Ultraschalluntersuchung in der Urologie

20.03.2017
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Ultraschalluntersuchung ist ein bildgebendes Untersuchungsverfahren, das in der Urologie standardmässig zur Diagnose urologischer Krankheiten eingesetzt wird. So können mithilfe der Ultraschalluntersuchung in der Urologie beispielsweise Erkrankungen wie Harnblasenkrebs, Prostatakrebs, Nierensteineoder Blasensteine diagnostiziert werden. Hierzu wird im Rahmen der urologischen Ultraschalluntersuchung meist die Lage und Funktion der Nieren, der ableitenden Harnwege und der Harnblase, des Hoden und des Penis sowie der Prostata untersucht und beurteilt.

Artikelübersicht

Definition: Urologische Ultraschalluntersuchung

Bei der Ultraschalluntersuchung handelt es sich um ein schmerzloses und nebenwirkungsfreies bildgebendes Untersuchungsverfahren, mit dem sich die inneren Organe mit Hilfe von Ultraschallwellen auf einem Monitor sichtbar machen lassen. Im Rahmen der Urologie dient der Ultraschall speziell der Diagnose und Beurteilung urologischer Krankheiten. Hierzu gehören beispielsweise Nierensteine, Blasensteine, Tumore der Nieren, Harnblase oder Prostata sowie angeborene Fehlbildungen.

Im Rahmen der Ultraschalluntersuchung in der Urologie kann der gesamte Harn- und Geschlechtsapparat einschliesslich des Bauchraumes und der Prostata untersucht werden. Zu den Organen, deren Lage und Funktion im Rahmen einer urologischen Ultraschalluntersuchung beurteilt und untersucht wird, gehören daher:

Wann wird eine urologische Ultraschalluntersuchung durchgeführt?

Erkrankungen und Symptome, die die Durchführung einer Ultraschalluntersuchung in der Urologie notwendig machen, sind unter anderem:

Vorgehen bei der Ultraschalluntersuchung in der Urologie

Die urologische Ultraschalluntersuchung ermöglicht es, den gesamten inneren Harn- und Geschlechtsapparat, also die Nieren, die Harnwege, die Harnblase, den Hoden und die Prostata bildlich darzustellen. Hierzu wird auf die Haut zunächst ein wasserhaltiges Gel aufgetragen, über das der Schallkopf des Ultraschallgerätes gut gleiten kann. Die Ultraschallwellen, die das Gerät aussendet, werden, sobald sie auf die verschiedenen Gewebe der inneren Organe im Körper treffen, unterschiedlich stark reflektiert und als Echo zurückgeworfen. Dieses Echo wird daraufhin aufgezeichnet und elektronisch in ein Bild umgewandelt, das auf einem Monitor angezeigt wird.

Ultraschalluntersuchung der Nieren

Die beiden Nieren liegen im Bauchraum – die rechte Niere unter der Leber und die linke Niere unter der Milz – hinter dem Darm, unterhalb des Zwerchfells, beiderseits der Wirbelsäule und vor der Rückenmuskulatur. Jede Niere ist zwischen 10 und 12 Zentimeter lang und wiegt zwischen 120 und 200 Gramm. Gefässe, die von der Hauptschlagader abzweigen, versorgen die Nieren mit Blut. Der Harn wird über das Nierenbecken, die Harnleiter, die Harnblase und die Harnröhre nach aussen transportiert.

Im Rahmen einer urologischen Ultraschalluntersuchung sind die Nieren sehr gut sichtbar, weshalb der Ultraschall zu den Standardmethoden zur Abklärung und Diagnose von Nierenerkrankungen und Nierenbeschwerden gehört. Der Patient befindet sich bei der Ultraschalluntersuchung der Nieren in der Regel in Rückenlage. Gegebenenfalls kann auch eine Schräglagerung, bei der der Patient um 30 Grad angehoben wird, notwendig sein. Mit dem Ultraschall wird die Niere dann sowohl im Längsschnitt als auch im Querschnitt durchgemustert. Der Urologe beurteilt dabei die Grösse und Form der Nieren und stellt fest, ob sich Tumore oder Nierensteine innerhalb der Nieren befinden.

Ultraschalluntersuchung der Harnleiter und Harnblase

Die Harnblase befindet sich oberhalb der Beckenbodenmuskulatur. Bei der Frau liegt sie somit vor der Gebärmutter und dem Scheidenausgang und beim Mann vor dem Mast- oder Enddarm. Die von den Nieren kommenden Harnleiter münden in die Harnblase, so dass der von den Nieren gebildete Harn ununterbrochen in die Harnblase, die ein Fassungsvermögen von etwa 0,3 bis 0,5 Litern hat, tröpfelt.

Im Rahmen der urologischen Ultraschalluntersuchung der Harnblase können zum einen anatomische Veränderungen diagnostiziert werden, beispielsweise durch die Messung der Harnblasenwanddicke. Zum anderen lassen sich Aussagen über die Funktion der Harnblase treffen, in dem bei der Untersuchung die Harnblasenkapazität und der Restharn bestimmt werden. Hierzu erfolgt die Ultraschalluntersuchung der Harnblase zunächst bei einer gefüllten Harnblase, um etwa die Harnblasenwanddicke und das Fassungsvermögen zu bestimmen. Nach der Miktion (vollständige Entleerung der Harnblase) wird die Harnblase nochmal per Ultraschall untersucht, um die Restharnmenge zu bestimmen.

Auf diese Weise lassen sich die Entleerungsfunktion der Harnblase und die Länge, Breite, Tiefe und Kontur der Blase kontrollieren und eventuelle Unregelmässigkeiten, die bei Harnblasenkrebs auftreten, erkennen.

Die urologische Ultraschalluntersuchung des Harnleiters ist erschwert, da er vom Darm überlagert wird. Es ist daher meist nur möglich, den proximalen (zum Körper hin verlaufenden) und den distalen (von der Körpermitte weg gerichteten) Harnleiter mittels Ultraschall zu untersuchen, während der mittlere Harnleiter per Ultraschall nicht erfassbar ist.

Ultraschalluntersuchung der Hoden und des Penis

Der Hoden ist bei einem erwachsenen Mann 4 bis 5 Zentimeter lang, 2 bis 3 Zentimeter dick und hat ein Volumen von 12 bis 30 Millilitern. Mithilfe einer urologischen Ultraschalluntersuchung des Hoden und des Penis können Tumore oder Verkalkungen diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden. Zudem lässt sich mit einer Farbdoppleruntersuchung die Durchblutung des Hodens und des Penis feststellen. So kann beispielsweise festgestellt werden, ob eine Minderdurchblutung etwa aufgrund einer Hodenverdrehung oder Erektionsstörungen aufgrund von Gefässwandveränderungen vorliegen.

Ultraschalluntersuchung der Prostata

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein kastaniengrosses Organ, das sich zwischen der Blase und dem Beckenboden des Mannes befindet und aus Drüsen, Bindegewebe und glatter Muskulatur besteht. Der obere Teil der Harnröhre, in den die vom Hoden kommenden Samenleiter einmünden, verläuft durch die Prostata.

Die urologische Ultraschalluntersuchung der Prostata erfolgt mit einer Ultraschallsonde, die der untersuchende Arzt über den Enddarm bis direkt an die Prostata heranführt. Diese Untersuchung wird auch als Transrektaler Ultraschall der Prostata (TRUS) bezeichnet und ermöglicht die Beurteilung der Grösse, Form, Begrenzung und Binnenstruktur der Prostata. Darüber hinaus wird der transrektale Ultraschall auch dazu eingesetzt, um Prostatabiopsien unter Ultraschallkontrolle durchzuführen.

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