Die Abkürzung COPD leitet sich aus der englischen Bezeichnung “chronic obstructive pulmonary disease” – zu Deutsch: chronisch obstruktive Lungenerkrankung – ab. Es handelt sich dabei um einen Sammelbegriff für chronische Lungenkrankheiten, die durch eine Verengung der Atemwege und damit eine zunehmende Behinderung des Luftstroms insbesondere beim Ausatmen gekennzeichnet sind.

ICD-Codes für diese Krankheit: J44

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Definition: Was ist eine COPD?

Zu den chronisch obstruktiven Lungenkrankheiten gehören insbesondere die chronisch obstruktive Bronchitis (COB) und das Lungenemphysem. Liegt eine dieser beiden Lungenerkrankungen einzeln oder in Kombination vor, sprechen Mediziner daher von einer COPD.

Häufigkeit von COPD

Schätzungen zufolge leiden in Europa und Nordamerika mittlerweile zwischen 8% und 12% der erwachsenen Bevölkerung an der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Die COPD stellt damit inzwischen eine echte Volkskrankheit dar. Besonders häufig betroffen sind Menschen im höheren Alter, wobei Männer etwa zwei- bis dreimal häufiger erkranken als Frauen. Zudem gehört die COPD zu den häufigsten zum Tod führenden Krankheiten. So belegt sie derzeit weltweit den 4. Platz der häufigsten Todesursachen – und die Tendenz ist weiter steigend.

Ursachen von COPD

Die Hauptursache für die Entstehung einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist und bleibt das Rauchen. So handelt es sich bei etwa 80% bis 90% der betroffenen COPD-Patienten um Raucher oder ehemalige Raucher. Insgesamt erkranken etwa 15% bis 20% der langjährigen Raucher im Laufe ihres Lebens an einer COPD. Neben dem Rauchen gibt es aber auch noch andere Faktoren, die das Risiko für die COPD erhöhen. Hierzu zählen beispielsweise häufige Atemwegsinfekte im Kindesalter, das Wohnen an stark befahrenen Strassen mit hoher Feinstaubbelastung oder eine Luftverschmutzung am Arbeitsplatz. In seltenen Fällen kann die COPD auch durch angeborene Erbkrankheiten wie das Fehlen von Abwehrstoffen (Antikörpermangelsyndrom) oder den Alpha-1-Antitrypsin-Mangel hervorgerufen werden.

Raucherlunge (COPD)

Symptome von COPD

Zu den typischen Beschwerden der COPD gehören Atemnot, chronischer Husten und ein vermehrter Auswurf. Mediziner bezeichnen diese Beschwerden auch als AHA-Symptome (Atemnot, Husten, Auswurf). Die Atemnot tritt zunächst nur bei körperlicher Belastung auf, im fortgeschrittenen Stadium dann ebenfalls in Ruhe. Der Husten wird im Laufe der Zeit immer schlimmer und hartnäckiger und ist vor allem morgens nach dem Aufstehen besonders quälend. Der Auswurf wird mit der Zeit immer zäher und schwieriger abzuhusten. Neben diesen AHA-Symptomen kommen im weiteren Verlauf der Erkrankung weitere Beschwerden hinzu. So leiden COPD-Patienten im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung zusätzlich an einem zunehmenden Gewichtsverlust und einer verminderten Belastbarkeit.

Stadien von COPD

Je nachdem, wie stark die Symptome ausgeprägt sind, unterscheiden Mediziner die folgenden Schweregrade der COPD, die sich in erster Linie am Grad der Lungenfunktion orientieren:

  • Stufe 0: Risikogruppe mit einfacher chronischer Bronchitis.
  • Stufe 1: leichtgradige chronisch obstruktive Lungenerkrankung ggf. mit Husten, Auswurf und Atemnot bei starker körperlicher Belastung.
  • Stufe 2: mittelgradige chronisch obstruktive Lungenerkrankung ggf. mit Husten, Auswurf und Atemnot.
  • Stufe 3: schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung ggf. mit Husten, Auswurf und Atemnot.
  • Stufe 4: sehr schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankung mit chronisch unzureichender Sauerstoffversorgung.

Diagnose von COPD

Die Diagnose der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung erfolgt anhand der Erhebung der Krankheitsgeschichte (Anamnese) sowie im Rahmen verschiedener Untersuchungen. Während des Anamnesegesprächs fragt der behandelnde Arzt den Patienten unter anderem nach der Art und Dauer seiner Beschwerden. Zu den Untersuchungen im Rahmen der COPD-Diagnostik gehören unter anderem die körperliche Untersuchung, die Lungenfunktionsdiagnostik mittels Spirometrie und die Allergiediagnostik zum Ausschluss eines Asthma bronchiale. Weitere mögliche Untersuchungen, die in der sicheren Diagnose einer COPD zum Einsatz kommen können, sind eine Blutuntersuchung, Röntgenaufnahmen der Lunge sowie eine Bronchoskopie.

Behandlung von COPD

Die Behandlung der COPD zielt darauf ab, die krankheitsbedingten Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität der Patienten zu erhalten bzw. zu steigern. Hierfür stehen verschiedene Therapiemassnahmen zur Verfügung, darunter die medikamentöse Behandlungmit speziellen bronchienerweiternden Mitteln zur Inhalation sowie verschiedene nichtmedikamentöse Behandlungsansätze wie das körperliche Training und die physikalische Therapie.

Welche Fachärzte und Spezialkliniken behandeln eine COPD?

Die Behandlung der COPD übernehmen in der Regel Experten aus den medizinischen Fachbereichen Pneumologie und Bronchologie – die sogenannten Lungenfachärzten.

Quellen

  • COPD-Deutschland e. V. (Selbsthilfe)
  • flexikon.doccheck.com/de/COPD
  • lungenaerzte-im-netz.de
  • S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit chronisch obstruktiver Bronchitis und Lungenemphysem (COPD); AWMF-Registernr. 020/006