Perkutane Nukleotomie

Die perkutane Nukleotomie ist eine neue, minimal-invasive Eingriffstechnik bei einem Bandscheibenvorfall. Im Vergleich zur offenen Operationstechnik bei einem Bandscheibenvorfall bietet die perkutane Nukleotomie einige Vorteile.

Themenübersicht dieses Artikels

Wann ist die perkutane Nukleotomie die geeignetste Behandlung?

Sie verspüren einen Schmerz im Nackenbereich, welcher bis auf die Schulter und die Arme ausstrahlt. Dieser lässt sich auch nicht mit Ruhe, Schmerztabletten, Physiotherapie etc. vermindern. Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule wird hauptsächlich durch ein MRT festgestellt. Die perkutane Nukleotomie ist eine weniger traumatische Alternative zu der offenen Operation (verbunden mit Bandscheibenersatz/-versteifung), da die Bandscheiben ihre Mobilität nicht verlieren. Darüber hinaus kann die perkutane Nukleotomie auch in schwereren Fällen angewendet werden – z.B. bei Stenose.

Was umfasst die perkutane Nukleotomie?

Die perkutane Nukleotomie ist eine neue, minimal-invasive Eingriffstechnik, welche gewöhnlich unter örtlicher Betäubung auf ambulanter Basis durchgeführt wird. Es ist keine offene Operationstechnik: Stattdessen wird der Bandscheibenvorfall mittels einer bildintensivierenden Kamera auf einem Monitor gezeigt – anhand dieses Bildes nimmt der Chirurg unter Verwendung einer 2 mm Kanüle (ein mikrochirurgisches Instrument) die Bandscheiben-Operation vor. Der Teil der Bandscheibe, welcher auf einen Nerv drückt und somit den Schmerz verursacht, wird durch eine Sonde entfernt (zuerst wird der betroffene Teil abgetrennt und anschliessend der Rückstand abgesaugt).

Die Operation dauert ca. 45 Minuten. Durch die angewandte Technik kommt es zu kleinen oder gar keinen operationsfolgenden Schmerzen; und Narben entstehen praktisch auch keine. Ein weiterer Vorteil gegenüber einer Wirbelsäulenversteifung ist, dass die Bandscheiben ihre Mobilität nicht verlieren.

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Was sind die Vorteile der perkutanen Nukleotomie im Vergleich zur offenen Operation?

  • Die Risiken sind wesentlich geringer als bei einer offenen Operation.
  • Die Effektivität ist mindestens so hoch wie bei einer offenen Operation.
  • In über 90 Prozent der Fälle kann eine Versteifung verhindert werden.
  • dieses Verfahren verursacht keine Degeneration in den angrenzenden Bandscheiben, wie das bei einer Versteifung der Fall ist.
  • Nur eine geringe Gewebemenge wird entfernt, wodurch eine bessere Stabilität erhalten bleibt.
  • Das Verfahren wird mit örtlicher Betäubung durchgeführt und ist damit viel sicherer als bei einer Vollnarkose.
  • Der Patient kann am nächsten Tag entlassen werden und bei jüngeren Patienten besteht sogar die Möglichkeit einer Behandlung auf ambulanter Basis.
  • Eine postoperative Halskrause ist nicht notwendig.

Welche Nachbehandlung ist nach der perkutanen Nukleotomie erforderlich?

In den meisten Fällen ist der Schmerz nach der Operation vollständig verschwunden und der Patient kann am nächsten Tag entlassen werden. Selten sind Schmerzmittel oder Halskrausen notwendig. Einen Tag nach der Operation erfolgt eine Kontrolluntersuchung. Anschliessend wird der Patient nach Hause entlassen. Eine Woche später kann die Physiotherapie beginnen. Etwa zwei bis sechs Wochen nach der Operation ist der Patient wieder vollkommen leistungsfähig.