Hagelkorn - Medizinische Experten

Bei einem Hagelkorn – auch Chalazion genannt – handelt es sich um eine chronische, sogenannte granulomatöse Entzündung, die durch eine Verstopfung der Drüsengange der Talgdrüsen im Ober- oder Unterlid entsteht. Ein Hagelkorn verursacht kaum Schmerzen und kann leicht mit einer Spaltlampe diagnostiziert werden. Behandelt wird es meist durch die Anwendung von Wärme und Augensalben.

Weitere Informationen zum Hagelkorn finden Sie im Text weiter unten.

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Hagelkorn - Weitere Informationen

Definition: Hagelkorn (Chalazion)

Ein Hagelkorn (Chalazion) entsteht, wenn die Drüsengänge der Talgdrüsen im Ober- oder Unterlid (Meibomdrüsen, Zeiss-Drüsen) verstopft sind und sich anschliessend ein Sekretstau bildet. Der Talg tritt in das Gewebe aus und verursacht eine Fremdkörperreaktion. Man spricht bei einem Hagelkorn von einer “chronischen” Entzündung aufgrund einer Fremdkörperreaktion mit anschliessender Bildung von Narbengewebe.

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Von Poupig - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Das Gewebe vom Ober- oder Unterlid hat den entzündlichen Bereich einfach “verpackt“ und als Zellmüll abgelegt. Es handelt sich um eine granulomatöse Gewebereaktion mit sog. Riesenzellen auf die festsitzenden Sekrete der Meibomschen oder Zeisschen Talgdrüsen. Die Riesenzellen versuchen quasi die wachsartigen Sekrete aufzufressen. Bricht das Hagelkorn zur Bindehaut durch, so bildet sich ein gestieltes, breitflächiges Riesenchalazion.

Ursachen für ein Hagelkorn

Grundlage für ein Chalazion kann eine Blepharitis (Lidrandentzündung) oder eine Acne rosacea sein. Beim Hagelkorn sind Bakterien in der Regel nicht ursächlich beteiligt, im Gegensatz zum Gerstenkorn. Beim Gerstenkorn besteht eine schmerzhafte akute Infektion durch Staphylokokken. Das Hagelkorn ist nicht schmerzhaft, im Gegensatz zum Gerstenkorn, bei dem der Schmerz auch in die umgebende Gesichtsregion ausstrahlt.

Symptome bei einem Chalazion

Im Gegensatz zum Gerstenkorn schmerzt das Hagelkorn kaum. Wie ein kleiner leicht beweglicher Knoten sitzt es unter der Haut im Ober- oder Unterlid. Ein Hagelkorn besteht meist schon Monate, bevor der Betroffene es bemerkt und verschwindet spontan erst nach mehreren Monaten.

Diagnose eines Hagelkorns

Der Augenarzt kann die Diagnose „Hagelkorn“ leicht mit der Spaltlampe stellen. Selten kann sich hinter einem Chalazion auch ein Talgdrüsen- oder Schweissdrüsencarcinom verbergen, welches vermehrt in Südostasien vorkommt. Daher sollte jedes rezidivierende Hagelkorn mikroskopisch untersucht werden.

Behandlung eines Hagelkorns

Das Prinzip der Heilung besteht darin, dass man die abgekapselte Meibom-Drüse, das Hagelkorn, auf 40 bis 45 Grad erwärmt, um die wachsartigen festen Sekrete zu verflüssigen und zu schmelzen. Dadurch erreicht man in vielen Fällen, dass das Chalazion schrumpft und abheilt. Zusätzlich kann man antiseptische Salben wie Posiformin-Augensalbe verwenden, um die Heilung zu beschleunigen.

Wenn diese Massnahme nicht hilft und man das Hagelkorn loswerden möchte, muss dieses von der Innenseite des Lides durch einen Schnitt eröffnet und mit einem scharfen Löffel ausgekratzt werden. Zusätzlich wird die Kapsel des Hagelkorns mit einer Schere weitestgehend entfernt.

Medikamentöse Behandlung eines Chalazion

Für die medikamentöse Behandlung stehen verschiedene Augensalben zur Auswahl, unter anderem Posiformin-Augensalbe, Gentamycin-Augensalbe oder Isopto-Max Augensalbe.

Heilungsaussichten bei einem Chalazion

Das Hagelkorn heilt unter Wärme (10 Minuten Rotlichtbestrahlung, 40 Grad warme Kompresse) und mit antiseptischer Salbe sowie leichter Massage mit der Fingerkuppe in 80 Prozent der Fälle innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab. Sollte das Chalazion nach mehreren Wochen nicht abheilen, kann es chirurgisch entfernt werden.

Autor: Dr. med. Wolfgang Hanuschik