Plattenbruch nach Frakturen

Wenn es nach einer Operation zu einer Falschgelenkbildung (Pseudarthrose) kommt, findet üblicherweise auch ein Plattenbruch der eingebauten Platte statt. Dieser äussert sich nach einer Zeit mit geringen Schmerzen durch plötzlich auftretende starke Schmerzen oder gar eine Fehlstellung im Bereich des Bruches.

Themenübersicht dieses Artikels

Definition und Ursachen eines Plattenbruches bei Frakturen

Nach einer operativen Versorgung kommt es in wenigen Fällen zur Falschgelenksbildung (Pseudarthrose), üblicherweise auch mit einem Plattenbruch der eingebauten Platte. Zu einem Plattenbruch kommt es, wenn der Bruch nicht verheilt, d.h. die Funktion der Platte nicht nach einer gewissen Zeit vom Knochen übernommen wird.

Jede Platte unterliegt, so lange der Knochen noch nicht verheilt ist, einer permanenten Biegebeanspruchung in beide Richtungen. Ähnlich wie wenn man ein Stück Blumendraht immer hin und her biegt, so kommt es auch bei einer Platte auf Dauer dann zu einem Bruch.

Die andere Möglichkeit, dass eine fehlerhafte Platte eingebaut wurde, ist unter normalen Bedingungen weitgehend ausgeschlossen. Der typische Fall ist, dass der Bruch nicht rechtzeitig ausgeheilt ist.

Symptome und Diagnose eines Plattenbruches

Nach einer Zeit mit geringen Schmerzen kommt es plötzlich zu starken Schmerzen im Bereich des Bruches oder gar zu einer Fehlstellung im Bereich des Bruches. Die Platte kann in manchen Fällen auch aus der Haut herausstehen, d.h. damit liegt nicht nur ein Plattenbruch und eine Falschgelenkbildung vor, sondern auch eine Infektion der Bruchzone.

Die Diagnose eines Plattenbruches oder Implantatbruches wird üblicherweise nach Durchführung einer Röntgenaufnahme gestellt. Zum Bruch einzelner Schrauben kommt es wesentlich häufiger als zu einem Bruch der gesamten Platte. Der Bruch einzelner Schrauben führt auch häufig nur zu einer geringen Verschlimmerung der Beschwerden und heilt dann auch spontan aus.

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Behandlung eines Plattenbruches

Die Behandlung der gebrochenen Platte besteht in der Regel in einer Entfernung der Platte. Anschliessend wird die vorhandene Falschgelenkbildung gesäubert, der Bruch erneut zusammengefügt und mit einer neuen Platte oder einem anderen operativen Bruchbehandlungsverfahren z.B. einem Marknagel stabilisiert. Zusätzlich ist in vielen Fällen auch noch eine Übertragung von Knochen notwendig, entweder von künstlichem Knochen oder von Knochen aus dem Beckenkamm. Bei einer zusätzlichen Infektion kann hier auch noch ein mehrstufiges Vorgehen, d.h. zuerst Säuberung, später dann Stabilisierung notwendig sein.

Nachsorge bei einem Plattenbruch

Die Nachsorge besteht in der Mobilisierung und Belastung im schmerzfreien Bereich, üblicherweise entweder Vollbelastung oder 15 kg Teilbelastung nach der Entlassung. Nach 4 bis 6 Wochen kann dann in der Regel zur Vollbelastung übergegangen werden.

Eine Metallentfernung ist bei operativ versorgten Sprunggelenksbrüchen häufig notwendig, da unter der relativ dünnen Haut und Fettgewebsschicht am Sprunggelenk die Platten und Schrauben störend auftragen. Sollten keinerlei lokale Beschwerden auftreten, so ist auch keine Metallentfernung notwendig.

Ein Wiederbeginn mit Sport ist typischerweise nach 3 bis 6 Monaten möglich.

Heilungsaussichten bei einem Plattenbruch

Die Heilungsaussichten nach einem Plattenbruch hängen zum einen davon ab, um welche Fraktur es sich primär zuerst gehandelt hat und ob sich diese gut ausheilen lässt. Zum anderen natürlich davon, ob es im weiteren Verlauf zu einer Überbrückung des Bruches kommt. Die Heilungsaussichten sind ferner eingeschränkt bei zusätzlichen Erkrankungen wie Zucker. Auch das Rauchen, und wenn es nur 1 oder 2 Zigaretten am Tag sind, führt zu einer Verschlechterung der Heilungschancen gerade nach einem Plattenbruch.

Autor: Prof. Dr. Peter Schandelmaier