Ganzkörper MRT - Medizinische Experten

Die Ganzkörper MRT – kurz GK-MRT – ist ein bildgebendes Verfahren zur Diagnose verschiedener Erkrankungen. MRT steht für Magnetresonanztomografie, aber auch die Begriffe Kernspintomografie und Kernspin sind weit verbreitet. Wann eine Ganzkörper-MRT zum Einsatz kommt, wie sie abläuft und was Sie als Patient beachten sollten, erfahren Sie nachfolgend.

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Ganzkörper MRT - Weitere Informationen

Was ist eine MRT und wie funktioniert sie?

Während Röntgen und Computertomografie mit einer gewissen Strahlenbelastung für den Patienten einhergehen, kommt die MRT ganz ohne Strahlung aus. Sie arbeitet mit starken Magnetfeldern, die die Wasserstoffatome im menschlichen Körper in Bewegung setzen. Diese Bewegungen werden analysiert und in Schnittbilder umgesetzt. Dabei gilt: Je mehr Wasserstoff in einem Gewebe enthalten ist, umso detaillierter lässt es sich mithilfe der Magnetresonanztomografie darstellen.

Weiches Gewebe, das gesamte Gefässsystem, Arterien, Venen und die meisten Organe sind besonders gut sichtbar, während zur Untersuchung der Knochen nach wie vor das Röntgen als das beste diagnostische Verfahren gilt. Zur Untersuchung speziell der Lunge und des Herzens wird die Computertomografie (CT) bevorzugt oder ergänzend angewandt. Eine Ganzkörper-MRT nimmt nicht viel Zeit in Anspruch: In der Regel wird der gesamte Körper in maximal 60 Minuten untersucht, ohne Anpassungen am MRT-Gerät vornehmen zu müssen.

Wie läuft eine Ganzkörper-Magnetresonanztomografie ab?

Vor Beginn der Ganzkörper-MRT legt der Patient sämtliche metallischen Gegenstände wie Ringe, Ketten, Piercings und Brillen ab. In einigen Fällen wird zudem ein Kontrastmittel verabreicht. Dieses dient dazu, die Arterien und Venen noch deutlicher darzustellen. Anschliessend nimmt er auf einer Liege Platz und erhält einen Kopfhörer, um das Gehör vor den lauten Klopfgeräuschen des MRT-Geräts zu schützen. Die Liege schiebt sich langsam durch die MRT-Spule, beginnend beim Kopf oder bei den Füssen.

Bis der gesamte Körper gescannt wurde, vergehen etwa 40 bis 60 Minuten. Über eine Sprechanlage bleibt der Patient in Kontakt mit dem Röntgenassistenten. Ausserdem erhält er einen Notknopf, den er betätigen kann, falls die Untersuchung zu laut oder zu unangenehm wird. Die Magnetresonanztomografie wird dann sofort abgebrochen. Nach dem Ganzkörper-MRT werden die Daten von einem Radiologen ausgewertet.

Einsatzspektrum: Wann kommt die MRT zum Einsatz?

Eine Ganzkörper-Magnetresonanztomografie kommt zur Früherkennung verschiedener Erkrankungen zum Einsatz. Vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen verlaufen anfangs symptomlos, müssen jedoch frühzeitig erkannt werden, um das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu reduzieren. Hegt der behandelnde Arzt einen Verdacht, der durch eine körperliche Untersuchung und durch ein Blutbild nicht bestätigt wird, kann er zusätzlich eine Ganzkörper-MRT anordnen. Verkalkungen und Verengungen der Blutgefässe werden sichtbar, sodass rechtzeitig eine geeignete Behandlung eingeleitet werden kann.

Auch bei rheumatisch-entzündlichen Erkrankungen, die oftmals nicht nur die Gelenke, sondern auch andere Körperbereiche betreffen, kommt die Magnetresonanztomografie zum Einsatz. Diese Untersuchungsmethode bietet den Vorteil, dass der gesamte Körper in nur einer Sitzung gescannt wird. Weitere Diagnoseverfahren, die mit hohen Kosten und einer hohen Belastung für den Patienten einhergehen, werden so oftmals überflüssig.

Ein weiteres Einsatzgebiet der Ganzkörper-MRT ist die Krebsdiagnostik beziehungsweise das Auffinden von Metastasen. Auch gutartige Knochenwucherungen (Exostosen), deren Entwicklung regelmässig kontrolliert werden muss, lassen sich mit einer MRT schnell untersuchen. Es besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung eine Ganzkörper-MRT durchführen zu lassen. Die Kosten werden jedoch nur dann von der Krankenkasse übernommen, wenn der Arzt einen begründeten Verdacht auf eine bestimmte Erkrankung hat. Wer die Kosten für die Untersuchung selbst tragen möchte, sollte vorab einen Kostenvoranschlag anfordern und sich umfassend beraten lassen.

Welche Fachärzte setzen die MRT ein?

Eine Ganzkörper-MRT wird vor allem von folgenden Fachärzten eingesetzt:

  • Orthopäden
  • Neurologen
  • Onkologen
  • Gefässchirugen

Da nicht jede Arztpraxis über ein MRT-Gerät verfügt, erfolgt meist eine Überweisung an einen Radiologen, die Neuroradiologie oder an ein Krankenhaus mit radiologischer Abteilung.

Worauf muss der Patient vor einer MRT achten?

Patienten, die eine Ganzkörper-MRT in Betracht ziehen, müssen vor allem wissen, dass diese Untersuchungsmethode nicht für alle Personengruppen geeignet ist. So sollten Schwangere in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten auf eine MRT verzichten, weil die möglichen Auswirkungen auf das ungeborene Kind noch nicht ausreichend erforscht sind. Eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) ist der Magnetresonanztomografie in diesem Fall also vorzuziehen.

Des Weiteren ist eine Ganzkörper-MRT bei folgenden Personen nicht möglich:

  • Patienten mit elektronischen Implantaten (Herzschrittmacher, subkutane Insulinpumpen, Neuro-Stimulatoren)
  • Patienten mit künstlichen Herzklappen
  • Patienten mit metallischen Gelenkimplantaten/Prothesen
  • Patienten mit Mittelohr-Implantaten, die nicht aus Gold oder Teflon bestehen
  • Patienten mit Cochlea-Implantaten

Wenn Sie ein Implantat im Körper haben, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt – je nachdem, welches Material verwendet wurde, ist ein Ganzkörper-MRT in vielen Fällen dennoch möglich. Dies gilt vor allem bei neueren Implantaten, die häufig aus Gold, Teflon oder anderen nicht-magnetischen Materialien bestehen. Besteht die Möglichkeit, dass sich Metallsplitter in Ihrem Körper befinden, sollten Sie dies ebenfalls mit dem Arzt abklären. Denn: Jegliche Metallteile werden durch die starken Magnete des MRT-Geräts in Bewegung gesetzt, was mit einer hohen Verletzungsgefahr einhergeht.

Tätowierungen und Permanent-Make-up sind in der Regel unproblematisch. Sofern rote Farbstoffe enthalten sind, kann sich die Haut während der MRT-Untersuchung jedoch ein wenig erwärmen.

Gibt es typische Risiken und Komplikationen im Rahmen einer GK-MRT?

Eine Ganzkörper-Magnetresonanztomografie ist mit keinerlei Risiken verbunden – vor allem, weil die Untersuchung gänzlich ohne Strahlung auskommt und absolut schmerzfrei ist. Viele Patienten bemängeln allerdings die hohe Lautstärke im MRT-Gerät, die selbst bei Tragen eines Kopfhörers sehr belastend sein kann. Inzwischen gibt es jedoch modernere MRT-Geräte, die leiser arbeiten und zudem weniger empfindlich auf Bewegungen reagieren.

Patienten, die in engen Räumen zu Panikattacken neigen, können vor Beginn der Untersuchung ein leichtes Beruhigungsmittel erhalten. Alternativ gibt es inzwischen in vielen Krankenhäusern und radiologischen Praxen offene MRT-Geräte, die weniger beengt sind.

Was sind Vor- und Nachteile der GK-MRT?

Trotz der zahlreichen Vorteile sehen einige Mediziner die Ganzkörper-Magnetresonanztomografie kritisch. Sie bemängeln vor allem, dass bei diesem Diagnoseverfahren häufig Auffälligkeiten gefunden werden, die keinen Krankheitswert haben, den Patienten aber dennoch belasten können. Dies ist etwa bei 40 bis 50 Prozent der Untersuchungen der Fall. Ein ausführliches Patientengespräch nach Auswertung der Daten ist daher unerlässlich. Der Arzt sollte den Patienten umfassend aufklären und dabei verdeutlichen, dass nicht jede Auffälligkeit ein Anlass zur Sorge ist.

Quellen

  • https://www.aerzteblatt.de/archiv/76322/Moeglichkeiten-und-Grenzen-der-Ganzkoerper-MRT
  • https://www.dkfz.de/de/radiologie/patienten/pat_mrt.html
  • https://www.krebsinformationsdienst.de/untersuchung/kernspintomographie-faq/