubhaft versichern, dass die oben genannten Hausmittel den Fusspilz binnen weniger Tage vertreiben – die Wirksamkeit ist bei keinem davon nachgewiesen.

Es ist sogar zu vermuten, dass das eine oder andere dieser angeblichen Fusspilz-Hausmittel eher das Gegenteil bewirkt. Fusspilz wird, wie der Name schon verrät, durch mikroskopisch kleine Pilze verursacht. Und diese lieben ein feuchtes, warmes Milieu. Wer also tagelang seine infizierten Füsse in feucht-warme Kräuterwickel verpackt, läuft wahrscheinlich Gefahr, dass sich die Erreger noch schneller vermehren als unter normalen Bedingungen.

Ist die befallene Haut bereits entzündet, dann verursachen scharfe Mittel wie roher Knoblauch, Essig oder Teebaumöl mit grosser Wahrscheinlichkeit Schmerzen – ein Effekt, den sich kein Betroffener wünscht. Schliesslich ist die Pilzinfektion an sich schon lästig genug!

Aber selbst wenn die Anwendung eines der oben genannten Mittel Ihnen nicht unmittelbar schadet, ergibt sich für Sie ein entscheidender Nachteil: Denn jeder Tag, um den Sie die Fusspilz-Behandlung mit einem wirksamen Arzneimittel verzögern, ist ein verlorener Tag in der Therapie. Deshalb ist von der Anwendung angeblicher Fusspilz-Hausmittel generell abzuraten.

Wie sieht die Prognose bei Fusspilz aus?

Eine Fusspilz-Infektion heilt grundsätzlich nicht von alleine ab. Vielmehr breitet sich der Fusspilz ohne Behandlung meist weiter aus und verläuft chronisch. Eine konsequente und adäquate Behandlung von Fusspilz ist daher unumgänglich. In der Regel lässt sich ein Fusspilz aber sehr gut behandeln und innerhalb weniger Wochen problemlos beseitigen.

Die gängigen Antimykotika zur äusseren Anwendung sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und können leicht in Eigenregie zur Behandlung der Fusspilz-Infektion eingesetzt werden. Ein Arztbesuch ist normalerweise nur dann angeraten, wenn der Fusspilz zum ersten Mal auftritt oder trotz konsequenter Behandlung immer wieder in Erscheinung tritt. Nach dem Abheilen der Erkrankung kann einer erneuten Fusspilz-Infektion mit gezielten Massnahmen vorgebeugt werden.

Wie lässt sich Fusspilz vorbeugen?

Eine Reihe von Verhaltensregeln und vorbeugenden Massnahmen kann dazu beitragen, von vornherein eine Ansteckung mit Fusspilz zu vermeiden bzw. die weitere Ausbreitung einer bestehenden Fusspilz-Infektion zu verhindern. So ist es etwa ratsam, zur Fusspilz-Vorbeugung die Fusshaut und die Zehenzwischenräume regelmässig auf Veränderungen wie Hautrisse, Hautschuppen, Rötungen oder Bläschen hin zu untersuchen, die auf eine Fusspilz-Infektion hinweisen. Auf diese Weise kann ein Fusspilz rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Darüber hinaus sollte auf eine gesunde Lebensweise, eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung und regelmässige Bewegung geachtet werden, um das körpereigene Immunsystem zu stärken. Denn erst wenn die Immunabwehr geschwächt ist, haben die Fusspilz-Erreger überhaupt erst eine Chance, sich zu vermehren und eine Fusspilz-Infektion zu verursachen. Daneben gilt es vor allem, die üblichen Ansteckungsquellen von Fusspilz zu vermeiden und die Füsse durch die richtige Hygiene und Pflege sowie durch das Tragen des richtigen Schuhwerks weniger anfällig für die ursächlichen Fusspilz-Erreger zu machen.

Die üblichen Übertragungswege von Fusspilz vermeiden:

Die ursächlichen Fusspilz-Erreger fühlen sich in einem feucht-warmen Milieu besonders wohl und kommen vor allem dort häufig vor, wo viele Menschen barfuss laufen. Aus diesem Grund ist das Risiko einer Ansteckung mit Fusspilz vor allem in öffentlichen Nasseinrichtungen besonders gross. Von Fusspilz betroffene Menschen verlieren dort beim Barfusslaufen Hautschüppchen, die Pilzpartikel enthalten, und verteilen diese unsichtbar auf dem Fussboden. Von dort gelangen die Fusspilz-Erreger auf die gesunde Fusshaut ebenfalls barfusslaufender Menschen.

Eine der wichtigsten Massnahmen zur Vorbeugung von Fusspilz besteht deshalb darin, in Schwimmbädern, Saunen, öffentlichen Duschen und anderen Nasseinrichtungen niemals barfuss zu laufen, sondern stets Badeschlappen, Sandalen oder Flip-Flops zu tragen. Dasselbe gilt in öffentlichen Wasch- und Umkleideräumen oder in Gemeinschaftsduschen, etwa in Sportanlagen oder auf Campingplätzen, sowie in Turnhallen und Hotelzimmern, wo die Fuss- und Teppichböden eine potentielle Infektionsquelle darstellen. Durch das Tragen von Bade- oder Hausschuhen wird der Kontakt mit den Fusspilz-Erregern effektiv verhindert und so einer Fusspilz-Infektion vorgebeugt.

Weitere mögliche Infektionsquellen stellen die Holz- und Sitzflächen in der Sauna und gemeinsam benutzte Handtücher dar. In der Sauna sollte deshalb stets ein eigenes Handtuch untergelegt werden, um den direkten Kontakt mit den möglicherweise infizierten Oberflächen zu vermeiden. Handtücher – und auch Schuhe oder Socken – sollten niemals mit anderen geteilt und zudem regelmässig gewaschen werden, am besten bei einer Temperatur von über 60 Grad. Nach der Wäsche sind die Fusspilz-Erreger in der Regel von den Textilien verschwunden.

Die richtige Fusshygiene und Fusspflege:

Da die Fusspilz-Erreger in eine aufgeweichte Haut besonders gut eindringen können und in einer feuchten Umgebung besonders schnell wachsen, ist im Rahmen der Fusshygiene und Fusspflege insbesondere darauf zu achten, die Füsse möglichst trocken zu halten. Nach dem Schwimmbadbesuch oder nach dem Waschen sollten die Füsse – vor allem die Zehenzwischenräume – deshalb stets sorgfältig abgetrocknet werden, bevor man Socken und Schuhe anzieht.

Unter Umständen kann zum Trocknen der Füsse ein Fön auf niedriger Stufe oder Rotlicht zu Hilfe genommen werden. Wer sehr eng stehende Zehen hat oder zu schwitzenden Füssen neigt, kann zusätzlich Stoffstreifen zwischen die Zehen legen, um die Zehenzwischenräume trocken zu halten.

Darüber hinaus sollten die Füsse täglich mit warmem Wasser und einer milden Seife oder rückfettenden Waschlotion gewaschen werden. Um einer zu trockenen Fusshaut und der Entstehung von kleinen Hautrissen, in die die Fusspilz-Erreger leichter eindringen können, vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Füsse regelmässig mit speziellen Feuchtigkeitscremes zu pflegen.

Eine weitere vorbeugende Massnahme gegen Fusspilz besteht darin, für gut durchblutete Füsse zu sorgen. Hierfür empfehlen sich Wechselbäder, Wechselduschen und Schenkelgüsse, die die Durchblutung der Füsse anregen. Lange Fussbäder sollten dagegen vermieden werden, da die Fusshaut dadurch übermässig aufquillt und so anfälliger für das Eindringen der Fusspilz-Erreger ist.

Die richtigen Strümpfe und Schuhe:

Schuhe und Strümpfe aus luftundurchlässigen Materialien sorgen dafür, dass die Füsse übermässig schwitzen. Dies bietet den Fusspilz-Erregern zum einen ein feucht-warmes Milieu, in dem sie sich besonders gut vermehren können. Zum anderen ist die feuchte, aufgeweichte Fusshaut anfälliger für ein Eindringen der Fusspilz-Erreger. Aus diesem Grund ist es zur Vorbeugung von Fusspilz wichtig, stets Schuhe und Strümpfe zu tragen, die die Füsse atmen lassen und für eine gute Belüftung der Füsse sorgen.

Das Tragen von Schuhen aus Kunststoff und Socken aus Synthetik sollte daher möglichst vermieden werden. Besser geeignet sind dagegen Schuhe aus luftdurchlässigen Materialien wie Leder oder modernen Mikrofasern sowie Strümpfe und Socken aus natürlichen, atmungsaktiven Materialien wie Wolle oder Baumwolle, die die durch das Schwitzen entstehende Fussfeuchtigkeit schnell wieder ableiten. Und auch auf die richtige Passform der Schuhe ist zu achten, da die Füsse in gut passenden, bequemen Schuhen weniger schwitzen. Ebenfalls empfehlenswert ist das Tragen offener Schuhe wie Sandalen. Turnschuhe sollten nur für die Zeit des Sports getragen werden.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Vorbeugung von Fusspilz ist das regelmässige Wechseln von Socken und Schuhen. Die Socken sollten täglich gewechselt werden und nach dem Tragen bei 60 Grad gewaschen werden. Die Schuhe sollten mindestens alle ein bis zwei Tage gewechselt werden. Am besten ist es, jeden Tag ein anderes Paar Schuhe zu wählen. Auf diese Weise können die Schuhe, die während des Tragens Feuchtigkeit aufnehmen, mindestens 24 Stunden trocknen, ehe sie erneut getragen werden.

Wer an einer Fusspilz-Infektion leidet oder gerade eine hinter sich hat, sollte die Schuhe zusätzlich mit einem speziellen Desinfektionsspray oder Antimykotikum behandeln, um möglicherweise vorhandene Fusspilz-Erreger abzutöten und so einer Ausbreitung bzw. dem Wiederauftreten einer Fusspilz-Infektion vorzubeugen. Die Socken können mit einem speziellen Waschmittel gewaschen werden.

Quellen

Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft und der Deutschsprachigen Mykologischen Gesellschaft: Tinea der freien Haut: http://www.oegstd.at/res/013-002.pdf

MSD Manual, Handbuch Gesundheit. 2. Auflage, Herausgegeben von Mark H. Beers, M.D. et.al, Wilhelm Goldmann Verlag, München. 2005.

Lehnen, Jutta, Beratungspraxis Pilzinfektionen, Deutscher Apotheker Verlag. 2012.

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