Vasektomie - Medizinische Experten

Grundsätzlich versteht man unter dem Begriff Vasektomie einen operativen Eingriff, bei welchem Gefässe oder Gefässteile aus dem menschlichen Körper entfernt werden. Meist ist damit jedoch die eine Operation gemeint, die zur Sterilisation beim Mann führt und eben als Vasektomie bezeichnet wird. Die Vasektomie beim Mann gilt als eines der wirkungsvollsten Verhütungsmittel da sie zu einer permanenten Unfruchtbarkeit des Mannes führt, auch wenn der Mann weiterhin in der Lage ist, Ejakulat – jedoch keine Spermien - zu produzieren.

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Vasektomie - Weitere Informationen

Bei diesem Eingriff handelt es sich um eine Operation, in deren Verlauf der Urologe den Samenleiter des Mannes unterbricht. Dadurch wird der Transport von Spermien in Richtung der Prostata und der Harnröhre unterbunden. Ein Experte kann diesen Eingriff, den weltweit bereits 40 bis 60 Millionen Männer haben vornehmen lassen, in seinem Zentrum sogar ambulant durchführen.

Die meisten Männer entscheiden sich für eine Vasektomie, wenn sie und ihre Frau die gemeinsame Familienplanung bereits abgeschlossen haben und auf der Suche nach einer sicheren Methode zur Verhütung sind, die keine Belastung für die Partnerin darstellt. Dieser Eingriff ist darauf ausgelegt, zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit des Mannes zu führen.

Insgesamt betrachtet gilt die Vasektomie als sicherste Methode zur Verhütung beim Mann. Denn lediglich bei einem von 1.000 Paaren, die nach dem Eingriff ungeschützten Geschlechtsverkehr haben, kommt es zu einer ungewollten Schwangerschaft. Damit stellt die Vasektomie sogar eine sicherere Methode zur Verhütung dar als die Pille. Diese Methode bietet also ein sehr hohes Mass an Sicherheit, gibt allerdings auch keine hundertprozentige Gewährleistung für die dauerhafte Unfruchtbarkeit. Denn auch nach Jahren wurden in diversen Studien Regenerationsprozesse festgestellt, durch welche die Zeugungsfähigkeit wiederhergestellt wurde. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist allerdings äusserst gering und betrifft lediglich 0,03 bis 1,2 Prozent der Patienten.

Die Durchführung der Vasektomie

Um diesen Eingriff durchzuführen, versetzt der Urologe den Patienten in einen leichten Dämmerschlaf oder führt eine örtliche Betäubung durch. Anschliessend durchtrennt er den Samenleiter. Das wiederum führt dazu, dass das Ejakulat keine Samenzellen mehr enthält, weshalb es auch zu keiner Befruchtung der Eizelle mehr kommen kann. Zwar gilt diese Operation in der Urologie eigentlich als Standard-Eingriff, jedoch fühlen sich zahlreiche Patienten sicherer, wenn dieser durch einen Experten vorgenommen wird, der die Vasektomie regelmässig durchführt. Der Grund: Je öfter ein Urologe diese ambulante Operation ausführt, umso sicherer, routinierter und schneller läuft die Behandlung ab.

Welches Ziel verfolgt die Vasektomie?

Die Vasektomie hat ausschliesslich das Ziel, eine Schwangerschaft der Frau zu verhindern. Die Durchtrennung des Samenleiters führt dazu, dass der natürliche Weg der Spermien versperrt ist und die Eizelle nicht mehr befruchtet werden kann. Eine ungewollte Vaterschaft kann nach der Operation nahezu ausgeschlossen werden.

Andere Funktionen werden durch die Vasektomie jedoch nicht beeinträchtigt. Die Operation wirkt sich also nicht negativ auf die Potenz, den Orgasmus, die Lust auf Sex (Libido) oder die Penisversteifung und Ejakulation aus. Ebenso wenig ändert sich das Empfinden während des Orgasmus. Auch der Samenerguss ändert sich nicht gravierend. Der einzige Unterschied besteht darin, dass die Samenflüssigkeit nach der Vasektomie keine Spermien mehr enthält. Grundsätzlich hat sich bei Paaren nach dem Eingriff das Sexualleben sogar deutlich verbessert, weil eben die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft weggefallen ist.

Ebenso wenig beeinträchtigt werden die Funktionen des Hodens. So wird auch nach der Vasektomie unverändert das männliche Sexualhormon Testosteron produziert. Die Samenzellen, die im Hoden gebildet werden, baut hingegen der Körper selbst ab, sodass ein sogenannter Spermienstau – der im Volksglauben gerne erwähnt wird, wenn es über längere Zeit zu keinem Samenerguss kommt - ausgeschlossen ist.

Nach der Vasektomie

Insgesamt treten nach einer Vasektomie nur in seltenen Fällen Komplikationen auf. Ob das der Fall ist, hängt allerdings auch stark von der Erfahrung des behandelnden Arztes ab. Es empfiehlt sich deshalb, eine Vasektomie in einem Zentrum durchführen zu lassen, in welchem dieser Eingriff regelmässig durchgeführt wird.

Bei einem bis zwei Prozent der Männer können nach der Operation verschiedene Beschwerden wie Druckgefühle im Hoden, Blutergüsse, eine Infektion der Wunde oder eine Entzündung der Nebenhoden auftreten. Diese Erscheinungen lassen sich allerdings entsprechend behandeln, sodass sie sich schon nach kurzer Zeit zurückbilden.

Monate nach dem Eingriff können sich ausserdem noch sogenannte Sperma-Granulome bilden. Dabei handelt es sich um knotenartige Gewebeeinschlüsse von Samenzellen. Diese erklären sich meist durch Druck in den Hoden, der dadurch entsteht, dass weiterhin Spermien produziert werden. Zwar bleiben diese in den meisten Fällen unentdeckt, in Einzelfällen können sie aber dazu beitragen, dass der Samenleiter wieder zusammenwächst.

Weitere Spätfolgen der Vasektomie können neben seelischen Problemen wegen der Unfruchtbarkeit auch chronische Schmerzen in den Hoden sein. Diese Schmerzen können sich bei sexueller Aktivität verstärken und somit auch die Lebensqualität der Betroffenen erheblich einschränken. Wie viele Männer davon betroffen sind, ist noch nicht hinlänglich geklärt, man geht deshalb davon aus, dass die Zahl zwischen einem und 14 Prozent liegt. Auch die Ursache für die Schmerzen ist noch nicht definitiv geklärt. Der Grund dafür dürfte darin liegen, dass der Druckausgleich in den Hoden nicht ausreichend reguliert werden kann. Eine weitere Ursache kann darin liegen, dass während der Operation Nerven beschädigt worden sind. Unter Umständen ist deshalb eine weitere Operation nötig, beispielsweise die gezielte Rekanalisierung oder die Entfernung von Samenstrangnerven oder der Nebenhoden.

Männer, die sich in der Vergangenheit bereits einer Leistenoperation unterzogen haben, Probleme in der Lendenwirbelsäule haben oder ein gelegentliches Ziehen in den Hoden verspüren, sollten dies bereits im Beratungsgespräch mitteilen. Das gilt auch, wenn anderweitig chronische Schmerzen vorliegen. Ein erhöhtes Risiko für Hoden- oder Prostatakrebs, das von einer Vasektomie ausgeht, konnte hingegen bisher nicht nachgewiesen werden. In den meisten Fällen lässt sich dieser Eingriff durch mikrochirurgische Verfahren übrigens wieder rückgängig machen.

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