Analfissur-OP - Medizinische Experten

Schmerzen im Analbereich sind eine sehr unangenehme Sache und können verschiedene Ursachen haben. Zum Beispiel können Durchfall oder andere Verdauungsprobleme dahinterstecken. Darüber hinaus führen auch Hämorrhoiden zu unangenehmen Schmerzen oder zu Juckreiz. Doch hinter den Problemen könnte sich auch eine Verletzung der Haut oder Schleimhaut des Afters verbergen. Hierbei spricht man dann von einer so genannten Analfissur.

Worum es sich dabei genau handelt, wie sie entsteht und wann eine Analfissur-OP durchgeführt werden muss, wird im Text weiter unten erläutert.

Übersicht

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Analfissur-OP - Weitere Informationen

Bei einer Analfissur spricht man vom Einreissen der feinen Haut oder des Anoderms (Schleimhaut an der Mündung des Analkanals). Der Betroffene empfindet ein Brennen beim oder nach dem Stuhlgang. Oft lässt sich auch ein hellroter Blutfilm auf dem Toilettenpapier erkennen, der auf eine Analfissur hinweist.

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Von Armin Kübelbeck, CC BY 3.0, Link

Was sind die Ursachen einer Analfissur?

Die Ursachen dieser Verletzung können sehr unterschiedlich sein. Zum Beispiel kann es durch Verstopfung, Durchfall oder durch zu harten Stuhlgang zu einer Analfissur kommen. Aber auch andere Ursachen wie etwa Hämorrhoiden, Entzündungen des Enddarms und Analverkehr können zu einem Einreissen der Haut oder Schleimhaut führen. Die Betroffenen scheuen oft aus falscher Scham den Weg zum Arzt und riskieren somit, dass die Beschwerden chronisch werden können. Auch Folgebeschwerden wie Verstopfung können entstehen, da der Stuhlgang aufgrund der Schmerzen mitunter eingehalten wird.

Wann ist eine Analfissur-OP notwendig?

Auch bei dieser Verletzung gelten die gleichen Regeln wie bei anderen Beschwerden: Bevor ein operativer Eingriff in Erwägung gezogen wird, sollten zunächst einmal die Möglichkeiten der konservativen Therapie ausgeschöpft werden. Bei der Behandlung hat sich die Gabe von Mitteln zur Regulierung des Stuhlgangs sowie die parallele Anwendung von Salben bewährt, vor allem im akuten Stadium. Wenn die Verletzung so nicht ausheilt oder es zu anderen Störfaktoren kommt, kann aus der akuten schnell eine chronische Analfissur werden. Es bildet sich ein Geschwür in Verbindung mit narbigen Wundrändern. Zudem kann es zu einer so genannten Vorpostenfalte kommen. Die Wunde heilt nicht zuletzt aufgrund der schlechten Durchblutung nicht vernünftig ab. In diesem Fall hilft nur noch eine operative Therapie.

Wie läuft eine Analfissur-OP ab?

Bei einer Analfissur-OP handelt es sich um einen kleinen Eingriff aus dem Bereich der Proktochirurgie bzw. chirurgischen Proktologie. Die Fissur wird mitsamt den narbigen Gewebeteilen entfernt (Fissurektomie). Die Heilungsdauer nach dieser Methode beträgt zwischen vier und sechs Wochen. Alternativ dazu gibt es auch noch die Möglichkeit, den Schliessmuskel teilweise zu durchtrennen (Sphinkterotomie). Dadurch wird der Druck von der Fissur genommen, so dass hier gute Ergebnisse bei der Heilung erzielt wurden. Das Problem an dieser Methode ist die Gefahr einer Stuhlinkontinenz, die sogar erst Jahrzehnte später auftreten kann.

Welche Risiken birgt eine Analfissur-OP?

Wie bei nahezu jeder Operation kann es auch nach einer Analfissur-OP zu Blutungen kommen. Speziell Nachblutungen sind für den Patienten unangenehm. Das Gleiche gilt für Wundheilungsstörungen, die ebenfalls auftreten und in der Konsequenz zu weiteren Schmerzen führen können. Eher seltener tritt eine starke Narbenbildung auf. Damit die Wundheilung möglichst komplikationslos verläuft, ist im Anschluss an die Operation besonders auf die Analhygiene zu achten. Spezielle Bäder haben hier einen desinfizierenden Effekt und können auch schmerzlindernd wirken. Bereits angesprochen wurde die Gefahr, die bei der Sphinkterotomie besteht. Dadurch, dass der Schliessmuskel im Alter an Spannung verliert, kann Jahrzehnte nach dem Eingriff eine Stuhlinkontinenz entstehen.

Welche Ärzte führen Analfissuren-OPs durch?

Wer unter einer Analfissur leidet oder die Symptome fachmännisch kontrollieren lassen möchte, sollte entweder einen Proktologen oder einen Gastroenterologen aufsuchen. Hierbei handelt es sich um Spezialisten, die den Patienten auf dem Behandlungsweg begleiten werden.

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