MRT Prostata

22.12.2020
Leading Medicine Guide Redaktion
Autor des Fachartikels
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Die Untersuchung der Prostata mittels MRT (Magnetresonanztomographie) gehört seit einigen Jahren zu den hoch präzisen Möglichkeiten der Diagnostik bei Prostatakrebs. Sie gilt darüber hinaus als wesentliche Grundlage für Entscheidungen rund um die therapeutischen Massnahmen bei einem Tumor der Prostata.

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Artikelübersicht

Definition: MRT der Prostata

Die Magnetresonanztomographie (MRT) zählt zu den bildgebenden Verfahren im Bereich der medizinischen Diagnostik. Mit ihrer Hilfe lassen sich vor allem feingewebliche Strukturen sehr präzise erkennen. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Prostata mittels MRT durch einen Facharzt für Radiologie untersuchen zu lassen. Dabei liegt der Fokus auf Besonderheiten und Veränderungen im Gewebe Ihrer Vorsteherdrüse (Prostata).

Im Gegensatz zur herkömmlichen Magnetresonanztomographie gilt das neuartige multiparametrische MRT als hochsensibles Diagnoseinstrument bei der Analyse der Prostata. Die strahlenfreie Methode bietet ein Höchstmass an Präzision und erlaubt ein exaktes Erkennen von Veränderungen an der Prostata. Der besondere Vorteil besteht in der sicheren Unterscheidung aggressiver von gutartigen Tumoren.

Die multiparametrische MRT kombiniert die MRT-Untersuchung (Kernspin) mit wenigstens zwei weiteren Aufnahmeverfahren. Diese dienen einer Bestimmung der genauen Zusammensetzung des Gewebes sowie der Einordnung von Krebsgewebe. Ihr Arzt erkennt im Detail die Art und Ausdehnung eines Tumors und ist auch in der Lage, Rückschlüsse über dessen Biologie zu treffen. Dadurch lassen sich unnötige chirurgische Eingriffe und Biopsien vermeiden.

Gründe für eine Prostata-MRT

Ab dem 45. Lebensjahr empfehlen Ärzte eine jährliche Untersuchung der Prostata im Rahmen der Krebs-Früherkennung. Diese erfolgt zunächst in Form einer Tastuntersuchung, die Ihrem behandelnden Arzt Aufschluss über Veränderungen gibt. Darüber hinaus zählt der sogenannte PSA-Wert (Prostata-spezifisches Antigen) zu den Optionen de Früherkennung. Im Gegensatz zur Tastuntersuchung zahlen Sie die Kosten für diese Blutuntersuchung selbst.

Stellt Ihr Arzt bei Ihnen einen deutlich erhöhten PSA-Wert fest, ist eine Prostata-MRT Untersuchung hilfreich, um eine Diagnose abzusichern. Dies ist in der Regel bei einem Verdacht auf das Vorliegen eines Prostatakarzinoms der Fall. Auch nach einer Prostata-Biopsie (Gewebeentnahme der Prostata) ist die Untersuchung hilfreich, um beispielsweise den weiteren Therapieplan festzulegen. Ausserdem bietet die Prostatadiagnostik innerhalb der Radiologie die Möglichkeit einer umfassenden Therapiekontrolle und Nachsorge.

Bei einem harmlosen Befund im Rahmen der Prostatakrebs-Früherkennung ist eine Biopsie häufig durch ein multiparametrisches MRT (mp-MRT) vermeidbar. Lediglich bei einem auffälligen Befund ist die Gewebeprobe unverzichtbar, um beim Prostatakarzinom die Art der Aggressivität zu bestimmen. Die Kosten für das mp-MRT sind ebenfalls von Ihnen selbst zu tragen. Sie sind nicht Teil der Versicherungsleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. In vielen Fällen sind jedoch private Krankenversicherungen zur Kostenübernahme bereit.

Ablauf einer Prostata-MRT

Die Untersuchung wird ambulant durchgeführt. Sie befinden sich dabei in liegender Position und erhalten unmittelbar vorab ein Kontrastmittel über Ihre Vene, das eine genaue Darstellung des Gewebes ermöglicht. Wie bei einem MRT üblich arbeitet das Gerät mit einem lauten Klack-Geräusch. Sie bekommen einen Kopfhörer, um die Lautstärke zu reduzieren und haben während des etwa 20-30 Minuten dauernden Untersuchungsablaufs stets Kontakt mit den Mitarbeitern über eine Wechselsprechanlage.

Die radiologische Praxis bittet Sie, zur Untersuchung bereits vorhandene Befunde mitzubringen. Dazu zählen beispielsweise eventuelle Röntgenbilder oder auch Ultraschall- oder Computertomographie-Bilder. Üblicherweise sind noch der aktuelle PSA-Wert und Ihr Kreatinin-Wert relevant. Der Laborwert Kreatinin hat dabei nichts mit Ihrer Prostata zu tun, sondern zeigt mögliche Einschränkungen im Bereich der Funktionalität der Niere an. Das Kontrastmittel wäre in diesem Fall kontraproduktiv.

Für die anschliessende Auswertung und Beurteilung der MRT-Bilder und die damit verbundene Diagnose ist ein Radiologe (Facharzt für Radiologie) zuständig.

Patientenverhalten vor und nach der MRT-Untersuchung (Kernspin)

Im MRT selbst befindet sich ein Magnetfeld. Dies erfordert ein Ablegen aller Gegenstände aus Metall, bevor Sie den Untersuchungsraum betreten. Dazu zählen beispielsweise Uhren, Piercings und Kleidungsstücke, die Metall beinhalten. Auch medizinische Hilfsmittel (Brille, herausnehmbarer Zahnersatz) sind dabei zu berücksichtigen. Ihr Arzt prüft weitere mögliche Ausschlusskriterien, etwa durch das Tragen von festem Zahnersatz, Herzschrittmacher, chirurgischen Klammern und ähnlichen Gegenständen.

Nach der Untersuchung brauchen Sie nichts weiter zu beachten. Sie dürfen sofort Ihren normalen Alltag wieder aufnehmen. Die Auswertung der radiologischen Untersuchung geht Ihrem behandelnden Arzt zu, der Sie anschliessend mit Ihnen bespricht.

Komplikationen, Risiken und Prognose bei einer Prostata-MRT

Die MRT-Untersuchung selbst gilt als eine besonders risikoarme Anwendung. In sehr seltenen Fällen sind kleinere Komplikationen denkbar, die gegebenenfalls eine weitere Behandlung erforderlich machen. Dies sind in erster Linie unproblematische und oberflächliche Reizungen der Haut, die meist im Zusammenhang mit Tätowierungen stehen. Ebenfalls selten sind Ohrgeräusche durch das Klack-Geräusch, die jedoch üblicherweise zeitnah abklingen.

Äusserst selten kommt es zu Überempfindlichkeitsreaktionen im Zusammenhang mit dem Kontrastmittel. Dieses löst eventuell eine leichte Übelkeit aus, die nach wenigen Stunden verschwindet. Sehr selten ist eine allergische Reaktion auf das Kontrastmittel möglich, die das Fachpersonal jedoch unmittelbar vor Ort erkannt und behandelt.

Die hohe Präzision dieses bildgebenden Verfahrens erlaubt eine sichere Diagnosestellung und dadurch gegebenenfalls eine besonders frühzeitige Tumorerkennung. Je früher ein Befund erfolgt, desto schneller ist eine Behandlung durchführbar. Die Prognose für einen Erkrankungsverlauf in einem beginnenden Stadium ist entsprechend positiv.

Fazit

Die Prostata-MRT ist eine vollkommen schmerzfreie Untersuchung bei einem Verdacht auf Prostatakrebs, zur Therapieplanung und zur Kontrolle des Behandlungserfolgs. Sie wird ambulant durchgeführt und ermöglicht häufig ein Vermeiden unnötiger Biopsien sowie eine äusserst präzise Diagnosestellung.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/203130/Multiparametrische-Prostata-MRT-Vorzuege-und-Grenzen
  • https://prostata-hilfe-deutschland.de/mrt-bei-prostatakrebs-kann-sie-die-biopsie-ersetzen/
  • https://prostata-hilfe-deutschland.de/multiparametrische-mrt-mpmrt/
  • https://www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/haeufige-krebsarten/prostatakrebs/
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