Leberkrebs (Leberkarzinom): Ursachen & Risikofaktoren, Symptome und Therapie

LebertumorLeberkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Leberzellen. Andere Bezeichnungen sind Leberkarzinom, Leberzellkrebs, Leberzellkarzinom oder hepatozelluläres Karzinom (HCC). Gehen die bösartigen Entartungen von den Leberzellen aus, spricht man von primärem Leberkrebs. Im Gegensatz dazu werden Tochtergeschwülste von Krebstumoren anderer Organe, welche sich in der Leber ansiedeln, Lebermetastasen genannt.

Weltweit ist Leberkrebs mit etwa 748.300 Neuerkrankungen pro Jahr der fünfthäufigste Tumor und die dritthäufigste Todesursache. Allein in den letzten 30 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen nahezu verdoppelt. Nur wenn ein Leberzellkarzinom früh erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen.

Themenübersicht dieses Artikels

Leberkrebs: Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen für Leberkrebs sind weitestgehend bekannt. In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind Vorerkrankungen der Leber durch eine Leberzirrhose für die bösartige Entartung der Leberzellen verantwortlich. Bei einer Leberzirrhose vernarbt das Lebergewebe und die Leberzellen können ihre Funktion der Entgiftung des Körpers nicht mehr nachkommen. Eine Leberzirrhose entsteht zum einen durch langjährigen übermässigen Alkoholkonsum oder durch Infektionen mit Hepatitis B oder Hepatitis C.

Als weitere Ursachen für ein primäres Leberkarzinom sind Stoffwechselerkrankungen wie die Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose), der Giftstoff Aflatoxin des Schimmelpilzes Aspergillus flavus und die Ausbildung einer Fettleber aufgrund von hohem Übergewicht zu nennen.

In den letzten Jahren sind vor allem die Leberkrebserkrankungen aufgrund einer Fettleber stark angestiegen. Hierbei kommt es zu einer Einlagerung von Fettgewebe in die Leber, die wiederum zu einer Fettleberentzündung mit anschliessender Leberzirrhose führen kann.

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Risikofaktoren für Leberkrebs auf einen Blick:

  • Übermässiger Alkoholkonsum
  • Starkes Übergewicht
  • Fettleber
  • Leberzirrhose
  • Diabetes Mellitus Typ 2
  • Chronische Hepatitis B
  • Verzehr von kontaminierten Lebensmitteln mit Aspergillus flavus (Getreide, Nüsse)

Bei Patienten mit Leberzirrhose, Patienten mit chronischer Hepatitis-B-Infektion sowie bei Menschen mit Fettleberhepatitis sind Früherkennungsuntersuchungen notwendig. Die Leber dieser Risikogruppen soll bestenfalls alle sechs Monate mittels Ultraschalluntersuchung überwacht werden. Entwickelt sich ein Leberkrebs, so wird er dadurch sehr viel früher entdeckt, was die Heilungschancen deutlich erhöht.

Symptome bei Leberkrebs (Leberkarzinom)

Das Leberkarzinom macht im Anfangsstadium der Erkrankung kaum Beschwerden, sodass der Leberkrebs meist erst entdeckt wird, wenn der Lebertumor schon eine gewisse Grösse erreicht hat. Dann kommt es häufig zu einem Druckgefühl im rechten Oberbauch, starker ungewollter Gewichtsabnahme, einer Gelbfärbung der Skleren (der weisse Teil des Auges) und der Haut sowie zu einer Zunahme des Bauchumfangs durch Wassereinlagerung (Bauchwassersucht, Aszites).

Da viele der Symptome sehr unspezifisch sind und genauso bei anderen Erkrankungen der Leber oder des Verdauungstrakts auftreten können, muss ein Gastroenterologe zunächst durch ausführliche Diagnostik die Erkrankung Leberkrebs feststellen und alle anderen möglichen Erkrankungen ausschliessen.

Therapiemöglichkeiten bei Leberkrebs

Das bisher noch erfolgreichste Mittel der Leberkrebsbehandlung ist die Leberkrebsoperation. Eine gezielte Chemotherapie oder Strahlentherapie gibt es derzeit nicht. Eine Chemotherapie kann bestenfalls das weitere Wachstum des Lebertumors stoppen aber nicht heilen. Bei der Leberkrebsbehandlung mittels Operation werden je nach Grösse des Tumors Teile der Leber entfernt (Segmentresektion oder Hemihepatektomie). Muss hingegen das gesamte Organ entfernt werden (Hepatektomie, Leberresektion), ist eine Lebertransplantation notwendig. Leider scheitert diese Therapieoption häufig an der Verfügbarkeit eines geeigneten Spenderorgans.

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Alternative Leberkrebsbehandlungen: Transarterielle Chemoembolisation

Bei der Transarterielle Chemoembolisation wird die Blutzufuhr der Leberkrebstumoren mechanisch mit Gelschaum oder kleinen Metallspiralen verschlossen. Zusätzlich kann noch ein Chemotherapeutikum mit eingeschleust werden, welches die Leberkrebszellen an Ort und Stelle zerstört. Bisher gibt es allerdings noch keine klaren Aussagen, inwieweit die transarterielle Chemoembolisation das Leben von Leberkrebspatienten verlängert.

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Alternative Leberkrebsbehandlungen: Radiofrequenzablation (RFA)

Die Radiofrequenzablation ist ein in den letzten Jahren neu entwickeltes Verfahren der minimal-invasiven interventionellen Radiologie. Dabei werden Leberkarzinome oder Lebermetastasen durch Hitze lokal zerstört.

Bei der Radiofrenquenzablation wird unter CT-Kontrolle eine dünne Sonde durch die Haut direkt im Zentrum des Lebertumors platziert. Der Patient ist dabei leicht betäubt aber bei Bewusstsein. Mittels Wechselstrom werden nun die Leberkrebszellen bis auf 125°C erhitzt, sodass sie absterben. Der Erfolg der Ablation wird im Anschluss durch CT-Kontrollen überwacht. Das Verfahren ist für den Patienten sehr schonend und kann auch bei eingeschränkter Leberfunktion durch eine Leberzirrhose angewandt werden.

Die Radiofrenquenzabalation kommt für alle Leberkrebspatienten in Frage, deren Tumor nicht grösser als 5-6 cm ist. Sind mehrere Tumoren vorhanden, muss der behandelnde Arzt im Einzelfall entscheiden ab eine Leberkrebsbehandlung mittels Radiofrequenzablation sinnvoll ist.

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Leberkrebs: Lebenserwartung und Prognose

Je früher der Leberkrebs diagnostiziert wird, desto grösser sind die Chancen auf Heilung. Leider wachsen Lebertumoren in dem meisten Fällen zunächst unbemerkt. In 80% der Fälle können sie bei Diagnosestellung nicht mehr operiert werden. Hat das Leberkarzinom dann auch schon in andere Organe metastasiert, beträgt die Lebenserwartung nur noch 6 – 12 Monate. Ist der Leberkrebs jedoch noch zu operieren, überleben 50% der Patienten länger als 5 Jahre.

Chirurgie-Bilder: Aus www.chirurgie-im-Bild.de mit freundlicher Genehmigung von Prof. Dr. Thomas W. Kraus