Stripping - Medizinische Experten

Beim sogenannten Venenstripping - auch Varizenstripping oder Stripping-OP genannt – handelt es sich um ein operatives Verfahren zur Entfernung von Krampfadern. Dabei werden zunächst flexible Sonden in die oberflächlichen, krankhaft erweiterten Venen eingeführt. Anschliessend wird die Krampfader beidseitig durchtrennt und der geschädigte Venenabschnitt herausgezogen.

Die Stripping-OP kann sowohl ambulant als auch stationär unter Voll- oder Teilnarkose sowie mit örtlicher Betäubung erfolgen. Für welche Variante der Stripping-Operation sich der verantwortliche Arzt entscheidet, hängt sowohl vom Schweregrad der Krampfadern als auch von der Verfassung des Patienten ab.

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Was sind Krampfadern?

Bei Krampfadern, die in der Medizin auch Varix oder Varize genannt werden, handelt es sich um erweiterte und knotige Venen. Liegen diese vor, so spricht man in der Medizin auch von Varikosis oder Varikose. Verursacht werden Krampfadern durch eine angeborene Bindegewebs- oder Venenwandschwäche. Krampfadern entwickeln sich schleichend über Jahre hinweg, wenn die Gefässwände in den Venen altersbedingt nachgeben und dadurch die Venenklappen undicht werden.

Vor allem Frauen leiden unter Krampfadern. Sie sind etwa dreimal so häufig von der störenden Venenveränderung betroffen wie Männer. 

Besonders häufig treten Krampfadern in den unteren Bereichen des Körpers auf, etwa an der Vena saphena magna. Hierbei handelt es sich um den Zusammenfluss mehrerer oberflächlicher Venen, der sich über den Unterschenkel und schliesslich mittig zum Schienbein hinzieht. Eine frühzeitige Behandlung ist insofern wichtig, als es über einen längeren Zeitraum gesehen zu schweren Schäden in den betroffenen Gliedmassen kommen kann.

Die Varikose wird folgendermassen eingeteilt:

Weil Patienten, die unter einer primären Vaskose leiden, eine verstärkte Neigung zu Thrombosen aufweisen, bezeichnen Mediziner diese Form auch als Varikothrombose. Häufigste Ursache der primären Viskose ist eine Bindegewebsschwäche. Weil sich durch diese die Gefässe erweitern, kann sich in der Folge daraus eine Venenklappeninsuffizienz ergeben. Die Venenklappen verhindern in einem gesunden Körper, dass das Blut in die Beine zurückfliessen kann, sodass sich kein Rückstau entwickelt.

Zu den Risikofaktoren gehören neben Berufen, in denen man viel stehen muss, auch Übergewicht und Schwangerschaften. Je nach Art der Ausprägung wird zwischen folgenden Formen unterschieden:

  • Betroffen sind bei der Stammvarikosis die Hauptvenen unter der Hautoberfläche, also die Vena saphena parva und die Vena saphena magna. Das Verfahren des Venenstrippings wird bevorzugt bei dieser Erscheinungsform eingesetzt.
  • Bei der Seitenastvarikosis werden die Seitenäste des Venensystems durch einen Blutstau in den Hauptvenen in Mitleidenschaft gezogen.
  • Besteht eine gleichmässige und diffuse Weitstellung der Venen, spricht man von einer retikulären Varikosis.
  • Bei der Besenreiservarikosis lassen sich kleine Äderchen von rötlich-bläulicher Farbe feststellen. Diese sind oft das erste Zeichen für eine Erkrankung der Venen.

Kompressionsbehandlung oder Operation? Behandlung von Krampfadern

Heilen kann man Krampfadern leider nicht. Sorgen sie für Probleme, werden sie auf unterschiedliche Arten behandelt:

  • Zunächst versucht man, mit Kompressionsstrümpfen Druck auf die Venenwände auszuüben und diese dadurch zu unterstützen. Die Kompressionsstrümpfe werden in verschiedenen Druckstärken hergestellt und sollen dauerhaft getragen werden.
  • Dazu kommen gymnastische Übungen, die die Venen stärken sollen. Auch Kneippanwendungen oder Lymphdrainagen können die Beschwerden deutlich verbessern.
  • Reicht die Kompressionsbehandlung in Kombination mit den begleitenden Massnahmen nicht mehr aus, wird eine operative Behandlung nötig, um die Krampfadern zu entfernen oder dauerhaft zu verschliessen. Dies geschieht entweder durch Verödung bzw. Lasertherapie oder durch das sogenannte Stripping, bei dem die veränderten Venen aus dem Körper herausgezogen werden.

Wenn die Krampfadern nicht nur kosmetische Probleme darstellen, sondern auch Beschwerden verursachen, werden die Kosten für die notwendigen Behandlungen von der Krankenkasse übernommen.

So wird das Venenstripping vorbereitet

Im Vorfeld der Stripping-OP ist eine sorgfältige Anamnese durch den Arzt notwendig. Bei dieser Gelegenheit sollte der Mediziner seinen Patienten natürlich auch darüber informieren, wie die Stripping-Operation ablaufen wird und mit welchen Risiken der Eingriff verbunden ist.

Um das Venenstripping optimal vorzubereiten, sollte der Patient etwa zwei Wochen lang auf die Einnahme von Schmerzmitteln, Acetylsalicylsäure – also ASS – sowie auf Alkohol verzichten. Der Grund dafür besteht darin, dass diese Substanzen die Blutgerinnung verzögern, was während der Operation zu unerwünschten Blutungen führen kann.

Raucher sollten schon einen Monat vor dem Eingriff damit beginnen, ihren Nikotinkonsum massiv einzuschränken, um Störungen bei der Wundheilung zu vermeiden.

Der Ablauf der Stripping-Operation

Das Stripping ist eine kleine Operation, die oft ambulant und unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden kann. Je nach Schweregrad der Erkrankung kann aber auch eine Vollnarkose nötig werden. Welche Narkoseform in Ihrem Fall die beste ist, entscheidet der behandelnde Arzt.

Bei den modernen Stripping-Methoden sind nur kleine Schnitte nötig. Der behandelnde Gefässchirurg bindet zunächst die betroffene Vene in der Kniekehle oder in der Leiste ab und durchtrennt sie dann, um das geschädigte Stück herauszulösen. Umliegende Venenstücke werden zugebunden, gesunde Venenabschnitte bleiben im Bein erhalten. In das zu entfernende Venenstück wird dann eine feine, biegsame Sonde eingeführt und am Venenende befestigt. Mit der Sonde wird die Krampfader schliesslich nach aussen gezogen („gestrippt“).

Die OP-Schritte im Einzelnen

Beim klassischen Ablauf des Venenstrippings, der sogenannten Babcock-Operation, entfernt der Operateur die Segmente der Vena saphena magna, die geschädigt sind. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das tiefe Venensystem noch durchgängig ist. Dies lässt sich durch eine Kontrastmitteluntersuchung oder durch Ultraschall überprüfen.

Zunächst führt der Arzt im Rahmen der Babcock-Operation einen Schnitt in der Leiste durch. Dadurch lässt sich die sogenannte „Crosse“, also die Einmündung der Vena femoralis in die Vena saphena magna, freilegen. Anschliessend unterbindet der Arzt sämtliche Seitenäste, welche in die Vena fermoralis münden, im nächsten Schritt wird anschliessend die Stammvene unterbunden.

Ein weiterer Schnitt wird unterhalb des varikösen Abschnittes der Vene gesetzt. Sollte die Vene komplett von Krampfadern durchzogen sein, wird dieser Schnitt knapp über dem Innenknöchel gesetzt. Daraufhin wird der untere Bereich der Stammvene unterbunden. Schliesslich wird der Venenstripper (Babcock-Sonde) eingeführt und schliesslich bis zur Leiste vorgeschoben. Nun werden der Kopf der Sonde sowie die Vene aus der Schnittstelle herausgezogen.

Soll der Druck auf die Fasern der Nerven im Bereich des Knöchels gemindert werden, lässt sich das Verfahren auch in umgekehrter Richtung durchführen.

Verwandte Verfahren des Venenstripping

Teilweise werden verwandte Verfahren in Verbindung mit dem klassischen Venenstripping eingesetzt. Dabei handelt es sich um folgende:

  • Das konventionelle Stripping der Vena saphena parva läuft ähnlich ab. Hier wird lediglich die Vena saphena parva im Innenbereich des Beins behandelt.
  • Das invaginierende Stripping gilt als besonders schonendes Verfahren, weil sich das Operationstrauma auf einem äusserst niedrigen Niveau befindet. Verwendet wird hier ein Pin-Stripper nach Oesch, der ein Einstülpen des Venenstumpfes beim Extrahieren bewirkt.
  • Beim Kryptostripping handelt es sich ebenfalls um ein besonders schonendes Verfahren, welches bei nahezu allen Arten von Krampfadern genutzt werden kann. Hier wird eine metallische Sonde eingesetzt, die sich auf bis zu minus 80 Grad abkühlen lässt, wodurch die Blutung fast komplett verhindert wird und sich die Vene leicht entfernen lässt.
  • Seitenastvaskiosen lassen sich bestens durch die Miniphlebektomie behandeln. Bei diesem Verfahren werden die betroffenen Venen mit kleinen Häkchen aus dem Körper gezogen.
  • Das Verfahren der Perforansligatur wird angewendet, wenn neben der Vena saphena magna weitere Blutgefässe betroffen sind.

Ob die Stripping-Operation ambulant oder stationär durchgeführt wird, hängt vom Aufwand des Eingriffs und dem Ausmass der Krampfadern ab. Notfalls lässt sich der Eingriff auch im Rahmen von mehreren Sitzungen durchführen.

Erfolgschancen, Heilung und Nachbehandlung der Stripping-OP

Das Stripping gilt als Standardverfahren bei der Behandlung von Krampfadern, auch weil es deutlich höhere Erfolgschancen hat als andere Methoden: Während bei der Laserbehandlung mit einer Rückfallquote von 18 Prozent zu rechnen ist, treten nach einem Stripping bei nur 1,3 Prozent der Patienten erneut Krampfadern auf.

Die Operation selbst kommt mit kleinen Schnitten aus, sodass keine grossen Narben entstehen. Allerdings wird trotz aller Vorsicht immer Gewebe beschädigt, zum Beispiel Lymphgefässe, Nervenfasern oder winzige Seitenäste der Vene. Grosse Blutergüsse und Schwellungen im Operationsgewebe sind eine häufige Folge. Diese bilden sich jedoch normalerweise von selbst zurück, Kompressionsstrümpfe unterstützen die Heilung.

Üblicherweise wird der Patient nach dem Stripping für ein bis drei Wochen krankgeschrieben. Mehrere Wochen oder sogar Monate lang sollten dann Kompressionsstrümpfe getragen werden. Ausserdem sollten Sie langes Sitzen vermeiden und sich viel bewegen.

Damit nicht an anderen Stellen neue Krampfadern auftreten (schliesslich bleibt die grundsätzliche Neigung dazu ja bestehen), sind vorbeugende Massnahmen und regelmässige Nachuntersuchungen beim Venenspezialisten empfehlenswert.

Diese Komplikationen können nach dem Venenstripping vorkommen

Generell ist das Stripping von Krampfadern ein Routineeingriff, bei dem nur äusserst selten ernsthafte Nebenwirkungen auftreten. Druckgefühl, Schwellungen oder Spannungsgefühle in den Beinen sind nach der Stripping-Operation aber ebenso möglich wie folgende Komplikationen:

  • blaue Flecken
  • ein Taubheitsgefühl, das durch Verletzungen von Hautnerven hervorgerufen wird
  • heftigere Schmerzen, die eine Durchblutungsstörung anzeigen – hier ist eine Kontrolluntersuchung erforderlich
  • in seltenen Fällen kann es zu Störungen der Wundheilung und Infektionen kommen
  • möglich sind Verletzungen an der Schlagader in der Leistengegend
  • Nach dem Eingriff kann es zur Bildung von Blutgerinnseln kommen. Deshalb sollte eine Thromboseprophylaxe durchgeführt werden, weil im schlimmsten Fall eine lebensgefährliche Lungenembolie auftreten kann.
  • Werden elektrische Geräte verwendet, können Kriechströme entstehen, welche zu Gewebe- und Hautschäden führen können.
  • Durch das Liegen auf dem Operationstisch kann es zu Druckstellen an den Weichteilen und Nerven kommen, was zu Empfindungsstörungen – im schlimmsten Fall auch Lähmungen – führen kann.
  • Hautausschläge, Juckreiz, Schwellungen, Erbrechen, Schwindel oder tränende Augen sind bei einer Allergie oder Überempfindlichkeiten gegen die verwendeten Mittel möglich.
  • Äusserst selten kommen Infektionen, die Atmung, Herz oder Kreislauf betreffen, vor.

Für wen kommt das Stripping infrage?

Ob das Stripping eine geeignete Methode zur Behandlung Ihrer Krampfadern ist, muss natürlich ein Arzt individuell entscheiden. Generell gilt aber:

  • Das Stripping kommt dann infrage, wenn Stammvenen betroffen sind, weil diese sich weniger schlängeln. Ist eine Krampfader zu stark gewunden, kann der Draht mit der Sonde nur schwer hindurchgeführt werden.
  • Meist werden zunächst andere Behandlungsmethoden durchgeführt, zum Beispiel die Kompression im Zusammenhang mit Gymnastik und anderen begleitenden Therapien. Nur wenn diese Therapien nicht (mehr) zum Erfolg führen, werden Operationen durchgeführt.
  • Bei Patienten mit erhöhtem Operations- oder Narkoserisiko versucht man, mit anderen, minimalinvasiven Methoden zum Ziel zu kommen, zum Beispiel durch Laserbehandlungen und Veröden.

Sprechen Sie einfach mit Ihrem Arzt oder einem Spezialisten, wenn Sie sich über Stripping und andere Methoden der Behandlung von Krampfadern informieren möchten.

Erfahren Sie mehr zu unserem Auswahlverfahren

Die Qualitätssicherung des Leading Medicine Guide wird durch 10 Aufnahmekriterien sichergestellt. Jeder Arzt muss mindestens 7 davon erfüllen.

  • Mindestens 10 Jahre Operations- und Behandlungserfahrung
  • Beherrschung moderner diagnostischer und operativer Verfahren
  • Repräsentative Anzahl an Operationen, Behandlungen und Therapien
  • Herausragender Behandlungsschwerpunkt innerhalb des eigenen Fachbereiches
  • Engagiertes Mitglied einer führenden nationalen Fachgesellschaft
  • Leitende berufliche Position
  • Aktive Teilnahme an Fachveranstaltungen (z.B. Vorträge)
  • Aktiv in Forschung und Lehre
  • Ärzte- und Kollegenakzeptanz
  • evaluatives Qualitätsmanagement (z.B. Zertifizierung)

 

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