Magenspiegelung - Gastroskopie - Medizinische Experten

Die Magenspiegelung (Gastroskopie) ist alles in allem eine unkomplizierte und ungefährliche Untersuchung, die keine Schmerzen verursacht und bei vielen Erkrankungen zur Diagnosefindung und Therapie unverzichtbar ist. Bei der Gastroskopie (Magenspiegelung) wird ein Gastroskop durch den Mund in die Speiseröhre und schliesslich den Magen eingeführt.

Weitere Informationen zur Gastroskopie finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Magenspiegelung - Gastroskopie - Weitere Informationen

Was ist ein Gastroskop?

Gastroskopien werden mit Hilfe eines sogenannten Gastroskops durchgeführt, mit dem man das Innere der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarmes sichtbar machen kann.

Das Gastroskop ist ein langer Schlauch, an dessen Ende sich eine Lichtquelle und ein Chip befinden, durch die Bilder vom Inneren des Magens auf einen Bildschirm übertragen werden können. Der Blickwinkel beträgt 170°.

Zusätzlich lässt sich die Spitze des Schlauches von aussen in vier verschiedene Richtungen bewegen, sodass man alle Bereiche des Magens und einen Teil des Zwölffingerdarmes einsehen kann.

Im Inneren des Gastroskops verläuft ein Arbeitskanal, über den von aussen verschiedene dünne Instrumente, wie zum Beispiel Biopsiezangen (zur Gewinnung von Gewebeproben), eingeführt werden können.

Indikationen zur Magenspiegelung (Gastroskopie)

Eine Gastroskopie wird bei verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden durchgeführt, wie zum Beispiel bei Oberbauchschmerzen, Blutarmut, Schluckstörungen oder dem Verdacht auf Magenblutungen.

Es können durch die Magenspiegelung Magengeschwüre, Blutungen oder Tumore erkannt werden. Durch Proben aus der Magenschleimhaut kann ein bestimmter Keim, der Helicobacter pylori, entdeckt werden, der Magenschleimhautentzündungen oder Geschwüre hervorrufen kann.

Kontraindikationen zur Magenspiegelung (Gastroskopie)

Es gibt nur wenige Umstände, unter denen eine Gastroskopie nicht durchgeführt werden darf. Hierzu zählen vor allem die fehlende Einwilligung eines bewusstseinsklaren Patienten und kritische Zustände bei herz- oder lungenkranken oder kreislaufinstabilen Patienten.

Vorbereitung auf die Gastroskopie (Magenspiegelung)

Vor einer Gastroskopie muss der Patient nüchtern sein, das heisst, er sollte im Regelfall am Vortag der Untersuchung ab 22.00h nichts mehr essen oder trinken.

Blutverdünnende Medikamente, wie Heparin, Marcumar, ASS und Clopidogrel müssen einige Tage vor der Untersuchung abgesetzt werden, andere Medikamente können im Regelfall wie gewohnt eingenommen werden. Dies sollte im Einzelnen mit dem untersuchenden Arzt abgesprochen werden.

Vor der Gastroskopie wird eine Aufklärung durch den Arzt durchgeführt, in der das Untersuchungsverfahren und der Ablauf besprochen werden. Die Aufklärung erfolgt normalerweise mindestens einen Tag zuvor. In diesem Rahmen wird auch vereinbart, ob ein Beruhigungsmittel (Sedierung) während der Gastroskopie gegeben wird.

Wenn man keine Sedierung wünscht, kann der Rachen mit Hilfe eines Betäubungssprays unempfindlicher gemacht werden.

Sollte man sich auf den Einsatz eines Beruhigungsmittels geeinigt haben, wird unmittelbar vor Beginn der Gastroskopie eine sogenannte Venenverweilkanüle gelegt, durch die die Medikamente kurz vor und während der Untersuchung verabreicht werden. Da die Beruhigungsmittel die Konzentrationsfähigkeit einschränken, darf man nach deren Gabe kein Auto fahren und keine Maschinen führen.

Zahnprothesen werden vor der Untersuchung herausgenommen.

Ablauf der Gastroskopie (Magenspiegelung)

Die Gastroskopie beginnt mit dem Einführen des Gastroskops durch den Mund in die Speiseröhre und schliesslich in den Magen. Damit sich Speiseröhre und Magen entfalten, wird Luft durch das Gastroskop in den Magen geblasen. Es werden Magen, Speiseröhre und im Normalfall auch ein Teil des Zwölffingerdarms eingesehen. Bei Auffälligkeiten oder bei bestimmten Fragestellungen werden kleine Gewebeproben mit einer Zange entnommen, die durch den Arbeitskanal des Gastroskops eingebracht wird. Die Probenentnahme ist völlig schmerzfrei.

Gastroskopisch sind auch Therapien, wie das Stillen einer Blutung oder das Aufdehnen von Engstellen möglich. Solche Massnahmen werden vorher mit dem Patienten besprochen.

In den meisten Fällen dauert die Untersuchung an sich nur ca. 10 Minuten und ist vollkommen schmerzfrei.

Hat man Beruhigungsmittel bekommen, schläft man nach der Untersuchung erstmal ca. eine halbe Stunde aus. Ansonsten kann man in der Regel direkt die Arztpraxis oder Klinik verlassen.

Risiken und mögliche Komplikationen bei der Magenspiegelung (Gastroskopie)

Die Gastroskopie ist eine sehr risikoarme Untersuchung. Die Rate an ernsthaften Komplikationen liegt unter 0,01 %. Hierbei handelt sich vor allem um Zwischenfälle, die die Kreislauf- oder Atemsituation betreffen und hier insbesondere bei diesbezüglich vorerkrankten Patienten.

Komplikationen wie Blutungen, Verletzungen durch das Gerät oder Infektionen sind wesentlich seltener und machen nur ca. 10 % der Gesamtkomplikationen aus.

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen