Das künstliche Meniskus-Implantat

Ein künstliches Meniskus-Implantat (CMI) ist die derzeit einzige Methode, um verlorenes oder verletztes Meniskusgewebe biologisch zu regenerieren und die Funktion des Meniskus wiederherzustellen. Mehr als 1.400 Patienten wurden bisher weltweit erfolgreich mit diesem Verfahren operiert. Nach einer solchen Meniskusoperation dauert es ungefähr 6 Monate bis der Patient wieder in gewohntem Umfang sportlich aktiv kann.

Themenübersicht dieses Artikels

Häufigkeit und Folgen von Meniskusverletzungen

Akute Meniskusverletzungen stellen mit ungefähr 350.000 Fällen pro Jahr in Europa ein Problem vieler Menschen dar. Insbesondere im Sport und im aktiven Freizeitbereich kommt es durch adäquate Traumen zu strukturellen Schäden am Meniskus. Auf Grund des entstandenen Schadens kann es – sollte die Meniskusverletzung nicht behandelt werden - im Endstadium zur Entwicklung einer Arthrose kommen.

Verschiedene Behandlungsmethoden zum Ersatz des geschädigten Meniskus

In dieser Situation ist ein Ersatz der entfernten Bereiche des Meniskus wünschenswert. Mögliche Optionen zum Ersatz des geschädigten Meniskus umfassen die Verwendung des eigenen Gewebes, den Einsatz synthetischer Materialien bis hin zu den neuesten Trends der bioresorbierbaren Scaffolds.

Verwendung von künstlichen Meniskus-Implantaten

Ein relativ neues Verfahren ist die Verwendung von Kollagen-Meniskus-Implantaten (CMI). Diese künstlichen Meniskus-Implantate dienen als resorbierbares Gerüst (d.h. es kann vom Körper selbst abgebaut werden) für einwachsendes körpereigenes Knorpelgewebe. Der Kollagen-Meniskus stellt ein biologisches und resorbierbares Meniskus-Implantat aus hoch gereinigtem Collagen mit einer schwammartigen Struktur dar. Die Form des künstlichen Meniskus orientiert sich jeweils am menschlichen Innen- bzw. Aussenmeniskus.

Die Implantation des künstlichen Meniskus erfolgt arthroskopisch. Im Bereich des entfernten Meniskusgewebes wird das Implantat eingenäht und die Fähigkeit des Körpers zur eigenen Geweberegeneration genutzt. Dabei dient die poröse Struktur des Implantats als Leitschiene für das Einwachsen von neuem Gewebe. Es kommt zum Einwandern körpereigener Zellen in den künstlichen Meniskus. Diese bilden ein meniskusähnliches Gewebe aus, so dass nach circa einem Jahr das CMI zum grössten Teil abgebaut und durch eigenes Gewebe ersetzt ist.

Heilungschancen beim künstlichen Meniskus-Implantat

Es liegen Resultate aus klinischen Studien in den USA und Europa vor, welche belegen, dass das Meniskus-Implantat (CMI) das Wachstum von neuem Gewebe unterstützt. Zuvor vorhandene Schmerzen werden durch das Meniskus-Implantat deutlich reduziert und die Patienten erreichen wieder ein Aktivitätsniveau, welches mit dem vor der Meniskusverletzung vergleichbar ist.

Bis heute wurden weltweit mehr als 1.400 Patienten erfolgreich mit dem Meniskus-Implantat (CMI) operiert. In erster Linie waren das vor allem Menschen, die grossen Wert auf die Wiedergewinnung ihrer sportlichen Aktivität legten. Es ist wichtig, dass der Patient gerade in den ersten Wochen nach erfolgter Operation das notwendige Verständnis und die erforderliche Geduld mitbringt, um den Erfolg dieser regenerativen Methode zu maximieren.

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Nachbehandlung nach der Meniskus-Implantatation

Der Zeitraum der Nachbehandlung nach der Implantation eines künstlichen Meniskus erstreckt sich über insgesamt 6 Monate. Zu Beginn muss die Belastung und das Bewegungsausmass langsam und kontinuierlich gesteigert werden. Nach dem Ablauf von zwei Monaten kann in der Regel das operierte Knie wieder voll belastet werden. Jetzt beginnt der Patient mit dem Aufbautraining für seine gewohnte sportliche Aktivität. Nach circa 6 Monaten können dann die sportlichen Aktivitäten im gewohnten Umfang wiederaufgenommen werden.

Fazit zum künstlichen Meniskus

Die Implantation eines Kollagen-Meniskus ist derzeit die einzige Methode, um verlorenes oder verletztes Meniskusgewebe biologisch zu regenerieren und die eigentliche Funktion des Meniskus nach Möglichkeit wiederherzustellen. Voraussetzungen für das Gelingen dieser Meniskus-Implantat-Operation und das erfolgreiche Einwachsen sind aus medizinischer Sicht:

  • Die vorliegende Meniskusverletzung bzw. der Meniskusriss kann anders nicht behandelt werden.
  • Für das gute Einnähen müssen ein überwiegend intakter Meniskusrand sowie stabile Meniskusenden vorhanden sein.
  • Die Grösse der Verletzung muss mindestens 25 Prozent der Meniskussubstanz betragen.
  • Es sollten keine oder nur geringe Gelenkknorpelschäden sowie keine Fehlstellungen der Beinachse vorliegen.
  • Es liegen keine Kapsel- bzw. Bandinstabilitäten vor.

Insgesamt lässt die Publikationslage keine Aussage über Langzeitergebnisse von künstlichen Meniskus-Implantaten zu. Die Befunde an sehr kleinen Gruppen sind jedoch ermutigend. Für betroffene Patienten könnte es sich daher lohnen, Kontakt zu einem mit der Methode erfahrenen Zentrum aufzunehmen.

Autor: Dr. med. Heiko Spank