Thoraxchirurgie - Lungenoperationen und Op`s am Brustkorb

Zur Thoraxchirurgie (Brustkorp-OP, Thorax-Operation) werden chirurgische Eingriffe an der Lunge, am Mediastinum (Mittelfellraum, senkrecht verlaufender Geweberaum in der Brusthöhle), an der Pleura (Membran, die als Brustfell die Brusthöhle von innen und als Lungenfell die Lungen überzieht) und an der Thoraxwand gezählt. Daneben befasst sich die medizinische Disziplin der Thoraxchirurgie mit der Prävention und Diagnostik von Thoraxerkrankungen und der postoperativen Behandlung.

Themenübersicht dieses Artikels

Wichtige Op-Verfahren und Krankheiten in der Thoraxchirurgie

Thorax ist die medizinische Bezeichnung in der Thoraxchirurgie für Brustkorb. Brustbein mit Rippen, Brustwirbelsäule und Muskulatur bilden die Thoraxwand. Der Thorax umschliesst die Brusthöhle und den oberen Teil der Bauchhöhle.

Ein wichtiges Verfahren in der Thoraxchirurgie ist die Thorakotomie, also die Eröffnung des Thorax. Zunehmend von Bedeutung in der Thoraxchirurgie sind videoassistierte minimalinvasive Operationstechniken (Schlüssellochtechniken) wie die Thorakoskopie, da sie nur kleine Hautschnitte erfordern und im Vergleich zu einem offen Verfahren mit geringeren postoperativen Komplikationen zu rechnen ist.

Typische Erkrankungen in der Thoraxchirurgie sind beispielsweise Verletzungen des Thorax, die u. a. zu Hämatothorax (Blutansammlung), Pneumothorax (Luftansammlung) oder Chylothorax (Lymphansammlung) führen können, Tumoren (z. B. Brustwandtumoren, Lungentumoren und Lungenmetastasen), Entzündungen der Lunge und des Brustraums und Fehlbildungen des Thorax, wie z. B. Kielbrust und Trichterbrust.

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Verfahren in der Thoraxchirurgie

Bereits vor einem operativen Eingriff am Thorax müssen die Verhältnisse bekannt sein, die der Arzt während der Operation vorfindet. Nur dadurch lassen sich die Operationsrisiken abschätzen und ein operativer Eingriff in der Thoraxchirurgie planen. So besteht u. a. das Ziel der Diagnostik in der Thoraxchirurgie darin, die Grösse bzw. das Ausmass und Lokalisation einer Erkrankung (z. B. eines Tumors) zu bestimmen und eine mögliche Beteiligung anderer Organe zu erkennen. Die Diagnostik in der Thoraxchirurgie beginnt zunächst mit einer Patientenbefragung (Anamnese) und einer körperlichen Untersuchung (z. B. mithilfe einer Perkussion). Häufig schliessen sich bildgebende Verfahren wie eine Thoraxübersichtsaufnahme oder ein Thorax-CT an. Je nach Befund kommen weitere Verfahren wie Punktion, Thorakoskopie oder Thorakotomie zum Einsatz.

Perkussion in der Thoraxchirurgie

In der Thoraxchirurgie versteht man unter Perkussion das zu diagnostischen Zwecken durchgeführte Abklopfen der Körperoberfläche. Je nach Art des Schalls, kann der Arzt auf der Thoraxchirurgie Rückschlüsse auf etwaige Störungen im Thorax ziehen. So steht ein hohler Ton (sonorer Klopfschall) für eine gesunde Lunge. Dagegen kommt es bei übermässigem Luftgehalt, wie dies beispielsweise bei Lungenemphysem, Asthma und Pneumothorax der Fall ist, zu einem hypersonoren Klopfschall, der lauter und hohler als sonorer Klopfschall ist (Schachtelton). Ist der Ton leiser und kürzer (gedämpfter Kopfschall), ist dies ein Hinweis auf einen verminderten Luftgehalt oder eine Flüssigkeitsansammlung, was z. B. bei Aszites, Pleuraerguss oder Pneumonie vorkommt. Ein hohler, paukenähnlicher Klang (tympanitischer Klopfschall) weist auf Hohlräume hin, was insbesondere im Bereich des Verdauungstrakts vorkommen kann (z. B. bei gasgefüllter Darmschlinge).

Röntgenuntersuchung des Brustkorbs (Thoraxübersicht)

Die Erstellung von Röntgenaufnahmen des Thorax (auch als Röntgenthorax bezeichnet) stellt in der Thoraxchirurgie eine Standarduntersuchungsmethode dar. Je dichter ein Gewebe ist, desto heller erscheint es auf dem Röntgenbild. Knochen und Organe lassen sich besonders gut darstellen. Daher können mit einer Röntgenuntersuchung des Thorax insbesondere Veränderungen an der Lunge erkannt werden. Dagegen ist der Röntgenthorax für die Untersuchung des Mediastinums und des Lungenhilus (Stelle der Lunge, an der u. a. die Lungengefässe, die Hauptbronchien und die Lymphgefässe in die Lunge eintreten) weniger gut geeignet.

Ultraschall in der Thoraxchirurgie

Eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) ist besonders gut bei flüssigkeitsgefüllten oder durchbluteten Organen geeignet. Daher kommt die Sonographie in der Thoraxchirurgie insbesondere bei der Untersuchung des Brust- und Rippenfells (Pleura) zur Anwendung. Mit ihr lassen sich krankhafte Veränderungen und Tumoren im Bereich der Pleura erkennen. Daneben wird Ultraschall zur Überwachung von Biopsien und Punktionen eingesetzt.

Thorax-CT

Da die Thorax-Computertomographie (Thorax-CT) ein genaueres Bild des Körperinneren als ein Röntgenbild liefert, ergänzt oder ersetzt dieses spezielle Röntgen-Untersuchungsverfahren in der Thoraxchirurgie die Erstellung der klassischen Röntgenaufnahmen des Brustkorbs. Am Computer werden die schichtweise erstellten Röntgenaufnahmen zu dreidimensionalen Abbildungen zusammengesetzt, wodurch es dem Arzt auf der Thoraxchirurgie möglich ist, einen räumlichen Eindruck eines Organs zu erhalten.

MRT in der Thoraxchirurgie

War früher der Einsatz der Magnetresonanztomographie (Kernspin-Tomographie) in der Thoraxchirurgie aufgrund der vielen Hohlräume problematisch, gibt es heute in der Thoraxchirurgie ein MRT-Verfahren, mit dem sich mittels Helium-3 die Belüftung der Lunge darstellen lässt. Im Gegensatz zu Thorax-CT und Röntgenthorax ist der Patient während einer MRT-Untersuchung keiner Strahlenbelastung ausgesetzt. Es lassen sich besonders gut Weichteilgewebe darstellen, auch können Entzündungsherde vom gesunden Gewebe abgegrenzt werden. In der Thoraxchirurgie liefert das MRT beispielweise wichtige Informationen über die Lage und Ausdehnung von Tumoren. Deshalb findet sie neben der präoperativen Diagnostik auch Anwendung in der Verlaufskontrolle der Tumorerkrankungen

Thorakoskopie

Die Thorakoskopie ist ein weit verbreitetes Verfahren in der Thoraxchirurgie. Es ist eine endoskopisches Verfahren, mit dem verdächtige Befunde im Pleuraraum, am Brustfell (Pleura) und an den äusseren Lungenanteilen diagnostisch abgeklärt sowie Operationen am Brustfell, an der Lunge, an der thorakalen Wirbelsäule oder am Mediastinum durchgeführt werden können. Mit einem dünnen Rohr, dem Laparoskop, an dem sich eine kleine Kamera, eine Lichtquelle und häufig eine Vorrichtung zum Spülen und Absaugen befinden, wird der Brustraum von innen untersucht. Zusätzlich lassen sich chirurgische Instrumente einführen, um Biopsien zu nehmen oder Operation durchzuführen. Auch können über das Laparoskop Arzneimittel gegeben werden. Eine Weiterentwicklung der Thorakoskopie ist die videoassistierte Thorakoskopie (VATS).

Thorakotomie

Ein klassisches Verfahren in der Thoraxchirurgie ist die Thorakotomie. Darunter wird die chirurgische Eröffnung des Thorax durch einen Schnitt im Rippenzwischenraum (Interkostalschnitt) verstanden. Je nach Lage und Grösse des Schnittes werden verschiedene Varianten der Thorakotomie unterschieden (z. B. posterolaterale Thorakotomie, anterolaterale Thorakotomie, dorsolaterale Thorakotomie, mediane Thorakotomie). Während offene Operationen am Herzen nahezu immer über eine mediane Thorakotomie (Sternotomie, Längsdurchtrennung des Brustbeins) in Rückenlagerung des Patienten erfolgen, wird bei Operationen an Lunge, Aorta und Mediastinum in der Regel nach Seitenlagerung des Patienten ein seitlicher (lateraler) Zugang gewählt. Unter einer Minithorakotomie wird in der Thoraxchirurgie eine Thorakotomie mit einem Schnitt von maximal 10 cm Länge verstanden. Dieses Verfahren wird häufig angewendet, wenn Teile der Lunge entfernt werden müssen, eine videoassistierte Thorakoskopie nicht möglich ist oder eine Thoraxdrainage durchgeführt werden muss. Da nach einer Thorakotomie erhebliche Schmerzen auftreten können, kommt der postoperativen Schmerzausschaltung eine besondere Bedeutung zu.

Thorakozentese

Unter einer Thorakozentese versteht man in der Thoraxchirurgie das Einschieben einer Hohlnadel (oder Trokar) durch die Brustwand bis zur Brusthöhle und das anschliessende Absaugen von Flüssigkeiten aus dem Thorax. Wird Flüssigkeit aus der Pleurahöhle entnommen, spricht man von einer Pleurapunktion.

Pleurapunktion

Die Pleurapunktion ist ein spezielles Verfahren der Thoraxchirurgie. Aus diagnostischen (Gewinnung von Untersuchungsmaterial) oder aus therapeutischen Gründen (Entlastung eines grösseren Pleuraergusses) wird dabei nach örtlicher Betäubung eine Hohlnadel in die Pleurahöhle, also den Raum zwischen Rippenfell und Lungenfell, eingeführt und Flüssigkeit abgenommen. Der Eingriff erfolgt meist unter Ultraschallkontrolle, um den exakten Ort eines etwaigen Pleruaergusses vor der Punktion zu markieren und das sichere Vordringen der Nadel zu beobachten.

Thoraxdrainage (Pleuradrainage)

Die Thoraxdrainage ist ein weit verbreitetes Verfahren der Thoraxchirurgie zur Ableitung von Blut, Sekreten oder Luft aus dem Thorax. Je nach dem Raum, aus dem die Flüssigkeit abgeleitet wird, spricht der Arzt in der Thoraxchirurgie von Pleuradrainage (Ableitung aus dem Pleuraraum), Mediastinaldrainage (Ableitung aus dem Mediastinalraum) oder Perikarddrainage (Ableitung aus dem Herzbeutel). Eine Thoraxdrainage erfolgt meist nach Operationen am Brustkorb, um die durch die Operation bedingte Flüssigkeitsansammlung abzuführen, oder nach Unfällen bzw. grösserer Gewaltanwendung, um z. B. einen Pneumothorax oder Hämatothorax zu behandelt. Aber auch im Zusammenhang mit anderen Krankheiten der Thorax und des Herz-Kreislauf-Systems können Pneumothorax und Hämatothorax, aber auch Serothorax, Chylothorax oder Pleuraempyem, entstehen, die in der Thoraxchirurgie über eine Thoraxdrainage therapiert werden. Bei der Thoraxdrainage wird nach einem kleinen Schnitt (Minithorakotomie) ein Drainageschlauch (häufig aus Silikon oder Gummi) eingeführt und meist ein vorsichtiger Sog angelegt.

Lungenerkrankungen und -verletzungen im Überblick

Brustwandtumoren

Tumoren der Thoraxwand können ihren Ursprung in der Brustwand haben oder sekundär als Metastasen anderer Tumoren entstehen (z.B. durch Einwachsen eines Lungen- oder Brustkrebses). Da diese Tumoren selten eindeutige Beschwerden verursachen, werden Sie meist eher zufällig während einer bildgebenden Untersuchung in der Thoraxchirurgie entdeckt. In der Diagnose kommen Computertomographie und ergänzend eine MRT-Untersuchung zum Einsatz. Häufig wird der Tumor in der Thoraxchirurgie operativ entfernt, ggf. kommen vor oder nach der Operation weitere Therapieverfahren (z. B. Strahlentherapie, Chemotherapie) zur Anwendung.

Chylothorax (Lymphansammlung)

Sammelt sich Lymphflüssigkeit im Bereich der Pleurahöhle an, spricht man in der Thoraxchirurgie von einem Chylothorax. Er ist meist Folge einer Verletzung des Brustmilchganges. Ist dieser Gang verletzt, läuft Lymphe in das angrenzende Gewebe, bei schweren Verletzungen auch in den Herzbeutel (Chyloperikard) aus. Von einem Chylomediastinum spricht man, wenn die Lymphe auf das Mediastinum begrenzt bleibt. Tritt nach mehrmaliger Drainage (Thoraxdrainage) und Nahrungsumstellung keine Heilung auf, muss der Chylothorax bzw. die Verletzungsstelle operativ versorgt werden.

Hämatothorax (Blutansammlung)

In der Thoraxchirurgie spricht man von einem Hämatothorax (Hämothorax), wenn sich Blut im Pleuraraum sammelt. Diese Form des Pleuraergusses kann nach einer Verletzung (z. B. nach einem Rippenbruch) auftreten oder Folge von Nachblutungen nach einer Operation (z. B. Lungenbiopsie oder Pleurapunktion) sein. Durch die Blutansammlung im Brustkorb kann die Atmung beeinträchtigt sein und sich ein Schock entwickeln. Ein Hämatothorax wird zunächst durch Ableitung des Blutes mittels Thoraxdrainage behandelt. Bei starken Blutungen muss der Brustkorb mittels Thorakotomie eröffnet und die verletzten Gefässe chirurgisch versorgt werden.

Hyperhidrose

Unter Hyperhidrose wird in der Thoraxchirurgie krankhaftes, zu starkes Schwitzen verstanden. Übermässiges Schwitzen kann bis zu einem gewissen Grad mit klassischen Methoden wie Salben und Deos, Arzneimitteln oder Botox-Spritzen behandelt werden. Bringen diese Verfahren keine Linderung, kann auch mit Methoden der Thoraxchirurige eine endoskopische Blockade des Sympathikus im Brustkorb erreicht werden. Der Zugang zum Sympathikus erfolgt über zwei kleine Schnitte im Achselbereich. Dann werden bestimmte Nervenbündel des Sympatikus elektrisch blockiert.

Lungenemphysem

Das Lungenemphysem, ein häufiges Krankheitsbild in der Thoraxchirurgie, wird meist als Form der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung betrachtet, bei der die Lungenbläschen (Alveolen) irreversibel erweitert und zerstört sind. Da die Trennwände der Lungenbläschen enzymatisch aufgelöst werden, bilden sich grosse Blasen, in denen sich die Atemluft staut. Obwohl die Lunge Luft enthält, kommt es zur Atemnot. Dadurch wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt, und es kann unter Umständen zu Schädigungen an den Organen kommen. Als Hauptverursacher des Lungenemphysems gilt das Rauchen. Weitere Risikofaktoren sind schadstoffbelastete Luft in Innenräumen, offene Feuerstellen, Einatmen von Gasen und Stäuben am Arbeitsplatz und eventuell genetische Veranlagung und häufige Infektionen der Atemwege. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Deshalb ist es sehr wichtig, dass ein weiteres Fortschreiten verhindert wird. Neben einem sofortigen Rauchstopp bzw. Vermeidung anderer auslösender Reize muss bei fortgeschrittener Erkrankung die Lunge verkleinert werden. Dabei werden in der Thoraxchirurgie mittels videoassistierter Thorakoskopie und Minithorakotomie überblähte Lungenanteile zur Verbesserung der restlichen Lungenfunktion entfernt (Bullaresektion). Im Extremfall kann auch eine Transplantation der Lunge oder eines Lungenflügels erforderlich sein.

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Pleuraempyem

In der Thoraxchirurgie versteht man unter einem Pleuraempyem (Pyothorax) die Ansammlung von Eiter in der Brusthöhle, die Folge meist einer bakteriellen Entzündung ist. Die Behandlung besteht zunächst in der Therapie der Grunderkrankung (Antibiotika) und ggf. einer Thoraxdrainage zur Ableitung des Eiters. In schwereren Fällen erfolgt in der Thoraxchirurgie die videoassistierte endoskopische Empyemausräumung. Dabei wird unter Videosichtkontrolle der Thorax gespült und anschliessend wieder ausgesaugt. Bei nicht behandeltem Pleuraempyem entwickelt sich eine Pleuraschwarte (u.a. Bindegewebswucherungen auf der Pleura), die über eine offene Thorakotomie chirurgisch entfernt werden muss.

Pleuraerguss

Der Pleuraerguss ist ein häufiges Krankheitsbild in der Thoraxchirurgie. Dabei kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen in der Brusthöhle. Je nach Art der Flüssigkeit werden Serothorax (klares, gelbliches Sekret; häufig Folge einer Herzschwäche, eine Entzündungen oder eines Tumors), Pyothorax (Eiter; häufig Folge einer bakteriellen Entzündung), Hämatothorax (Blut; häufig Folge einer Verletzung) und Chylothorax (Lymphe; häufig Folge einer Verletzung oder einer Lymphabflussstörung) unterschieden.

Pneumothorax (Luftansammlung)

Der Pneumothorax ist ein meist akut auftretendes Krankheitsbild in der Thoraxchirurgie, bei der Luft in den Pleuraspalt gelangt. Dadurch ist ein Atmen nur noch eingeschränkt möglich. Sind beide Lungen und die Herz-Kreislauf-Funktion drastisch eingeschränkt, spricht man in der Thoraxchirurgie von einem Spannungspneumothorax, bei dem akute Lebensgefahr besteht. Je nach Ursache des Pneumothorax wird zwischen einem Spontanpneumothorax (keine erkennbare Ursache) und einem traumatischen Pneumothorax (direkte oder indirekte Verletzung des Brustkorbs bzw. seiner Organe) unterschieden. Ein ausgedehnter Pneumothorax wird in der Regel mittels Thoraxdrainage behandelt.

Kielbrust

Von einer Kielbrust (Hühnerbrust, Pectus carinatum) spricht man, wenn das Brustbein kielförmig vorgewölbt ist. Bei starker psychischer Belastung des Betroffenen kann eine operative Korrektur in Betracht gezogen werden. Dabei werden in der Thoraxchirurgie entweder Teile der Rippen und des Brustbeines entfernt, oder es wird ein Metallbügel implantiert, der den Kiel herunterdrückt.

Trichterbrust

Bei einer Trichterbrust (Pectus excavatum) kommt es durch veränderte Knorpelverbindungen zwischen Brustbein und Rippen zu einem Einsinken des vorderen Thoraxbereichs. Durch psychische und körperliche Beeinträchtigungen kann eine Indikation für eine operative Korrektur in der Thoraxchirurgie vorliegen.

In jüngster Zeit kommen zunehmend minimal-invasive Verfahren zum Einsatz, so z. B. die minimal-invasive Trichterbrustkorrektur nach Nuss (MIRPE) und die Sternochondroplastie (Erlanger Methode). Bei dem Verfahren nach Nuss werden die verformten Rippenknorpel mit einem hinter das Brustbein eingebrachten Metallbügel gebogen und so das Brustbein nach aussen gedrückt. Bei der Erlanger Korrekturmethode werden die Rippen am Ansatz zum Brustbein angekerbt. Anschliessend werden ein oder zwei leichte Metallbügel eingebracht, die nach einem Jahr wieder operativ entfernt werden. Ein relativ neues Verfahren in der Thoraxchirurgie ist die Anwendung einer Saugglocke, mit der der Brustkorb langsam angehoben werden soll.