Der Begriff Systole bezeichnet bei den Pumpbewegungen des Herzens die Phase, in dem das Herz sich zusammenzieht und dadurch das Blut in den Körperkreislauf pumpt. Die Erschlaffungsphase wird dagegen als Diastole bezeichnet. Beide Phasen finden im Wechsel statt.

Themenübersicht dieses Artikels

Die beiden Herztöne

Die Medizin unterscheidet bei einem gut funktionierenden Herzen zwei Herztöne. Der erste Herzton ist die Folge, sobald sich die Herzkammern zusammenziehen. Dies geschieht während der Herzschlagphase (Systole). Der zweite Herzton entsteht am Ende der Herzschlagphase, wenn die Taschenklappen sich schliessen (Diastole).

Wenn das Herz erkrankt ist, sprechen Ärzte von Herzgeräuschen. Diese machen sich dann bemerkbar, wenn die Herzklappen nicht mehr richtig öffnen oder schliessen. Auf diese Weise ist es Ärzten möglich, schon durch das Abhören mit dem Stethoskop zu erkennen, ob die Herzklappen und das Herz gesund sind und optimal arbeiten können.

Anatomie des Herzen
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Grenzwerte für Systole und Diastole

Mit dem Blutdruck bezeichnet man den Druck im Innern der Blutgefässe. Er ist für den menschlichen Kreislauf überlebenswichtig. Durch unsere Gefässe fliesst ständig Blut, das durch die Pumpleistung des Herzens angetrieben wird.

Der Blutstrom fliesst jedoch nicht gleichmässig, sondern wird stossweise aus dem Herzen herausgepresst. Damit alle Gefässe mit Blut versorgt werden können, ist ein gewisser Druck notwendig, nämlich der Blutdruck. Das Blut transportiert unter anderem Sauerstoff und Nährstoffe zur Versorgung der Körperzellen.

Um den Blutdruck eines Menschen zu bestimmen, sind zwei Werte erforderlich: der diastolische und der systolische Blutdruck.

Beim systolischen Druck handelt es sich um den oberen Messwert. Dieser gibt den in der linken Herzkammer maximal entwickelten Druck während der Anspannungs- und Auswurfphase an. Diese Anspannungs- und Auswurfphase bezeichnet man als Systole. Bei einem gesunden Menschen beträgt der systolische Druck zwischen 110 und 130 mmHg.

Beim diastolischen Blutdruck handelt es sich um den unteren Messwert, der dem niedrigsten Druck während der Entspannungs- und Erweiterungsphase des Herzmuskels entspricht. Den Zeitraum zwischen dem grössten Druckabfall, dem diastolischen Druck, und der grössten Druckentwicklung, dem systolischen Druck, bezeichnet die Medizin als Diastole.

Die Herzkammern füllen sich während der Diastole mit neuem Blut. Bei einem gesunden Menschen liegt der diastolische Druck im Bereich zwischen 80 und 89 mmHg.

Klassifizierte Blutdruckwerte

Grundsätzlich ist der Blutdruck von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann sich auch situationsbedingt verschieben. Er ist beispielsweise abhängig von:
  • Der Elastizität der Gefässe.
  • Der Pump- und Druckleistung des Herzens, also der Stärke der Herztätigkeit. So muss bei körperlicher oder seelischer Belastung mehr Blut im selben Zeitraum zu den einzelnen Körperpartien und Organen transportiert werden als im Ruhezustand. Aus diesem Grund ist eine Erhöhung des Drucks und der Herzfrequenz notwendig.
  • Der Gefässweite und der damit verbundene Widerstand. Der Druck muss umso grösser ausfallen, je grösser der Fliesswiderstand ist.
  • Der Körperposition
  • Den Signalen von bestimmten Nerven und Hormonen.

Als optimal gilt im Ruhezustand ein Blutdruckwert bis 120/80 mmHg. Als normal werden Werte angesehen, die 129/84 mmHg nicht überschreiten. Als hoher Normalwert gilt ein Blutdruck bis 139/89 mmHg.

Von einem leicht erhöhten Blutdruck spricht die Medizin, wenn die Werte zwischen 140 bis 159 zu 90 bis 99 mmHg betragen. Ein mittelgradig erhöhter Blutdruck liegt bei einem Wert zwischen 160 und 179 zu 100 bis 109 mmHg vor. Sollten die gemessenen Werte mehr als 180/110 mmHg erreichen, liegt schwerer Bluthochdruck vor.

Schlagendes Herz im MRT
Schlagendes Herz im MRT

Abweichender Blutdruck

Sollte der Blutdruck mehr oder weniger deutlich von den Normalwerten abweichen, ist eine Untersuchung des Herzens notwendig. Dies geschieht unter anderem mit einem Elektrokardiogramm, kurz auch EKG genannt. Darüber hinaus kann der Arzt dem Patienten eine Dauer-Blutdruck-Manschette anlegen, die den Blutdruck des Patienten über einen Zeitraum von 24 Stunden hinweg misst. Hierdurch lässt sich erkennen, ob der Blutdruck dauerhaft zu hoch oder zu niedrig ist oder ob es sich hierbei um Einzelfälle handelt.