Peniskarzinom - Medizinische Experten

Peniskarzinome treten vor allem bei älteren Männern ab einem Alter von etwa sechzig Jahren auf. Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft erkranken pro Jahr rund 800 Männer an Peniskrebs. Um die Früherkennung zu verbessern, steht Männern ab dem 45. Lebensjahr eine jährliche Krebsfrüherkennung beim Urologen offen, wobei eine regelmässige Selbstuntersuchung des Penis unterstützend durchgeführt werden kann. Doch was ist ein Peniskarzinom, welche Faktoren begünstigen seine Entstehung, was sind die Symptome und welche Behandlungsmethoden gibt es? Diese weiteren Informationen zum Peniskarzinom finden Sie im Text weiter unten.

Übersicht

Empfohlene Spezialisten

Peniskarzinom - Weitere Informationen

Was ist ein Peniskarzinom?

Ein Peniskarzinom ist ein bösartiger Tumor, der am häufigsten an der Penisvorhaut und an der Eichel auftritt. Im Falle einer Ausdehnung kann der Peniskrebs auch den Schwellkörper betreffen und sich bis zur Bauchdecke ausweiten. Peniskrebs kann verschiedene Ausprägungen haben, er kann als

  • bösartiger Tumor der Haut auftreten, das ist die häufigste Variante, die als Plattenepithelkarzinom bezeichnet wird.
  • Seltener handelt es sich um Basaliome und
  • maligne Melanome und
  • sehr selten um Weichteiltumore.

Die Prognosen sind für ein Peniskarzinom gut, wenn es in einem frühen Stadium erkannt wird. Dann ist eine früh einsetzende Therapie möglich, die die Heilungschancen verbessert.

Gibt es Risikofaktoren, die die Entstehung eines Peniskarzinoms begünstigen?

Die Risikofaktoren für die Entstehung eines Peniskarzinoms sind noch weitgehend ungeklärt. Der Wissenschaft ist es bislang lediglich gelungen, Zusammenhänge zu bestimmten Faktoren herzustellen, die die Entstehung von Peniskrebs begünstigen können. Dazu gehören die Hygiene, Fimosen, Schleimhautveränderungen, HPV-Infektionen und chronische Entzündungen.

  • Ein Risikofaktor, der die Hygiene betrifft, kann Talg sein, der sich unter der Vorhaut ansammelt. Wird der Vorhauttalg, der auch als Smegma bezeichnet wird, nicht entfernt, kann das die Entstehung von Tumoren am Penis begünstigen.
  • Das gilt auch für Fimosen. Manche Männer leiden unter einer Verengung der Vorhaut. Auch Vorhautverengungen konnten als Risikofaktor in Zusammenhang mit Peniskrebs gebracht werden. Grund ist, dass die verengte Vorhaut ein vollständiges Zurückschieben nicht zulässt. Das bedeutet, dass hygienische Massnahmen in dem unter der verengten Vorhaut liegenden Bereich nur begrenzt möglich sind, sodass sich auch hier unter anderem Vorhauttalg ansammeln kann.
  • Es gibt bestimmte Veränderungen der Schleimhaut, die als sichere Vorstufen für Peniskrebs gelten. Dazu gehören Leukoplakien, die die Vorstufen von Plattenepithelkarzinomen sind und sich als weissliche Veränderung der Schleimhaut zeigen. Die Schleimhaut zeigt nicht nur die für Leukoplakien typischen weisslichen Flecken, sondern kann sich auch verdicken. Wesentlich häufiger tritt die Leukoplakie übrigens in der Mundhöhle auf, weshalb sie dort als orale Leukoplakie bezeichnet wird.
  • Auch HPV-Infektionen werden mit der Entstehung von Peniskarzinomen in Verbindung gebracht. Bei einer HPV-Infektion handelt es sich um humane Papillomaviren, die durch sexuelle Aktivitäten übertragen wird. Äusserlich sichtbar werden kann die Virus-Infektion durch eine warzenähnliche Veränderung der Genitalhaut. HPV-Infektionen zählen weltweit zu den am häufigsten durch Viren ausgelöste sexuell übertragbaren Krankheiten.
  • Auch chronische Entzündungen werden als möglicher Risikofaktor für die Entstehung von Peniskarzinomen genannt. Dabei handelt es sich vor allem um chronische Entzündungen an der Vorhaut oder an der Eichel.

Begünstigt wird die Entstehung von Peniskrebs auch durch regelmässiges Rauchen sowie durch die Erkrankung mit Condylomen. Dabei handelt es sich um eine Geschlechtskrankheit, die auch bekannt ist unter dem Namen Genitalwarzen oder Feigwarzen und die für Männer und Frauen gleichermassen ansteckend ist.

Die Symptome von Peniskrebs

Es gibt vor allem im Anfangsstadium keine Symptome, die charakteristisch für ein Peniskarzinom sind. Stattdessen kann es zu Hautveränderungen kommen. Sie äussern sich durch Schwellungen oder Verhärtungen, die an der Vorhaut oder an der Eichel sichtbar werden. Manchmal nehmen die Hautveränderungen auch eine blumenkohlähnliche Form an. Es kann zu leichten Blutungen kommen, manchmal auch zu Ausfluss, dessen Geruch von Patienten bisweilen als sehr unangenehm empfunden wird. Kommt es im Zusammenhang mit einem Peniskarzinom auch zu einer Metastasenbildung an den Lymphknoten im Leistenbereich, kann es in Folge zu einem Lymphstau an den Beinen kommen. Sie schwellen an, und es kann sich ein Lymphödem entwickeln.

Mit welchen Methoden wird Peniskrebs diagnostiziert?

Für die Diagnose eines Peniskarzinoms ist regelmässig der Urologe zuständig. Aufgrund seiner Erfahrung erkennt er den Peniskrebs meist schon bei der körperlichen Untersuchung. Die Suche nach einer Diagnose beginnt bei einem Peniskarzinom, wie bei allen anderen Erkrankungen auch, mit einer sorgfältigen Anamnese. An die im Gespräch erfragte Krankenvorgeschichte schliesst sich die körperliche Untersuchung an. Gesichert wird die Diagnose mit Hilfe einer Gewebeprobe, auch Biopsie genannt, die mikroskopisch untersucht wird. Erhärtet sich der Verdacht, dass es sich um ein Peniskarzinom handelt, folgen weitere Untersuchungen, bei denen bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen. Konkret handelt es sich um Ultraschalluntersuchungen, um die Computertomographie und um die Magnetresonanztomographie.

  • Die Ultraschalluntersuchung heisst auch Sonographie. Es handelt sich um eine schmerzlose und risikoarme Methode, bei der mit Hilfe von Ultraschallwellen die gewünschten Partien sowie innere Organe untersucht werden. Ultraschall ist von den bildgebenden Verfahren die kostengünstigste Methode, die meist für sich schon sehr aussagekräftig ist.
  • Die Computertomographie (CT) ist die moderne Variante der Röntgenuntersuchung. Ohne einen operativen Eingriff vornehmen zu müssen, ist ein genauer Blick in das Innere des Körpers möglich. Dazu wird der Patient auf einem Untersuchungstisch in das röhrenförmige Gerät gefahren. Während der Dauer der Untersuchung rotiert der Computertomograph um den Patienten und liefert Schicht für Schicht präzise Bilder der gewünschten Körperregionen. Damit unterscheidet sich die Computertomographie von Röntgenaufnahmen, die den untersuchten Körperteil immer nur aus einer Richtung ablichten. Die Aufnahmen des Computertomographen werden ausserdem zeitnah auf einen Computer übertragen und sind sofort auf dem Monitor sichtbar. Diese Untersuchungsmethode ist für Patienten vollkommen schmerzfrei.
  • Die Magnetresonanztomographie (MRT) ist eine computergestützte Untersuchung, die eine detaillierte Darstellung des Gewebes und der inneren Organen liefert. Der Vorteil dieser Untersuchungsmethode ist, dass keine Röntgenstrahlen zum Einsatz kommen und dass der gesamte Körper durchleuchtet werden kann ebenso wie einzelne Körperbereiche. Der Name dieser Untersuchungsmethode resultiert daraus, dass der menschliche Körper aus Wasserstoffatomen besteht. Diese kreisen um sich selbst, wodurch jeweils Magnetfelder entstehen, die elektrische Signale induzieren. Diese werden während der Untersuchung gemessen und vom Computer zu Bildern zusammengesetzt.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Je früher die Diagnose gestellt wird, umso eher kann mit der Behandlung begonnen werden und umso grösser sind die Aussichten auf eine Heilung. Die erste Therapieoption ist immer eine operative Behandlung. Das gilt insbesondere dann, wenn das Peniskarzinom noch keine Metastasen gestreut hat. Dann kann im Idealfall der Tumor entfernt werden. Nur in Ausnahmefällen kommt es zu einer kompletten Penisamputation und das auch nur dann, wenn keine andere Option mehr zur Verfügung steht. Werden Metastasen in den angrenzenden Lymphknoten nachwiesen, werden diese ebenfalls operativ entfernt. Eine Chemotherapie vor dem operativen Eingriff kann sinnvoll sein, wenn das Peniskarzinom dadurch reduziert und besser vom übrigen Gewebe abgegrenzt werden kann. Eine Chemotherapie kann auch nach dem operativen Eingriff erfolgen, gestreute Metastasen zu entfernen und eine weitere Streuung zu verhindern. Regelmässig kommen jedoch die Chemotherapie oder eine Strahlentherapie in einem fortgeschrittenen Stadium der Krebserkrankung zum Einsatz. Allerdings hat sich in den letzten Jahren immer mehr die organerhaltende operative Therapie durchgesetzt. Das bedeutet, dass heutzutage bei der Behandlung eines Peniskarzinoms sehr viel Wert darauf gelegt wird, die Lebensqualität und vor allem die sexuelle Zufriedenheit des Patienten zu erhalten.

Sind vorbeugende Massnahmen möglich?

Durch bestimmte Verhaltensweisen ist es möglich, bestimmte Risikofaktoren zu reduzieren, die für die Entstehung von Peniskrebs mitverantwortlich sein können. Dazu gehört vor allem eine sorgfältige Hygiene. Dabei geht es darum, eine Ansammlung von Vorhauttalg zu vermeiden. Als schwierig kann sich das bei Männern erweisen, die unter einer Vorhautverengung leiden. Dann ist es sinnvoll, sich einem Urologen anzuvertrauen und die verengte Vorhaut entfernen zu lassen.

Standorte der Spezialisten

Klinikstandorte
Flughäfen