Andrologie - Medizinische Experten

Das medizinische Fachgebiet der Andrologie beschäftigt sich mit sexuellen Funktionsstörungen beim Mann. Hierzu gehören etwa Hormonstörungen, Erektionsstörungen, vorzeitiger Samenerguss und Infertilität.

Weitere Informationen zur Andrologie finden Sie weiter unten.

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Andrologie - Weitere Informationen

Was versteht man unter Andrologie?

Die Andrologie ist ein medizinisches Fachgebiet, das sich mit sexuellen Funktionsstörungen beim Mann auseinandersetzt. Man kann die Andrologie deswegen als Pendant zur Gynäkologie sehen. Da sich Urologen mit den harnbildenden und harnableitenden Organen sowie mit Krankheiten der männlichen Geschlechtsorgane beschäftigen, liegt es nahe, dass sich insbesondere dieser Facharztzweig auch mit der Andrologie auseinandersetzt. Aufgrund der Vielschichtigkeit handelt es sich aber grundsätzlich um ein interdisziplinäres Gebiet. Je nach Problemstellung wirken verschiedene Fachärzte wie Endokrinologen (Hormonspezialisten), Sexual- und Reproduktionsmediziner, Dermatologen oder auch Mikrobiologen zusammen.

Welche Erkrankungen werden in der Andrologie behandelt?

In der Andrologie werden insbesondere Hormonstörungen, Erektionsstörungen, vorzeitiger Samenerguss und Infertilität beim Mann behandelt.

Hormonstörungen

Das hormonelle Ungleichgewicht kann Männer jedes Alters treffen. Hormonelle Störungen können sexuelle Probleme hervorrufen, Übergewicht oder psychische Leiden verursachen und Krankheiten auslösen. Bei Jugendlichen werden Andrologen oftmals aufgrund eines verzögerten Pubertätseintritts auf eine Hormonstörung aufmerksam. Beim alternden Mann können die Wechseljahre (Klimakterium virile) für Hormonstörungen verantwortlich sein.

Die häufigste Form der männlichen Hormonstörung ist der Testosteronmangel. Das Hormon beeinflusst die Sexualfunktionen, ist aber auch für Muskeln und Knochen, für den Stoffwechsel und das Herz-Kreislauf-System von Bedeutung. Der natürliche Prozess der Testosteronabnahme im männlichen Körper beginnt ab etwa 35 Jahren. Kombiniert mit Risikofaktoren wie Übergewicht, ungesunde Lebensweise, mangelnde Bewegung, Überarbeitung oder Stress, kann der Testosteronspiegel so stark sinken, dass Beschwerden auftreten. Sexuelle Probleme wie Erektions-, Ejakulations- und Libidostörungen oder Beeinträchtigungen im Alltag wie eine Verringerung der Leistungsfähigkeit führen schliesslich zum Arzt. Im Rahmen einer Blutuntersuchung wird der Mangel an Testosteron sichtbar. Infolge werden Medikamente zur Regulierung des Hormonhaushaltes eingesetzt.

Erektile Dysfunktion

Ein weiteres Gebiet der Andrologie ist die erektile Dysfunktion (ED). Studien belegen, dass rund 30 Prozent aller Männer im Laufe des Lebens mit einer Beeinträchtigung der Erektionsfähigkeit zu kämpfen haben. Die Störung betrifft alle Altersgruppen, mit steigendem Alter werden die Beschwerden aber häufiger. ED kann viele Ursachen haben:

  • Psychische Probleme wie Depressionen, Partnerkonflikte oder Stress
  • Alkohol- oder Medikamentenmissbrauch (vor allem Mittel gegen Bluthochdruck oder Entzündungshemmer)
  • Rauchen
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Fettsucht oder Metabolisches Syndrom
  • Chirurgische Eingriffe im kleinen Becken

Der beste Weg, die erektile Dysfunktion zu heilen, ist die Suche nach der Ursache und die Behebung ebendieser. In der Zwischenzeit können Hilfsmittel wie die Vakuumpumpe oder eine Schwellkörper-Autoinjektionstherapie Abhilfe schaffen. Bei der Pumpe wird die Steifheit des Penis mechanisch herbeigeführt, bei der Autoinjektionstherapie mittels eines erektionsauslösenden Medikaments. Das Arzneimittel wird unmittelbar vor dem Geschlechtsverkehr in den Schwellkörper des Penis gespritzt.

Vorzeitiger Samenerguss

Der ejaculatio praecox zählt zu den häufigsten Störungen der männlichen Sexualfunktion und trifft Männern jeden Alters. Vom frühzeitigen Samenerguss sprechen Mediziner, wenn es vor oder innerhalb der ersten Minute nach dem Eindringen in die Vagina zur Ejakulation kommt. Der daraus resultierende Frust beim Mann wie beim Partner verstärkt die Störung in der Regel noch. Unterstützung in der schwierigen Lebenslage bietet der Androloge. Dieser kann organische Störungen diagnostizieren oder ausschliessen und Behandlungsmöglichkeiten vorschlagen. Sexualwissenschaftler sprechen sich für eine kombinierte Therapie aus. Mit Hilfe einer Sexualtherapie, mit psychologischer Betreuung und medikamentöser Unterstützung wird das Problem meist gut in den Griff bekommen.

Infertilität

Ein unerfüllter Kinderwunsch kann die Beziehung schwer belasten. Während die Frau die Gynäkologin des Vertrauens kontaktiert, führt der Weg des Mannes zum Andrologen. Oft gibt bereits die Erstuntersuchung Aufschluss über die Ursachen einer möglichen Unfruchtbarkeit. Infektionen, Verletzungen der Hoden, Hormonstörungen, aber auch Diabetes oder erhöhter Alkohol- und Nikotinkonsum werden ebenso als Gründe diagnostiziert wie angeborene Ursachen. Gewissheit bringt ein Spermiogramm. Dabei wird eine Samenprobe (idealerweise nach einigen Tagen Sexabstinenz) mikroskopisch untersucht und analysiert. Wichtige Parameter sind die Menge des Ejakulats, die Gestalt und die Beweglichkeit der Spermien sowie der Anteil der Samenzellen. Zeigen die Ergebnisse tatsächlich eine Infertilität des Mannes an, wird diese unter Aufsicht des Andrologen behandelt. Zur Verfügung stehen operative Verfahren, Hormonpräparate und psychotherapeutische Unterstützung. Führen die Massnahmen nicht zum Erfolg, kann eine künstliche Befruchtung in der Klinik dennoch zum Wunschkind führen.

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