Der Penis - Anatomie, Funktionen und häufige Erkrankungen

Der Penis dient als primäres männliches Geschlechtsorgan zur Fortpflanzung und zur Ausscheidung von Urin. Seine Form kann von Mann zu Mann sehr unterschiedlich sein.

Themenübersicht dieses Artikels

Der Penis

Der Penis gehört neben den Hoden zu den äusseren Geschlechtsorganen des Mannes. Das Organ dient zur Ausscheidung von Urin und zur Fortpflanzung. Form und Funktion im erigierten Zustand sind hauptsächlich für die Einführung in die Frau bestimmt.

Männliche Geschlechtsorgane

Verletzungen und Krankheiten

Beim Geschlechtsverkehr kann der Penis relativ leicht verletzt werden, wobei die meisten Verletzungen nebensächlich sind. Bis auf ein kurzes unangenehmes Gefühl ziehen Schürfungen und kleine Hautrisse kaum ein Risiko nach sich.

Seltener kann es durch ein Biegetrauma im erigierten Zustand zum Penisruptur kommen. Hierbei handelt es sich um eine Ruptur der Schwellkörper, die in den meisten Fällen mit massiven Hämatomen einhergeht. Kühlung und das Hochlegen von Penis und Hoden ist nach Unfällen beim Geschlechtsverkehr die beste Therapie.

Penisruptur

Geschlechtskrankheiten


Übertragbare Geschlechtserkrankungen wie Syphilis und Gonnorhoe manifestieren sich beim Mann häufig am Penis. Die Bildung von Smegma, Rötungen und Jucken können Hinweise für eine Ansteckung sein. Zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung sollte beim Geschlechtsverkehr ein Kondom über den Penis gezogen werden.

Nicht übertragbare Erkrankungen und ihre Behandlung

Erektile Dysfunktionen sind die häufigsten Störungen in Bezug auf den männlichen Penis. Diese können sowohl psychisch als auch organisch bedingt sein und werden in primäre, also angeborene, und sekundäre, also später auftretende Dysfunktionen unterteilt.

Als häufigste Ursachen für organische Dysfunktionen gelten Durchblutungsstörungen, Diabetes und übermässiger Nikotinkonsum. Weniger häufig sind hormonell bedingte und neurogene Ursachen wie Multiple Sklerose. Häufig treten Erektionsstörungen als Teil eines Syndroms auf und gehen auf mehrere ursächliche Faktoren zurück.

Ausgelöst durch Drogen oder Medikamente kann es ausserdem zum Priapismus kommen. Hierbei handelt es sich um eine dauerhafte Erektion des Penis. Die dauerhafte Erektion kann für den Patienten sehr schmerzhaft sein und verlangt eine schnelle Behandlung. Injektionen können in den ersten Stunden helfen. In schweren Fällen müssen operativ Shunts angelegt werden, die die spätere Funktion des Penis stark beeinträchtigen können.

Prävention, Diagnose und Behandlung

Innerhalb der Medizin befasst sich die Urologie fachlich mit Erkrankungen des Penis sowie aller im Zusammenhang mit Harn und Fortpflanzung stehenden Organe des Mannes. Das Fach ist stark operativ geprägt, weshalb Urologen meist in allen chirurgischen Therapieformen für Erkrankungen des Penis fachlich ausgebildet sind.

Ab dem 40. Lebensjahr wird Männern der regelmässige Gang zum Urologen empfohlen, um Erkrankungen der Prostata und Krebs vorzubeugen. Zur routinemässigen Vorsorgeuntersuchung gehört das Abtasten von Hoden, Bauch und Prostata. Verhärtungen und Knoten sollten Männer auch in jüngeren Jahren regelmässig durch Abtasten überprüfen, besonders wenn eine familiäre Vorbelastung durch Prostatakrebs besteht.

Anatomischer Aufbau des Penis

Das männliche Glied besteht aus

  • Peniswurzel
  • Peniskörper oder Penisschaft
  • Eichel

Als die Peniswurzel wird das proximale Ende des Penis bezeichnet, der über Bänder und Muskeln mit den Becken verbunden ist. Die Muskeln im Bereich der Peniswurzel lösen durch Kontraktion und das Abdrücken von Abflussvenen Erektionen aus.

Der Penis und die männliche Anatomie
Die Lage der Prostata © Henrie / Fotolia

Der Peniskörper bildet den grössten Teil des Organs und besteht aus drei Schwellkörpern und der Harnröhre. Die Schwellkörper füllen sich bei sexueller Erregung mit Blut und sorgen so für eine Erektion. An der Unterseite des Penis befindet sich eine sichtbare Verwachsungsnaht der Schwellkörper, die Penisnaht.

Die distale Spitze des Penis wird als Eichel bezeichnet. Diese besteht aus einem weiteren Schwellkörper, dem Corpus spongiosum glandis. An der Spitze der Eichel befindet sich die Harnröhrenmündung, aus der Urin und Sperma austreten.

Zwischen Peniskörper und Eichel verläuft die Penisfurche. Bei unbeschnittenen Männern ist die Eichel von der Vorhaut geschützt, die durch das Vorhautbändchen mit der Penisfurche verbunden ist.

Die Hoden des Mannes sind befinden sich direkt unterhalb der Peniswurzel. Während des Ejakulierens wird Samenflüssigkeit von den Testikeln über Samenleiter in den erigierten Penis geleitet und über die Harnröhrenmündung ausgeschieden.

Der Aufbau des menschlichen Penis ist typisch für alle Säugetiere. Etwa ab der neunten Woche der Embyonalentwicklung bildet sich der beiden Geschlechtern gemeine Genitalhöcker zum Penis aus.

Grösse und Form des Penis

Unabhängig von der Körpergrösse kann der Penis im erigierten und unerigierten Zustand unterschiedliche Formen annehmen. Sie Form ist vor allem durch die Beschaffenheit der innenliegenden Schwellkörper und deren Grundversorgung mit Blut bestimmt.

Erigiert ist ein durchschnittlicher Penis zwischen 12 und 17 cm lang und hat einen Durchmesser von etwa 4 cm. Ohne Erektion misst der durchschnittliche Phallus zwischen 7,5 und 11 cm bei einem Durchmesser von etwa 3 cm. In der Regel nimmt die Eichel einen grösseren Umfang ein als der Penisschaft und bleibt im erigierten Zustand elastischer.

Sichtbare Unterschiede gibt es auch hinsichtlich der Krümmung des Peniskörpers, wobei die Funktion durch die Form nicht beeinträchtigt wird.

Funktion des Penis

Über den Penis gelangen Spermazellen in die inneren Geschlechtsorgane der Frau. Spermazellen tragen das Erbgut des Mannes und geben diesen genetischen Code an die Eizelle der Frau weiter. Durch eine Vasektomie, also die operative Durchtrennung der Samenleiter, kann die fortpflanzende Funktion des Penis künstlich unterbunden werden.

Das männliche Glied dient ausserdem zur Ausscheidung von Harnflüssigkeit aus der Blase.