Künstliche Befruchtung und Schwangerschaft durch Insemination

Paare mit bislang unerfülltem Kinderwunsch können mit der Hilfe moderner Reproduktionsmedizin ihrem Familienglück auf die Sprünge helfen. Die Insemination spielt dabei als Methode der künstlichen Befruchtung eine grosse Rolle. Vor einer solchen Behandlung ist der Informationsbedarf sehr gross.

Erfahren Sie hier, wie bei der Insemination durch gezielte Einbringung von aufbereiteten Spermien in Gebärmutter, Eileiter oder Gebärmutterhals die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt einer Schwangerschaft im Vergleich zur natürlichen Befruchtung erhöht werden kann.

 

Übersicht

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Insemination - Weitere Informationen

Die Insemination (Samenübertragung) ist eine Methode der künstlichen Befruchtung bei unerfülltem Kinderwunsch:

  • Der behandelnde Arzt bringt dabei eine grosse Zahl an Spermien (Samenzellen) meist in die Gebärmutter der Frau ein.
  • Eine erfolgreiche Befruchtung und damit eine Schwangerschaft wird so im Vergleich zur natürlichen Befruchtung wahrscheinlicher
  • Mögliche Risiken bei der Samenübertragung unter Hormon-Stimulation sind Mehrlings-Schwangerschaft und selten ein Überstimulationssyndrom.

Eizelle wird von Spermium befruchtet
Der Beginn einer Schwangerschaft: Das Spermium trifft auf eine weibliche Eizelle © Kateryna_Kon / Fotolia

Gründe für eine Insemination

Es gibt verschiedene Gründe für Schwierigkeiten bei der natürlichen Befruchtung, die sowohl bei der Frau als auch beim Mann vorliegen können.

  • Beim Mann können eine zu geringe Zahl befruchtungsfähiger Spermien, Erektionsprobleme oder Ejakulationsprobleme eine natürliche Befruchtung erschweren.
  • Bei der Frau spricht ein für Samenzellen undurchlässiger Zervixschleim für solch eine künstliche Befruchtung.
  • Auch bei Paaren, die keinen Geschlechtsverkehr haben oder die seit längerer Zeit aus unbekannten Gründen eine Schwangerschaft nicht herbeiführen können, kann die Insemination ein Ausweg aus dem unerfüllten Kinderwunsch sein.

Diese Fälle der Samenübertragung mit aufbereiteten eigenen Spermien werden auch homologe Insemination genannt. Kommen Spermien eines Samenspenders zur Anwendung, spricht man von heterologer Insemination. Diese Methode der künstlichen Befruchtung kann auch alleinstehenden oder homosexuellen Frauen mit Kinderwunsch bei der Familienplanung helfen.

Formen der Insemination

Je nach Ort, an den die Samenzellen eingespritzt werden, und je nach Herkunft der Spermien können verschiedene Formen dieser Behandlung unterschieden werden:

  • Intrauterine Insemination (IUI): Bei dieser Methode werden die Spermien von einem Inseminations-Spezialisten in die Gebärmutter der Frau gespritzt.
  • Intratubare Insemination (ITI): Während der Behandlung bringt ein Spezialist für Insemination die Samenzellen direkt in den Eileiter ein. Dadurch wird der Weg, den die Spermien zurücklegen müssen, verkürzt.
  • Intrazervikale Insemination (ICI): Hier werden die Samenzellen von einem Experten für Insemination in den Gebärmutterhals eingebracht.
  • Kappeninsemination: Nach Einbringen der Samenzellen am Muttermund wird dieser mit einer Kappe verschlossen.
  • Homologe Insemination: Die homologe Insemination wird dadurch definiert, dass die Samenzellen vom Ehepartner oder vom Partner in einer festgefügten Partnerschaft stammen.
  • Heterologe Insemination: Die Spermien stammen von einem Samenspender, der weder mit der Frau verheiratet ist noch in einer festgefügten Partnerschaft zu ihr steht.


Vorbereitung und Durchführung einer Insemination

Vorbereitung und Ablauf der Insemination

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Samenübertragung sind gesunde Eileiter und eine ausreichende Anzahl an befruchtungsfähigen Spermien. Diese Bedingungen werden durch eine Ultraschall- und Blutuntersuchung bei der Frau und einer Laboruntersuchung der Spermien des Mannes überprüft, dem Spermiogramm.

Keine Insemination sollte bei diesen Krankheitsbildern durchgeführt werden: 

  • bei verschlossenen Eileitern,
  • Entzündungen des Gebärmutterhalses oder
  • bei Endometriose.

Die Experten raten in solchen Fällen eher zu einer In-Vitro-Fertilisation, einer weiteren Methode einer künstlichen Befruchtung.

Vor der Insemination selbst wird meist eine hormonelle Stimulation der Frau angesetzt. Dadurch werden in den Eierstöcken mehrere Eizellen zur Reifung angeregt, was allerdings mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlings-Schwangerschaft verbunden ist. Nach medikamentöser Auslösung des Eisprungs werden die im Labor aufbereiteten Spermien (Anreicherung der beweglichen, befruchtungsfähigen Samenzellen) mithilfe eines Katheters in die Gebärmutter, den Eileiter, den Gebärmutterhals oder vor den Muttermund übertragen. Danach sollte die Frau nicht sofort aufstehen, damit sich die übertragenen Samenzellen besser verteilen können. Der Erfolg der Behandlung kann nach etwa 14 Tagen mittels Schwangerschaftstest oder per Ultraschalluntersuchung kontrolliert werden.

Kinderwunsch und Schwangerschaft
Mit künstlicher Befruchtung zum Wunschkind © AK-DigiArt  / Fotolia

Erfolgschancen und Risiken der Insemination

Die wenigsten Frauen werden bereits nach der ersten Behandlung schwanger. Meist sind drei oder vier Versuche notwendig, bis diese künstliche Befruchtung zum gewünschten Erfolg geführt hat. Bei jeder fünften Frau bleibt diese Methode allerdings auch längerfristig erfolglos. Dann besteht für diese Paare noch die Option, eine ICSI durchzuführen.

Es gibt aber auch Risiken. Wurde eine Stimulation der Frau durchgeführt, ist die Wahrscheinlichkeit für eine Mehrlings-Schwangerschaft erhöht. In seltenen Fällen kann es auch zu einem Überstimulationssyndrom mit Bauchschmerzen, Übelkeit und Kurzatmigkeit kommen. Dann sollte der Patient sofort zum Arzt gehen.

Kosten und rechtliche Voraussetzungen einer Insemination

Die Kosten pro Behandlung und Zyklus betragen etwa 200 Euro ohne Hormonstimulation und etwa 1.000 Euro mit Stimulation. Hinzu kommen die Kosten für Medikamente. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen 50% der Kosten für bis zu drei Inseminationen mit Stimulation und für bis zu acht Inseminationen ohne Stimulation.

Rechtliche Voraussetzungen für eine Samenübertragung in Deutschland sind:

  • Das Paar muss verheiratet sind. Bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften muss das Kind nach der Geburt von der Partnerin adoptiert werden.
  • Keine Verwendung fremder Eizellen oder Spermien. Die Insemination mit Spendersamen ist in einigen anderen EU-Staaten rechtlich möglich.
  • Mindestalter beider Partner: 25 Jahre
  • Höchstalter der Frau: 40 Jahre
  • Höchstalter des Mannes: 50 Jahre
  • Negativer HIV-Test beider Partner
  • Bestehender Rötelnschutz der Frau
  • Der Arzt muss ein Behandlungsplan erstellen.

Welche Fachärzte und Spezialkliniken führen die Insemination durch?

Inseminations-Spezialisten sind in der Regel Fachärzte für Reproduktionsmedizin. Daneben können Fachärzte für Gynäkologie und Fachärzte für Urologie zu Fragen rund um den Kinderwunsch konsultiert werden. Spezielle Kliniken für Insemination sind meist Kliniken für Reproduktionsmedizin.