Neben Herpes genitalis und Chlamydien gehören Feigwarzen zu den häufigsten sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten (STD: sexually transmitted diseases). So sind Schätzungen zufolge 1 bis 2 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung von ihnen betroffen. Weitere 14 Prozent der Bevölkerung sind Träger des hochgradig ansteckenden Virus ohne Symptome aufzuweisen. Jährlich infizieren sich mehr als 30 Millionen Menschen neu mit den Feigwarzen verursachenden humanen Papillomaviren (HPV).

ICD-Codes für diese Krankheit: A63

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Definition: Was sind Feigwarzen?

Feigwarzen – auch Genitalwarzen bzw. im Fachjargon Condylomata accuminata, kurz Kondylome, genannt – sind eine Viruserkrankung im Genital- und Analbereich. Sie werden durch eine Infektion mit sogenannten humanen Papillomaviren (HPV) hervorgerufen und vorwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Dabei handelt es sich um gutartige Hautwucherungen stecknadelkopfgrosser, rötlich oder bräunlich gefärbter Knötchen.

Sie können sowohl beim Mann als auch bei der Frau im Intimbereich auftreten. Beim Mann entstehen die Warzen meist am Penisschaft und/oder auf der Vorhaut sowie im Analkanal, der Harnröhre bzw. Harnröhrenöffnung oder im Enddarm. Bei der Frau treten sie in der Regel an den Schamlippen, am Scheideneingang, am After, im Enddarm oder am Gebärmutterhals auf. Die für Feigwarzen ursächlichen humanen Papillomaviren (HPV) erhöhen insbesondere bei Frauen das Risiko für bösartige Tumore wie etwa Gebärmutterhalskrebs.

Feigwarzen

Ursachen für Feigwarzen

Verursacht werden die Genitalwarzen in der Regel durch sogenannte humane Papillomaviren (HPV). Diese gelangen vorwiegend über ungeschützten Geschlechtsverkehr, selten auch über gemeinsam benutzte Handtücher oder Baden mit einer infizierten Person, in den Körper. Schwangere Frauen, die mit den Viren infiziert sind, können den Erreger zudem während der Geburt auf das neugeborene Kind übertragen.

Ursächliche Erreger

Insgesamt existieren rund 90 Typen von humanen Papillomaviren (HPV), von denen etwa 50 Typen Feigwarzen hervorrufen können. Die häufigsten ursächlichen Erreger für die Warzen sind jedoch humane Papillomaviren (HPV) vom Typ 6 und vom Typ 11. In etwa 90 Prozent der Fälle können diese als Verursacher der Feigwarzen nachgewiesen werden können. In selten Fällen sind auch humane Papillomaviren (HPV) vom Typ 16 und vom Typ 18 nachweisbar, die beim Mann das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen im Genitalbereich (z.B. Peniskrebs) erhöhen können und bei der Frau als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Gebärmutterhalskrebs gelten.

Wie entstehen die Warzen?

Nach der Übertragung nisten sich die humanen Papillomaviren zunächst in den oberen Haut- und Schleimhautschichten an Penis, After oder Enddarm ein, ohne jedoch zwangsläufig Feigwarzen zu verursachen. Erst wenn bestimmte begünstigende Faktoren hinzu kommen, kommt es zu einer Vermehrung der Viren und in der Folge zu einer Wucherung der Feigwarzen. Zu den Faktoren, die die Entstehung und Wucherung von Feigwarzen begünstigen, gehören insbesondere

  • eine geschwächte Immunabwehr,
  • kleine Risse in Haut und Schleimhaut und
  • bestehende Entzündungen.

Risikofaktoren für die Ansteckung mit HPV und die Entstehung von Feigwarzen

Feigwarzen sind äusserst ansteckend, da die ursächlichen HP-Viren sehr leicht von einer infizierten Person auf eine andere Person übertragen werden können. So genügt bereits der einmalige direkte Hautkontakt mit den betroffenen Hautstellen einer infizierten Person, um sich eine HPV-Infektion zuzuziehen. Hierbei sind verschiedene Ansteckungswege möglich, wobei insbesondere der ungeschützte Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Sexualpartnern zu den Hauptrisikofaktoren für eine Ansteckung mit HPV zählt.

Nach der Übertragung nisten sich die HP-Viren zunächst in den oberen Haut- und Schleimhautschichten an Schamlippen, Scheide und Gebärmutterhals bzw. am Penis sowie am After oder Enddarm ein. Eine solche HPV-Infektion führt aber erst dann zur Entstehung von Feigwarzen, wenn bestimmte begünstigende Faktoren zusammenkommen, die eine Vermehrung der HP-Viren ermöglichen. Hierzu gehören vor allem kleine Risse in Haut und Schleimhaut sowie ein geschwächtes Immunsystem.

Übertragung der Feigwarzen-Erreger beim Geschlechtsverkehr

Auch wenn HP-Viren nicht – wie etwa HI-Viren – durch Samen- oder Vaginalflüssigkeit übertragen werden, gehört der Geschlechtsverkehr zu den Hauptübertragungswegen einer HPV-Infektion. Die Ansteckung mit den Feigwarzen verursachenden HP-Viren erfolgt nämlich in den meisten Fällen durch eine Kontakt- oder Schmierinfektion während des Geschlechts- oder Oralverkehrs, da es hierbei zu einem direkten Hautkontakt mit den von von Feigwarzen betroffenen Hautstellen im Genitalbereich kommt.

Den Hauptrisikofaktor für eine Ansteckung mit HPV stellt dabei der ungeschützte Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner dar. Denn sofern sich die Feigwarzen nur direkt am Penis und an der Vagina befinden, kann eine Übertragung der HP-Viren durch die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr effektiv verhindert werden. Treten die Feigwarzen jedoch auch an anderen Stellen im Intimbereich auf, bieten Kondome keinen ausreichenden Schutz mehr gegen eine HPV-Infektion.

Das Risiko einer Ansteckung mit HP-Viren steigt zudem mit der Anzahl der Sexualpartner. Häufige sexuelle Kontakte mit wechselnden Partnern sowie häufige ungeschützte sexuelle Kontakte zählen deshalb ebenfalls zu den Risikofaktoren für eine Ansteckung mit HPV. Darüber hinaus steigt die Gefahr einer HPV-Infektion auch, wenn die ersten sexuellen Kontakte bereits in frühem Alter stattfinden.

Weitere Ansteckungswege mit den Feigwarzen-Erregern

Für eine HPV-Infektion kommen neben dem ungeschützten Geschlechtsverkehr mit häufig wechselnden Sexualpartnern auch noch andere Ansteckungswege in Frage. So können die HP-Viren unter anderem auch durch engen Körper- und Hautkontakt beim gemeinsamen Baden oder Petting übertragen werden. Zudem ist in seltenen Fällen eine Übertragung der Feigwarzen-Erreger über Gegenstände wie etwa Bade- oder Handtücher möglich, die gemeinsam mit einer infizierten Person benutzt werden und an denen deshalb HP-Viren haften.

Vorraussetzungen für die Entstehung von Feigwarzen

Voraussetzung dafür, dass die Feigwarzen-Erreger nach der Übertragung auch tatsächlich in die Haut eindringen und zu einer HPV-Infektion sowie zur Entstehung von Feigwarzen führen, sind kleinste Haut- oder Schleimhautverletzungen. Diese entstehen vor allem beim Geschlechtsverkehr ohne dass die Betroffenen etwas davon bemerken und erleichtern das Eindringen der HP-Viren in die Haut. Darüber hinaus müssen nach der Übertragung der Feigwarzen-Erreger verschiedene begünstigende Faktoren hinzu kommen, die deren Vermehrung im Körper des Infizierten und damit die Entstehung von Feigwarzen ermöglichen. Hierzu gehören insbesondere bestehende Entzündungen und eine geschwächte Immunabwehr.

Geschwächte Immunabwehr

Das Risiko, das nach einer Übertragung von HP-Viren Feigwarzen entstehen, ist besonders gross, wenn das körpereigene Immunsystem geschwächt ist. Die HP-Viren können sich in diesem Fall nämlich besonders stark und schnell vermehren und so die Entstehung von Feigwarzen nach sich ziehen. Besonders anfällig für Feigwarzen sind deshalb immungeschwächte oder chronisch kranke Menschen wie etwa AIDS-Patienten und Diabetiker sowie Patienten, die ein Spenderorgan erhalten haben und deshalb Medikamente zur Unterdrückung der Immunabwehr – sogenannte Immunsuppressiva – einnehmen müssen.

Weitere begünstigende Faktoren für die Entstehung von Feigwarzen

Weitere Risikofaktoren, die bei einer bestehenden HPV-Infektion die Entstehung von Feigwarzen begünstigen, sind der Konsum von Alkohol, Zigaretten und Drogen sowie eine ungesunde Lebensweise mit wenig Bewegung, ungesunder Ernährung und zu wenig Schlaf. Zudem sind auch Menschen, die neben einer HPV-Infektion gleichzeitig an anderen Geschlechtskrankheiten wie etwa HIV, Herpes genitalis oder Pilzinfektionen im Genitalbereich leiden, anfälliger für Feigwarzen.

Stumme HPV-Infektion

Nach der Übertragung der Feigwarzen-Erreger muss es jedoch nicht zwangsläufig zum Ausbruch von Feigwarzen im Genitalbereich kommen. So können Menschen die HP-Viren auch in sich tragen, ohne jemals etwas davon zu merken. Man spricht in diesem Fall von einer stummen Infektion, bei der es zwar nicht zur Entstehung von Feigwarzen kommt, die HP-Viren jedoch unwissentlich auf andere übertragen werden können. Eine solche stumme Infektion liegt Schätzungen zufolge bei etwa 10 bis 15 Prozent aller mit HP-Viren infizierten Menschen vor.

Symptome von Feigwarzen

Nach der Infektion mit humanen Papillomaviren (HPV) vergehen mindestes zwei bis vier Wochen, häufig mehrere Monate, bis die ersten Feigwarzen in Form von stecknadelkopfgrossen Knötchen rötlich-bräunlicher oder weisslicher Färbung auftreten. Oft werden sie zunächst sogar übersehen.

Typische Beschwerden

Normalerweise verursachen die Feigwarzen gar keine oder nur geringe Beschwerden und Schmerzen. Nur in seltenen Fällen gehen sie mit kleinen, blutenden Rissen (Fissuren) der Haut um die Warzen, Juckreiz und Brennen einher.

Aussehen der Warzen

Bei den Feigwarzen selbst handelt es sich um gutartige, stecknadelkopfgrosse Knötchen rötlich-bräunlicher oder weisslicher Farbgebung. Sie wachsen meist in grösserer Anzahl und dicht beieinander liegend auf. Unbehandelt können sie zu blumenkohlartigen Hautwucherungen – sogenannten Warzenbeeten – heranwachsen.

Wo treten Feigwarzen am häufigsten auf?

Beim Mann treten die Feigwarzen hauptsächlich am Penisschaft (51 %), am After (34 %), an der Eichel (10 %) und an der Vorhaut (8 %) auf. Aber auch Harnröhre (10 %), Hodensack und Enddarm können beim Mann betroffen sein. In sehr seltenen Fällen können sich die Feigwarzen beim Mann auch zu bösartigen Tumoren im Genitalbereich (z.B. Peniskrebs) weiter entwickeln.

Bei der Frau wachsen die Feigwarzen zumeist an den Schamlippen (66 %), an der Scheide und am Scheideneingang (37 %), am After (23 %), am Gebärmutterhals (8 %) und in der Harnröhre bzw. an der Harnröhrenmündung (4 %). In seltenen Fällen können sich die Warzen bei der Frau zu bösartigen Tumoren im Genitalbereich (z.B. Gebärmutterhalskrebs) weiter entwickeln.

Diagnose von Feigwarzen

Zur Diagnose von Feigwarzen wird der behandelnde Urologe oder Gynäkologe zunächst im Rahmen einer körperliche Untersuchung den äusseren Genitalbereich und den After genauer betrachten. Anhand einer Gewebeprobe, die unter örtlicher Betäubung entnommen wird, kann anschliessend der genaue Erreger bestimmt werden.

Körperliche Untersuchung

Besteht der Verdacht auf Feigwarzen, untersucht der Urologe zur Diagnose zunächst den äusseren Genitalbereich und den After. Meist lassen sich die Genitalwarzen dabei bereits anhand ihres charakteristischen Erscheinungsbild erkennen. Im Anfangsstadium sind die Feigwarzen jedoch manchmal kaum bzw. nur schlecht mit dem blossen Auge zu sehen. In diesem Fall, betupft der Arzt die verdächtigen Hautstellen mit verdünnter, dreiprozentiger Essigsäure, um sie als weisse Felder sichtbar zu machen.

Weitere Untersuchungsmethoden

Findet der Arzt bei der körperlichen Untersuchung Feigwarzen im äusseren Genitalbereich oder am After, ist es beim Mann ratsam, eine Enddarmspiegelung (Rektoskopie) bzw. Harnröhren-Spiegelung (Meatoskopie) durchzuführen, da sich die Genitalwarzen beim Mann auch unbemerkt im Enddarm und der Harnröhre ausbreiten können.

Bei Frauen untersucht der Gynäkologe zusätzlich den Gebärmutterhals etwas genauer. Dies geschieht mithilfe eines Spezialmikroskopes, dem sogenanten Kolposkop, mit dem sich die Hautoberfläche des Gebärmutterhalses in 10 bis 30 facher Vergrösserung darstellen lässt.

Nachweis des Feigwarzen-Erregers

Um die Diagnose zu sichern und den ursächlichen Erreger eindeutig zu identifizieren, kann der Arzt unter örtlicher Betäubung eine kleine Gewebeprobe entnehmen und diese anschliessend molekularbiologisch untersuchen lassen. Dabei wird zum einen ausgeschlossen, dass andere Hauterkrankungen mit ähnlichen Symptomen zugrunde liegen. Zum anderen wird anhand der Untersuchung des Erbgutes der Viren eindeutig bestimmt, welcher Typ von humanen Papillomaviren (HPV) für die Feigwarzen beim Mann verantwortlich ist.

Therapie der Feigwarzen

Die Behandlung von Genitalwarzen kann sowohl in Eigentherapie unter ärztlicher Anleitung als auch in ärztlicher Therapie durchgeführt werden. Die Behandlung wird dann von einem Urologen oder Gynäkologen übernommen. Dabei hängt die Wahl der Behandlungsmethode in der Regel von der Grösse und Lokalisation der Feigwarzen sowie der Abwehrstärke des Patienten ab.

Ursächliche und symptomatische Behandlung

Grundsätzlich stehen zwei verschiedene Therapieverfahren zur Auswahl: die ursächliche (kausale) Therapie, deren Ziel es ist, den Feigwarzen verursachenden Virus selbst anzugreifen, und die symptomatische Therapie, die die Entfernung mittels chemotherapeutischer oder chirurgischer Verfahren zum Ziel hat.

Eigentherapie

Im Rahmen der Eigentherapie muss der Patient über mehrere Wochen spezielle Lösungen und Cremes auf die Feigwarzen auftragen, die meist die Wirkstoffe

  • Imiquimod,
  • Interferon oder
  • Podophyllotoxin

enthalten. Imiquimod und Interferon stimulieren das Immunsystem, damit die körpereigenen Immunzellen die Viren verstärkt angreifen und bekämpfen. Podophyllotoxin hemmt im Sinne der symptomatischen Therapie das Wachstum der viusinfizierten Zellen in den Genitalwarzen und bewirkt so, dass diese absterben.

Ärztliche Therapie

Ist eine Eigentherapie aus bestimmten Gründen, etwa bei innerlichen Feigwarzen, nicht möglich, muss die Behandlung ambulant durch den Arzt durchgeführt werden. Zu den Behandlungsmethoden, die nur in ärztlicher Therapie erfolgen können, zählen unter anderem

  • das Auftragen von Trichloressigsäure,
  • die Vereisung mit flüssigem Stickstoff,
  • die operative Entfernung sowie
  • die Entfernung mittels Elektro- oder Lasertherapie.

Prognose und Heilungsaussichten

Bislang existiert keine Behandlungsmethode, die eine vollständige Beseitigung der ursächlichen humanen Papillomaviren (HPV) und damit eine völlige Heilung garantieren kann. Auch nach erfolgreich abgeschlossener Behandlung können Feigwarzen deshalb immer wieder entstehen, vor allem wenn begünstigende Faktoren wie eine geschwächte Immunabwehr vorliegen. So treten die Warzen bei etwa 20 bis 70 Prozent der Patienten innerhalb von sechs Monaten erneut auf. Besonders bei chirurgisch entfernten Warzen ist das Rückfallrisiko mit etwa 75 Prozent sehr hoch. Aus diesem Grund ist es angeraten, sich im Anschluss an die erfolgte Behandlung regelmässig Kontrolluntersuchungen zu unterziehen.

Vorbeugung von Feigwarzen

Bei Feigwarzen handelt es sich um eine Viruserkrankung im Genital- und Analbereich, die durch eine Infektion mit sogenannten humanen Papillomaviren (HPV) – meist vom Typ 6,11, 16 oder 18 – verursacht wird. Bei der Vorbeugung von Feigwarzen geht es deshalb primär darum, eine Ansteckung mit den Feigwarzen verursachenden Viren – sprich eine HPV-Infektion – zu verhindern.

Die Übertragung der Feigwarzen-Erreger erfolgt vorwiegend durch direkten Hautkontakt mit den befallen Hautstellen beim ungeschützten Geschlechtsverkehr, selten auch über gemeinsam benutzte Handtücher oder beim Baden mit einer infizierten Person. Verschiedene Verhaltensweisen und Vorsichtsmassnahmen – allen voran die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr – können dabei das Risiko einer Ansteckung mit Feigwarzen verringern.

Kondome verwenden

Da die HP-Viren meist durch engen Hautkontakt im Genitalbereich übertragen werden, ist das Risiko sich eine HPV-Infektion und Feigwarzen zuzuziehen vor allem bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit wechselnden oder unbekannten Sexualpartnern sehr gross. Denn auch wenn der Partner noch keine sichtbaren Feigwarzen aufweist, kann er trotzdem mit dem ursächlichen HP-Virus infiziert sein und es weitergeben. Den besten – wenn auch nicht 100-prozentigen – Schutz vor einer HPV-Infektion und Feigwarzen bietet dabei die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr.

Hierbei muss aber berücksichtigt werden, dass die HP-Viren nicht – wie etwa HI-Viren – durch Samen- oder Vaginalflüssigkeit, sondern durch direkten Hautkontakt mit den von Feigwarzen betroffenen Hautstellen übertragen werden. Kondome können also nur dann eine Ansteckung mit den HP-Viren verhindern, wenn sich die Feigwarzen – seien sie nun bereits sichtbar oder nicht – direkt an Penis bzw. Vagina befinden und die betroffenen Hautstellen vom Kondom bedeckt sind. Doch auch wenn Kondome keinen vollständigen Schutz vor einer HPV-Infektion und Feigwarzen bieten, so reduzieren sie doch das Risiko einer Ansteckung deutlich.

Engen Hautkontakt vermeiden

Befinden sich die Feigwarzen nicht nur an Penis und Vagina, sondern auch an anderen Stellen im Intimbereich, bietet die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr keinen ausreichenden Schutz. In diesem Fall ist es zur Vorbeugung von Feigwarzen und einer HPV-Infektion wichtig, den direkten Hautkontakt mit den betroffenen Stellen des infizierten Partners zu vermeiden.

Hierzu ist es notwendig zu wissen, dass die HP-Viren keineswegs ausschliesslich durch Hautkontakt beim Geschlechtsverkehr, sondern auch beim Petting oder gemeinsamen Baden übertragen werden können. Zudem kann es auch zu einer Ansteckung mit den HI-Viren kommen, wenn eine infizierte und eine gesunde Person Gegenstände wie ein Bade- oder Handtuch gemeinsam verwenden. Es ist deshalb ratsam, die gemeinsame Benutzung von Bade- und Handtüchern mit einer von Feigwarzen betroffenen Person zu vermeiden.

Auf Intimhygiene und Kleidung achten

Generell lässt sich einer HPV-Infektion und Feigwarzen auch durch eine gute Intimhygiene und richtige Kleidung vorbeugen. Feigwarzen fühlen sich nämlich vor allem in einem feucht-warmen Umfeld sehr wohl. Das Tragen eher weiter Kleidung und Unterwäsche, die die Luft im Intimbereich gut zirkulieren lässt, und eine regelmässige, angemessene Intimhygiene dienen daher auch der Vorbeugung von Feigwarzen.

Immunabwehr stärken

Ob es nach einer Übertragung der HP-Viren tatsächlich zu einer HPV-Infektion und zu Feigwarzen kommt, hängt in grossem Masse von der körpereigenen Immunabwehr ab. So sind etwa immungeschwächte oder chronisch kranke Menschen wie beispielsweise Diabetiker, AIDS-Patienten und Patienten mit einem Spenderorgan besonders anfällig für die Feigwarzen verursachenden HP-Viren. Die Stärkung des Immunsystems stellt daher einen wichtigen Aspekt bei der Vorbeugung von Feigwarzen dar. Wer Feigwarzen – und auch anderen sexuell übertragbaren Krankheiten – vorbeugen will, sollte daher auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung und genügend Schlaf achten und auf den Konsum von Alkohol, Tabak und Drogen jeglicher Art verzichten.

Den Partner mitbehandeln lassen

Bei Menschen, die bereits unter Feigwarzen leiden bzw. schonmal welche hatten, ist es zur Vorbeugung wieder auftretender Feigwarzen wichtig, dass der Partner sich ebenfalls untersuchen und gegebenenfalls behandeln lässt. Auf diese Weise lässt sich ein Ping-Pong-Effekt vermeiden, bei dem sich die beiden Partner immer wieder gegenseitig mit den HP-Viren anstecken.

HPV-Impfung wahrnehmen

Inzwischen ist es auch möglich, einer HPV-Infektion und Feigwarzen – und insbesondere dem damit verbundenen Risiko von Gebärmutterhalskrebs – mit einer sogenannten HPV-Impfung vorzubeugen. Die HPV-Impfung muss vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen und wird in Deutschland für Mädchen im Alter von 12 bis 17 Jahren empfohlen. In der Regel werden dabei drei Impfungen im Abstand von null, zwei sowie vier bis sechs Monaten durchgeführt.

Die vorhandenen Impfstoffe schützen lediglich vor einer Infektion mit den humanen Papillomaviren vom Typ 6, 11, 16 und 18. Da aber auch andere HPV-Typen Feigwarzen sowie Gebärmutterhalskrebs und andere Krebsarten auslösen können, bietet eine HPV-Impfung keinen absoluten Schutz vor Feigwarzen. Menschen, die sich gegen HPV haben impfen lassen, sollten daher trotzdem vorbeugend beim Geschlechtsverkehr Kondome verwenden und den direkten Hautkontakt mit betroffenen Personen vermeiden.

Feigwarzen, HPV-Infektion und Krebs

Bei Feigwarzen handelt es sich zwar grundsätzlich um gutartige Hautveränderungen, die keine grössere Gefahr für die Betroffenen darstellen. Das Virus, das unter andrem für die Entstehung von Feigwarzen verantwortlich ist, kann jedoch gefährlich werden. Das sogenannte Humane Papillomvirus (kurz: HPV) ist ein weit verbreitetes Virus, das sich in verschiedene Unterarten gliedert und Erkrankungen im Genital- und Analbereich auslösen kann.

Bislang sind rund 150 verschiedene HP-Virentypen bekannt. Je nach Virustyp kann eine Infektion mit dem Virus zu ungefährlichen Erkrankungen wie Feigwarzen führen (Niedrigrisiko-Typen), andere Typen jedoch können Gewebeveränderungen im Genitalbereich verursachen und damit Krebsvorstufen bilden, die sich später zu Krebs entwickeln können (Hochrisiko-Typen).

Eine HPV-Infektion betrifft fast alle Menschen

Das HP-Virus überträgt sich über Haut- und Schleimhautkontakte, vor allem beim Geschlechtsverkehr. Ein Kondom bietet keinen 100%igen Schutz, da sich das Virus nicht nur direkt auf Penis und Vagina befinden kann, sondern auch im übrigen Genitalbereich.

Die meisten HPV-Infektionen sind relativ ungefährlich und klingen wieder ab, ohne, dass man überhaupt etwas davon bemerkt hat. Demnach infizieren sich auch (geschätzt) 75 bis 80 Prozent aller sexuell aktiven Menschen mindestens einmal im Leben mit einer HPV-Erkrankung. Betroffen sind Männer und Frauen gleichermassen.

Verschiedene HPV-Typen und ihre Krankheitsbilder

Inzwischen unterscheidet man mehr als 150 HPV-Typen – nummeriert in der Reihenfolge ihrer Entdeckung -, von denen etwa 40 Typen fast ausschliesslich über den Haut- und Schleimhautkontakt im Genital- und Analbereich übertragen werden.

Diese über Genitalkontakt übertragbaren HPV-Typen kategorisiert man wiederum, je nach ihrem Potential, Krebs auszulösen, in Niedirigrisiko-HPV-Typen (low risk-Typen) und Hochrisiko-HPV-Typen (high risk-Typen).

Niedrigrisiko-HPV-Typen als Verursacher von Feigwarzen

Niedrigrisiko-HPV-Typen sind die HP-Virenarten, die Feigwarzen und geringfügige Zellveränderungen am Gebärmutterhals auslösen können. Sie gehen nicht mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung von Krebs einher. Insgesamt gibt es mit den HP-Viren 6, 11, 40, 42, 43, 44, 53, 54, 61, 70, 72, 73 und 81 etwa ein Dutzend Niedrigrisiko-HPV-Typen.

Die Typen HPV 6 und 11, die für die Entstehung von rund 90 Prozent aller Feigwarzen verantwortlich gemacht werden können, stellen dabei die am häufigsten vorkommenden Niedrigrisiko-HPV-Typen dar.

Hochrisiko-HPV-Typen als Verursacher von Krebserkrankungen

Als Hochrisiko-HPV-Typen werden jene HP-Viren bezeichnet, die mit einem erhöhten Krebsrisiko einhergehen und deshalb offiziell als krebserregend eingestuft werden. Hierzu gehören insbesondere die HPV-Typen 16 und 18, für über 99 Prozent aller Gebärmutterhalskrebs-Erkrankungen verantwortlich sind.

In Jahr lassen sich Tausende Krebserkrankungen in Deutschland auf eine zurückliegende HPV-Infektion zurückführen:

  • über 5000 Fälle von Gebärmutterhalskrebs
  • rund 1500 Fälle von Analkrebs
  • rund 400 Krebserkrankungen an den äusseren weiblichen Geschlechtsorganen (Vulva)
  • über 300 Tumoren der Scheide (Vagina)

Dazu kommen mehr als 140.000 diagnostizierte Krebsvorstufen am Gebärmutterhals, die rechtzeitig entdeckt werden und einer Behandlung bedürfen. Durchschnittlich vergehen zwischen dem Zeitpunkt der HPV-Infektion und der Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs etwa 15 bis 20 Jahre.

Weitere gefährliche Hochrisiko-HPV-Typen sind die HP-Viren mit den Nummern 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82. Diese Hochrisiko-HPV-Typen werden dabei nicht nur mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs, sondern auch mit der Entstehung von Krebserkrankungen des Penis, des Anus, der Vulva und des Mundes in Verbindung gebracht.

Früherkennung beim Gynäkologen

Bei fast allen Frauen, die an Gebärmutterhalskrebs erkranken, lässt sich eine Infektion mit Hochrisiko-HPV-Typen nachweisen. Die weltweite Zunahme von Gebärmutterhalskrebs korreliert dabei mit der Zunahme von HPV-Infektionen. Da die Übertragung entsprechender HPV-Typen vorwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr erfolgt, hat die Weltgesundheitsorganisation WHO Gebärmutterhalskrebs inzwischen sogar als sexuell übertragbare Erkrankung eingestuft.

Frauen, die sich bereits einmal mit HP-Viren infiziert haben und bei denen im Rahmen eines HPV-Tests Hochrisiko-HPV-Typen nachgewiesen wurden, sollten sich regelmässig Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt unterziehen.

Die potenziell Gebärmutterhalskrebs auslösenden Hochrisiko-HPV-Typen lassen sich im Rahmen einer jährlichen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung mit dem sogenannten Pap-Test nachweisen. Dieser Test sucht speziell nach den Hochrisiko-Viren, nicht aber nach den Niedrigrisiko-HPV-Typen. Deshalb ist es möglich, dass eine Frau zwar Feigwarzen hat, aber trotzdem einen normalen Abstrich mit einem negativen HPV-Test aufweist.

Der Nachweis einer Infektion mit Hochrisiko-Typen ermöglicht das rechtzeitige Ergreifen von Massnahmen zur Bekämpfung der HPV-Infektion. Zudem können Präkarzinome am Gebärmutterhals, also Vorstadien bösartiger Tumore, rechtzeitig entdeckt und behandelt werden.

Früherkennung und HPV-Impfung zur Vorbeugung von Krebs

Darüber hinaus empfiehlt die WHO als vorbeugende Massnahme eine HPV-Impfung. Diese Impfung sollte im Idealfall vor dem ersten sexuellen Kontakt erfolgen und wird daher primär Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlen. Die Kosten für die Impfung trägt die Krankenkasse.

Die HPV-Impfung schützt – je nach Impfstoff – vor einer Ansteckung mit den Hochrisiko-HPV-Typen 16 und 18, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Sie kann auch, allerdings weniger effektiv, weiteren Erkrankungen vorbeugen, unter anderem:

  • Feigwarzen
  • Vulvakrebs
  • Vaginalkrebs
  • Analkrebs
  • entsprechende Krebsvorstufen

Eine frühzeitige HPV-Impfung reduziert das Erkrankungsrisiko beträchtlich. In Ländern mit hoher Impfrate konnte die Diagnoserate von Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen deutlich gesenkt werden. Das zeigt sich beispielsweise in Australien mit seinem Schul-Impfprogramm deutlich in den Statistiken.

Die HPV-Impfung lehrt das Immunsystem des Körpers, HP-Viren erfolgreich zu bekämpfen und damit eine Infektion zu verhindern. Damit ist die Hauptursache für die Entwicklung von Gebärmutterhalskrebs ausgeschaltet. Die Impfung ist demnach eine der wichtigsten Krebs-Präventionsmassnahmen. Dennoch kann sie eine Erkrankung nicht völlig ausschliessen, regelmässige Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen sind also auch nach einer HPV-Impfung ratsam.

Für Jungen bzw. Männer, die sich ebenfalls mit HPV infizieren und das HP-Virus auf Frauen übertragen können, ist eine Kostenerstattung derzeit noch nicht vorgesehen.