Fussluxation und -distorsion: Verletzung des Sprunggelenks

Unser Fuss ist ein hochkomplexes System aus unzähligen Knochen, Bändern und Sehnen. Genau das macht unseren Fuss so beweglich – aber auch anfällig für Verletzungen. Sportarten, die mit abrupten Richtungsänderungen verbunden sind, führen besonders häufig zur Fussluxation und -distorsion. Mit Verrenkungen und Verstauchungen des Sprunggelenks ist nicht zu spassen. Sie sind nicht nur äusserst schmerzhaft – bei unzureichender Behandlung können sie Arthrose oder dauerhafte Instabilität des Fussgelenks nach sich ziehen.

Sie möchten wissen, was genau bei einer Fussluxation und Fussdistorsion passiert? Hier finden Sie Informationen zur Diagnose, Symptomen und wie ein verrenkter oder verstauchter Fuss behandelt wird!

Übersicht

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Fussluxation und -distorsion - Weitere Informationen

Was ist eine Luxation oder Distorsion?

Fussluxation und -distorsion (ICD-Code: S93) sind zwei Seiten einer Medaille, was Verletzungen von Bändern, Knochen und Gelenkkapsel des Sprunggelenks angeht. Sehen wir uns zunächst die Fussluxation etwas genauer an. Der Begriff Luxation bezeichnet eine Verrenkung. Dabei verändern die Knochen ihre natürliche Position – die Gelenkflächen verschieben sich zueinander. Eine Fussluxation kann im oberen Sprunggelenk (OSG) oder im unteren Sprunggelenk (USG), aber auch in beiden Teilen des Sprunggelenks gleichzeitig auftreten.

Anatomie Fussknochen
Das Sprunggelenk und die Fussknochen © bilderzwerg / Fotolia

Ursache für eine Fussluxation ist meist eine plötzliche ruckartige Krafteinwirkung auf das Sprunggelenk, die Bänder und Sehnen nicht abfangen können. Je nach Intensität der einwirkenden Kraft sind häufig auch Bänder, Nerven und Sehnen in Mitleidenschaft gezogen. Mitunter kommt es im Zuge einer Luxation sogar zu einem Bänderriss im Sprunggelenk oder es entstehen Risse in der Gelenkkapsel.

Wenn der Fuss verstaucht ist

Von einer Distorsion, die umgangssprachlich als Verstauchung oder Zerrung bezeichnet wird, sind vor allem die Bänder betroffen. Bänder (Ligamente) sind feste Stränge aus Kollagenfasern, die die Knochen miteinander verbinden. Sie haben die Aufgabe, das Sprunggelenk zu stabilisieren. Eine Distorsion tritt am häufigsten am oberen Sprunggelenk (OSG) auf. Meist ist eine Verdrehung des Gelenks oder ein plötzliches Umknicken des Fusses an der Verletzung schuld. Dabei werden die Bänder stark überdehnt. Je nach Schweregrad der Distorsion reissen einzelne oder zahlreiche Gewebefasern. Bei einer Verstauchung ist oft auch die Gelenkkapsel in Mitleidenschaft gezogen.

Anatomie des Sprunggelenks
Bänder des Sprunggelenks © bilderzwerg / Fotolia

Fussluxation und -distorsion – welche Symptome sprechen dafür?

Verrenkungen und Verstauchungen des Fusses rufen ähnliche Symptome hervor. Sowohl das Auseinanderdriften der Knochen als auch eine Überdehnung der Bänder verursachen starke Schmerzen. Bei beiden Verletzungen lässt sich das Sprunggelenk in der Folge nur noch unter Schmerz bewegen und schwillt unmittelbar nach dem Trauma an. Meistens werden auch kleine Blutgefässe am Gelenk verletzt. Dadurch entwickelt sich in der Regel ein Bluterguss. Bei einer Luxation kann das Gelenk auch leicht verformt wirken.

Erste Massnahme bei Fussluxation und -distorsion

Es ist sinnvoll, das Sprunggelenk möglichst sofort nach dem Trauma zu kühlen. Diese Massnahme hält die Schwellung in Grenzen, was wichtig für die Behandlung ist. Denn je geringer die Schwellung, desto einfacher später das Reponieren (Zurückverlagern) bei einer eventuellen Luxation. Stellen Sie das Sprunggelenk ausserdem mit einem Kompressionsverband ruhig und lagern Sie den Fuss hoch. Gehen Sie so schnell wie möglich zum Arzt – am besten zu einem Orthopäden. Er ist in der Lage festzustellen, ob es sich um eine Verrenkung, Verstauchung oder gar einen Bänderriss handelt.

Fussverletzung Schwellung und Bluterguss
Symptome bei einem verstauchten oder verrenkten Fuss © Leo / Fotolia

So diagnostiziert der Arzt Verrenkung und Verstauchung

Um eine Diagnose zu stellen, wird der Orthopäde oder Unfallchirurg zunächst die Beweglichkeit des Gelenks prüfen und es abtasten. Dies geschieht meist unter entsprechender Schmerzmedikation. Im nächsten Schritt kommen bildgebende Verfahren wie Röntgen oder Ultraschall (Sonographie) zum Einsatz. Seltener ist auch eine Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRT) notwendig, um die Verletzungen ausreichend darzustellen. Diese Untersuchung führt der Arzt meist dann durch, wenn eine operative Behandlung erforderlich ist.

Wie sieht die Behandlung bei Fussluxation und -distorsion aus?

Handelt es sich um eine Luxation, verlagert der Unfallchirurg den Sprunggelenksknochen in seine ursprüngliche Position zurück (Reponation). Dazu erhält der Patient eine Kurznarkose oder Lokalanästhesie. Das dient nicht nur der Schmerzausschaltung – die Narkose setzt auch die Muskelspannung herab und erleichtert so das Einrenken der knöchernen Strukturen. Anschliessend röntgt der Arzt den Fuss erneut. Hiermit stellt er sicher, dass die Knochen richtig positioniert sind.

Die weiteren Behandlungsschritte sind bei Luxation und Distorsion ähnlich. Der Arzt stellt das Sprunggelenk mit einer Schiene ruhig und verschreibt gegebenenfalls ein Schmerzmittel. Nach 8 – 10 Tagen gilt es, den Fuss langsam mit speziellen Übungen zu mobilisieren, damit die Beweglichkeit des Gelenks erhalten bleibt. Sowohl bei einer starken Überdehnung der Bänder als auch nach einer Luxation ist es erforderlich, den Fuss für einen längeren Zeitraum zu entlasten. Es kann bis zu 5 Monaten dauern, bis sich die Bänderdehnung vollständig zurückgebildet hat und die Stabilität des Gelenks in vollem Umfang gegeben ist.

Besonders bei jungen Menschen, die sich auch in Zukunft viel sportlich betätigen möchten, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein. Hierbei strafft der Unfallchirurg den Bänder- und Kapselapparat, um künftigen Luxationen und Distorsionen vorzubeugen. Sie könnten zu einer dauerhaften Instabilität des Sprunggelenks führen. Mehrfache Verrenkungen und Verstauchungen begünstigen ausserdem den vorzeitigen Verschleiss des Fussgelenks – es kommt zu einer Sprunggelenksarthrose. Eine OP ist unumgänglich, wenn Bänder gerissen oder Gefässe und Nerven verletzt sind.

Besser vorbeugen als heilen

Fuss verrenkt oder Fuss verstaucht – es ist schnell passiert und sicher nicht immer zu vermeiden. Doch jeder kann etwas dafür tun, dass es nicht zu einer Luxation oder Distorsion kommt. Rund 80 Prozent dieser Erkrankungen sind auf Sportverletzungen zurückzuführen. Gerade Sportarten, die mit schnellen Laufbewegungen verbunden sind, stellen eine grosse Belastung für unsere Fussgelenke dar. Hier ist es zwingend notwendig, sich vor dem Sport ausreichend aufzuwärmen, um das Verletzungsrisiko zu minimieren. Dies gilt umso mehr mit zunehmendem Alter. Der Verschleiss von Bändern und Sehnen, Arthrose, sowie zunehmender Muskelabbau erhöhen das Risiko, sich zu verletzen.

Luxationen und Distorsionen des Fusses sind nicht zu unterschätzen. Aus dem harmlosen Umknicken wird bei unzureichender Behandlung nicht selten ein dauerhaftes Problem. Deshalb gehören Verrenkungen und Verstauchungen in die Hand eines Facharztes für Orthopädie.