Verbrennung - Medizinische Experten

Eine Verbrennung entsteht, wenn die Haut durch direkte Hitzeeinwirkung geschädigt wird. Dabei werden mehrere Formen von Verbrennungen unterschieden. Wird die Schädigung der Haut durch den Kontakt mit einer heissen Flüssigkeit verursacht, ist von einer Verbrühung die Rede. Die Berührung eines erhitzten Gegenstandes wird als Kontaktverbrennung bezeichnet, bei Zwischenfällen mit Chemikalien wird von Verätzungen oder chemischen Verbrennungen gesprochen. Weitere Formen sind Elektroverbrennungen oder Strahlenverbrennungen, zu denen auch der Sonnenbrand zählt.

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Verbrennung - Weitere Informationen

Die Haut ist das grösste menschliche Organ und nimmt in der Regel bis zu zwei Quadratmeter Fläche ein. Abhängig von der Körperregion kann die Dicke der Haut zwischen einem halben und fünf Millimeter betragen. Während sie an den Fusssohlen und den Handflächen besonders robust ausgebildet ist, ist sie an anderen Stellen nur papierdünn. Aufgebaut ist die Haut in zwei Hauptschichten. Bei der oberen Hautschicht handelt es sich um die Kutis. Diese wird nochmals in die oben liegende Epidermis und die darunter liegende Lederhaut, auch Korium oder Dermis genannt, eingeteilt. Die untere Hautschicht wird als Subkutis bezeichnet und besteht aus von Blutgefässen durchzogenem Fettgewebe.

Schweregrade einer Verbrennung

Die Schwere einer Verbrennung ist abhängig von der Temperatur sowie der Einwirkdauer. Je nach Schädigungsgrad sprechen Ärzte von Verbrennungen ersten bis vierten Grades:

  • 1. Grad – Die Schädigung beschränkt sich auf die Epidermis, die Verbrennung heilt in der Regel komplikationslos aus.
  • 2. Grad – Die Verbrennung dringt bis in die Lederhaut vor. Bei Typ 2a gehen Mediziner von einer vollständigen Heilung aus, bei Typ 2b sind Narben und Pigmentstörungen möglich.
  • 3. Grad – Die gesamte Epidermis ist betroffen, die Schädigung reicht bis in die Unterhaut. Im Zuge der Genesung bildet die Haut tiefe Narben, die häufig ein Fall für die Plastische/Ästhetische Chirurgie werden.
  • 4. Grad – Alle Hautschichten sind verkohlt, die Schädigung umfasst auch das unter der Haut liegende Gewebe mit Sehnen, Gelenken und Knochen. Die Amputation des betroffenen Körperteiles kann die Folge sein.

Zur Einschätzung des Ausmasses der Verbrennung nutzen Mediziner die Neuner-Regel. Diese teilt den Körper in Bereiche ein, die rund neun Prozent oder ein Vielfaches davon der Hautfläche beanspruchen: Kopf/Hals sowie jeder Arm je neun Prozent, Brust/Bauch sowie Rücken und jedes Bein je 18 Prozent. Das restliche Prozent entfällt auf die Handinnenflächen und den Genitalbereich. Sind mehr als 15 Prozent der Hautoberfläche verbrannt, gilt die Verletzung bei Erwachsenen als lebensgefährlich, bei Kindern reichen bereits zehn Prozent oder sogar weniger. Ist die Verbrennung von einem Inhalationstrauma begleitet, halbiert sich die Prozentzahl. Von einem Inhalationstrauma sprechen Ärzte, wenn die Hitze durch das Einatmen in die Atemwege gelangt und dort weitere Verbrennungen verursacht.

Ursachen von Verbrennungen

Die meisten Verbrennungen geschehen im Haushalt oder in der Freizeit. Nur etwa jede fünfte hitzebedingte Schädigung der Haut passiert an der Arbeitsstelle. Die Ursachen sind unterschiedlich:

  • Flammen, offenes Feuer, Explosion (klassische Verbrennung)
  • Heisse Flüssigkeiten (Verbrühung)
  • Heisse Gegenstände (Kontaktverbrennung)
  • Beton oder Zement, Lösungs- oder Reinigungsmittel (chemische Verbrennung)
  • Sonne, Strahlenbehandlungen durch Röntgen- und UV-Strahlen (Strahlenverbrennung)
  • Elektrischer Strom, Blitze (Elektroverbrennung)

Einer Verbrennung kann im Alltag durch erhöhte Achtsamkeit gut vorgebeugt werden. Das Risiko einer Verletzung ist vor allem bei Kleinkindern sehr gross. In ihrem Entdeckungsdrang reissen Kinder schnell heisse Getränke vom Tisch oder öffnen Ofentüren. Besondere Aufmerksamkeit sowie die Anbringung von Sicherheitsverschlüssen oder Herdschutzgittern können Unfällen vorbeugen. Erwachsene sollten vor allem beim Grillen besondere Obacht geben.

Symptome und Beschwerden bei einer Verbrennung

Die Beschwerden im Rahmen einer Verbrennung sind vom Grad der Verbrennung abhängig. Dabei gilt: je tiefer die Verletzung, desto geringer das Schmerzempfinden.

  • Die Verbrennung 1. Grades führt zu Symptomen wie Rötung, Schwellung, Schmerzen und einem Spannungsgefühl der Haut.
  • Bei Verbrennungen 2. Grades werden sowohl Oberhaut als auch Lederhaut geschädigt. Die Folgen sind Rötung, Blasenbildung, nässende Oberfläche und Schmerzen. Letztere sind bei einer Verbrennung des Typs 2a deutlicher ausgeprägter als beim Typ 2b.
  • Beim 3. Grad sind bereits alle Hautschichten betroffen. Die Wunde ist weiss bis schwarz verkohlt und trocken. Der Patient empfindet nur wenig oder gar keine Schmerzen.
  • Die Verbrennung 4. Grades wird auch als Verkohlung bezeichnet. Neben der Haut sind Knochen, Muskeln und Sehnen betroffen. Die Wunde ist schwarz verfärbt, durch die Zerstörung der Nervenenden ist die Verbrennung nicht mit Schmerzen verbunden.

Schwere Verbrennungen ziehen in der Regel Folgen für den gesamten Organismus nach sich. Über die Wunde verliert der Patient Eiweisse und Körperflüssigkeiten, was zu einem Mangel an Sauerstoff und einer gestörten Durchblutung führt. Schwindel oder Bewusstseinsverlust können ebenso vorkommen wie ein Verbrennungsschock. Dabei fällt der Blutdruck, das Herz schlägt auffällig schnell, die Arme und Beine werden kalt und blass, es kommt zu Stoffwechselstörungen. Im schlimmsten Falle droht ein Organversagen. Negativ auf die Prognose wirkt sich zudem ein Inhalationstrauma aus. Schwierigkeiten beim Atmen, Heiserkeit oder das Aushusten von Russ deuten auf eine Schädigung der Atemwege hin.

Behandlung von Verbrennungen

Wie bei allen Unfällen ist auch bei der Verbrennung die sachgemässe Erste Hilfe von grosser Wichtigkeit. Zuerst wird der Betroffene geborgen und die verursachende Hitzequelle entfernt. Festgebrannte Kleidung wird am Körper belassen. Bei schweren und grossflächigen Verbrennungen muss der Ersthelfer sofort den Notarzt informieren. Bis zum Eintreffen gilt es, den Verletzten warm zu halten. Idealerweise wird eine Rettungsdecke mit der silbernen Seite nach innen als Unterlage benutzt.

Bei einer kleinflächigen Verbrennung wird meist kein Arzt benötigt. In diesem Fall wird die Wunde unter kühles, fliessendes Wasser gehalten. Wichtig ist dabei die Temperatur, die 20 Grad Celsius nicht unterschreiten sollte, da sonst eine Unterkühlung droht. Empfohlen ist eine maximale Dauer von 20 Minuten. Bei Verbrennungen 1. Grades helfen im Anschluss kühlende Gele, Umschläge oder Lotionen. Zweitgradige Verbrennungen mit Blasenbildung können nach der Erstversorgung dem Arzt gezeigt werden. Dieser wird die Wunde säubern und Blasen unter sterilen Bedingungen öffnen. Verbrennungen 3. Grades erfordern immer einen Arztbesuch, zumeist sogar eine stationäre Behandlung in der Verbrennungsmedizin ebenso wie bei Grad 4. Grossflächige Brandwunden, auch ersten Grades, bedürfen aufgrund des Risikos eines Kreislaufschocks immer der Verständigung des Notarztes.

Patienten mit tiefen Verbrennungen haben meist einen langen Genesungsweg vor sich. Nach der Erstversorgung der Wunde gilt es, Infektionen vorzubeugen. Danach kommen die Ärzte der plastischen Chirurgie zum Einsatz. Die abgestorbene Haut wird entfernt und durch ein Hauttransplantat ersetzt. Dieses wird bevorzugt von gesunden Hautarealen des Patienten entnommen. In ganz besonders schweren Fällen, wenn auch die Knochen und Gelenke verkohlt sind, kann die Amputation des betroffenen Körperteiles notwendig sein.

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